Eckhard Nagel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eckhard Nagel

Eckhard Nagel (* 29. Juli 1960 in Hannover) ist ein deutscher Mediziner, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen, Professor an der Universität Bayreuth und Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Leben[Bearbeiten]

Eckhard Nagel studierte zunächst Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover sowie an der University of Vermont (USA), am Dumfries Royal Infirmary Krankenhaus in Schottland, an der Universität Joseph Fourier in Grenoble (Frankreich) und an der Dartmouth Medical School, in Hanover, New Hampshire (USA).

Nach dem Examen 1986 promovierte er 1987 zum Doktor der Medizin. An der Medizinischen Hochschule Hannover war er zunächst als wissenschaftlicher Assistent und später als Oberarzt an der zugehörigen Klinik für Abdominal- und Transplantationschirurgie tätig. An der Universität Hannover studierte er außerdem Philosophie und Geschichte und promovierte 1995 zum Doktor der Philosophie. Seit 1999 ist Nagel Professor am Lehrstuhl für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth.

Von 2001 bis 2010 war er Leiter des Transplantationszentrums sowie Chefarzt im Bereich Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie im Klinikum Augsburg. Seit September 2010 ist er Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen. Er ist außerdem Primarius der Sonder-Krankenanstalt Ederhof im Bereich „Rehabilitation für Kinder und Jugendliche nach Organtransplantation“ im österreichischen Iselsberg-Stronach.

Ende September 2014 wurde bekannt, dass Nagel seinen Fünfjahresarbeitsvertrag am Universitätsklinikum Essen nicht verlängert und eine Rückkehroption nach Bayern wahrnehme. Ausschlaggebend hierfür seien persönliche Gründe.[1]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Von 1998 bis 2006 war Eckhard Nagel Mitglied des Kuratoriums der Hanns-Lilje-Stiftung, in den Jahren 2000 bis 2006 dessen Vorsitzender[2]. Im Jahr 2001 wurde Eckard Nagel in den Nationalen Ethikrat Deutschlands berufen und war dessen stellvertretender Vorsitzender. 2005 wurde er ein zweites Mal berufen. Nach der Auflösung des Nationalen Ethikrates und einer Neugründung aufgrund des Ethikratgesetzes ist Nagel seit Februar 2008 Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Seit 2001 ist Eckard Nagel Mitglied des Präsidiumsvorstands des Deutschen Evangelischen Kirchentages. In dieser Eigenschaft war er Präsident des 30. Deutschen Evangelischen Kirchentages 2005 in Hannover. Außerdem war er der evangelische Präsident des 2. Ökumenischen Kirchentages 2010 in München.

In der Nachfolge von Wolfgang Frühwald wurde Eckhard Nagel im Jahre 2007 Vorsitzender der Jury des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien[3]. Darüber hinaus ist er Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation bei der Bundesärztekammer[4].

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auszug)[Bearbeiten]

Herausgeber
  • Soziale Gerechtigkeit im Gesundheitswesen. Ökonomische, ethische, rechtliche Fragen am Beispiel der Transplantationsmedizin. Gemeinsam mit Ch. Fuchs. Springer, Berlin u. a. O. 1993, ISBN 3-540-56892-1
  • Sind wir zum Frieden fähig? Gemeinsam mit Eckhart von Vietinghoff. Hanns-Lilje-Forum Bd. 5, Lutherisches Verlagshaus, Hannover 2002, ISBN 3-7859-0837-7
  • Was ist der Mensch – noch? Gemeinsam mit Eckhart von Vietinghoff. Hanns-Lilje-Forum Bd. 6, Lutherisches Verlagshaus, Hannover 2002, ISBN 3-7859-0873-3
  • Bildung neu denken. Gemeinsam mit Eckhart von Vietinghoff. Hanns-Lilje-Forum Bd. 7, Lutherisches Verlagshaus, Hannover 2003, ISBN 3-7859-0890-3
  • Alt gegen Jung – Jung gegen Alt. Gemeinsam mit Eckhart von Vietinghoff. Hanns-Lilje-Forum Bd. 8, Lutherisches Verlagshaus, Hannover 2005, ISBN 3-7859-0904-7
  • Das Gesundheitswesen in Deutschland. Struktur – Leistung – Weiterentwicklung. 4. Auflg., Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2007, ISBN 3-7691-3220-3
Autor

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eckhrad Nagel verlässt 2015 die Uniklinik; der westen.de vom 24. September 2014, abgerufen am 7. Oktober 2014
  2. Hanns-Lilje-Stiftung – gemeinsam Zukunft gestalten: Ehemalige Mitglieder. In: hanns-lilje-stiftung.de. Archiviert vom Original am 15. November 2011, abgerufen am 15. November 2011.
  3. Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien 2008 für Düsseldorfer Dissertation von Liliana Ruth Feierstein. In: uni-augsburg.de. Archiviert vom Original am 15. November 2011, abgerufen am 15. November 2011.
  4. baek_intern_juli_2007-3.pdf (application/pdf-Objekt). In: bundesaerztekammer.de. Archiviert vom Original am 15. November 2011, abgerufen am 15. November 2011 (PDF; 868 kB).
  5. Pressemitteilung der Philipps-Universität Marburg: Bayreuther Mediziner wird Ehrendoktor der Theologie