Marksuhl

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marksuhl
Marksuhl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marksuhl hervorgehoben
50.91666666666710.199722222222245Koordinaten: 50° 55′ N, 10° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Wartburgkreis
Höhe: 245 m ü. NN
Fläche: 64,98 km²
Einwohner: 3147 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99819
Vorwahl: 036925
Kfz-Kennzeichen: WAK
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 052
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Bahnhofstraße 1
99819 Marksuhl
Bürgermeister: Martin Trostmann (parteilos)
Lage der Gemeinde Marksuhl im Wartburgkreis
Karte

Marksuhl ist eine Gemeinde im Wartburgkreis in Thüringen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Die Gemeinde Marksuhl liegt im Zentrum des Wartburgkreises, 15 Kilometer südlich von Eisenach.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Im Norden grenzt Marksuhl an die Wartburgstadt Eisenach und an die Gemeinde Wolfsburg-Unkeroda, im Osten Wutha-Farnroda und die Stadt Ruhla. Im Südosten folgen Etterwinden und Kupfersuhl, beide sind Ortsteile von Moorgrund, im Süden die Gemeinden Ettenhausen an der Suhl, Dönges (ein Ortsteil von Tiefenort) und Frauensee. Im Westen schließen sich Gospenroda und Wünschensuhl, Stadtteile von Berka/Werra und im Nordwesten die Gemeinde Gerstungen mit dem Ortsteil Oberellen an. Die Kleinsiedlung Josthof gehört zu Frauensee und ist somit eine Enklave in der Gemarkung Marksuhl. [2]

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Die vier Ortsteile der Gemeinde Marksuhl sind:

Zur erfüllenden Gemeinde Marksuhl gehören die Gemeinden Ettenhausen an der Suhl und Wolfsburg-Unkeroda.

[Bearbeiten] Berge

Die Stopfelskuppe ist der nördlichste Beleg des Rhön-Vulkanismus.

Die Landschaft um Marksuhl wird im Norden von den Höhen des westlichen Thüringer Waldes mit dem Rennsteig und im Süden vom Frauenseer Forst geprägt. Als höchster Punkt (565 m ü. NN) der Gemeinde gilt ein Hangabschnitt am Todtemann, einer Anhöhe am Rennsteig bei Ruhla. In der Förthaer Gemarkung befindlich sind Stopfelskuppe (412,9 m ü. NN) und Mörderskopf (377,9 m ü. NN). Anteilig in der Wilhelmsthaler Gemarkung befindlich ist die Bergkuppe an der Hohe Sonne (445,7 m ü. NN) und der Hirschstein (463,5 m ü. NN). In der Eckhardtshäuser Gemarkung befindlich sind Milmesberg (461,2 m ü. NN) und Eichberg (453,9 m ü. NN). In der Burghardtrodaer Gemarkung befindet sich der Blaue Berg 405,4 m ü. NN) und in der Marksuhler Gemarkung: Mordberg (453,6 m ü. NN), Die Hardt (409,1 m ü. NN) und Lehnhaus (447,7 m ü. NN). [3]

[Bearbeiten] Gewässer

Am vereisten Albertsee

Die Suhl bildet mit ihren Zuflüssen Eichbach, Mölmesbach, Hammelbach und Zimmergraben das natürliche Gewässersystem im südlichen Teil der Gemeinde. Der nördliche Teil gehört in das Tal der Elte mit zahlreichen, meist namenlosen Quellbächen. Mit der Erbauung des herzoglichen Lust- und Jagdschlosses Wilhelmsthal entstanden der Altenberger See und der Wilhelmsthaler See. An der Gemarkungsgrenze zu Dönges befinden sich der sagenumwobene Hautsee mit seiner schwimmenden Insel und der benachbarte Albertsee.

