Lüderitz

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Lüderitz in Namibia. Weitere Bedeutungen des Begriffes sind unter Lüderitz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Coat of Arms of Namibia.svg
Details
Wappen Lüderitz - Namibia.jpg
Details
Stadt
Lüderitz


Motto Challenge, Innovation, Prosperity
(Herausforderung, Innovation, Wohlstand)
Basisdaten
Einwohnerzahl
Fläche
Einwohnerdichte
12.500 (Zensus 2011)[1]
15,3 km²[1]
815,4 Einw./km²[1]
Staat
Region
Wahlkreis
Namibia
ǁKaras
ǃNamiǂNûs
Gründungsdatum 12. Mai 1883
Kfz-Kennzeichen
Telefonvorwahl
L
6331
Website www.luderitztowncouncil.com.na
Karte Lüderitz in Namibia

Lüderitz (ehemals Lüderitzbucht) ist eine namibische Hafenstadt an der Lüderitzbucht am östlichen Südatlantik sowie Kreisstadt im Wahlkreis ǃNamiǂNûs[Khi 1] in der Region ǁKaras mit rund 12.500 Einwohnern.[1] Sie wurde am 12. Mai 1883 gegründet.

Name der Stadt[Bearbeiten]

Der Name der Zeitung Buchter News bezieht sich auf die Eigenbezeichnung „Buchter“

Die Stadt ist nach dem Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz benannt. Umgangssprachlich hat sich der ältere Name Lüderitzbucht gehalten. Die Einwohner bezeichnen sich selbst als „Buchter“.

Im August 2013 war mehrere Tage lang unklar, ob eine Umbenennung des gleichnamigen Wahlkreises auch den Namen der Stadt betrifft. Ursprünglich war berichtet worden, die Stadt sei am 9. August 2013 in ǃNamiǂNûs umbenannt worden. Dies führte in Teilen der Bevölkerung zu Empörung.[2] Erst am 26. August wurde aus namibischen Regierungskreisen offiziell bestätigt, dass nur der Wahlkreis umbenannt wurde; die Verwirrung um den Namen der Stadt sei auf ein „Missverständnis“ zurückzuführen.[3] Mittlerweile ist offiziell bestätigt worden, dass der Name der Stadt vorerst nicht geändert werden soll.[4]

Geplante Umbenennung[Bearbeiten]

1993 machte der ǃAman-Chef Dawid Fredericks den Vorschlag, die Stadt in !Namiǂnûs umzubenennen. Dieser Name bedeutet Umarmung und soll auf die ersten Bewohner des Gebietes zurückgehen, die ǃAman, eine Untergruppe der Nama.[5]

2012 billigte das namibische Kabinett diesen Namen. Im Februar 2013 wurde darüber der Lüderitzer Stadtrat in Kenntnis gesetzt.[6] Durch Proklamation des namibischen Präsidenten Hifikepunye Pohamba wurde am 9. August 2013 der Wahlkreis Lüderitz in ǃNamiǂNûs umbenannt.[7] Die korrekte Aussprache ist für Nicht-Khoekhoegowab-Sprecher schwer bis unmöglich und wird daher vermieden.[8] Auch Befürworter des neuen Namens meiden dessen Aussprache, da diese derjenigen eines derben Schimpfwortes ähnelt.[9]

Aufgrund einer missverständlichen Aussage in der Proklamation des Präsidenten war zeitweilig von einer Umbenennung auch der Stadt ausgegangen worden, die örtliche Bevölkerung hatte diesen jedoch nicht akzeptiert[8][10][11] und strebte danach, in jedem Fall die deutsche Bezeichnung Bucht in einem neuen Namen zu haben.[12]

Am 21. August 2013 versammelten sich in der örtlichen Turnhalle von Lüderitzbucht mehr als 600 Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Muttersprache, um gegen eine Umbenennung der Stadt zu protestieren. Zu der Versammlung kam auch die Bürgermeisterin von Lüderitz, Hambelela Suzan Ndjaleka. Zahlreiche Lüderitzer unterschrieben eine Petition. Überdies fordern die Bewohner eine amtliche Entschuldigung von Charles Namoloh, Minister für Regional- und Lokalverwaltung, heißt es in der Erklärung des Komitees. Offenbar hatte Namoloh im Gespräch mit einer Tageszeitung gesagt, dass „die Buchter die öffentlichen Treffen im Zusammenhang mit der Namensänderung nicht besucht haben, weil sie vielleicht in einer Shebeen (Ausdruck für eine illegal betriebene Kneipe) waren“. Am 27. August 2013 demonstrierten Bewohner gegen eine Umbenennung. [13][14]

