Ettenhausen an der Suhl

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Ettenhausen an der Suhl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ettenhausen an der Suhl hervorgehoben
50.88055555555610.231388888889277Koordinaten: 50° 53′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Wartburgkreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Marksuhl (erfüllende Gemeinde)
Höhe: 277 m ü. NHN
Fläche: 5,37 km²
Einwohner: 417 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99819
Vorwahl: 036925
Kfz-Kennzeichen: WAK, SLZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 024
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 1
99819 Marksuhl
Bürgermeister: Renate Lämmerhirt (CDU)
Lage der Gemeinde Ettenhausen an der Suhl im Wartburgkreis
Kaltennordheim Bad Liebenstein Bad Salzungen Barchfeld-Immelborn Berka/Werra Berka vor dem Hainich Bischofroda Brunnhartshausen Buttlar Creuzburg Dankmarshausen Dermbach Diedorf Dippach Krayenberggemeinde Ebenshausen Empfertshausen Ettenhausen an der Suhl Kaltennordheim Frankenroda Frauensee Geisa Gerstengrund Gerstungen Großensee Hallungen Hörselberg-Hainich Ifta Barchfeld-Immelborn Kaltennordheim Kaltennordheim Kaltennordheim Krauthausen Lauterbach Leimbach Marksuhl Vacha Krayenberggemeinde Mihla Moorgrund Nazza Neidhartshausen Oechsen Ruhla Schleid Bad Liebenstein Seebach Stadtlengsfeld Bad Liebenstein Tiefenort Treffurt Unterbreizbach Urnshausen Vacha Vacha Weilar Wiesenthal Vacha Wolfsburg-Unkeroda Wutha-Farnroda Zella ThüringenKarte
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Ettenhausen an der Suhl (offiziell Ettenhausen a.d. Suhl) ist eine Gemeinde im thüringischen Wartburgkreis und liegt südlich von Eisenach.

Geographie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ettenhausen an der Suhl befindet sich etwa 17 km südwestlich von Eisenach am südwestlichen Rand des Thüringer Waldes.

Nachbargemeinden und -städte[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Osten und Süden an die Moorgrundgemeinden Kupfersuhl und Möhra, im Südwesten folgt der Hüttenhof – Ortsteil der Gemeinde Tiefenort, im Westen und Norden Marksuhl mit den Ortsteilen Lindigshof und Burkhardtroda.[2]

Berge[Bearbeiten]

Als höchster Punkt der Gemeinde gilt der Hetzeberg (359,9 m ü. NN). Bemerkenswert sind auch die Berge und Hügel Sandberg (346,9 m ü. NN) und die Margarethenhöhe (307,7 m ü. NN).[3]

Flüsse[Bearbeiten]

Das Dorf liegt im Tal der Suhl, die im Mittelalter zum Antrieb einer Mühle am Ortsrand benutzt wurde. In den 1980er Jahren wurde an der Gemarkungsgrenze zu Lindigshof die Talsperre Ettenhausen angelegt, dessen Nutzung und Unterhaltung zwischen den Anliegern umstritten ist.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wehrkirche von Ettenhausen
Die Hetzeberger Linde
An der Kirchenburg
Die ehemalige Dorfschule
Haltepunkt der Werratalbahn

Frühgeschichte und Ersterwähnung[Bearbeiten]

Entstanden in der zweiten fränkischen Siedlungsperiode wird Ettenhausen um 825-876 Eitenhusen, 876 Heienhuson, nach 918 Hetenhusen und 1231 Hattenhusen in Urkunden genannt.[4][5] Archäologische Funde vom Hügel des Kirchberges sprechen jedoch für eine frühere Besiedlung bereits in der Bronzezeit. Um 900 zählen zu Eitenhusen die am westlichen Rand der Gemarkung befindliche Wüstung Zehndhausen und der Hof „Heizzils“, das spätere Gut Hetzeberg. Eine weitere Wüstung Teichmannssuhl existierte wohl um 1100.