[Bearbeiten] Geschichte

Das Marksuhler Gebiet wurde schon um 900 in Urkunden des Klosters Fulda genannt. Die mit Sulaha verzeichneten Abgaben und Rechte sind noch gering. Bedeutung erlangte das von ausgedehnten Wäldern umgebene Marksuhl durch die Stadtgründung Eisenachs und den im 13. Jahrhundert erfolgten Bau der Vachaer Werrabrücke. Marksuhl wurde damit zum bevorzugten Rastplatz und Etappenort an der Vachaer Straße. Im Jahr 1440 wurde der Ort als Margtsula urkundlich erwähnt. Die Herren von Herda wurden ab 1447 mit Gütern in Marksuhl belehnt, sie hatten dafür das Geleit auf den Handelsstraßen nach Eisenach zu sichern. Marksuhl gehörte in dieser Zeit zum Amt Creuzburg im Herzogtum Sachsen. Die Baumeister Heinrich Winter und Hans Gnüge übernahmen 1454 den Bau des Kirchturmes, 1463 wurden zwei Glocken bei einem Apoldaer Glockengießer bestellt, das Kirchenschiff soll (wegen fehlender Mittel) 1480 angebaut worden sein.[4]

Als wirtschaftliche Grundlage der Siedlung hatte der Warenverkehr große Bedeutung. Die zahlreichen steilen Hohlwege nördlich und südlich des Dorfes erforderten mehrfache Fuhr- und Vorspanndienste, Schmiede, Wagner, Seiler, Sattler, Gerber und andere Handwerker siedelten sich an. Um die Kranken und Verletzten zu versorgen entstand am Ortsrand ein Siechenhaus. Die Eintreibung der Straßenzölle und Geleitsabgaben hatte der Marksuhler Dorfschulze zu betreiben. Das Geleitshaus war das erste Amtsgebäude im Ort. Als Namen der Wirtshäuser sind überliefert: Goldener Engel, Goldene Krone, Zum Hirsch, Halber Mond, Goldener Stern und Grüner Baum. Auch besaß die Marksuhler Bevölkerung eine Gemeindeschenke und einen Weinkeller.

Um 1530 wurde die Marksuhler Kirchgemeinde lutheranisch. Die ersten Pfarrer waren Heinrich Wahn, Balthasar Wilhelm und Bernhard Lengsfeld. In die heftigen theologischen Auseinandersetzungen um die Ideen des Matthias Flacius wurde auch der Marksuhler Pfarrer Andreas Thomeyer verstrickt und seines Amtes enthoben.[5]

Nach der Erfurter Teilung von 1572 wurde das Herzogtum Sachsen-Weimar aufgeteilt und Marksuhl gehörte fortan zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Eisenach, das zunächst gemeinschaftlich von den Brüdern Johann Casimir und Johann Ernst in Coburg regiert wurde. Johann Ernst ließ ab 1587 ein eigenes Schloss gegenüber der Kirche in Marksuhl erbauen, die im Eisenacher Landesteil des Fürstentums lag. Das als Jagdschloss geplante Gebäude wurde 1591 fertig gestellt, es war ein Hochzeitsgeschenk an den jungen Herzog. Im Folgejahr verstarben die Herzogin und der Erstgeborene im Kindbett, sie wurden in der Creuzburger Kirche beigesetzt, Herzog Ernst vermied es fortan das Marksuhler Schloss zu besuchen, es wurde nun als Zeughaus und Amtshaus genutzt.[6]

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Marksuhl schwer heimgesucht. Zunächst brach 1634 eine Fieberepedemie aus und forderte 139 Tote und 1635 folgte die Pest mit mehr als 150 Toten. Mehrfach wurde der Ort im Kriegsverlauf überfallen und angezündet, die Bewohner flohen über Monate in die Wälder, es folgten Hungersnöte bis 1639 kaum noch Einwohner in Marksuhl anzutreffen waren. Nach dem Krieg waren von 163 Wohnhäusern nur noch 31 bewohnt, nur 44 Männer waren am Leben geblieben, der Viehbestand war aufgezehrt.

