Flughafen Luxemburg

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Flughafen Luxemburg
Flughafen Luxemburg 02.jpg
Kenndaten
ICAO-Code ELLX[1]
IATA-Code LUX
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 6 km östlich von Luxemburg (Stadt)
Basisdaten
Eröffnung 1947
Betreiber Luxembourg Airport Authority[1]
Passagiere 2.197.331[2]
Luftfracht 673.499,726 t[2]
Flug-
bewegungen
80.397[2]
Start- und Landebahn
06/24 4000 m × 60 m Beton/Asphalt[1]

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Der internationale Flughafen Luxemburg, inoffiziell meist nach einer benachbarten Ortschaft kurz Findel genannt, ist der einzige internationale Flughafen in Luxemburg. Seine Anfänge reichen in die 1930er Jahre zurück.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Stadt Luxemburg ist sechs Kilometer, die deutsche Stadt Trier 40 km entfernt. Die Buslinien 9 und 16 durch Neudorf bzw. über den Kirchberg verbinden in dichter Taktfolge den Flughafen mit der Innenstadt und dem Bahnhof. Die Fahrzeit zum Bahnhof beträgt jeweils ca. 20 Minuten.[3]

Eine Zuganbindung zum Bahnhof Luxemburg und zum Kirchberg-Plateau ist für 2016Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren geplant.[4]

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Die größten und wichtigsten Fluggesellschaften, die Luxemburg anfliegen, sind

- im Passagierbereich: Air France, British Airways, easyJet, KLM, Lufthansa, Luxair, Scandinavian Airlines, Swiss, TAP Air Portugal, Turkish Airlines und Vueling

- im Frachtbereich: Atlas Air, Cargolux, Cargolux Italia, China Airlines, China Southern, Ethiopian Airlines, Qatar Airways und Yangtze River Express

Die größten und wichtigsten von Luxemburg aus angeflogenen Ziele sind Abu Dhabi, Amsterdam, Antalya, Atlanta, Baku, Bangkok, Barcelona, Djerba, Dubai, Dublin, Fuerteventura, Istanbul, Hongkong, Hurghada, Kopenhagen, Lissabon, London (City, Gatwick, Heathrow), Los Angeles, Madrid, Mailand, Malaga, Miami, New York, Palma, Paris, Peking, Porto, Rom, Seoul, Shanghai, Singapur, Taipei und Toronto.

In deutschsprachigen Ländern werden folgende Ziele angeflogen: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Genf, Hamburg, Leipzig, München, Saarbrücken, Wien und Zürich.

Bei den Zielen außerhalb Europas, des Mittelmeerraumes und der Kanarischen Inseln handelt es sich um Frachtflüge.

Die Fluggesellschaften Luxair und Cargolux betreiben ihre Basis und eines ihrer Drehkreuze am Flughafen Luxemburg. Besonders Cargolux leistet im Rahmen von Kooperationen mit anderen Frachtfluggesellschaften eine hohe Anzahl an Zielen.

Die in Luxemburg mit Sitz am Findel eingetragene Chartergesellschaft Strategic Airlines S. A. führt mit ihrem Airbus A320 im Auftrag der NATO auch Truppentransporte nach Afghanistan durch.[5]

Neubau[Bearbeiten]

2005 begannen die Bauarbeiten am Terminal A, das für knapp drei Millionen Passagiere ausgelegt ist. Die Kosten dafür beliefen sich auf insgesamt 322 Millionen Euro (Terminal A, BHKW, Tiefgarage und Eisenbahntunnel). Die Inbetriebnahme des Terminals A erfolgte am 21. Mai 2008.

Das am 26. Mai 2004 eröffnete Terminal B ist derzeit geschlossen, bis nach Abriss des alten Terminalgebäudes eine Fußgängerbrücke zum Terminal A gebaut ist.[6] Die Abrissarbeiten begannen Ende 2011 und waren im April 2012 abgeschlossen.[7] Die Fußgängerbrücke sollte im Sommer 2013 eröffnet werden.[8] Die Bauarbeiten und damit auch die Wiedereröffnung des Terminals B wurden mehrfach und nun auf unbestimmte Zeit verschoben. Es gibt Überlegungen, den ursprünglich zur Abfertigung kleinerer Maschinen gedachten Terminal B für weitere Flughafenshops zu nutzen.[9]

Betreiber[Bearbeiten]

Der Flughafen Luxemburg wird von der Luftfahrtbehörde ANA (Administration de la navigation aérienne)[1], die am 1. Januar 2008 aus der ehemaligen Flughafenverwaltung (Administration de l’Aéroport) hervorging, und der privaten Gesellschaft Société de l’Aéroport (Luxairport) verwaltet. ANA kümmert sich um Betrieb und Wartung der für die Luftfahrt benötigten technischen Installationen am Boden und um die Kontrolle des Flugbetriebs und des Luftraums. Zudem betreibt sie die Flughafenfeuerwehr und eine Wetterbeobachtungs- und -vorhersagestation. Luxairport ist für Bau, Instandhaltung und Betrieb der nicht für Flugsicherung und Flugbetrieb genutzten Infrastruktur zuständig. Die Luftfahrtbehörde ANA unterhält acht Abteilungen. Diese sind ADMIN (Verwaltung), OPS (Operations), ATC (Air Traffic Control), CNS (Communication, Navigation, Surveillance), früher RAD (Radiotechnik) genannt, ELE (Elektrotechnik), SIS (Feuerwehr), ENT (Instandhaltung) und MET (Wetterdienst).

Die Straßenbauverwaltung (Ponts et Chaussées) hat ebenfalls eine von der Luftfahrtbehörde ANA unabhängige Abteilung am Flughafen. Außerdem unterhalten sowohl die Polizei mit der Unité Centrale de Police à l'Aéroport (UCPA) als auch der Zoll Abteilungen im Bereich des Flughafens.

Neubau

Die Luftfahrtbehörde ANA betreibt auf dem Gelände des Flughafens ein eigenes Mittelspannungsnetz mit einer Nennspannung von 3 kV. Ausgehend von einem zentralen Einspeisepunkt wird die von der luxemburgischen Stromgesellschaft CEGEDEL auf der 20-kV-Ebene gelieferte elektrische Energie über 630-kVA-Transformatoren auf 3 kV heruntergespannt und im Ringnetz verteilt. Dabei werden insgesamt acht Mittelspannungsstationen beliefert. Lux-Airport wird daneben eine eigene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Betrieb nehmen.

Technisches[Bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über eine 4000 m lange Landebahn in Richtung 06/24 und ist mit einem Instrument Landing System (ILS)[1], einem VOR (Kennung LUX)[1] und einem Doppler-VOR-System (DVOR) ausgestattet. Ein weiterer DVOR steht in etwa 35 km Entfernung zum Flughafen unweit der Stadt Diekirch (Kennung DIK)[1].

Der ICAO Referenzcode der Start- und Landebahn des Flughafens, bestehend aus zwei Code-Elementen, der Code-Ziffer und des Code-Buchstaben, lautet 4 bzw. E. Das bedeutet, dass die Referenzdistanz des Flugzeugs (die Länge der Piste, die es für Start und Landung braucht) 1800 m oder mehr, die Flügelspannweite zwischen 52 m und 65 m und die Fahrwerkbreite zwischen 9 m und 14 m betragen kann. Im Hinblick auf den neuen Airbus A380 wurde demnach eine Erweiterung des Code-Buchstaben auf F vollzogen, wegen der Bestellung von Cargolux über mindestens 13 Boeing 747-8F, die ohnehin auch eine breitere Bahn benötigt (65 m bis 80 m Spannweite, respektiv 14 m bis 16 m Fahrwerkbreite ).

Die Landerichtung 24 (240°) ist für die Betriebsbedingungen der ILS-Kategorie 3 ausgelegt und erlaubt Starts und Landungen auch bei geringsten Sichtweiten (125 m Landebahnsichtweite)[1] und Entscheidungshöhen. Auf dieser Seite der Landebahn existiert auch eine in die Landebahn eingelassene sogenannte „Touch-Down“-Beleuchtung. Beide Landerichtungen sind mit einem PAPI-System ausgestattet[1]. Dabei handelt es sich um eine visuelle Landehilfe, die für einen 3-Grad-Anflugwinkel ausgelegt ist und die das Glide-Slope bzw. Glide-Path-System des ILS ergänzt.

Die 1992 errichtete Radaranlage wurde nach Beschluss des Ministerrates von September 2004 ersetzt, da einerseits die im Bau befindliche Wartungshalle der Firma Cargolux das alte Radar behindern würde und weil das System zu einem guten Teil veraltet war. Der Neubau der Radaranlage wurde im Juni 2007 fertiggestellt.

Die Rollwege (Taxiway; Twy) des Flughafens tragen die Bezeichnungen A, B1, B2, B3, B4, C, D1, D2, E, F, G, H, I.[1] Die Bezeichnung des Rollweges I (India) ist umstritten, weil die Internationale Zivile Luftfahrtorganisation (ICAO) hier eine Verwechselungsgefahr mit der Zahl „1“ und dem Buchstaben „J“ sieht .

Im Zusammenhang mit dem Bau der Cargolux Maintenance Facility sollen ebenfalls die Rollwege H und I grundüberholt werden. Dabei soll insbesondere der Rollweg I schmaler gestaltet werden. Der Rollweg H (Hotel) soll hingegen auf eine Breite von 25 m erweitert werden, was den Bedingungen für den Code-Buchstaben F entsprechen würde.

Flugwetterdienst[Bearbeiten]

Die meteorologische Station des Flugwetterdienstes am Flughafen ist rund um die Uhr besetzt und erstellt neben den Wetterdiensten für die Luftfahrt unter dem Namen MeoLux auch Wettervorhersagen und Wetterwarnungen für die breite Öffentlichkeit.[10]

Flugfunk-Frequenzen[Bearbeiten]

  • Luxembourg Tower: 118,1 MHz[1]
  • Luxembourg Approach (Anflugkontrolle) : 118,9 MHz[1]
  • Luxembourg Information (ATIS): 134,75 MHz[11]
  • Luxembourg Homer (VDF): 118,1 MHz, 118,9 MHz, 121,5 MHz[1]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 22. Dezember 1969 landete eine Vickers Viscount der Luxair auf einer vereisten Piste und endete im Schnee, wodurch das Bugfahrwerk brach und die Propeller beschädigt wurden.[12][13]
  • Am 29. September 1982 kam eine Iljuschin Il-62 mit der Kennung CCCP-86470 rechts von der Landebahn 06 ab und fing Feuer. Die Maschine sollte von Moskau über Luxemburg nach Lima fliegen. Sieben Menschen starben, 26 wurden verletzt. Die restlichen 44 Passagiere blieben unversehrt.[14]
  • Am 3. Oktober 1988 brach durch ein Stück Eis ein Fenster einer Swearingen Metro III auf dem Luxair-Flug LG362 von Genf nach Luxembourg, der Pilot musste in Metz notlanden.[15]
  • Am 15. August 1992 zwang ein Vogelschlag am Motor einer Boeing 737 der Luxair nach dem Start in Luxemburg mit Ziel Palma de Mallorca, das Flugzeug wieder in Luxemburg zu landen.[16]
  • 4. August 1995: Während des Anfluges in Luxemburg verlor eine Embraer EMB 120 Brasilia der Luxair mit der Flugnummer LG 852 (von Wien über Straßburg nach Luxemburg) über Fennange den Propeller des rechten Motors und das Fahrwerkgehäuse. Trotz dieses Zwischenfalls funktionierten weiterhin alle anderen Systeme im Flugzeug normal weiter und der Pilot landete sicher ohne weitere Konsequenzen am Flughafen Luxemburg.[17][18]
  • Am 6. November 2002 stürzte eine Fokker 50 LX-LGB der Luxair mit der Flugnummer LG9642/LH2420 beim Endanflug auf Piste 24 aus Berlin-Tempelhof kommend bei dichtem Nebel ab. 20 Menschen kommen ums Leben und der Kapitän und ein weiterer Passagier aus dem hinteren Bereich kommen schwer verletzt davon. Dies ist der schlimmste Unfall in der luxemburgischen Luftfahrt.[19]
  • Am 8. Dezember 2002 bekam eine Fokker 50 der Luxair auf dem Weg von Luxembourg nach Genf Probleme mit dem Kabinendruck, konnte aber wieder sicher in Luxemburg landen.[20]
  • Am 23. September 2003 kam eine Embraer ERJ 145 LX-LGZ der Luxair mit der Flugnummer LG8852 aus Wien kommend nach der Landung um 08:39 Uhr nach 1500 m rechter Hand von der Bahn 06 ab und durchbrach einen Zaun. Von den acht Passagieren, zwei Stewardessen und zwei Piloten an Bord wurde keiner verletzt.[21]
  • Am 21. Januar 2010 streifte eine Boeing 747-400 LX-OCV (Cargolux Flug 7933) einen Transporter während des Landeanflugs auf den Flughafen. Das Zusammentreffen verursachte einen schweren Reifenschaden am Flugzeug und einen hohen Sachschaden am Fahrzeug. Die drei Besatzungsmitglieder und zwei Arbeiter am Transporter blieben unverletzt. Drei Untersuchungen gehen dem Vorfall nach.[22]
  • Am 20. Januar 2011 prallte das Heck der Bombardier Dash 8Q-400 LX-LGA der Luxair bei der Landung auf die Bahn, das Flugzeug wurde für etwa vier Wochen nach Maastricht zur Reparatur geschickt.[23]