Am 26. August 2013 erklärte Sacky Shanghala, Vorsitzender der Gesetzesreform- und Entwicklungskommission (LRDC), der Namibische Nachrichtenagentur, dass nur der Wahlkreis, jedoch nicht die Stadt Lüderitzbucht umbenannt wurde; er erklärte weiter, dass der namibische Präsident nicht die Befugnis besitzt, den Namen eines Ortes zu ändern. Die einschlägigen Gesetze verlangen hierfür einen Vorschlag der Stadtverwaltung an den zuständigen Minister, der über den Vorschlag entscheiden müsse. Die Informationen über eine Umbenennung beruhten auf einem „Missverständnis“. Die „Unlust der Regierung zur Korrektur dieses ,Missverständnisses‘ “ wurde scharf kritisiert. Albert Kawana, Minister für Präsidentschaftsangelegenheiten erklärte, dass der Umbenennungsprozess nicht abgeschlossen sei, die Regierung an dem Vorhaben festhalte; Präsident Pohamba arbeite an zwei Gesetzen, die es ihm künftig erlauben sollen, die Namen von Orten per Dekret zu ändern. Als Reaktion auf die Ankündigung Kawanas wurde Präsident Pohamba von Einwohnern aufgefordert, eine etwaige Planung zur Umbenennung dieser Stadt „zu beenden und die Bewohner (...) zu konsultieren“.[15][16][17][18]

Geographie[Bearbeiten]

Satellitenbild der Küste von Lüderitz. Lüderitzbucht und -halbinsel in der oberen Bildmitte

Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an einer der wenigen natürlichen Buchten der ansonsten unwirtlichen, durch die Namib geprägten Wüste der Diamantenküste. Die Lüderitzbucht ist eine offene Meeresbucht und wird gegen Süden und Südwesten durch die Lüderitzhalbinsel geschützt. Der Halbinsel vorgelagert liegt die durch Pinguine bevölkerte Halifax-Insel, südlich der Halbinsel liegt die landschaftlich reizvolle Große Bucht. Dem Festland vorgelagert sind eine Handvoll unbewohnter Eilande der Pinguininseln, von denen die Pinguininsel und die Seehundinsel der Stadt am nächsten liegen. Innerhalb der Bucht liegt auch die Haifischinsel. Die heutige Halbinsel bildet zum Festland ein besonders geschütztes Hafenbecken, den Roberthafen. Das Stadtgebiet erstreckt sich von der Haifischinsel im Westen bis zum Diamantberg im Süden und dem Nautilusberg im Norden.

Klimadiagramm für Lüderitz

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Lüderitz wird wesentlich durch den hier verlaufenden kalten Benguelastrom bestimmt. Die Wassertemperatur des Atlantiks liegt hier meist zwischen 10 und 16 °C. Dabei verhindert die Abkühlung der Lufttemperatur über dem Meer die Bildung aufsteigender, feuchterer Luftmassen und führt zu ablandiger Windströmung. Daher herrscht in Lüderitz, wie in weiten Teilen Namibias, arides Klima; Niederschläge sind äußerst selten. Die thermische Amplitude, der Unterschied der Temperatur zwischen Tag und Nacht, liegt insbesondere im Winter, bei einer kaum ausgeprägten Regenzeit, bei bis zu 20 °C: So kann die Lufttemperatur im Juli und August sowohl 25 °C als auch Werte um den Gefrierpunkt betragen. Im Sommer liegt die Tageshöchsttemperatur dagegen oft deutlich über 30 °C.