Der jagdliebende Eisenacher Herzog Johann Georg I. machte Marksuhl von 1662 bis 1672 zu seinem Residenzort, ohne die Verwaltung und Behörden aus Eisenach abzuziehen. Die Marksuhler Kirche war noch um 1660 in einem beklagenswerten Bauzustand, 1667 erfolgte daher eine umfassende Renovierung im Inneren und eine Erweiterung des Kirchenschiffs nach Westen.[7] Bereits um 1700 besaß der Marksuhler Marktplatz eine außergewöhnliche Sehenswürdigkeit. Die in der Mitte des Platzes angepflanzten Lindenbäumchen waren als Tanzlinde hergerichtet worden, die Zweige überdeckten den größten Teil des Marktplatzes.[8] Im Jahre 1736 wurde zwischen dem Schloss und der Kirche eine überdachte hölzerne Verbindungsbrücke errichtet, diese ermöglichte es die adeligen Kirchenlogen ohne Kontakt zur Bevölkerung aufzusuchen. [9]

Die erste Wollspinnerei-Manufaktur entstand 1758 in Marksuhl. 1833 wurde eine Textilfabrik (Zeugmacherei) und an der Kaserne ein Ziegelbrennofen erbaut. Ab 1819 wurde in Marksuhl eine Garnison mit 200 Soldaten begründet, die Kaserne befand sich am südlichen Ortsrand. 1827 wurde in der Nähe von Marksuhl im Beisein des Großherzogs Großherzogs Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach und seiner Staatsgäste aus dem Herzogshaus Sachsen-Meiningen und Hessen-Philippsthal-Barchfeld ein Militärmanöver durchgeführt.

Bereits ab 1813 begann der Ausbau der Marksuhler Straßen in Richtung Förtha–Eisenach und Dönges–Vacha. Hierzu wurde der Steinbruch in der Stopfelskuppe bei Förtha ausgeweitet. Die Marksuhler Chaussee erleichterte den Verkehr in das Eisenacher Oberland beträchtlich. Mit dem Bau der Werrabahn bekam Marksuhl 1858 einen Bahnanschluss. Zum Bau wurde nun der Basaltsteinbruch Pflasterkaute (geologisches Naturdenkmal) am Weg nach Förtha erschlossen. Am Marksuhler Bahnhof wurde für anreisende Staatsgäste von Jagdschloss Wilhelmsthal ein Fürstenbahnhof eingerichtet.

Für das Thüringische Forstamt Wilhelmsthal mussten während des Zweiten Weltkrieges 70 bis 90 Kriegsgefangene, die im Marstall des Schlosses untergebracht waren, Zwangsarbeit verrichten. Weitere 33 Frauen und Männer waren bei Bauern in Marksuhl und seinen heutigen Ortsteilen eingesetzt.[10]

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat aus Marksuhl setzt sich aus 16 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)

[Bearbeiten] Bürgermeister

Der hauptamtliche Bürgermeister Trostmann wurde am 21. April 2002 gewählt.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

[Bearbeiten] Marksuhler Impressionen

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Wirtschaftliche Entwicklung

Nach 1990 haben sich im Gewerbegebiet Marksuhl international agierende Unternehmen des Maschinenbaus und der Metallverarbeitung angesiedelt. [11]

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

  • Hirschvogel Automotive Group mit den Werken Hirschvogel Eisenach GmbH und Hirschvogel Aluminium GmbH
  • FMT Fernmeldetechnik Marksuhl
  • Ruhlamat GmbH Marksuhl

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

  • Thüringer Forstverwaltung, Forstamt Gerstungen-Marksuhl

[Bearbeiten] Bildung

Die Schlossparkschule

Das Technologie und Berufsbildungszentrum TBZ entstand bereits 1990 für die Lehrlingsausbildung im Altkreis Eisenach, es befindet sich im Marksuhler Ortsteil Wilhelmsthal auf dem Gelände eines ehemaligen Ferienlagers.

Im Ortsteil Mölmeshof befindet sich im ehemaligen Herrenhaus ein Institut für Psychosophie.

Für die Marksuhler Schüler befinden sich die Grundschule in Förtha und die Schlosspark-Schule (Staatliche Regelschule) in Marksuhl. Die Volkshochschule Eisenach unterhält Kursangebote in ihrer Außenstelle Marksuhl.

Das Institut in Mölmeshof

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Die Gemeinde Marksuhl wird über die B 84 aus Richtung Eisenach und Vacha erreicht. Beim Rastplatz Wilhelmsthal erreicht man die B 19 sie führt nach Eisenach und in die Kreisstadt Bad Salzungen. Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen der A 4 sind die etwa 15 Kilometer entfernten Anschlussstellen 36 (Gerstungen) sowie 39 (Eisenach) Die L1023 führt über Wünschensuhl nach Berka/Werra und nach Ettenhausen an der Suhl und Moorgrund. Die L1020 führt über Förtha, Oberellen und Unterellen nach Lauchröden. Die L3020 führt nach Wilhelmsthal. Der Ortsteil Burkhardtroda wird über die Kreisstraße K9 erreicht. [2]

[Bearbeiten] Schienenverkehr

In Förtha, Marksuhl und Ettenhausen an der Nesse befinden sich Haltepunkte der Werrabahn. Anschluss an das Intercity- und ICE-Netz der Deutschen Bahn besteht in Eisenach.

[Bearbeiten] Öffentlicher Personennahverkehr

Nach Marksuhl verkehren folgende Buslinien der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH :

Linie Fahrstrecke
L-31 Eisenach – Wilhelmsthal - EtterwindenBad Liebenstein
L-50 EisenachOberellen – Förtha - Eckhardtshausen
L-52 Eisenach – Förtha - MarksuhlBerka/WerraDankmarshausen - Großensee
L-52b Eisenach – Förtha - Marksuhl – Kupfersuhl
L-70 EisenachMarksuhlTiefenort - Bad Salzungen

Neben seiner Bedeutung für die Beförderung von Schülern ist der Busverkehr auch wichtig als Zubringer zum Bahnhof und für die auf Wandertourismus orientierten Umlandgemeinden [12].

[Bearbeiten] Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. a b Thüringer Landesvermessungsamt TK350 Übersichtskarte - Thüringen , Erfurt (ab 1991)
  3. Thüringer Landesvermessungsamt TK25 - Blatt 5027 Eisenach, Erfurt 1998, ISBN 3-86140-048-0
  4. Döpel, Geschichte von Marksuhl S. 16-26
  5. Döpel, Geschichte von Marksuhl. Die Pfarrei. S. 28-32
  6. Döpel: Geschichte von Marksuhl. Das Schloss. S. 42-51
  7. Döpel: Geschichte von Marksuhl. Marksuhl in Kriegszeiten. S. 83-96
  8. Döpel, Geschichte von Marksuhl. Die alte Marktlinde, S. 78f
  9. Döpel, Geschichte von Marksuhl. Die Pfarrei. S. 28-32
  10. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 326, ISBN 3-88864-343-0
  11. Landratsamt Wartburgkreis (Hrsg.) Wartburgkreis - Thüringen, Suhl 2008, S. 43
  12. Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH - Fahrplan

[Bearbeiten] Literatur

  • W. Döpel: Geschichte von Marksuhl, Druck- und Verlag der Hofbuchdruckerei Eisenach H. Kahle, Eisenach 1909
  • C. Gerlach: Die Gemeinde Marksuhl von 1883 - 1907, Druck- und Verlag der Hofbuchdruckerei Eisenach H. Kahle, Eisenach 1908

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Marksuhl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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