Franz Uhle-Wettler

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Franz Uhle-Wettler (* 30. Oktober 1927 in Eisleben) ist Generalleutnant a. D. der Bundeswehr und Militärhistoriker. Er ist der ältere Bruder des Brigadegenerals a. D. Reinhard Uhle-Wettler und war zuletzt Kommandeur des NATO Defense College in Rom. Als Militärschriftsteller schrieb er auch unter dem Pseudonym Ulrich Werner.

Herkunft und militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Franz Uhle-Wettler wurde 1927 als Sohn eines Offiziers in Eisleben geboren. Er wuchs in Ohrdruf, Jena und Eisleben auf, wo er auch die Schule besuchte. Uhle Wettler trat 1943 als Flakhelfer in die Wehrmacht ein, war dann vor Kriegsende zunächst noch Seekadett in der Kriegsmarine und nach Kriegsende bis Dezember 1947 in Gefangenschaft.

Danach und in den Semesterferien war er nach eigenen Angaben als Bergarbeiter auf der Zeche Zollern in Dortmund und der Zeche Monopol in Kamen tätig, bevor er von 1948 bis 1956 an der Philipps-Universität Marburg ein Studium der Neueren Geschichte und der Orientalischen Sprachen aufnahm und Fulbright-Stipendiat an der Denison University (ein Liberal Arts College) in Granville, Ohio war. Zur Ergänzung seiner Studien fuhr er über die den Balkan, die Türkei, Iran und Irak mit dem Fahrrad nach Indien und besuchte die Birla Vidya Mandir, eine Wohnschule für Jungen, in Naini Tal, Uttar Pradesh. Afghanistan und Teile Persiens durchquerte er auf dem Rückweg zu Pferd. Mit der Dissertation Staatsdenken und Englandverehrung bei den frühen Göttinger Historikern. Achenwall, von Schlözer, Freiherr von Spittler, Brandes, Rehberg, Heeren wurde er bei Fritz Wagner zum Dr. phil. promoviert. Sein Zweitgutachter war Wolfgang Abendroth (Marburger Schule).[1]

Er trat im Oktober 1956 als Fahnenjunker in die neu aufgestellte Bundeswehr ein, wurde an der Führungsakademie der Bundeswehr zum Generalstabsoffizier ausgebildet und hatte verschiedene Verwendungen in Stäben und in der Truppe, unter anderem vom 1. April 1978 bis 25. September 1980 als Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9 in Munster, von Oktober 1980 bis September 1982 war er Referent für Einsatzpläne im Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) in Casteau bei Mons, Belgien und vom 1. Oktober 1982 bis 11. Juli 1984 als Kommandeur der 5. Panzerdivision. Von 1984 bis 1987 war er Kommandeur des NATO Defense College in Rom und Generalleutnant. Nach dieser Verwendung trat er in den Ruhestand.

Mit seiner in der Schrift Gefechtsfeld Mitteleuropa, Gefahr der Übertechnisierung von Streitkräften (1980) vertretenen These, die Bundeswehr sei übertechnisiert und deshalb besser zum Angriff als zur Verteidigung tauglich, erregte er Aufsehen.[2]

Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Autor[Bearbeiten]

Als Autor militärhistorischer Bücher, zum Teil unter dem Pseudonym Ulrich Werner, und als Referent verbreitete er geschichtsrevisionistische Thesen. Dabei engagierte er sich für die Verteidigung des SS-Hauptsturmführers Erich Priebke, der 1994 in einem argentinischen Kurort aufgespürt wurde. Er veröffentlichte in rechtskonservativen Zeitschriften wie Junge Freiheit, Die Aula, Europa Vorn, Criticón und Ostpreußenblatt, aber auch im Spiegel.

Uhle-Wettler kritisierte eine Rede von Bundeskanzlerin Merkel bei einer Rekrutenvereidigung 2009 in Berlin:

„Frau Merkel war bei ihrer Ansprache schon in der ersten Minute beim Holocaust, den sie hebräisch Shoa nannte … Und wenige Minuten später versicherte sie den Rekruten, daß sie nicht mehr zum „Kadavergehorsam“ erzogen werden. Sie führte so die Kriegspropaganda der Alliierten fort, an die dort wohl nur noch ideologisch Beflügelte glauben. Zudem hat sich die deutsche Gründlichkeit bei der Trauerarbeit zu einer jener Pseudoreligionen verdichtet, die auch die Politik beeinflussen.[3]

Der Historiker Klaus Naumann schrieb 2006 in einer Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) über ihn: „[Franz Uhle-Wettler] ist ein ebenso gebildeter wie unbequemer Beobachter. Von konservativer Grundeinstellung, gehört Uhle-Wettlers Herz dem einfachen Soldaten […], den engagierten Unterführern und Truppenoffizieren.“[4]

Ehrungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz Uhle-Wettler: Rührt Euch! 2006, S. 11. (Biographische Informationen zum Autor)
  2. Franz Uhle-Wettler: Wer wirft den Feind aus der Rhön? In: Der Spiegel 25 (1980).
    Jürgen Reusch: Friedensforschung in der Bundesrepublik. Entwicklung, Positionen, Perspektiven. IMFS, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-88807-001-5, S. 474.
  3. Franz Uhle-Wettler: Gedanken über den Kardinalfehler der Deutschen (PDF; 401 kB)
  4. Klaus Naumann: Für Männlein. Ein General blickt zurück. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 79, 3. Mai 2006, S. 8.