Dinan

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Dinan
Wappen von Dinan
Dinan (Frankreich)
Dinan
Region Bretagne
Département Côtes-d’Armor
Arrondissement Dinan
Kanton chef-lieu von 2 Kantonen
Koordinaten 48° 27′ N, 2° 3′ W48.455555555556-2.050277777777875Koordinaten: 48° 27′ N, 2° 3′ W
Höhe 7–92 m
Fläche 4,11 km²
Einwohner 10.851 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 2.640 Einw./km²
Postleitzahl 22100
INSEE-Code
Website http://www.mairie-dinan.com/

Dinan mit seinen alten Stadtmauern

Dinan ist eine Stadt im Westen Frankreichs und Unterpräfektur des Département Côtes-d’Armor mit 10.851 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011). Diese bretonische Stadt ist von einem beeindruckenden Ring an Stadtmauern umgeben. Strategisch für den Verkehr zwischen der Normandie und der nördlichen Küste der Bretagne gelegen, wurde Dinan überwiegend auf einem Hügel erbaut. Die Altstadt liegt etwa 75 m über dem Fluss Rance, der nach Norden fließt und zwischen Saint-Malo und Dinard in den Ärmelkanal mündet. Dinan stellte lange Zeit den nördlichsten Punkt zum Überqueren der Rance und ihres breiten Mündungsdeltas dar. Durch den Bau des Canal d’Ille-et-Rance wurde eine schiffbare Verbindung mit der Hauptstadt Rennes hergestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Erdhügelburg (Motte) von Dinan
Statue von Bertrand du Guesclin in Dinan
Der Hafen von Dinan

Die Geschichte Dinans ist seit dem 11. Jahrhundert bekannt, obwohl der Ort wahrscheinlich bereits seit der Antike besiedelt war. Zu dieser Zeit war er ein Marktflecken, in dem sich ein Benediktinerkonvent niederließ. Bekannt wurde die Burg von Dinan in einer Darstellung auf einem Fragmente der Teppiche von Bayeux. Darauf ist dargestellt, wie die Erdhügelburg des Ortes von den Soldaten Wilhelm des Eroberers angegriffen wird. Es handelt sich um die wichtigste historische Darstellung dieser mittelalterlichen Burgform, die sich wegen ihrer Holzbauweise nicht erhalten hat.

Im 12. Jahrhundert erwähnt ein arabischer Geograf Dinan in seinen Aufzeichnungen, in denen er von dem Wohlstand und einer aus Stein gebauten Mauer berichtet. Dieser Anfang einer Befestigungsanlage wird bis zum 15. Jahrhundert weiter verstärkt. Auf Betreiben der Gemeinden Saint-Malo und Saint-Sauveur wird Dinan im Jahr 1283 vom Herzog der Bretagne Johannes I. gekauft. In dieser Epoche wird der Ring der Stadtmauern zum heute bekannten Stand fertiggestellt. Die Türme von l'Alloué, Vaucouleurs, Saint Julien, Beaufort, des Connétables, de Coëtquen, Penthièvre, Longue et Sainte Catherine umgeben die Altstadt in trigonometrischer Form. Der Wehrgang, der noch auf einer Länge von 2600 Metern erhalten ist, wird durch die Tore von Jerzual, Saint-Malo, Brest, Guichet und Saint-Louis durchbrochen. Im Jahr 1357, während der Kriege um die Nachfolge der Herzogtümer der Bretagne, verteidigt Bertrand du Guesclin mit Erfolg die von den englischen Truppen belagerte Stadt. Er tritt Thomas von Canterbury in einem Einzelkampf gegenüber und geht aus diesem als Sieger hervor. Nach mehreren fruchtlosen Versuchen gelingt es Herzog Johannes IV. im Jahr 1364, die Kontrolle der Stadt zurückzuerobern. Er lässt den Donjon für die Herzogin Anne bauen. Wie alle anderen bretonischen Städte auch, wird Dinan Ende des 15. Jahrhunderts definitiv dem Königreich von Frankreich angeschlossen. Die Stadt wächst weiter, der Hafen an der Rance begünstigt den Handel. Dinan hat die tatsächliche Kontrolle über den Flussweg, der den Transport der Güter bis Saint-Malo gestattet. Im Jahr 1598 entscheidet sich Dinan für den neuen König von Frankreich Heinrich IV. und gegen seinen Gouverneur, den Duc de Mercœur, der sich ihm entgegenstellt. Von dieser Zeit an verlieren die Befestigungsanlagen an Bedeutung und werden nicht weiter unterhalten. Im 17. Jahrhundert gründen weitere religiöse Orden neue Klöster: Kapuziner, Ursulinen, Dominikaner und Klarissen.

