Dol-de-Bretagne

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Dol-de-Bretagne (Dol)
Wappen von Dol-de-Bretagne
Dol-de-Bretagne (Frankreich)
Dol-de-Bretagne
Region Bretagne
Département Ille-et-Vilaine
Arrondissement Saint-Malo
Kanton Dol-de-Bretagne (Chef-lieu)
Koordinaten 48° 33′ N, 1° 45′ W48.549722222222-1.751111111111120Koordinaten: 48° 33′ N, 1° 45′ W
Höhe 1–58 m
Fläche 15,53 km²
Einwohner 5.376 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 346 Einw./km²
Postleitzahl 35120
INSEE-Code
Website http://www.dol-de-bretagne.fr

Dol-de-Bretagne (bretonisch Dol) ist eine französische Gemeinde mit 5376 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Ille-et-Vilaine in der Region Bretagne. Sie liegt an der Route Nationale N 176, die nahe der Kanalküste verläuft und die westliche Normandie mit Saint-Brieuc/Brest verbindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Altstadtgasse in Dol-de-Bretagne mit der Kirche Saint-Samson im Hintergrund
Der 9,5 m hohe Menhir du Champ-Dolent

Das vermutlich bereits in keltischer Zeit entstandene Dol gilt als frühe Hauptstadt der Bretagne. In der Mitte des 9. Jahrhunderts unter dem Hl. Samson (bretonisch: Sant Samzun a Zol) als eines der sieben Gründungsbistümer der Bretagne entstanden, war es bis 1790 Sitz eines Erzbistums (siehe auch Liste der Erzbischöfe von Dol) und entsprechend bis in das 16. Jahrhundert auch Ziel des Tro-Breizh, einer der bedeutendsten mittelalterlichen Wallfahrten.

845 oder 848 wurde hier der Graf von Vannes, Nominoë, zum ducatus ipsius gentis der Bretonen gekrönt, nachdem der westfränkische König Karl der Kahle die weitgehende bretonische Autonomie anerkennen musste. Bis in das späte 11. Jahrhundert hinein ist die Stadt wiederholt von Wikingern bzw. Normannen angegriffen, ausgeraubt, in Brand gesteckt bzw. zeitweise besetzt worden. Im Jahr 1203 brannten Soldaten des englischen Königs Johann Ohneland die Kirche von Dol nieder; an deren Stelle entstand die Kathedrale, deren Buntglasfenster Szenen aus dem Leben ihres Namenspatrons darstellen.

Seinen heutigen Namen erhielt Dol erst 1924. Während des Zweiten Weltkriegs war seine Umgebung ein Schauplatz der Schlacht um die Bretagne, als amerikanische Truppen im August 1944 den deutschen Brückenkopf zwischen den naheliegenden Städten Saint-Malo und Dinard angriffen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kathedrale von Dol-de-Bretagne aus dem 12. Jahrhundert
  • Musée de la Trésorerie, ein Gebäude aus dem 16. Jahrhundert
  • Musée d’Histoire et d’Art Populaire mit einer Sammlung religiöser Statuen
  • 9,5 m hoher Menhir du Champ-Dolent, etwa zwei Kilometer südöstlich des Stadtzentrums in Richtung Combourg gelegen.
  • Etwa zwei Kilometer nordwestlich gelegener, 65 Meter hoher Berg Mont Dol, im Mittelalter noch eine der Küste vorgelagerte Insel.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Dol-de-Bretagne unterhält eine Städtepartnerschaft mit der hessischen Gemeinde Reichelsheim.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dol-de-Bretagne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien