Moosach (München)

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48.18333333333311.516666666667Koordinaten: 48° 11′ 0″ N, 11° 31′ 0″ O

Moosach
Landeshauptstadt München
Postleitzahlen: 80637, 80638, 80992, 80993, 80997
Vorwahl: 089
Karte

Lage des Stadtbezirks 10 in München

St. Martin
12. und 13. Jahrhundert

Moosach ist ein Stadtteil Münchens. Zusammen mit den Ortsteilen Hartmannshofen, Pressestadt und Borstei bildet Moosach den Stadtbezirk 10 Moosach.

Den Namen verdankt das ehemalige Dorf der Moosach, einem knapp 60 km langen linken Nebenfluss der Isar. Der ursprüngliche Verlauf der Moosach wird heute als Feldmochinger Bach bezeichnet und seit den Regulierungsmaßnahmen bei Oberschleißheim aus dem Würmkanal ausgeleitet.

Lage[Bearbeiten]

Der Stadtbezirk liegt im Nordwesten der Stadt und erstreckt sich von der Landshuter Allee (Mittleren Ring) im Osten über das Rangierbahnhofgelände im Norden und die Waldhornstraße im Westen bis zum Westfriedhof im Süden.

Geschichte und Struktur[Bearbeiten]

Moosach auf einer Karte von 1858
Stele zu Ehren Papst Benedikt XVI. in der Pelkovenstraße, München-Moosach.

Die Gründung des heutigen Moosach dürfte wohl zur Zeit der Bajuwaren erfolgt sein. Die erste urkundliche Erwähnung datiert vom 4. Juni 807. Eine fast ununterbrochene Kette von frühgeschichtlichen Funden lässt den Schluss auf eine kontinuierliche Besiedelung seit der jüngeren Steinzeit zu. Moosach zählt somit zu den ältesten Orten rund um bzw. in München. Schon vor 1315 wurde die St.-Martins-Kirche in Moosach erbaut. Der Ort war bis zum 30. Juni 1913 eine selbständige Gemeinde[1] und wurde bei seiner Eingemeindung ein Teil des 28. Stadtbezirks Neuhausen-Moosach, dem auch der Gemeindeteil Gern der ehemaligen Gemeinde Nymphenburg zugehörte. Bei der Stadtgebietsneugliederung wurden mit Wirkung vom 1. Mai 1996 alle Gemarkungsteile von Neuhausen und Nymphenburg dem gleichnamigen Stadtbezirk 9 Neuhausen-Nymphenburg zugeschlagen. Damit umfasst der 10. Stadtbezirk heute im Wesentlichen wieder das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Moosach.

Die städtebauliche Entwicklung in Moosach begann im Wesentlichen erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und kleinere Mietshäuser (freifinanziert, öffentlich gefördert und genossenschaftlich) machen Moosach heute größtenteils zu einem Stadtteil mit geringerer Wohndichte, als in den innenstädtischen Bereichen vorzufinden. Bedingt durch eine intensive Erschließung der noch verfügbaren Bauflächen steigt die Bevölkerungsdichte auch in den Bereichen Moosachs deutlich an. Nach Osten zu verdichtet sich die Bebauung mit der Olympia-Pressestadt und mit Wohnanlagen aus der Zwischenkriegszeit. Bemerkenswert ist die zwischen 1924 und 1930 errichtete Mustersiedlung Borstei in der Südost-Ecke des Bezirks. Von 2001 bis 2004 wurde der Komplex Hochhaus Uptown München errichtet, mit 146 Metern Höhe nach dem Olympiaturm das zweithöchste Gebäude der Stadt.

Durch den Zuzug von Angehörigen der Mittelschicht nach Moosach, wo traditionell eher Kleingewerbetreibende, Arbeiter und einfache Angestellte lebten, stellt sich die Sozialstruktur heute ausgeglichener dar. Nach der Stellung im Beruf dominieren Angestellte und Beamte unter den Erwerbstätigen. Die Haushaltsstruktur wird noch deutlich von Familien mit Kindern geprägt; entsprechend unterrepräsentiert sind Einpersonen-Haushalte.

