Frickenhausen am Main

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Frickenhausen a.Main
Frickenhausen am Main
Deutschlandkarte, Position des Marktes Frickenhausen a.Main hervorgehoben
49.67055555555610.093611111111180Koordinaten: 49° 40′ N, 10° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Eibelstadt
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 10,54 km²
Einwohner: 1258 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97252
Vorwahl: 09331
Kfz-Kennzeichen: WÜ, OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 131
Marktgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Frickenhausen a.Main
Babenbergplatz 7
97252 Frickenhausen
Webpräsenz: www.frickenhausen-main.de
Bürgermeister: Ludwig Hofmann (SPD)
Lage des Marktes Frickenhausen a.Main im Landkreis Würzburg
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Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Frickenhausen am Main
Mainfränkisches Ensemble: spätmittelalterliches Rathaus mit barockem Bürgerhaus und Mariensäule
Unteres Tor, westliches Haupttor der im 15. Jahrhundert erbauten Befestigung mit Renaissancegiebel von 1518
Die Valentinskapelle im Frickenhäuser Weingarten
Schwarzenberg Palais
Frühere Weinkellerei des Domkapitels zu Würzburg, 1475 unter Wilhelm Herr zu Limburg errichtet von dem Baumeister Jorg von Elrichhausen
Pfarrkirche St. Gallus

Frickenhausen am Main (amtlich: Frickenhausen a.Main) ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Eibelstadt. Es handelt sich um einen der ältesten mittelalterlichen Weinorte in Mainfranken, dessen historisches Erscheinungsbild weitgehend erhalten ist. Unter der Herrschaft des Domkapitels zu Würzburg entstanden zahlreiche Fachwerk- und Barockgebäude. Die Weingüter sind seit salischer Zeit bekannt.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Frickenhausen am Main liegt im Regierungsbezirk Unterfranken, in der Region Mainfranken, im Landkreis Würzburg an der südlichen Spitze des Maindreiecks.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Frickenhausen gliedert sich in zwei Ortsteile[3]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Ochsenfurt und Segnitz

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1990 Ludwig Hofmann (SPD).

Geschichte[Bearbeiten]

Babenberger[Bearbeiten]

Bis zum 9. Jahrhundert gehörte die Siedlung zum Herrschaftsbereich der Babenberger. Der örtliche Weinbau und die Errichtung einer eigenen Kirche dürfte auf dieses Adelsgeschlecht zurückgehen. Frickenhausen gelangte dann an das Hochstift Würzburg im Wege einer Schenkung, nachdem der gräflich babenbergische Besitz infolge der Babenberger Fehde dem Reich verfallen war. Diese Schenkung ist dokumentiert in einer Urkunde von König Ludwig dem Kind aus dem Jahr 903. Der König schenkte dem Bistum Würzburg Kirche und Königsgut in Frickenhausen.[4] Damit sollte es für die Verwüstungen durch Adalbert von Babenberg entschädigt werden.

Hochstift Würzburg[Bearbeiten]

Die Würzburger Bischöfe erhoben Frickenhausen zum bischöflichen Tafelgut. Sie förderten das örtliche Gewerbe und die Landwirtschaft, insbesondere den Weinbau. Am 12. Mai 1182 bestätigte Papst Lucius III. dem Hochstift die „villa, que dicitur Frickenhusen.“[5] Bischof Berthold II. von Sternberg inkorporierte 1276 mit Zustimmung des Domkapitels die bischöfliche Patronatspfarrei „Frickenhusen“ mit ihren Kapellen dem Hochstift zur Aufbesserung der Pfründe.[6] Im 14. Jahrhundert sammelte das Hochstift immer mehr Schulden an, was zu Anfang des 15. Jahrhunderts den damaligen Bischof Johann I. von Egloffstein dazu veranlasste, durch Verkäufe die Verschuldung des Hochstifts zu reduzieren.

Domkapitel zu Würzburg[Bearbeiten]

So kam Frickenhausen durch einen Verkauf im Jahr 1406 für 10.000 Gulden an das Würzburger Domkapitel, das den Ort weiter förderte. Es kann nicht mit Bestimmtheit nachgewiesen werden, wann der Ort das Marktrecht erhielt. Wenn kein Datum der Marktrechtverleihung überliefert ist, deutet dies auf ein hohes Alter des Marktgeschehens hin. Da aber König Ruprecht von der Pfalz (1400–1410) am 14. November 1406 vom Domkapitel die schriftliche Bitte vorgelegt wurde, den Jahrmarkt am Gallustag (16. Oktober) um drei Tage zu verlängern, müssen schon früher regelmäßig Märkte stattgefunden haben. Im Jahre 1642 wurde mit dem Jahrmarkt auch ein Viehmarkt verbunden. Allen Besuchern, die sich am Frickenhäuser Markt beteiligten, wurde des Hl. Römischen Reichs Schirm und Geleit zugesichert.

1475 baute das Domkapitel eine große Weinkellerei. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde außerdem eine massive Befestigung mit Mauer und Türmen angelegt. Der spätmittelalterliche Mauerring umfasst den Ort in einem etwa rechteckigen Umriss und ist in seinem ganzen Umfang erhalten. Im 16. Jahrhundert wurden die Pfarrkirche St. Gallus, eine dreischiffige Hallenkirche, und das angrenzende Rathaus im Stil der Spätgotik errichtet.

Insbesondere gedieh der Weinbau auf den Muschelkalkböden an den Hängen zum Main. Zahlreiche adlige Geschlechter und geistliche Grundherren erwarben Weinkeller in Frickenhausen. Es wurden prächtige Fachwerkhäuser gebaut. In der Zeit des Barock entstanden dann auch einige repräsentative Patrizierhäuser.

Zwischen 1500 und 1806 lag Frickenhausen im Fränkischen Reichskreis.

Bayern[Bearbeiten]

Im Rahmen der durch den Reichsdeputationshauptschluss geregelten Säkularisation wurde 1803 das Hochstift Würzburg aufgelöst. Frickenhausen fiel damit an das Kurfürstentum Bayern.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 1.511 Einwohner
  • 1987: 1.236 Einwohner
  • 2000: 1.321 Einwohner
  • 2012: 1.224 Einwohner

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Historisches Ortsbild
  • Befestigungsanlage mit Mauer, Toren und Türmen
  • Spätgotisches Rathaus
  • Mariensäule von 1710
  • Pfarrkirche St. Gallus
  • Domkapitelsche Kellerei, heute Weingut Meintzinger
  • Patrizierhäuser Hufnagel und Gresser
  • Schwarzenberg-Palais
  • Valentinskapelle im Weinberg

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Frickenhausen am Main

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 52 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 82 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 457. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 3 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 2 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 42 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 392 ha, davon waren 302 ha Ackerfläche und 8 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Osten des Gemeindegebietes verläuft die Bundesautobahn 7; die nächste Anschlussstelle ist Marktbreit, einige Kilometer südöstlich auf der anderen Mainseite gelegen.

Frickenhausen liegt im Gebiet des Verkehrsunternehmens-Verbundes Mainfranken (VVM). Die Buslinie 554 verbindet Frickenhausen stündlich und sonntags zweistündlich mit der Kreisstadt Würzburg. Der nächste Bahnhof, Ochsenfurt an der Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg, liegt auf der anderen Mainseite, etwa zwei Kilometer vom Ortszentrum entfernt. Die Buslinie 40 verbindet das Ortszentrum unregelmäßig mit diesem Bahnhof.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten: 50 Kindergartenplätze mit 39 Kindern
  • Volksschule: mit 5 Lehrern und 95 Schülern

Personen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frickenhausen am Main – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Denis André Chevalley u.a., Unterfranken, 1985, S. 326
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111110/174932&attr=OBJ&val=1788
  4. Monumenta Germaniae Historica DD Kar. Germ. I 23; Karl Puchner, Die Ortsnamen auf -hausen in Unterfranken, in: BllOberdtNamenforsch 5 (1962/64) Heft 1/2, S. 15 Nr. 38
  5. Staatsarchiv Würzburg, Würzburger Standbücher 122, fol. 16r; Enno Bünz, Gründungsausstattung und Güterteilung des Würzburger Kollegiatstiftes Haug im Spiegel der ältesten Papsturkunden (1182–1195), in: Würzburger Diözesan-Geschichtsblätter 57 (1995), S. 33–78, Editionsanhang Nr. 1
  6. Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg IX: Urkundenregesten zur Geschichte der kirchlichen Verwaltung des Bistums Würzburg im hohen und späten Mittelalter (1136–1488), bearb. von Wilhelm Engel, 1954, S. 31 Nr. 22