Nach der effektiven Klimaklassifikation von Wladimir Peter Köppen und Rudolf Geiger wird dies als kaltes Wüstenklima (BWk) klassifiziert.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Wüste bei Lüderitz

Aufgrund des vorherrschenden Wüstenklimas beschränkt sich die natürliche Flora und Fauna rund um Lüderitz überwiegend auf Meeresbewohner. Der kalte, nährstoffreiche Benguelastrom sorgt für eine reiche Fischfauna, die die Lebensgrundlage für Meeressäuger, wie Delphine und Seebären, sowie für Seevögel, wie Pinguine, Kormorane und Möwen, darstellt. Brutgebiete der Seevögel sind dabei insbesondere die der Küste vorgelagerten Pinguininseln.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachbildung des Diaz-Kreuzes von 1487 auf der Diaz-Spitze

Angra Pequena[Bearbeiten]

Der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Diaz landete 1487 auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien als erster Europäer in der Großen Bucht. Die heute Lüderitzbucht genannte Bucht nannte er Angra Pequena (‚Kleine Bucht‘). Bevor Diaz weitersegelte, errichtete er traditionsgemäß als Zeichen der Inbesitznahme ein Steinkreuz mit Wappen, ein sogenanntes Padrão, an der Diaz-Spitze auf der Lüderitzhalbinsel. Das stark erodierte Originalkreuz wurde 1929 durch eine Nachbildung ersetzt. Die fast unkenntlich gewordenen Teile des Originals sind in Museen in Kapstadt und Lissabon ausgestellt.[19]

Eine tatsächliche Inbesitznahme der Bucht und des umgebenen Landes fand in den folgenden Jahrhunderten indes weder durch Portugiesen noch durch eine andere europäische Macht statt. Lediglich die der Küste vorgelagerten Pinguininseln, deren reiche Guano-Vorkommen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ausgebeutet wurden, wurden ab 1861 von den Briten in Besitz genommen.

Lüderitzland[Bearbeiten]

Hauptartikel: Lüderitzland
Adolf Lüderitz

Der Bremer Tabakhändler Adolf Lüderitz landete 1883 in der Angra Pequena. Lüderitz wollte das allgemein als wertlos angesehene Land um die Bucht erwerben, weil er hoffte, dort Bodenschätze zu finden. Durch seinen Mitarbeiter und Teilhaber Heinrich Vogelsang handelte er dem Orlam-Führer Josef Frederiks II in Bethanien ein zirka 40 Meilen langes und 20 Meilen tiefes Landstück ab, um darauf einen Handelsposten zu errichten. Frederiks erhielt 100 Goldpfund sowie 250 Gewehre für das nach seiner Ansicht zirka 70 × 35 Kilometer große Gebiet. Nach Vertragsabschluss wurde dem Verkäufer klargemacht, dass es sich nicht um englische Meilen (zirka 1,6 Kilometer), sondern selbstverständlich um preußische Meilen zu 7,5 Kilometer handelte und er damit den Großteil seines Stammesgebietes von 300 × 150 Kilometer verkauft hatte. Dieser Handel ging als „Meilenschwindel“ in die Annalen ein.

Im April 1884 gab die deutsche Reichsregierung dem Ansinnen Lüderitz’ statt, seine Erwerbung vor britischen Ansprüchen zu schützen. Am 7. August 1884 wurde in der Lüderitzbucht die deutsche Flagge gehisst und das Land offiziell unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt.

Als Lüderitz' umfangreiche und teure Suche nach den erhofften Bodenschätzen erfolglos blieb, geriet er in wirtschaftliche Bedrängnis und musste Lüderitzland 1885 an die Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika verkaufen. Nach Lüderitz' Tod 1886 verlieh die Kolonialgesellschaft der Bucht Angra Pequena den Namen Lüderitzbucht.

Aufschwung als Teil Deutsch-Südwestafrikas[Bearbeiten]

Lüderitz um 1900
Lüderitz als Lüderitzort auf einer Karte von 1905

Einen sehr bescheidenen Aufstieg erlebte der kleine Ort erst 1904 mit der Stationierung der hier im Kampf gegen die aufständischen Nama (Namakrieg) benötigten Schutztruppen-Soldaten. In dieser Zeit war die Stadt vor allem für das vor der Küste auf der Shark Island errichtete Konzentrationslager bekannt. Hier wurden die im Namakrieg gefangengenommenen Orlam und Nama mit ihren Familien interniert. Von den rund 2.000 Inhaftierten überlebten wegen der dort herrschenden schlechten Hygiene- und Witterungsverhältnisse nur zirka 450 Stammesangehörige. Das Lager wurde erst auf energisches Drängen der im Lande tätigen Missionare geschlossen und ins Landesinnere verlegt.