Arbeitsplätze liegen hauptsächlich im verarbeitenden Gewerbe (Fahrzeug- und Maschinenbau, Textil und Bekleidung sowie Chemie), im Handel (verdichtet am „Moosacher Stachus“ an der Dachauer-, Bauberger-, Bunzlauer- und Pelkovenstraße sowie im „OEZ“, dem Olympia-Einkaufszentrum) sowie im Dienstleistungssektor.

In der Pelkovenstraße befindet sich die älteste Kirche Moosachs und daneben das ehemalige Pfarrhaus. Die Kirche gehört der Pfarrei St. Martin an. Papst Benedikt XVI. hat früher einmal als Aushilfs-Kaplan in diesem Pfarrhaus gewohnt. Jetzt ist es nur noch vermietet. Eine Stele zu Ehren Papst Benedikt XVI., neben dem alten Pfarrhaus, erinnert heute an seine erste Stelle als Neupriester in St. Martin.

Die Evang.-luth. Kirchengemeinde München Heilig-Geist betreut in Moosach viele Gläubige, die sich in drei Gotteshäusern versammeln: Heilig-Geist-Kirche, Olympiakirche und Magdalenenkirche.

An der Pelkovenstraße, der Hauptachse des alten Moosach markieren die ältesten Gasthäuser des Stadtteils die Ausdehnung des Ortes bis in das 19. Jahrhundert. Der Alte Wirt, zugleich eines der ältesten Gasthäuser Münchens, steht an der Ecke zur Dachauer Straße und das Gasthaus Spiegl am anderen Ende des alten Moosach an der Ecke zur Feldmochinger Straße.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Moosach vom Georg-Brauchle-Ring aus gesehen
Bahnsteige des S-Bahnhofs Moosach

Mit dem Mittleren Ring und dem Frankfurter Ring/Moosacher Straße sowie deren Zubringern, der Dachauer Straße und der Von-Kahr-Straße, wird der Bezirk von mehreren Hauptverkehrsstraßen mit erheblichem Durchgangsverkehr durchschnitten oder tangiert. Einen gewissen ökologischen Ausgleich bringen die im Bezirk liegenden Landschaftsschutzgebiete Kapuzinerhölzl und Hartmannshofer Wald, einige Kleingartenanlagen, sowie der Westfriedhof.

Bahn[Bearbeiten]

Moosach liegt an der S-Bahnlinie S1. Seit dem 22. November 1930[2] ist der Münchner Ortsteil durch die heutige Trambahnlinie 20/N20 an das Stadtzentrum angebunden. Mit den U-Bahn-Linien U1 und U3 am Olympia-Einkaufszentrum ist Moosach mit dem Münchner U-Bahn-Netz verbunden. Im Dezember 2010 wurde die Weiterführung der U3 über einen weiteren U-Bahnhof am Moosacher St-Martins-Platz bis zum Moosacher Bahnhof fertiggestellt. Um den Bereich um den „Moosacher Stachus“ attraktiver zu machen, wurde die Oberfläche nach Fertigstellung des U-Bahnbaus und der damit verbundenen Rückverlängerung der Trambahnlinie, die von 2004 bis Dezember 2008 provisorisch an der Pelkovenstraße endete, neu gestaltet.

Insgesamt befinden sich in Moosach 38 Haltestellen von zwei U-Bahn-, einer S-Bahn-, zwei Tram- (davon eine Nachttram) und neun Buslinien.

Kinder- und Jugendeinrichtungen[Bearbeiten]

Im September 2006 eröffnete das christliche Kinder- und Jugendwerk das Kinder- und Jugendzentrum Die Arche. Zurzeit werden in einem provisorischen Gebäude in der Brieger Straße täglich 40-60 Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren betreut. Einrichtungen für Jugendliche sind außerdem die Pfarrei St. Martin und der Jugendtreff Mooskito und der Kinder– und Jugendtreff boomerang in der Pelkovenstraße 128.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in München/Moosach

Politik[Bearbeiten]

Bezirksausschusswahl März 2008
(Stimmen in Prozent)[3]
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,7 %
32,7 %
11,1 %
5,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2002[3]
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,6 %p
-8,2 %p
+3,2 %p
+2,4 %p

Die Wahl zum Bezirksausschuss vom 2. März 2008 ergab folgende Sitzverteilung: SPD 13, CSU 9, GRÜNE 2 und FDP 1.

Statistik[Bearbeiten]

(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Fläche in ha EW pro ha Quelle mit weiteren Daten[4]
2000 045.538 010.772 (23,7 %) 01.108,42 041 Statistisches Taschenbuch München 2001. pdf-Download
2001 046.174 011.011 (23,8 %) 01.108,82 042 Statistisches Taschenbuch München 2002. pdf-Download
2002 046.333 011.054 (23,9 %) 01.108,82 042 Statistisches Taschenbuch München 2003. pdf-Download
2003 046.546 011.104 (23,9 %) 01.108,82 042 Statistisches Taschenbuch München 2004. pdf-Download
2004 046.856 011.442 (24,4 %) 01.108,95 042 Statistisches Taschenbuch München 2005. pdf-Download
2005 047.198 011.758 (24,9 %) 01.109,22 043 Statistisches Taschenbuch München 2006. pdf-Download
2006 047.754 011.942 (25,0 %) 01.110,54 043 Statistisches Taschenbuch München 2007. pdf-Download
2007 048.306 012.192 (25,2 %) 01.109,54 044 Statistisches Taschenbuch München 2008. pdf-Download
2008 048.451 012.352 (25,5 %) 01.109,36 044 Statistisches Taschenbuch München 2009. pdf-Download
2009 048.692 012.679 (26,0 %) 01.109,36 044 Statistisches Taschenbuch München 2010. pdf-Download
2010 048.421 012.567 (26,0 %) 01.109,36 044 Statistisches Taschenbuch München 2011. pdf-Download
2011 049.384 013.418 (27,2 %) 01.109,36 045 Statistisches Taschenbuch München 2012. pdf-Download
2012 050.253 014.038 (27,9 %) 01.109,36 045 Statistisches Taschenbuch München 2013. pdf-Download


Weitere Zahlen  
Grundschulen 4
Hauptschulen 2
Realschulen 1
Gymnasium 1
Berufsschulen 2
Kindergärten 19
Kinderkrippen 1
Kinderhorte 7
Kooperationseinrichtungen 1
Freizeitheime 2
Spielplätze 27
Sozialbürgerhaus 1
Alten- und Service-Zentrum 1
Stadtteilbibliothek 1
Parks, Grünflächen 51 (61 ha)
Altenheime 2
Quelle
Informationsblatt der Landeshauptstadt München vom 15. Oktober 2007

Persönlichkeiten aus Moosach[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Volker D. Laturell: Moosach. Band 1: Von den Anfängen bis 1800, Tins, München 1980.
  • Volker D. Laturell: Moosach. Band 2: Von 1800 bis zur Gegenwart, Tins, München 1985.
  • Volker D. Laturell: Moosach – das Stadtteilbuch für den 10. Stadtbezirk mit den Ortsteilen Borstei, Hartmannshofen, Moosach, Nederling und Olympia-Pressestadt. Bavarica-Verlag Bauer, München 2001, ISBN 3-935440-02-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moosach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 601.
  2. Moosach · Von der Lehrkolonie über das Unterdorf bis zum Bahnhof. In: Münchner Wochenanzeiger. 3. Oktober 2012.
  3. a b muenchen.de - Bezirksausschusswahl 2008, abgerufen am 18. Dezember 2010.
  4. M-Statistik