Mittelalter[Bearbeiten]

Zur Abwehr von Überfällen errichteten die Ettenhäuser eine Kirchenburg mit Schutzmauer, Gaden und Torturm. Bei der Sanierung der Ringmauer in den 1990er Jahren wurden diese heute verschwundenen Bauteile nachgewiesen. Am Möhraer Weg, unterhalb der Margarethenhöhe wurde im 17. Jahrhundert am Richtplatz der Gemeinde ein Schnappgalgen errichtet. Gegen die zahllosen Überfälle während des Dreißigjährigen Krieges war man machtlos, der Ort wurde mehrfach ausgeplündert, nach dem Krieg standen nur noch 7 Häuser.[6] Bereits im 15. Jahrhundert wurde im Nachbarort Kupfersuhl Bergbau betrieben. Der Flurname Bergmannsweg erinnert daran, dass auch zahlreiche Ettenhäuser ihr Glück im Bergbau versuchten. Vermutlich wurden in der mittelalterlichen Wehrkirche die Eltern Martin Luthers getraut, da deren Wohnort Möhra zu dieser Zeit über keine eigene Kirche verfügte und nach Ettenhausen eingepfarrt war.[7]

18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert entstand unterhalb der Margarethenhöhe eine Kupferhütte zum Schmelzen der aufbereiteten Erze. Viele Bauern waren auf Anordnung der herzoglichen Verwaltung verpflichtet für die Kupferhütte Erztransporte und Kohlenfuhren durchzuführen, was über Jahrzehnte zu Zwistigkeiten und Prozessen führte.[8]

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im Jahre 1841 wurde ein Staatsvertrag zwischen den Ländern Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Coburg und Gotha sowie Sachsen-Meiningen zur Errichtung der Bahnstrecke von Eisenach nach Coburg abgeschlossen und Baupläne für die Trassierung der sogenannten Werrabahn geprüft. Beim Bau der Trasse erhielt auch Ettenhausen/Suhl einen eigenen Haltepunkt und ein Bahnwärterhaus.

Nach einer großen Teuerrung im Jahre 1847 wurde zur Fortbildung und Verbesserung der landwirtschaftlichen Erträge vom damaligen Gutsbesitzer Jungheinrich auf Gut Hetzeberg eine landwirtschaftliche Lehr- und Versuchsanstalt begründet welche dort bis 1870 bestand.[9]

Im Jahr 1879 wurden, basierend auf der Volkszählung von 1875, erstmals statistische Angaben publiziert. Ettenhausen/Suhl zählte mit Gut Hetzeberg 56 Wohnhäuser und 288 Einwohner. Die Ettenhäuser Gemarkung betrug 488.9 ha – davon Höfe und Gärten 12.6 ha, Wiesen 49.2 ha, Äcker 250.9 ha, Wälder 53.4 ha, Teiche, Bäche und Flüsse 2.2 ha, Wege, Triften und Obstplantagen 120.5 ha. Der noch separat ausgewiesene Hetzeberg bestand damals aus 2 Wohnhäusern; Gesamtfläche 51.4 ha – davon Höfe und Gärten 0.7 ha, Wiesen 4.8 ha, Äcker 38.9 ha, Wälder (kein eigener Bestand), Teiche, Bäche und Flüsse 0.1 ha, Wege, Triften und Obstplantagen 6.8 ha. Nach Ettenhausen war der benachbarte Lindigshof und Hetzeberg eingepfarrt und eingeschult.[6]

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

August Stauch wurde am 15. Januar 1878 als 3. Kind einer Eisenbahnerfamilie in Ettenhausen/Suhl geboren. Nach dem Militärdienst arbeitete Stauch an mehreren Bahnbauprojekten in Norddeutschland. In der Kolonie Deutsch-Südwestafrika entsandt wurde Stauch 1908 während der Arbeiten an einem Bahnprojekt in der Namib durch einen sensationellen Diamantenfund zum Multimillionär. Für seine Heimatgemeinde stiftete er neue Kirchenglocken.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 1994: 497
  • 1995: 486
  • 1996: 508
  • 1997: 505
  • 1998: 521
  • 1999: 536
  • 2000: 525
  • 2001: 515
  • 2002: 500
  • 2003: 507
  • 2004: 515
  • 2005: 497
  • 2006: 483
  • 2007: 487
  • 2008: 481
  • 2009: 480
  • 2010: 467
  • 2011: 455
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik - Werte vom 31. Dezember

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ettenhausen an der Suhl setzt sich aus 6 Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

  • CDU: 4 Sitze
  • FFw Ettenhausen e. V.: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)[11]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Frau Renate Lämmerhirt wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mundart[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet der westthüringischen Mundart

Der in Ettenhausen gesprochene Dialekt, das Ettenhäuserisch bzw. Attehisch, im Volksmund auch als Attehüser Platt bekannt, zählt zum westthüringischen Sprachraum der thüringisch-obersächsischen Dialektgruppe. Nur noch sehr wenige in Ettenhausen Geborene sind in der Lage, diesen Dialekt zu verstehen und zu sprechen.

Einige Sprachbeispiele:

Ettenhäuserisch
  • Guudn Dach.
  • Bee geds dej?
  • En Sunnowe homme mii Schwaasder besochd.
  • Buume heimkoome, woor schläächd Waader.
Deutsch
  • Guten Tag.
  • Wie geht es dir denn?
  • Am Sonnabend haben wir meine Schwester besucht.
  • Als wir heimgekommen sind, gab es schlechtes Wetter.
Quelle: div. Sprecher

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Wehrkirche in Ettenhausen/Suhl ist das bekannteste Bauwerk der Gemeinde. Im Ort befinden sich mehrere denkmalgeschützte Fachwerkhäuser. An den Grenzen der Gemarkung mit Weißendiez findet man noch mehrere historische Wappensteine aus dem 17. Jahrhundert.

Töchter und Söhne[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Einwohner der Gemeinde Ettenhausen/Suhl arbeiten überwiegend in den Betrieben der benachbarten Kreisstadt Bad Salzungen, in Eisenach und in den Umlandgemeinden. Im Ort befindet sich ein Standort der Agrargenossenschaft Moorgrund e.G., welche die Landwirtschaft und Viehzucht nach ökologischen Gesichtspunkten betreibt.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch den Ort Ettenhausen/Suhl verläuft die Kreisstraße K9 im Abschnitt Marksuhl – Möhra und die L 1123 Marksuhl – Ettenhausen/Suhl – Waldfisch. Über diese Straßen findet die Anbindunge an die B 19 im Abschnitt Eisenach–Breitungen/WerraMeiningen und B 84 im Abschnitt Eisenach–MarksuhlVacha statt.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Im Ort befindet sich ein Haltepunkt der Süd-Thüringen-Bahn.

Busverkehr[Bearbeiten]

Nach Ettenhausen/Suhl verkehren folgende Buslinien der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH [13]:

Linie Fahrstrecke
L-52b EisenachMarksuhl – Ettenhausen/Suhl – Kupfersuhl

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Thüringer Landesvermessungsamt Wartburgkreis und Kreisfreie Stadt Eisenach, Erfurt 2002, ISBN 3-86140-250-5
  3. a b Thüringer Landesvermessungsamt TK25 – Blatt 5127 Bad Salzungen, Erfurt 1997, ISBN 3-86140-063-4
  4.  Otto Dobenecker (Bearb. und Hg.): Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae (1128 –1266 ). Bd. 3, Fischer, Jena 1925. Nr. 231.
  5. Volker Schimpf: Die Heden-Orte in Thüringen. 2012, S. 27–28, abgerufen am 5. Mai 2012 (PDF; 3,5 MB).
  6. a b C. Kronfeld, Landeskunde des Großherzogthumes Sachsen-Weimar-Eisenach. Zweiter Teil. Weimar 1879. S. 43–44.
  7. Johann Conrad Ortmann: Möhra, der Stammort Doctor Martin Luthers und die Lutherbuche bei Altenstein und Steinbach, Salzungen 1844.
  8.  Siegfried Wünscher: Die Geschichte des Kupferschieferbergbaues und seines Hüttenwesens im Fürstentum Eisenach. Selbstverlag, Eisenach 1932, S. 160.
  9. Die Schule wurde ab 1900 als Winterschule für Landwirte im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach im Schloss Marksuhl betrieben.
  10. Ulrike Bischoff: Die Taschenuhr mit dem Kratzer im Glas – vor 100 Jahren fand August Stauch aus Ettenhausen/Suhl im heutigen Namibia den ersten Diamanten. Südthüringische Zeitung, 2008, abgerufen am 5. Januar 2009 (Der Artikel wird von der STZ nicht mehr gehostet).
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 7. Juni 2009. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Februar 2010 (PDF; 1,9 MB).
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.
  13. Fahrplan der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ettenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien