Francis Durbridge

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Francis Henry Durbridge (* 25. November 1912 in Hull, Yorkshire; † 11. April 1998 in London) war ein britischer Schriftsteller, Theater-, Hörspiel- und Drehbuchautor für Fernsehkrimis.

Biografie[Bearbeiten]

Der Sohn eines Woolworth-Managers studierte an der Universität Birmingham Altenglisch und Volkswirtschaft und arbeitete danach kurzfristig als Börsenmakler, wandte sich aber bald ganz dem Schreiben zu. Bereits 1933 erschien sein erstes Bühnenstück Promotion. 1940 heiratete er Norah Elizabeth Lawley, mit der er zwei Söhne bekam.

Durbridge war 30 Jahre bei der BBC als Hörspiel-Autor tätig und publizierte 35 Romane, wobei er meist die Stoffe der bereits von Radiosendern ausgestrahlten Hörspiele verwertete und zum Teil auch mit anderen Autoren zusammenarbeitete.

Seinen Durchbruch hatte er mit seinem fiktiven Kriminalschriftsteller und Hobbydetektiv Paul Temple. Hieraus entstand zwischen 1938 und 1968 eine umfangreiche Hörspielreihe, die vor allem durch die Hörspielsprecher Peter Coke (Temple) und Marjorie Westbury (Steve) geprägt worden ist. In der deutschen Version sprachen zwischen 1949 und 1966 René Deltgen und 1968 Paul Klinger die Titelfigur. Die Rolle der Ehefrau Steve wurde vorwiegend von Annemarie Cordes gesprochen.

Zwischen 1946 und 1952 entstanden auch vier Spielfilme, die auf den zuvor entstandenen Hörspielen basierten. Ende der 1960er Jahre lizenzierte Durbridge den Charakter an die BBC, die ab 1969 aus den Geschichten eine 52-teilige Fernsehserie machte, wovon 39 Folgen, in der ersten internationalen Co-Produktion der Fernsehgeschichte, zusammen mit dem ZDF gedreht wurden. Die Hauptrolle in der Serie spielte der englische Schauspieler Francis Matthews. Die Rolle der Steve (in der deutschen Synchronisation häufig: Stiefelchen) spielte Ros Drinkwater. Die Titelmusik stammte von Ron Grainer.

Weitere Romane und Filme entstanden auch um die Charaktere Tim Frazer und Harry Brent. Viele seiner Romane sind in Europa jeweils mit national bekannten Schauspielern für das Fernsehen verfilmt worden und waren dabei erfolgreicher als seine Romane.

In Deutschland wurde Durbridge vor allem bekannt mit den als Straßenfeger bezeichneten mehrteiligen Fernsehkrimis Der Andere (1959), Es ist soweit (1960), Das Halstuch (1962), Tim Frazer (1963), Tim Frazer: Der Fall Salinger (1964), Die Schlüssel (1965), Melissa (1966), Wie ein Blitz (1970) und Das Messer (1971), die Einschaltquoten von fast 90 % erzielten. Solche Werte waren jedoch vor allem darin begründet, dass dem Fernsehzuschauer nur ein ARD-Programm und später noch das ZDF zur Verfügung standen. Zu sehr vielen Durbridge-Verfilmungen und Hörspielen schrieben die deutschen Komponisten Peter Thomas und Hans Jönsson eine kongeniale Musik.

Große Aufregung gab es in der deutschen Öffentlichkeit, als der Kabarettist Wolfgang Neuss in einer Werbeanzeige für einen eigenen Film (Genosse Münchhausen) der Bild-Zeitung verriet, wer der Mörder in der Fernseh-Verfilmung des Romans Das Halstuch war. Er gab später zu, den Mörder allerdings auch nur erraten zu haben.

Durbridges siebtes und letztes Bühnenstück, „Tief in der Nacht“, wurde 1991 in London uraufgeführt. Es wurde als bislang letztes auch als Hörspiel umgesetzt vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) im Jahr 2000. Filmkomponist Martin Böttcher schrieb im Stil der Edgar-Wallace-Filme hierzu seine einzige Hörspielmusik.

Medien (Auswahl)[Bearbeiten]

DVD
  • Mittlerweile sind alle deutschen Verfilmungen von 1959 bis 1988 als Sammleredition auf DVD erschienen.
Video
  • Das Halstuch. EuroVideo - EAN 4009750182536 (alle Teile zu einem Gesamtfilm zusammengeschnitten), VHS-Video, 206 Minuten
Hörspiele
Weitere Medien auf der Paul-Temple-Seite.

Weitere Hörspiele[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Francis H. Durbridge, in: Internationales Biographisches Archiv 41/1998 vom 28. September 1998, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]