Jesi

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Jesi (Begriffsklärung) aufgeführt.
Jesi
Kein Wappen vorhanden.
Jesi (Italien)
Jesi
Staat: Italien
Region: Marken
Provinz: Ancona (AN)
Koordinaten: 43° 31′ N, 13° 14′ O43.51666666666713.23333333333397Koordinaten: 43° 31′ 0″ N, 13° 14′ 0″ O
Höhe: 97 m s.l.m.
Fläche: 107 km²
Einwohner: 40.367 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 377 Einw./km²
Postleitzahl: 60035
Vorwahl: 0731
ISTAT-Nummer: 042021
Volksbezeichnung: Jesini
Schutzpatron: San Settimio
Website: www.comune.jesi.an.it
Historische Stadtmauer in Jesi
Montirozzo
Der Palazzo della Signoria in Jesi
Das Pergolesi-Theater in Jesi

Jesi ist eine Stadt mit 40.367 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der Provinz Ancona, Region Marken in Mittelitalien in der Nähe der Hafenstadt Ancona am Fluss Esino.

Jesi war lange Zeit das Zentrum eines kleinen Stadtstaates.

Auf der anderen Seite des Esino wächst der bekannte Weißwein Verdicchio dei Castelli di Jesi.

Lage und Daten[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind: Agugliano, Camerata Picena, Castelbellino, Chiaravalle, Cingoli (MC), Filottrano, Maiolati Spontini, Monsano, Monte Roberto, Monte San Vito, Polverigi, San Marcello, San Paolo di Jesi, Santa Maria Nuova und Staffolo.

Geschichte[Bearbeiten]

Jesi wurde vom Volk der Umbrer gegründet und später von den Etruskern erobert. Nach der Schlacht von Sentino gewannen die Römer 295 v. Chr. die Oberhoheit über Ort und Region. Seinerzeit hieß die Gemeinde Aesis. Nach dem Ende des Weströmischen Reiches gehörte Jesi anfangs zum Oströmischen Reich. 756 wurde Jesi zusammen mit anderen Städten der Kirche vermacht, ein Status der im Jahre 800 bei der Krönung von Karl dem Großen wieder rückgängig gemacht wurde. Ab sofort gehörte Jesi zur neugeschaffenen Grafschaft Marche. 999 übertrug Kaiser Otto III. Jesi wieder an die Kirche. In dieser Zeit begann sich die feudale Struktur des Ortes herauszubilden. Im Laufe des 11. Jahrhunderts wurde der Ort neu befestigt. In diese Zeit fällt auch der Bau der Kathedrale, des Palastes der Stadtverwaltung und die Niederschrift der Verfassung des Orts.

1194 wurde der zukünftige Kaiser Friedrich II. in Jesi geboren, der dem Ort in der Folge den Rang einer Reichsstadt verlieh. In der Folge blieb das Schicksal von Jesi eng verbunden mit dem der Staufer, speziell mit Friedrichs Söhnen Enzio und Manfred. Nach dem Ende der Staufer wurde das Geschick des Ortes beeinflusst von den Familien Malatesta, Braccio da Montone und Sforza, bis schließlich 1447 Francesco Sforza Jesi an den Papst verkaufte. In dieser wechselvollen Zeit erlebte Jesi einen allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang.

Der Maler Lorenzo Lotto steht, neben anderen, für die Wiederbelebung der Stadt. Er schuf in Jesi für mehrere Kirchen bedeutende Kunstwerke. 1472 wurde in Jesi eine der ersten Ausgaben der Göttlichen Komödie gedruckt, und auch der Ausbau der Stadt nahm zu dieser Zeit einen Aufschwung. Ab etwa 1500 übernahmen örtliche Grundbesitzer die Regierung des Ortes, was bis Ende des 18. Jahrhunderts anhielt - bis 1797 die Truppen Napoleons diesen Zustand beendeten. Ebenfalls im 18. Jahrhundert wurden zwei weiter bedeutende Söhne der Stadt geboren, die Musiker Giovanni Battista Pergolesi und Gaspare Spontini. Nach 1808 wurde Jesi einer der Hauptorte des Bezirks Metauro.

1815, nach dem Ende der Napoleonischen Kriege, entwickelte sich in Jesi ein nicht-kirchliches, bürgerliches Gemeinwesen. In dieser Zeit begann auch die Industrialisierung. Der Beginn der Bewegung zur Schaffung einer italienischen Nation fand auch in Jesi Widerhall. Der aus Jesi stammende Marchese Antonio Colocci wurde 1849 für die Provinz Ancona in die konstituierende Versammlung der Römischen Republik gewählt - und nach der Einheit, 1860, zum italienischen Senator. Im selben Jahr vertrieben italienische Truppen die letzten Einheiten des Papstes aus Jesi; seither gehört die Stadt zu Italien.

Verkehr[Bearbeiten]

Jesi liegt rund 15 Kilometer südwestlich des Flughafens Ancona und der dort vorbeiführenden Adria-Autobahn A14 und der Strada Statale 16 Adriatica. Von letzterer zweigt am Flughafen Ancona die autobahnähnliche Straße SS 76 ab, die über Jesi nach Umbrien und über die Strada Statale 3 Via Flaminia weiter nach Rom führt. An der Küste verläuft neben der SS 16 auch die Bahnstrecke Bologna–Ancona, von der bei Falconara die Bahnstrecke nach Jesi und weiter nach Rom abzweigt. Zwischen Jesi und dem Flughafenbahnhof Castelferretti sowie der Innenstadt von Ancona besteht somit eine Bahnverbindung. Bei Jesi lag von 1914 bis 1963 ein Militärflugplatz,[2] heute hat die Stadt ein kleines Flugfeld für die Allgemeine Luftfahrt.[3]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadt ist Fabiano Belchecci.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Jesi ist aufgrund seiner staufischen Geschichte mit Waiblingen in Baden-Württemberg und über diese mit deren französischen Partnerstadt Mayenne in Frankreich verbunden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Jesi befindet sich ein Werk von New Holland.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Lage: 43.54138888888913.271666666667. Details zum Militärflugplatz Jesi auf aviazionemarche.it
  3. Lage: 43.51277777777813.193611111111. Details auf ulm.it