Fair Play

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Verhalten im Sport. Für das Sicherheitssystem für digitale Medien siehe FairPlay.

Fair Play (oder „Fairplay“) ist ein Begriff, der ein bestimmtes sportliches Verhalten kennzeichnet, das über die bloße Einhaltung von Regeln hinausgeht. Es beschreibt eine Haltung des Sportlers, und zwar die Achtung des bzw. den Respekt vor dem sportlichen Gegner sowie die Wahrung seiner physischen und psychischen Unversehrtheit. Der sportliche Gegner wird als Partner gesehen oder zumindest als Gegner, dessen Würde es zu achten gilt, selbst im härtesten Kampf. Hans Lenk (1984) unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen formellen (= regelkonformem) Fair Play und informellem (= darüber hinausgehendem) Fairplay. Dieses Konzept ist umstritten.[1]

Formelles[2] Fairplay (Fairness) gebietet also:

Während das informelle Fair Play auch verlangt:

  • den partnerschaftlichen Umgang mit dem Gegner
  • auf gleiche Chancen und Bedingungen zu achten
  • das Gewinnmotiv zu „begrenzen“ (kein Sieg um jeden Preis)
  • Haltung in Sieg und Niederlage zu bewahren.

Besonders das Einhalten von gleichen Bedingungen ist schwer zu erreichen, da seit wenigstens 1912 die Nationalstaaten sich große Mühe geben, um mit erheblichen finanziellen Mitteln sich gerade einen Vorteil zu verschaffen.[3]

Fair Play ist also auch eine Art zu denken, nicht nur eine Art des Verhaltens. Es zielt auf die Beseitigung von Tricks, Gewalt und Betrug ab. Vor allem der Gebrauch von Doping-Mitteln ist ein eklatanter Verstoß gegen den Geist des Fair Play.

Der ehemalige deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker formulierte es wie folgt:
„Verlangt ist nicht nur die formelle Beachtung von Regeln. Nie werden geschriebene Regeln die menschliche Haltung des ‚Fair Play‘ ersetzen können. Der Sportler, der das Fair Play beachtet, handelt nicht nach dem Buchstaben, er handelt nach dem Geist der Regeln“.

Sportarten, bei denen Fairplay in der Spielphilosophie verankert ist:

Auch in anderen Sportarten wird Fair-Play durch Preise oder Vorteile gefördert.

In Deutschland versucht die „Fair-Play-Initiative im deutschen Sport“ (besonders unterstützt durch die Deutsche Olympische Gesellschaft) seit Jahren den Fair-Play-Gedanken populär zu machen („Fair geht vor“). Spitzensportler werben für diese Idee und es wird jährlich ein Fair-Play-Preis vergeben.

Der Ausdruck Fair Play findet seit wenigen Jahren zunehmend Verwendung im Bereich der entwicklungspolitischen Bewusstseinsbildung, beispielsweise im Fairem Handel oder bei der Forderung nach Sozialstandards in der Spielzeug-Produktion.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Katja Senkel (2014): Wirksamkeitschancen des „Anti-Doping-Rechts“. Eine interdisziplinäre Analyse zu den Anforderungen an Dopingbekämpfungsmechanismen und deren Umsetzung. Diss. Saarbrücken. http://d-nb.info/1053983786/34
  2. Hans Lenk (1964). Werte-Ziele-Wirklichkeit der modernen Olympischen Spiele. Schorndorf: Hofmann
  3. Arnd Krüger: Buying victories is positively degrading". The European origins of Government Pursuit of National Prestige through Sports, in: International Journal of the History of Sport 12 (1995), 2, 201 - 218.

Weblinks[Bearbeiten]