Weitere luxemburgische Flugplätze[Bearbeiten]

Der luxemburgische Flugplatz Nörtringen sowie die Flugplätze bei Useldingen und Medernach besitzen alle Graspisten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m Belgocontrol AIM: eAIS Package ELLX - LUXEMBOURG / Luxembourg vom 1. November 2012, Abgerufen am 3. Dezember 2012
  2. a b c ANA statistik auf der webseite des Flughafenbetreibers ANA
  3. Busfahrplan der Stadt Luxemburg
  4. Anfahrt zum Flughafen – mit der Bahn (in Planung) auf der Webseite des Flughafens (abgerufen am 1. November 2011)
  5. Strategic Airlines: Militäreinsatz mithilfe von Zivilisten? OGBL-Syndikat zivile Luftfahrt, Pressemitteilung, 23. November 2011
  6. Terminal b. In: lux-airport.lu. Abgerufen am 27. Januar 2014.
  7. Terminal A: Die Abrissbirne im Anflug in Luxemburger Wort vom 25. November 2011 (abgerufen am 25. November 2011)
  8. Nils H.: Umbau am Flughafen Findel in Luxembourg, luxembourg.com, 14. April 2012, abgerufen am 22. Januar 2013
  9. Was passiert mit Terminal B auf Findel? In: wort.lu. Luxemburger Wort, 11. Dezember 2013, abgerufen am 27. Januar 2014.
  10. Daniel Conrad: „MeteoLux“: Wetterdienst mit Sitz am Findel schafft Leitlinien für effizientere Vorhersagen. In: mywort.lu. Verlag Saint-Paul Luxembourg s.a., 12. Dezember 2012, abgerufen am 4. Juli 2013.
  11. Radio frequencies at Luxemburg Airport
  12. http://aviation-safety.net/database/record.php?id=19691222-1
  13. http://www.luxairgroup.lu/cms/luxair.php?page&p=EN,44281,182,,1,,
  14. http://www.aero100-lu.org/chronol_safety.html
  15. http://www.luxairgroup.lu/cms/luxair.php?page&p=EN,44281,182,,1,,
  16. http://www.luxairgroup.lu/cms/luxair.php?page&p=EN,44281,182,,1,,
  17. http://www.aero100-lu.org/chronol_safety.html
  18. http://www.luxairgroup.lu/cms/luxair.php?page&p=EN,44281,182,,1,,
  19. http://www.gouvernement.lu/salle_presse/communiques/2003/02/18luxair/rapport_eng.pdf
  20. http://www.luxairgroup.lu/cms/luxair.php?page&p=EN,44281,182,,1,,
  21. http://www.mt.public.lu/ministere/services/coordination_generale/AET/aviation/pdf_EN_embraer.pdf
  22. http://avherald.com/h?article=42620150&opt=6144
  23. Aero International Zeitschrift