Doppelturmfassade

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Doppelturmfassade ist ein Fachbegriff der Kunstgeschichte, mit dem die Doppelturmfront oder Zweiturmfassade eines Kirchenbaus bezeichnet wird. Da die abendländischen Kirchen überwiegend auf einen östlich angeordneten Chor und Altarraum hin ausgerichtet sind, markieren die Turmfassaden üblicherweise deren westliche Haupteingangsseite.

Als ein zukunftsweisendes Fassadenmotiv entwickelt sich die Doppelturmfassade im 10. und 11. Jahrhundert vermutlich aus dem Westwerk, das als quergelagerter Block die Westseite vieler früher Kirchenbauten abschließt. In Oberitalien, in Burgund (Saint Philibert in Tournus, 1019 geweiht) und der Normandie (St. Etienne in Caen, Weihe 1077) ist die zweitürmige Fassade im 11. Jahrhundert verbreitet. Frühe deutsche Beispiele finden sich, vom Oberrhein (Straßburger Münster, 1015 begonnen) ausgehend, im gesamten Rheinland. Das Doppelturmschema wird in der Gotik von den großen französischen Kathedralen übernommen und hatte in der hier weiterentwickelten Ausprägung vorbildhaften und universellen Einfluss auf die ganze Kirchenbaukunst der folgenden Epochen bis ins 20. Jahrhundert.

Kathedralen, große Kloster- und Stiftskirchen bevorzugen die Doppelturmfassade während auch bedeutendere bürgerliche Pfarrkirchen es oft bei einem Einzelturm belassen (Ulmer Münster, Freiburger Münster).

Doppelturmfassaden[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 7, München 1978, Sp. 571. (Artikel "Fassade")
  • Lexikon der Kunst, Berlin 1981, Bd. 5, S. 579 (Artikel "Westbau")

Siehe auch[Bearbeiten]