Erst lange nach dem Tode von Adolf Lüderitz – er galt seit 1886 als im Rahmen einer Erkundungstour zum Oranje verschollen – wurden im Jahr 1908 beim Bau einer Schmalspurbahn Diamanten bei Lüderitz entdeckt, was zu einem kurzzeitigen Boom führte. Der zunehmend industriell betriebene Diamantenabbau, die mit ihm ins Land strömenden Glücksritter und der Bau der Diamantensiedlung Kolmanskuppe brachten auch für Lüderitz einen steilen Aufstieg zu einer ausgesprochen wohlhabenden Stadt mit sich. In der Folgezeit entwickelte sich Lüderitz zu einem florierenden Handelshafen. Seine Rolle als wichtigster Hafen der Kolonie musste Lüderitz aber bald an das zentraler gelegene Swakopmund abtreten, wo ein künstlicher Hafen angelegt wurde.

Bedeutungsverlust nach dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Landung südafrikanischer Truppen in Lüderitz

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Lüderitz am 13. September 1914 kampflos von südafrikanischen Truppen besetzt. Die deutsche Zivilbevölkerung wurde in Südafrika interniert. Mit Ende des Krieges wurde Lüderitz Teil des von Südafrika verwalteten Mandatsgebiets Südwestafrika.

Ab 1920 verlor Lüderitz stark an Bedeutung, da sich der Diamantenabbau immer weiter nach Süden verlagert hatte. Kolmannskuppe wurde zur Geisterstadt. In Lüderitz konnten sich eine bescheidene Fischfangindustrie und in ihrem Umfeld einige Bootswerften etablieren. Daneben existierten noch einige kleinere Teppichwebereien, da im Süden des heutigen Namibia die Karakulschafzucht mit einigem Erfolg betrieben wurde. Ansonsten aber hatte Lüderitz bald nichts mehr zu bieten, sodass der einst wohlhabenden Stadt ein ähnliches Schicksal wie Kolmanskuppe zu drohen schien.

Einwohner und Sozialstruktur[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl von Lüderitz wurde zwischen 2001 und 2011 – je nach Quelle – mit 18.340 bis 23.000 Menschen angegeben. Die Volkszählung 2011 ergab eine Einwohnerzahl von nur 12.500 Menschen. Die Bevölkerungszahl von Lüderitz hat sich von zirka 2000 Einwohner in den 1970er-Jahren auf immerhin zirka 12.500 im Jahr 2011 mehr als versechsfacht. Die Arbeitslosenquote liegt bei etwa 60 % und damit über dem namibischen Durchschnitt.[20]

Politik[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2010 wurde folgendes amtliches Endergebnis ermittelt.[21]

Partei Stimmen Stimmenanteil
SWAPO 2912 87,13 %
RDP 0382 11,43 %
DTA 0028 00,84 %
ungültig 0020 00,60 %
Insgesamt 3342 100 %

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Lüderitz Waterfront

Die Wirtschaft beruht heute vorwiegend auf Fischfang und Tourismus. Besonders der Fang von Langusten, die nach Spanien und Japan exportiert werden, hat eine gewisse Bedeutung. Allerdings mussten die Fangquoten auf Grund massiver Überfischung vermindert werden. Russland erhält durch seine Fanglizenzen etwas für seine Unterstützung des Befreiungskampfes der SWAPO zurück. Deutschland stellte Namibia ein Überwachungsschiff für die Fischereikontrolle zur Verfügung. In Lüderitz wurde eine vielversprechende Austernzucht aufgebaut, die inzwischen autark bezüglich der notwendigen Saataustern geworden ist.

Auch eine wirtschaftliche Verwertung von Seegras wurde ins Auge gefasst. Daraus sollten Extrakte für die Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie gewonnen werden. Ebenso brachte der Aus- und Neubau des Hafens Lüderitz Arbeitsplätze für viele auch neu zugezogene junge Menschen.

Diamanten werden heute vorwiegend offshore in Richtung Oranjemund abgebaut. Mit der Entdeckung von Erdgas vor der Küste im Kudu-Erdgas-Feld Ende des 20. Jahrhunderts keimten Hoffnungen auf neue Bodenschätze in der Region um Lüderitz auf.