Im 18. Jahrhundert wird der Handel durch die Niederlassung zahlreicher Weber stimuliert, die überwiegend Segeltuche für die Boote herstellen, die dann nach Saint-Malo durch das Tal der Rance verschickt werden. Auf Initiative einer sich entwickelnden Bourgeoisie werden diverse Maßnahmen im Kampf gegen die mangelnde Hygiene, die in der Stadt herrscht, ergriffen. Im 19. Jahrhundert verliert der Hafen durch den Bau einer Straßenbrücke 1852 und eines Eisenbahnanschlusses 1879 zunehmend an Bedeutung. In der Stadt werden zahlreiche stattliche Häuser gebaut. Die Stadt verwandelt sich nach und nach zu einer Sommerresidenz, die insbesondere von den Engländern geschätzt wird.

Im 20. Jahrhundert wurde die Altstadt von Dinan zur Beute eines Brandes (1907) und im August 1944 bombardiert. Bis in die heutige Zeit wurde das Kulturerbe von der Stadt restauriert. Die Fachwerkhäuser säumen noch heute die Place des Cordeliers, die Rue de l'Horloge und andere gepflasterte Straßen im Zentrum. Die Kirchen Saint-Sauveur und Saint-Malo liegen in der Mitte der beiden alten Gemeinden der Stadt.

Dinan ist Anziehungspunkt vieler Touristen und erstreckt sich über die Stadtmauern hinaus bis in die Gemeinden Léhon, Quévert, Taden und Lanvallay.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 12.847 13.137 13.448 12.452 11.809 10.967 11.039
Quelle: INSEE

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Saint-Malo in Dinan

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Dinan

Bau, der sich von Ende des 15. bis Ende des 19. Jahrhunderts erstreckte. Im Stil der Gotik und der Renaissance, mit beeindruckenden Kirchenfenstern von Anfang des 20. Jahrhunderts und ihrer englischen Orgel mit polychromen Orgelpfeifen, gebaut von Olknow im Jahre 1889.
  • Glockenturm
Der Glockenturm aus dem 15. Jahrhundert symbolisiert mit einer Höhe von 45 m den Wohlstand der Stadt. Er besitzt noch die Glocke, die Herzogin Anne geschenkt hatte.
  • Franziskanerkonvent
Im 13. Jahrhundert gegründet, datieren die gegenwärtigen Gebäude auf das 15. Jahrhundert. Der Konvent beherbergte die Generalstände der Bretagne in den Jahren 1573 und 1634. Er wurde im 19. Jahrhundert restauriert und wird heute von einer privaten Bildungseinrichtung genutzt.
Basilika Saint-Sauveur
  • Basilika Saint-Sauveur
Sie wurde vom 12. Jahrhundert an erbaut, kontinuierlich umgebaut und ist bis heute unvollendet. Sie beherbergt das Grab, in dem das Herz des Connétables du Guesclin bestattet ist. Das beeindruckende Portal stammt aus dem 19. Jahrhundert und vereinigt verschiedene Bauweisen (romanisch, gotisch, barock und klassizistisch).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dinan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien