Panzerlehrbrigade 9

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Panzerlehrbrigade 9
— PzLehrBrig 9 —

X
Wappen Panzerlehrbrigade 9
Verbandsabzeichen
Aufstellung 1. Juni 1958
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Heer Heer
Typ Brigade der Eingreifkräfte
Unterstellte
Truppenteile

Wappen Stabskompanie
Wappen Panzerbataillon 33
Wappen Aufklärungslehrkompanie 90
Wappen PzPionierlehrkompanie 90
WappenPzGrenadierlehrbataillon 92
Wappen Panzerlehrbataillon 93
Wappen Logistikbataillon 141
Wappen PzArtillerielehrbataillon 325

Stärke ~5.000 Mann
Unterstellung 1. Panzerdivision 1. Panzerdivision
Stationierungsorte Munster (Sitz des Stabes)

Neustadt am Rübenberge

Kommandeur
Kommandeur Oberst Gunter Schneider[1]

Die Panzerlehrbrigade 9 ist ein etwa 5.000 Soldaten starker Großverband des Heeres der Bundeswehr, der der 1. Panzerdivision in Hannover unterstellt ist. Ein Großteil der Brigade ist in Munster, zwei Bataillone sind in Neustadt am Rübenberge stationiert. Die Brigade ist vor allem durch die über Jahrzehnte gezeigte „Informationslehrübung Gefechts- und Luftfahrzeuge des Deutschen Heeres“ als „Schaufenster des Heeres“ bekannt. Hierbei werden die Leistungsfähigkeit der Gefechts- und Luftfahrzeuge des deutschen Heeres demonstriert und in verschiedenen Szenarien die Möglichkeiten des Zusammenwirkens aufgezeigt. Der Großverband ist als Panzerbrigade der Eingreifkräfte klassifiziert.

Auftrag[Bearbeiten]

Als Teil der Eingreifkräfte plant und führt die Brigade Einsätze im Rahmen von vernetzten, multinationalen Operationen hoher Intensität im Gefecht der verbundenen Kräfte. Darüber hinaus plant, bereitet vor und führt die Brigade im Rahmen des „operativen Wechselspiels“ Einsätze im niedrigen bis mittleren Intensitätsspektrum, d.h. stellt und verstärkt Stabilisierungskräfte. Die Brigade ist zur Führung von Operationen verbundener Kräfte im multinationalen und streitkräftegemeinsamen Rahmen, unter Führung eines Divisionskommandos, in einer beweglichen Operationsführung und unter den Bedingungen vernetzter Operationsführung befähigt. Dazu stehen als Hauptwaffensysteme der Panzerlehrbrigade 9 der Kampfpanzer Leopard 2 in der Version A6, der Schützenpanzer Marder und die Panzerhaubitze 2000 zur Verfügung. Die Schützenpanzer werden demnächst durch die bereits im Panzergrenadierlehrbataillon 92 der Brigade zu Testzwecken eingesetzten Schützenpanzer Puma ersetzt.

Als Lehrtruppe unterstützt die Brigade die lehrgangsgebundene Ausbildung für den Führungsnachwuchs der gepanzerten Kampftruppen mit zahlreichen Lehrübungen, ebenso die Ausbildung der Führungsakademie der Bundeswehr, der Offizierschule des Heeres sowie anderer Truppenschulen. Die Brigade zeigt den vorschriftengerechten, straffen und methodisch zweckmäßigen Ablauf des Dienstes von der Materialbewirtschaftung bis zum Gefechtsschießen der verbundenen Waffen auf Ebene des verstärkten Kampftruppenbataillons. Neben der Unterstützung der Panzertruppenschule durch Lehrübungen wirkt die Panzerlehrbrigade 9 bei der konzeptionellen Weiterentwicklung der gepanzerten Kampftruppen mit und erprobt als Versuchstruppe neue Waffensysteme und Einsatzverfahren sowie neues Gerät.

Verbandsabzeichen und Ärmelband[Bearbeiten]

Aktuelles Verbandsabzeichen[Bearbeiten]

Das bis 2006 genutzte Verbandsabzeichen der Panzerlehrbrigade 9.

Die Blasonierung des am linken Ärmel des Dienstanzuges von allen Angehörigen der Brigade getragene Verbandsabzeichen der Panzerlehrbrigade 9 lautet:

„In von gold und silber (gelb und weiß) gespaltenen gotischen Hauptschild mit weißen Bord, belegt mit einem silbernen (weißen), springenden Roß in rotem, spanischen Mittelschild.“

Der Mittelschild des Verbandsabzeichen entspricht dem Wappen des Landes Niedersachsens, nahe dessen Landeshauptstadt Hannover die Panzerlehrbrigade 9 beheimatet ist. Das Ross wird als Sachsenross bezeichnet und ist ein populäres heraldisches Wappentier, das an das Volk der Sachsen erinnern soll. Das Sachsenross ist daher als Wappentier vor allem in den ehemaligen sächsischen Stammesgebieten in Norddeutschland, den Niederlanden, England und Westfalen besonders verbreitet und findet sich auch im Wappen der ehemals unter anderem in Hannover regierenden welfischen Dynastie Haus Hannover, die das Ross im 13. Jahrhundert in ihr Wappen aufnahm. Der von gold und silber gespaltenen Hauptschild knüpft ebenfalls an die Geschichte der Region an. So führten beispielsweise das 1814 bis 1837 bestehende und von den Welfen regierte Königreich Hannover sowie die dem Königreich nachfolgende preußische Provinz Hannover eine Flagge geteilt zu gold und silber (gelb-weiß).

Die Panzerlehrbrigade 9 hat 2006 das Verbandsabzeichen der 2007 außer Dienst gestellte Panzergrenadierbrigade 1 übernommen, deren ehemalige Truppenteile Panzerbataillon 33 und Logistikbataillons 141 jetzt Bestandteil der Panzerlehrbrigade 9 sind. Der weiße Bord unterscheidet das Verbandsabzeichen der Panzerlehrbrigade 9 vom mit einer silbernen Kordel mit eingeflochtenen schwarzen Faden umrandeten Verbandsabzeichen der 1. Panzerdivision. Alle der 1. Panzerdivision unterstellten Brigaden (im Falle der 1. Panzerdivision die mittlerweile aufgelösten Brigaden mit den Ordnungsnummern 1, 2, 3) führten ganz ähnliche Verbandsabzeichen, die sich nur aufgrund des Bordes ihrer Verbandsabzeichen unterschieden. Wie für alle 36 Divisionen des Feldheeres üblich wiesen die Brigaden der Division in der Reihenfolge ihrer Ordnungsnummern einen weißen, roten oder gelben Bord – keine Kordel – auf. Das weiß umrandete Verbandsabzeichen der außer Dienst gestellten Panzergrenadierbrigade 1 erinnert also an die einstige Unterstellung als „erste Brigade“ der 1. Panzerdivision. Die „Schwesterbrigade“ Panzerbrigade 21 führt das Sachsenross in der Darstellungsform als steigendes Westfalenpferd in seinem gelb umrandeten Verbandsabzeichen, das an ihre ehemalige Unterstellung als dritte Brigade zur 7. „westfälischen“ Panzerdivision erinnert.

Verbandsabzeichen bis 2006[Bearbeiten]

Bevor die Panzerlehrbrigade 2006 das Verbandsabzeichen der Panzergrenadierbrigade 1 übernahm, führte sie ein Verbandsabzeichen mit folgender Blasonierung:

„In rot zwei gekreuzten Schwerter und ein silbernes (weißes) „L“ mit rosa Bord

Dieses Verbandsabzeichen ähnelte dem Verbandsabzeichen der Panzertruppenschule (ehemals Kampftruppenschule 2). Während die Panzertruppenschule jedoch wie alle Truppenschulen ein „S“ (für Schule) aufwies, deutet das „L“ (für Lehr) daraufhin, dass die Panzerlehrbrigade zusätzlich zum normalen Ausbildungsauftrag einer Brigade noch den Lehrauftrag hat. Die rosa Umrandung wiederum leitete sich wie bei anderen Truppenschulen von der Waffenfarbe der Panzertruppe ab. Andere Truppenschulen bzw. zugeordnete Lehrtruppenteile und das ehemalige Heeresamt führten Verbandsabzeichen mit ganz ähnlicher Systematik.

Internes Verbandsabzeichen[Bearbeiten]

Angelehnt an die Symbolik des bis 2006 geführten Verbandsabzeichen führen Stab und Stabskompanie ein internes Verbandsabzeichen mit folgender Blasonierung:

„In rot ein goldenes (gelbes) „L“ und ein goldener (gelber) Eichenlaubkranz.“

Das L weist auf die Aufgabe als Lehrtruppenteil hin, das rote Feld korrespondiert mit dem Schild des Verbandsabzeichen, während das Eichenlaub eines der traditionellen Symbole in der deutschen Heraldik und auch des deutschen Heeres ist. Ein Eichenlaubkranz fasst beispielsweise auch die meisten Barettabzeichen der Bundeswehr ein.

Ärmelband[Bearbeiten]

Der Bundespräsident verlieh der Brigade am 24. September 1987 das Ärmelband „Panzerlehrbrigade 9“ als sichtbares Zeichen der Anerkennung.

Gliederung[Bearbeiten]

Gliederung der Panzerlehrbrigade 9

Aktive Verbände und Einheiten[Bearbeiten]

  • Internes Verbandsabzeichen Stab/ Stabskompanie Panzerlehrbrigade 9, Munster
    • Internes Verbandsabzeichen Panzerpionierlehrkompanie 90, Munster
    • Internes Verbandsabzeichen Aufklärungslehrkompanie 90, Munster
    • Internes Verbandsabzeichen Panzerlehrbataillon 93, Munster
    • Internes Verbandsabzeichen Panzerbataillon 33, Neustadt am Rübenberge
    • Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierlehrbataillon 92, Munster
    • Internes Verbandsabzeichen Panzerartillerielehrbataillon 325, Munster
    • Internes Verbandsabzeichen Logistikbataillon 141, Neustadt am Rübenberge

Ehemalige Verbände und Einheiten[Bearbeiten]

  • Internes Verbandsabzeichen Versorgungslehrbataillon 96 (aufgelöst 31. März 1971)
  • Internes VerbandsabzeichenPanzerlehrbataillon 91 (aufgelöst 30. Oktober 1992)
  • Internes VerbandsabzeichenPanzerlehrbataillon 94 (aufgelöst 30. Oktober 1992)
  • Internes VerbandsabzeichenPanzergrenadierlehrbataillon 332 (ausgegliedert 31. Dezember 1996, aufgelöst am 30. Juni 2006)
  • Internes VerbandsabzeichenPanzeraufklärungslehrbataillon 11 (aufgelöst 31. März 1997)
  • Internes VerbandsabzeichenPanzerartillerielehrbataillon 95 (aufgelöst 30. September 2002)
  • Internes VerbandsabzeichenPanzeraufklärungslehrbataillon 3 (ausgegliedert 30. Juni 2003)
  • Internes Verbandsabzeichen Panzermörserkompanie 6./PzGrenLehrBtl 92 (Aufgelöst 21. Oktober 2005)
  • Internes VerbandsabzeichenPanzerlehrbataillon 334 „Celle“ (aufgelöst 30. Juni 2006)
  • Internes Verbandsabzeichen Panzerjägerlehrkompanie 90 (aufgelöst 30. September 1996)
  • Internes Verbandsabzeichen Nachschublehrkompanie 90 (aufgelöst 31. März 1994)
  • Internes Verbandsabzeichen Instandsetzungslehrkompanie 90 (aufgelöst 31. März 1994)
  • Internes Verbandsabzeichen Sanitätslehrkompanie 90, später 4./Sanitätsbataillon 3 (SanLehrKp)(aufgelöst)
  • Internes Verbandsabzeichen ABC Abwehrlehrkompanie 90 (aufgelöst)

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Die ersten Lehrbataillone der Bundeswehr in Munster-Lager wurden 1956 aufgestellt. Der aktive Landrat Karl-Theodor Molinari und der praktizierende Arzt Dr. Hermann Wulf gaben ihre Berufe auf, um als Kommandeure das neue Panzerlehrbataillon und Panzergrenadierlehrbataillon zu führen. 71 Freiwillige, meist kriegserfahrene Soldaten, wurden im Hauptlager, der heutigen Hindenburg-Kaserne, stationiert. 1958 bestanden die Bataillone in der Heeresstruktur 1 aus jeweils vier Kampfkompanien, einer Stabs- und einer Versorgungskompanie. Das Panzergrenadierlehrbataillon war der Panzergrenadierschule und das Panzerlehrbataillon der Panzertruppenschule unterstellt.

Mit Aufstellungsbefehl vom 1. Juli 1958 wurden mit sofortiger Wirkung Stab und Stabskompanie der Panzerlehrkampfgruppe in Munster im Schützenhauslager (heute Örtzetal-Kaserne) aufgestellt und der Panzertruppenschule unterstellt. 1958 führte die Lehrtruppe die dreiwöchige Lehr- und Versuchsübung 1958 („LV 58“) durch. In dieser Übung wurde die künftige Gliederung des Heeres organisatorisch und taktisch erprobt. Ihren Abschluss bildeten die Vorführungen der verschiedenen Waffensysteme und deren Leistungsfähigkeit unter den Augen des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer in Bergen-Hohne. Mit Unterstellung der beiden Lehrbataillone wurde die Panzerlehrbrigade 9 1959 begründet. Die Panzerlehrbrigade 9 unterstand zunächst der 3. Panzerdivision in Buxtehude. Erster Kommandeur war Brigadegeneral Wilhelm von Roeder.

Ende 1959 (Heeresstruktur 2) unterstanden der Brigade die Stabskompanie, das Panzeraufklärungslehrbataillon 11 (nur in Friedenszeiten zur Erfüllung des Lehrauftrags der Kampftruppenschule II, im Verteidigungsfall sowie bei Divisionsübungen der 11. Panzergrenadierdivision bis zu deren Auflösung 1994 unterstellt, danach wieder der PzLBrig 9 unterstellt), das Panzergrenadierlehrbataillon 92, das Panzerlehrbataillon 93, Panzerartillerielehrbataillon 95, Versorgungslehrbataillon 96 (Aufstellung 1. Februar 1959), Panzerpionierlehrkompanie 90, Panzerjägerlehrkompanie 20. Der Schützenpanzer HS 30 löste 1960 den M39 ab, die Artillerie erhielt die Panzerhaubitze M109G und die 4./Panzerlehrbataillon 93 erhielt 1963 als erste Kompanie des deutschen Heeres den Kampfpanzer Leopard 1.

Umstrukturierung und Auslandseinsätze[Bearbeiten]

Die Panzerlehrbrigade 9 wurde nach Auflösung der 3. Panzerdivision 1994 vorübergehend der 7. Panzerdivision in Düsseldorf unterstellt, wechselte 1996 jedoch zur 1. Panzerdivision in Hannover. In der Heeresstruktur 5 unterstanden der Brigade das Panzergrenadierlehrbataillon 92, Panzerlehrbataillon 93 und Panzerlehrbataillon 334 „Celle“, die Panzerartillerielehrbataillone 95 und 325, Panzeraufklärungslehrbataillon 3, die Panzeraufklärungslehrkompanie 90 und die Panzerpionierlehrkompanie 90.

2002 wurden Truppenteile der Brigade in Bosnien-Herzegowina und 2004/2005 im 10. Einsatzkontingent KFOR im Kosovo eingesetzt. Des Weiteren stellte die Brigade Truppenteile für das 15. Einsatzkontingent KFOR auf dem Balkan und für das 12. Einsatzkontingent ISAF in Afghanistan. Um autark weltweit operieren zu können, wurde die Panzerlehrbrigade 9 im Juli 2006 mit der Unterstellung des Panzerbataillons 33 und des Logistikbataillons 141 aus Luttmersen sowie mit der Aufklärungslehrkompanie 90 aus Munster verstärkt. Die aktuelle Personalstärke beträgt ca. 4700 Soldaten, von denen rund 3000 in Munster stationiert sind. Zudem verlegte 2006 das Panzerartillerielehrbataillon 325 aus Schwanewede zum optimalen Zusammenfassen der Kräfte nach Munster. Aufgrund der Einbindung der Panzerlehrbrigade 9 in die Auslandseinsätze der Bundeswehr musste die Lehrübungstätigkeit reduziert werden. Bis zum Ende des Kalten Krieges demonstrierte die Brigade in ca. 50 Lehrübungen jährlich vor nationalen und internationalen Beobachtern die Zuverlässigkeit und die Leistungsfähigkeit des deutschen Heeres.

Die Bundeswehr hat sich zu einer Armee im Einsatz gewandelt. Zuletzt waren ca. 1.400 Soldaten der Verbände und selbstständigen Einheiten der Lehrbrigade von September 2006 bis Mai 2007 im Kosovo und in Afghanistan. Hervorzuheben ist hierbei der Einsatz des Provincial Reconstruction Team in Feyzabad, in Nord-Afghanistan bei dem die Soldaten des PRT zum Wiederaufbau des Landes beitragen konnten. In diesem Zeitraum ist es gelungen, einen durch Spenden aus Deutschland finanzierten Kindergarten aufzubauen, der 200 afghanischen Kindern die Möglichkeit bietet, in festen Unterkünften zu spielen und betreut zu werden. Das Startkapital dazu kam aus Einnahmen der Tippgemeinschaft im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf Initiative des damaligen Kommandeurs des PRT.

Mitte Mai 2008 sind circa 1.500 Soldaten der Panzerlehrbrigade 9 mit dem 20. Deutschen Einsatzkontingent auf den Balkan verlegt worden oder halten sich als ORF-Kräfte einsatzbereit. Nach Abschluss der Einsätze gilt es, die Umgliederung zur Brigade der Eingreifkräfte durch entsprechende Ausbildung der Soldaten abzuschließen, um auf einen möglichen Einsatz im Rahmen der Eingreifkräfte der 1. Panzerdivision vorbereitet zu sein.

Im Jahr 2011 war die Panzerlehrbrigade 9 erneut verantwortlicher Leitverband der Heeresanteile in den Einsatzländern Afghanistan (hier war der Schwerpunkt) und Kosovo.

Auch im zweiten Halbjahr 2014 war die Lehrbrigade verantwortlich für die Personalgestellung KFOR und ISAF. Hier ergab sich die Herausforderung, das 2014 ablaufende ISAF-Mandat in das ab 2015 beginnende RSM-Mandat zu überführen.

Kommandeure[Bearbeiten]

Folgende Offiziere kommandierten die Brigade:

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung
22 Oberst Gunter Schneider 9. Mai 2014
21 BrigGen Norbert Wagner 30. März 2012 9. Mai 2014
20 BrigGen Bernd Schütt 17. September 2010 30. März 2012
19 BrigGen Wilhelm Grün 18. Juli 2007 17. September 2010
18 BrigGen Carsten Jacobson 25. Februar 2005 18. Juli 2007
17 BrigGen Richard Roßmanith 2003 2005
16 Oberst Gerhard Stelz 2001 2003
15 BrigGen Wolf-Joachim Clauß 2000 2001
14 Oberst Wolfgang Korte 1996 1999
13 BrigGen Erich Becker 1. Oktober 1990 1995
12 Oberst Joachim Spiering 1. Oktober 1987 30. September 1990
11 BrigGen Georg-Heinrich Roth 11. Oktober 1982 30. September 1987
10 BrigGen Helge Hansen 26. September 1980 11. Oktober 1982
9 BrigGen Franz Uhle-Wettler 1. April 1978 25. September 1980
8 BrigGen Franz-Joachim von Rodde 1. Oktober 1974 31. März 1978
7 BrigGen Gottfried Ewert 1. Oktober 1970 30. September 1974
6 BrigGen Alfred Müller 1. Oktober 1968 30. September 1970
5 BrigGen Karl Deichen 1. Oktober 1966 30. September 1968
4 BrigGen Karl-Reinhard von Schultzendorff 1. Oktober 1964 30. September 1966
3 BrigGen Ernst Philipp 1. Oktober 1962 30. September 1964
2 BrigGen Wilhelm Voß 1. Juni 1961 30. September 1962
1 BrigGen Wilhelm von Roeder 1. April 1958 31. Mai 1961

Beschreibung ausgewählter Brigadeteile[Bearbeiten]

Panzerbataillon 33[Bearbeiten]

Auftrag und Gliederung[Bearbeiten]

Das Bataillon ist befähigt innerhalb von 20 Tagen verlegefähig zu sein und dann Einsatzaufträge in „High Intensity Conflicts“ auch im multinationalen Einsatz zu führen bzw. nach kurzer einsatzbezogener Ausbildung im erweiterten Aufgabenspektrum einsatzbereit sein. Im Frieden sichert es dazu durch Ausbildung und Übung die personelle und materielle Aufwuchsfähigkeit. Das Bataillon gliedert sich dazu in:

  • 1./ PzBtl 33: Stabs- und Versorgungskompanie
  • 2./ PzBtl 33: Einsatzkompanie mit Leopard 2
  • 3./ PzBtl 33: Einsatzkompanie mit Leopard 2
  • 4./ PzBtl 33: Einsatzkompanie mit Leopard 2
  • 5./ PzBtl 33: Einsatzunterstützungskompanie.

Wappen und Geschichte[Bearbeiten]

Der Wappengrund ist in den preußischen Farben Schwarz-Weiß gestaltet. Schwarz und Weiß waren zugleich die Farben der Standarten an den Lanzen der alten preußisch–deutschen Reiterei seit den Befreiungskriegen und sind damit auch Symbol der Panzertruppe, die als Nachfolger der schweren Kavallerie angesehen wird. Die im Inneren des Wappenschildes gezeigte Palme ist Symbol des Bataillons seit 1958 und erinnert an das Symbol des Afrika-Korps der Wehrmacht.

Im Jahr 1958 wird das Bataillon in Munster mit Panzern des Typs M47 für zunächst zwei Kampfkompanien aufgestellt. Zwei Jahre später erhält der Verband Kampfpanzer M48. Im Jahr 1965 verlegt der Verband von Barme nach Neustadt am Rübenberge und erhält im Jahr 1966 den Kampfpanzer Leopard 1. Im Jahr 1981 erhält das Bataillon die ersten Kampfpanzer Leopard 2. Nach dem Ende des Kalten Krieges wird das Bataillon im Jahr 1992 aus der Panzerbrigade 3 in Nienburg herausgelöst und der Panzerbrigade 21 in Augustdorf unterstellt. Im Jahr 1999 wird das Bataillon in Albanien und im Kosovo eingesetzt; zwei Jahre später 2001 dann im Kosovo und in Mazedonien. Im Jahr 2002 erfolgt zunächst der Wechsel zur Panzergrenadierbrigade 1 in Hildesheim und dann im Juli 2006 zur Panzerlehrbrigade 9. Von Oktober 2006 bis Februar 2007 waren Teile des Panzerbataillons 33 als Einsatzbataillon der Multinational Taskforce South/PRIZREN im Rahmen der KFOR-Mission eingesetzt. In der ersten Jahreshälfte 2009 war das Bataillon als ORF „Operational Reserve Force“-Bataillon für EUFOR und KFOR auf dem Balkan eingesetzt.

Im Rahmen des ISAF-Einsatzes war das Bataillon Leitverband für das 26. und 27. deutsche Einsatzkontingent im Provincial Reconstruction Team (PRT) Kunduz. Mit knapp 400 Soldaten stellte das Bataillon ab Mitte Juni 2011 die Schutzkompanie, die Unterstützungs- und Versorgungskompanie und den Kern des Stabes. Der Einsatz fand bis Mitte März 2012 statt.

Das Motto des Bataillons lautet: „Der Geist der Truppe ist ihre Stärke“.

Panzerlehrbataillon 93[Bearbeiten]

Auftrag und Gliederung[Bearbeiten]

Als eines von drei Panzerbataillonen der Eingreifkräfte des deutschen Heeres ist der Hauptauftrag die Vorbereitung und Teilnahme sowohl an friedenserzwingenden als auch an friedenserhaltenden Operationen der Bundeswehr. Das Panzerlehrbataillon 93 unterstützt die Panzerlehrbrigade 9 und die Truppenschule Munster bei der Aus- und Weiterbildung von militärischen Führern der gepanzerten Kampftruppen. Das Bataillon gliedert sich dazu in:

Kampfpanzer Leopard 2
  • 1. Stabs- und Versorgungskompanie
  • 2. Kompanie mit Leopard 2
  • 3. Kompanie mit Leopard 2
  • 4. Kompanie mit Leopard 2
  • 5. Kompanie (Einsatzunterstützungskompanie.)

Wappen und Geschichte[Bearbeiten]

Das Wappen des Panzerlehrbataillons 93 wurde Ende der 1960er Jahre entworfen. Die Hintergrundfarbe Rot lehnt sich an die damalige Wappenfarbe der Panzerlehrbrigade 9 an. Das „L“ symbolisiert die Zugehörigkeit zur Lehrtruppe; seine leichte Neigung in Verbindung mit der stilisierten Panzerkette drückt Dynamik und Durchschlagskraft aus. Die Zahl 93, welche für die Hausnummer des Bataillons steht, sowie das Eiserne Kreuz als nach außen sichtbares Zeichen der Bundeswehr vervollständigen das Wappen.

Am 1. April 1956 erfolgte die Aufstellung des Panzerlehrbataillons in Munster als erstes Panzerbataillon der Bundeswehr. 1959 erhält es seine heutige Bezeichnung. 1997 verlegt das Bataillon innerhalb Munsters von der Schulz-Kaserne in die Freiherr von Boeselager-Kaserne.

Das Panzerlehrbataillon 93 hat im Laufe seiner Geschichte sein besonderes Leistungsvermögen bei der Durchführung einer Vielzahl von Lehrübungen unter Beweis gestellt. So hat das Panzerlehrbataillon 93 die Informationslehrübungen „Gefechts- und Luftfahrzeuge des Deutschen Heeres“ und „Leistungsvermögen des Deutschen Heeres im gesamten Aufgabenspektrum“ durchgeführt. Aktuell ist das Bataillon für die Durchführung der Informationslehrübung „Das Heer im Einsatz“ verantwortlich. Bereits seit mehreren Jahren sind Soldaten des Bataillons in den internationalen Einsätzen der Bundeswehr bei SFOR, EUFOR, KFOR und ISAF eingesetzt. 2008 / 2009 war das Panzerlehrbataillon 93 als Operational Reserve Force (ORF) – Bataillon im Kosovo eingesetzt. 2011 / 2012 übernahm das Panzerlehrbataillon den Auftrag als Leitverband für die Kampftruppen-OMLT (Operational Mentoring and Liaison Teams) ISAF und die Schutzkompanie Kunduz (27. Einsatzkontingent ISAF). Mit diesen Aufgaben – Mentoring/Ausbildung der afghanischen Streitkräfte und Schutz eigener sowie schutzbefohlener Kräfte – war das Panzerlehrbataillon in den entscheidenden Bereichen des ISAF-Einsatzes eingesetzt.

Im März 2012 kehrten die letzten Teile des Bataillons nach erfolgreicher Durchführung des Einsatzes nach Munster zurück.

Panzergrenadierlehrbataillon 92[Bearbeiten]

Auftrag und Gliederung[Bearbeiten]

Im Einsatz führt das Bataillon das Gefecht der verbundenen Waffen im Rahmen der Brigade oder als Teil eines Gefechtsverbandes. Im Frieden bildet das Bataillon Wehrpflichtige aus, stellt Kräfte für Einsatzkontingente, führt Lehrübungen für Lehrgänge der Panzertruppenschule durch und stellt damit die Leistungsfähigkeit des deutschen Heeres zur Schau. Außerdem unterstützt es mit Personal und Material bei Truppenversuchen und beteiligt sich bei nationalen und internationalen Vorhaben und Übungen der übergeordneten Führung. Das Bataillon gliedert sich dazu in folgende Kompanien:

Marder 1A3 beim scharfen Schuss
  • 1. Stabs- und Versorgungskompanie
  • 2. Kompanie mit Schützenpanzer Marder und Schützenpanzer Puma
  • 3. Kompanie mit Schützenpanzer Marder und Schützenpanzer Puma
  • 4. Kompanie mit Schützenpanzer Marder und Schützenpanzer Puma
  • 5. Kompanie (Grundausbildung).

Wappen und Geschichte[Bearbeiten]

Das Wappen des Panzergrenadierbataillons 92 besteht aus vier Elementen. Die Hintergrundfarbe grün steht für die Infanterie. Die gekreuzten Pferdeköpfe deuten auf das Land Niedersachsen, in dem das Bataillon zu Hause ist. Der gezeigte Schützenpanzer ist das Hauptwaffensystem der Panzergrenadiere. Das stilisierte „L“ weist auf die Zugehörigkeit zur Lehrbrigade hin.

Das Panzergrenadierlehrbataillon 92 wird in Munster im Hauptlager (heutige Hindenburg – Kaserne) stationiert. 1958 nimmt der Verband erstmals an einer Lehrveranstaltung teil. 1959 wird die Panzerlehrbrigade 9 aufgestellt, das Bataillon erhält den heutigen Namen und verlegt in die Kaserne der Panzertruppenschule. 1959 erprobt das Bataillon den Schützenpanzer HS 30. 1962 wird das Bataillon bei der Sturmflutkatastrophe im Raum Stade verwendet. 1964 ereignet sich in Bergen ein schweres Schießunglück mit neun Toten und zehn Verletzten. 1971 erhält der Verband den Schützenpanzer Marder. 1975 unterstützt der Verband bei der Waldbrandkatastrophe im Raum Eschede. 1989 verlegt das Bataillon wieder in die Hindenburg-Kaserne. 2000 nimmt das Bataillon an der Ausbildung des 1. Einsatzkontingents GCONKFOR teil. 2002 wird das Bataillon bei Hochwasserkatastrophe im Wendland eingesetzt und stellt Soldaten für das 5. Kontingent SFOR. 2005 wird das Bataillon erneut in KFOR eingebunden. 2006 wird es bei der Elbeflut im Wendland eingesetzt. Am 30. Juni 2007 wurde die 6.(Feldersatz-)Kompanie aufgelöst. Sie war wiederum vorher die „Schwere Kompanie“ des Bataillons und mit PzMörsern M113 ausgerüstet.

Panzerartillerielehrbataillon 325[Bearbeiten]

Auftrag und Gliederung[Bearbeiten]

Im Einsatz führt das Bataillon das Gefecht der verbundenen Waffen im Rahmen der Brigade oder als Teil eines Gefechtsverbandes. Im Frieden bildet das Bataillon Wehrpflichtige aus, stellt Kräfte für Einsatzkontingente, führt Lehrübungen für Lehrgänge der Panzertruppenschule durch und stellt damit die Leistungsfähigkeit des deutschen Heeres dar. Außerdem unterstützt es mit Personal und Material bei Truppenversuchen und beteiligt sich bei nationalen und internationalen Vorhaben bzw. Übungen der übergeordneten Führung. Das Bataillon gliedert sich dazu in folgende Batterien:

Panzerhaubitze 2000
  • 1. Stabs- und Versorgungsbatterie
  • 2. Batterie Panzerhaubitze 2000
  • 3. Batterie Panzerhaubitze 2000
  • 4. Batterie Panzerhaubitze 2000
  • 5. Batterie (Grundausbildung).

Wappen und Geschichte[Bearbeiten]

Das 1982 offiziell übergebene Bataillonswappen besteht zum einen aus dem weißen Schwan auf blauem Grund, der aus dem Hauswappen der Familie Burghard von Schwanewede, die von 1202 bis 1827 lebte, stammt und den Bezug zum ursprünglichen Heimatstandort Schwanewede herstellt. Weiterer Bestandteil ist das Verbandsabzeichen der 11. Panzergrenadierdivision, zu der das Bataillon bis 1993 gehörte. Es zeigt auf einem oldenburgisch blauen Schild zwei goldene Streckkreuze. Darunter sind drei waagerechte Wellenbänder dargestellt, die die Flüsse Weser, Ems und Aller darstellen und die Nähe und Verbindung zur Nordsee symbolisieren. Schließlich beinhaltet das Bataillonswappen die gekreuzten Kanonenrohre, die das Erkennungszeichen der Rohrartillerie darstellen.

Das Bataillon wurde 1961 als Feldartilleriebataillon 325 mit sechs Feldhaubitzen 105  mm aufgestellt. 1962 wurde es bei der Sturmflutkatastrophe im Raum Rade, sowie 1966 bei der Schneekatastrophe in Berne eingesetzt. 1971 wurde die Panzerhaubitze M109G eingeführt. 1979 wurde der Verband bei der Schneekatastrophe in Hagen und Bremen, sowie 1997 bei der Hochwasserkatastrophe in Hohenwutzen (Oderbruch) eingesetzt. 1999 wurden erste Kräfte der Einheit für den SFOR-Einsatz abgestellt. 2001 erfolgte der Unterstellungswechsel zur Panzerlehrbrigade 9 und die Umbenennung in Panzerartillerielehrbataillon 325. 2002 erfolgte die Einführung der neuen Panzerhaubitze 2000 in die Einheit. 2002 wurde das Bataillon in der Elbe-Hochwasserkatastrophe in Dannenberg verwendet. 2003 zog das Bataillon zunächst in die Lützow-Kaserne, bevor es 2006 in die Hindenburg-Kaserne in Munster verlegt wurde. Seit dem 30. Mai 2012 ist Oberstleutnant Stephan Willer Kommandeur des Verbandes.[2]

Logistikbataillon 141[Bearbeiten]

Auftrag und Gliederung[Bearbeiten]

Als Logistikverband einer mechanisierten Brigade setzt es zum einen das Wehrmaterial aller unterstellten Verbände (Panzer, Panzergrenadiere, Panzerartillerie und Pioniere) instand und versorgt die Brigade zum zweiten mit Mengenverbrauchsgütern (Munition, Betriebsstoff, Wasser), sonstigen Gütern und Marketenderwaren. Es ist ebenfalls für die Feldpostorganisation zuständig. Das Logistikbataillon gliedert sich dabei in sechs Kompanien:

  • 1./LogBtl 141: Versorgungs- und Unterstützungskompanie (Neustadt/Rbge.)
  • 2./LogBtl 141: Leichte Instandsetzungskompanie (Neustadt/Rbge.)
  • 3./LogBtl 141: Leichte Instandsetzungskompanie (Munster)
  • 4./LogBtl 141: Gemischte Nachschubkompanie (Neustadt/Rbge.)
  • 5./LogBtl 141: Gemischte Nachschubkompanie (Munster)
  • 6./LogBtl 141: Einsatzunterstützungskompanie (Neustadt/Rbge.)

Wappen und Geschichte[Bearbeiten]

Das Verbandsabzeichen des Logistikbataillons 141 zeigt seit 2003 links den blauen Neustädter Löwen auf rotem Grund für Niedersachsen, links den silberblauen „Munsteraner Drache“ auf goldenem Grund und steht damit für die Verbundenheit mit den Heimatstützpunkten. In der Mitte zeigt das Wappen das schwarz-weiße Schwert der Panzergrenadierbrigade 1 (jetzt 1. Panzerdivision) auf blauen Grund (Waffenfarbe der Instandsetzungs- und Nachschubtruppe) und damit die Unterstellung zur 1. Panzerdivision. In Form und Farbgebung entspricht das Wappen dem des ehemaligen Instandsetzungsbataillon 141, so dass dessen Tradition fortgesetzt wird.

Das Logistikbataillon 141 entsteht 2003 im Zuge der Reform „Heer der Zukunft“ aus dem Instandsetzungsbataillon 141. KFOR und ISAF folgen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Panzerlehrbrigade 9 (Bundeswehr) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Vita Kommandeur PzArtLehrBtl 325

52.98510810.071745Koordinaten: 52° 59′ 6,4″ N, 10° 4′ 18,3″ O