Ernen

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Ernen
Wappen von Ernen
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Gomsw
BFS-Nr.: 6056i1f3f4
Postleitzahl: 3995
Koordinaten: 654477 / 13898346.48.1471196Koordinaten: 46° 24′ 0″ N, 8° 8′ 49″ O; CH1903: 654477 / 138983
Höhe: 1'196 m ü. M.
Fläche: 35,4 km²
Einwohner: 538 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 15 Einw. pro km²
Website: www.ernen.ch
Blick auf Ernen Richtung Bellwald

Blick auf Ernen Richtung Bellwald

Karte
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Ernen (Walliserdeutsch: Ärne; frz. Aragnon) ist eine Munizipalgemeinde im Bezirk Goms des Kantons Wallis in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ernen liegt im Goms auf der linken Seite des obern Rhonetals. Ihr Territorium besteht seit der Fusion vom Frühjahr 2005 aus den früheren Gemeinden Ausserbinn, Ernen, Mühlebach und Steinhaus. Die frühere Gemeinde Ernen selber, zu der seit 1872 auch der Weiler Niederernen gehörte, zählte Ende 2000 noch 385 Einwohner[2]. Ernen ist Teil des regionalen Naturparks Binntal.

Geschichte[Bearbeiten]

Ernen liegt verkehrsgünstig zwischen den Pässen Albrun, Griess, Furka und Grimsel und profitierte jahrhundertelang als Warenumschlagplatz von dieser Lage. Der Bau einer modernen Strasse und der Eisenbahnlinie auf der anderen Rotten-(Rhône-)Talseite setzte den Ort verkehrstechnisch ins Abseits und führte zu einem wirtschaftlichen Rückgang.

Im Jahr 1974 begann der ungarische Pianist György Sebök, im Sommer Meisterkurse für Pianisten und Kammermusiker in Ernen anzubieten. Seither nennt sich der Ort „Musikdorf“. 1987 wurde dieses Angebot durch die Kammermusikreihe „Festival der Zukunft“ erweitert. Weitere Veranstaltungen kamen hinzu: eine Reihe mit Barockkonzerten, ein Schreibseminar mit Donna Leon, eine Werkstatt „Biographisches Schreiben“ und anderes, so dass Ernen im Sommerhalbjahr ein reichhaltiges kulturelles Programm anzubieten hat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert sind besonders die 1214 erstmals urkundlich erwähnte und 1510 bis 1518 umgebaute Kirche St. Georg, die Kapelle Maria Hilf (1690–1709) sowie im Ortsteil Niederernen die 1684 erbaute Kapelle des heiligen Antonius von Padua. Ernen erhielt 1979 den Henry-Louis-Wakker-Preis als Auszeichnung für das besonders schöne und gut erhaltene Dorfbild.

Beispiele für den ehemaligen Reichtum der Gemeinde sind markante Gebäude, wie das Rathaus (1762), das Tellenhaus (1578), das Kapuzinerhaus (1511), das Schulhaus (1538), das Mathäus-Schiner-Haus (1603), das St.-Georg-Haus (1629), das Sigristen-Jost-Haus (1580). Das Tellenhaus zeigt aussen Tell-Fresken mit der Darstellung des Apfelschusses, es sollen die ältesten der Schweiz sein.

Diese Häuser stehen rund um den Dorfplatz von Ernen:

Verkehr[Bearbeiten]

Mit dem öffentlichen Verkehr ist Ernen via Brig, Matterhorn-Gotthard-Bahn nach Fiesch und Postauto bis Ernen erreichbar.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Walter Supersaxo (um 1402–1482), 1441–1457 Pfarrer von Ernen, 1457–1482 Bischof von Sitten
  • Georg Supersaxo (um 1450–1529), Politiker, Gegner von Bischof Matthäus Schiner

Literatur[Bearbeiten]

  •  Walter Ruppen: Ernen. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstdenkmäler der Schweiz (= Bd 67. Untergoms Bd. 2). Birkhäuser Verlag, Basel 1979, ISBN 3-7643-1080-4, S. 7–109.
  • Roland Flückiger-Seiler und Benno Mutter: Ernen und Umgebung. In: Schweizerische Kunstführer GSK, Band 581/582, Bern 1995, ISBN 3-85782-581-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ernen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Edwin Pfaffen: Ernen im Historischen Lexikon der Schweiz, Abgerufen am 2. Mai 2014