Eusebio Francisco Kino

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Bronze von Eusebio Francisco Kino aus der National Statuary Hall (USA). Künstlerin: Suzanne Silvercruys.

Eusebio Francisco Kino, eigentl. Eusebius Franz Kühn, (* 10. August 1645 in Segno, heute Taio (Trentino); † 15. März 1711 in Magdalena de Kino (Sonora, Mexiko)) war ein Tiroler Jesuit, der als Missionar, Astronom und Kartograph im Nordwesten Mexikos und im Südwesten der USA tätig war.

Leben[Bearbeiten]

In Europa[Bearbeiten]

Kino wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Von seinen Eltern in eine Jesuiten-Schule in Trient geschickt, lernte er dort Lesen und Schreiben. Seine weitere Ausbildung erhielt er in einem Collegium der Jesuiten in Hall in Tirol, dann in Ingolstadt. In Landsberg am Lech trat er 1665 bei den Jesuiten ein. Er interessierte sich besonders für Mathematik und die Naturwissenschaften.

Nach Abschluss seiner theologischen Studien schlug er das Angebot des Bayrischen Fürsten auf eine Lehrstelle an der Universität Ingolstadt aus, um als Missionar im Orient zu arbeiten. Durch einen Zufall wurde er aber statt nach China nach Mexiko berufen. Um die spanische Sprache zu studieren, wurde er 1678 nach Spanien entsandt. Von dort aus schiffte er 1681 mit 18 Gefährten nach Veracruz in Neuspanien ein, das zur damaligen Zeit Teile die heutigen Vereinigten Staaten und Mexikos umfasste.

In Amerika[Bearbeiten]

Bei einer Expedition, die er bald unternahm, sah er die grausame Realität bei der versuchten Kolonisierung von Süd-Kalifornien, die Hernán Cortés schon früher versucht hatte. Durch eine Abmachung zwischen der spanischen Krone und den Jesuiten wurden diese alleinverantwortlich für Kalifornien. Auf dieser Expedition machte er die wichtige Entdeckung, dass Niederkalifornien nicht eine Insel, wie bis dahin angenommen, sondern eine Halbinsel ist. In Niederkalifornien war ihm die Missionierung der Seris und Guaymas anvertraut.

Später begann von Loreto aus seine eigentliche Arbeit. Innerhalb kurzer Zeit wurden unter der Leitung von Kino mehrere Missionen errichtet. Die gute Verständigung mit den Indianern und auch jene innerhalb der Indianerstämme, die oft kriegerische Auseinandersetzungen miteinander hatten, war Kino ein großes Anliegen. Mit mehreren Stämmen hatte er Kontakt und wurde auch von Stammeshäuptlingen aufgesucht, die ihm Vertrauen entgegenbrachten; er lernte auch die Sprache der Pima-Indianer. Kino bemühte sich, die wirtschaftliche und hygienische Situation der Indianer zu verbessern und forcierte die Rinderzucht, auch ließ er ihnen den Umgang mit Eisen beibringen. Er fertigte als erster Landkarten vom Südosten der USA an. Die indianerfreundliche Haltung Kinos war bei manchen seiner Ordensbrüder nicht gern gesehen. Die Indianer nannten ihn wegen seiner Kutte den Schwarzen Bauern.

Liste wichtiger Missionsgründungen[Bearbeiten]

Missionsstation "La Purísima Concepción" in Caborca
  • La Misión de Nuestra Señora de los Dolores (1687) (Sonora)
  • La Misión de Nuestra Señora de los Remedios (1699) (Sonora)
  • La Misión de Nuestra Señora del Pilar y Santiago de Cocóspera (Sonora)
  • La Misión de San Ignacio de Cabórica (Sonora)
  • La Misión de San Pedro y San Pablo de Tubutama (Sonora)
  • La Misión de La Purísima Concepción de Nuestra Señora de Caborca (Sonora)
  • La Misión de San Diego del Pitiquí (Pitiquito) (Sonora)
  • La Misión de San Cayetano de Tumacácori (Arizona)
  • Las Misiones del Alto Santa Cruz (Kleinere Missionen zwischen Sonora und Arizona verstreut)
  • Las Visitas del Río Altar (Sonora)
  • La Misión de San Xavier del Bac (Arizona)

Werke[Bearbeiten]

  • Exposición astronómica del cometa

Padre Kino heute[Bearbeiten]

Nach ihm ist die Bucht Bahía Kino im Golf von Kalifornien benannt, weiters die Stadt Magdalena de Kino in Mexiko; auch Schulen, Straßen etc. in Mexiko und Arizona tragen seinen Namen.

In seinem Heimatort, der heute in Italien liegt, ist man sich erst im 20. Jahrhundert der Größe Kinos bewusst geworden. Er ist unter jenen hundert großen amerikanischen Persönlichkeiten verewigt, denen in der Hall of Fame im Kapitol eine Statue gewidmet wurde. Auch die Bezeichnungen „erster Rancher“ und „erster Cowboy“ unterstreichen seine Bedeutung für die Geschichte der USA. In Mexiko wird er fast wie ein Heiliger verehrt; seine Verehrer sind um eine Seligsprechung bemüht.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]