Anlässlich der 100-Jahr-Feier der Stadt im Jahre 1983 wurden zahlreiche Gebäude aus der Kolonialzeit restauriert. Das im Jahre 2000 eröffnete Touristenzentrum Waterfront ist ein weiteres Zeichen für den in den Ort zurückkehrenden Optimismus und lässt für die Zukunft hoffen. Seit 2007 wird in Lüderitz die alljährlich stattfindende Segelregatta Lüderitz Speed Challenge[22] ausgetragen.

Verkehr[Bearbeiten]

Die B4 bei Lüderitz

Vom Flughafen Lüderitz werden Linienflüge innerhalb Namibias sowie nach Kapstadt angeboten.

Die Lüderitzbahn nach Seeheim und Keetmanshoop wird heute vorwiegend nur noch für den Gütertransport verwendet. Mit dem Auto durchquert man auf der Nationalstraße B4 den bis an die Küste reichenden Sperrgebiet-Nationalpark, das ehemalige Diamantensperrgebiet. Die B4 ist auch Teil des Trans-Oranje-Korridors der Walvis Bay Corridor Group und verbindet den Osten der südafrikanischen Provinz Nordkap mit dem Seehafen Lüderitz.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über fünf staatliche Schulen:[23]

  • Van Ryn Pre-Primary School
  • Helene Van Ryn Primary School
  • Nautilus Primary School
  • Diaz Junior Secondary School
  • Luderitz Secondary School

Kultur[Bearbeiten]

Panoramablick vom Diamantberg auf Lüderitz. Im Vordergrund die Felsenkirche.

Große Teile der Stadt stammen aus der wilhelminischen Kaiserzeit und sind im Jugendstil errichtet. Ausgedehnte Straßenzüge wurden während der 1990er-Jahre großzügig restauriert. In Lüderitz stehen insgesamt acht der rund 130 Nationalen Denkmäler in Namibia:

Lesehalle und Turnhalle
Der Kapps „Konzert- und Ballsaal“, heutiges Kapps-Hotel
  • Die Kopie vom Diazkreuz des Bartolomeu Diaz an der Diaz-Spitze
  • das Lüderitzdenkmal auf Shark Island,
  • das Kreplinhaus,
  • das Krabbenhöft & Lampe-Gebäude,
  • das Goerke-Haus (1909–1911). Es diente später als Sitz des Magistrats,
  • die ehemalige Deutsche Afrika Bank,
  • die evangelisch-lutherische Felsenkirche (1912) mit dem dahinterliegenden Diamantenberg; Teile der geschnitzten Inneneinrichtung wurden vom ersten evangelischen Pfarrer Metzner aus seiner Heimatstadt Kaltennordheim in der Rhön importiert.[24]
  • der Bahnhof Lüderitz.
Der Roberthafen

Andere Gebäude in Lüderitz sind die Lesehalle und die Turnhalle, beides Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit, sie erfüllen heute noch ihre Aufgaben als Bücherei, beziehungsweise als Turnhalle und Veranstaltungssaal. Außerdem das Kapps-Hotel (ein Konzert- und Ballsaal) und das Woermannhaus (bedeutend kleiner als das Woermannhaus in Swakopmund). Das kleine Lüderitzer Stadtmuseum zeigt Exponate aus der Geschichte der Stadt. Bei der Anfahrt nach Lüderitz durch das Diamantensperrgebiet kann man etwa 120 Kilometer vor Lüderitz, nahe dem Dorf Aus, Wüstenpferde sehen. In Aus steht auch das denkmalgeschützte ehemalige Kriegsgefangenenlager Aus. Das etwa zehn Kilometer entfernte Kolmanskuppe war dank reicher Diamantenvorkommen um 1910 vielleicht die wohlhabendste Stadt der Welt und ist heute eine Geisterstadt.

Die Seelage der Gemeinde bietet eine Reihe Küstenabschnitte: z. B. die südlich gelegene Große Bucht, jenseits der Griffithbucht. Auch die Lüderitzhalbinsel besitzt zahlreiche Sandbuchten, -strände und Lagunen. Beachtenswert sind das Steinkreuz an der Diaz-Spitze oder für Interessenten Pinguine und Flamingos rund um die Halifax-Insel.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lüderitz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Lüderitz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Namibia 2011 Population and Housing Census Preliminery Results. Namibia Statistics Agency, April 2012 abgerufen am 9. Mai 2012
  2. Erwin Leuschner: !Namiǂnûs löst Empörung aus. In: Allgemeine Zeitung vom 13. August 2013 (abgerufen am 18. August 2013).
  3. Lüderitzbucht nicht umbenannt. Shanghala erklärt: Neuer Stadtname beruht auf Missverständnis. Allgemeine Zeitung (Namibia), 27. August 2013, abgerufen am 27. August 2013.
  4. Erleichterung in Lüderitzbucht. In: Allgemeine Zeitung. Democratic Media Holdings, 28. August 2013, abgerufen am 28. August 2013.
  5. Erwin Leuschner: !Namiǂnûs löst Empörung aus. In: Allgemeine Zeitung vom 13. August 2013 (abgerufen am 18. August 2013).
  6. Cabinet approved !Nami≠Nüs in 2012. In: The Namibian vom 19. August 2013 (abgerufen am 21. August 2013).
  7. Lüderitz heißt jetzt !Namiǂnûs. In: Allgemeine Zeitung vom 9. August 2013 (abgerufen am 18. August 2013).
  8. a b Mit !Namiǂnûs weiter wie bisher. In: Allgemeine Zeitung vom 16. August 2013 (abgerufen am 18. August 2013).
  9. Kolonialnamen begraben. Allgemeine Zeitung, 16. August 2013, abgerufen am 18. August 2013.
  10. Einspruch gegen neuen Namen. Allgemeine Zeitung (Namibia), 21. August 2013, abgerufen am 22. August 2013.
  11. Namibia löscht sein historisches Gedächtnis. Deutsche Welle, 19. August 2013, abgerufen am 22. August 2013.
  12. Caprivi renaming raises hackles. The Namibian, 30. Juli 2012Vorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter abgerufen am 31. Juli 2012
  13. 22.8.2013 Nachrichten am Mittag. Hitradio Namibia, 22. August 2013, abgerufen am 22. August 2013.
  14. Erwin Leuschner und Stefan Fischer: „Buchter“ sind sich einig: Lüderitz bleibt Lüderitz. Bürgertreffen mit Riesenresonanz – Petition wird vorbereitet – Entschuldigung von Minister gefordert – Experte äußert sich. Allgemeine Zeitung (Namibia), 23. August 2013, abgerufen am 23. August 2013.
  15. Shinovene Immanuel: !Nami≠Nüs name legality challenged. In: The Namibian vom 21. August 2013 (abgerufen am  21. August 2013).
  16. Lüderitzbucht nicht umbenannt. Shanghala erklärt: Neuer Stadtname beruht auf Missverständnis. Allgemeine Zeitung (Namibia), 27. August 2013, abgerufen am 27. August 2013.
  17. 27.8.2013 Nachrichten am Mittag. Hitradio Namibia, 27. August 2013, abgerufen am 27. August 2013.
  18. Präsident soll Name zusichern. Allgemeine Zeitung (Namibia), 29. August 2013, abgerufen am 29. August 2013.
  19. Guide Book - Lüderitz, Orusovo.com abgerufen am 27. April 2011
  20. Umbruch in Lüderitzbucht Hafenstadt vor einer Geisterstadt retten – Tourismus muss gefördert werden, Allgemeine Zeitung, 6. April 2011
  21. Offizielles Wahlergebnis Lüderitz, ECN, 29. November 2010 (PDF; 48 kB)
  22. http://www.luderitz-speed.com/
  23. Schools, Lüderitz Town Council abgerufen am 17. Juli 2012
  24. (sach): Rhön-Kunst am Ende der Welt Handwerkskunst aus der Rhön kam Anfang des 20. Jahrhunderts nach Südwestafrika. Ein in Kaltennordheim aufgewachsener Pfarrer baute dort eine evangelische Gemeinde und eine Kirche auf. Südthüringer Zeitung (Redaktion Bad Salzungen), 20. April 2007, abgerufen am 11. Oktober 2012.

  1. Anmerkung: Dieser Artikel enthält Schriftzeichen aus dem Alphabet der im südlichen Afrika gesprochenen Khoisan-Sprachen. Die Darstellung enthält Zeichen wie z. B. ǀ, ǁ, ǂ und ǃ. Nähere Informationen zur Aussprache langer oder nasaler Vokale oder bestimmter Klicklaute finden sich unter Khoekhoegowab.

-26.64777777777815.157777777778Koordinaten: 26° 39′ S, 15° 9′ O