Friedrich Kühn (General)

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Friedrich Fritz Kühn (* 7. August 1889 in Eutin; † 15. Februar 1944 in Berlin) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Panzertruppe im Zweiten Weltkrieg. Als Chef des Wehrmacht-Kraftfahrtwesens war er auch Bevollmächtigter der Motorisierung und für das deutsche Kraftfahrwesen im Vierjahresplan.[1][2]

Leben[Bearbeiten]

Kühn begann am 3. März 1909 seine militärische Laufbahn beim 2. Thüringischen Infanterie-Regiment Nr. 32, wo er am 19. November 1909 zum Fähnrich befördert wurde. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs kam er 1914 an die Front und wurde mehrfach ausgezeichnet.

Nach Kriegsende wurde er in die Reichswehr übernommen und im Frühjahr 1920 im Schützen-Regiment 21 eingesetzt. Im Stadium der Bildung der Reichswehr wurde er ab dem 1. Oktober 1922 als Chef einer Kompanie beim 17. Infanterie-Regiment eingesetzt. Als Rittmeister war er ab dem 1. Oktober 1922 in der Ausbildung beim 3. (Preußisches) Reiter-Regiment bei Rathenow tätig. Von 1925 bis mindestens Ende 1926 diente er als Chef einer Kompanie der Kraftfahr-Abteilung 6 bei Hannover. In der ersten Hälfte des Jahres 1927 war er Eskadronchef beim 4. (Preußisches) Reiter-Regiment bei Potsdam.

Im Zuge der Zusammenarbeit mit der Roten Armee wurde er am 1. Oktober 1928 als Leiter eines Lehrgangs nach Kasan in Russland kommandiert, wo er mit der russischen Panzertruppe Erfahrungen sammeln sollte.[3] Nach seiner Rückkehr aus Russland kam er Anfang 1930 ins Reichswehrministerium zur Inspektion der Verkehrstruppen (Inst. 6). Ab dem 1. Juli 1931 gehörte er zum Stab der I. Abteilung des 3. (Preußisches) Artillerie-Regiments bei Schweidnitz.

Als auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf am 15. Oktober 1935 das Panzer-Regiment 4 aufgestellt wurde, erhielt er als erster Kommandeur die Führung über die neue Einheit. Am 10. November 1938 wurde er zum Kommandeur der Panzertruppenschule bei Wünsdorf ernannt.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Nachdem er am 10. Februar 1940 den Befehl zur Übernahme der 3. Panzerbrigade erhalten hatte, trat er das Kommando am 1. März 1940 an. Im September 1940 wurde ihm das Kommando über die 3. Panzer-Division übertragen.[4] Im Jahre 1940 übernahm er für einen Monat das Kommando über die 33. Infanterie-Division vom 5. Oktober bis zum 1. November. Nach der Aufstellung der 15. Panzer-Division am 1. November 1940 kommandierte er die Division bis zum 21. März 1941. Vom 22. März 1941 bis zum 1. Juli 1942 führte er die 14. Panzer-Division. Nach der Verlegung nach Ungarn kommandierte er die Division auf dem Feldzug auf dem Balkan.

Bevollmächtigter des Deutschen Reiches[Bearbeiten]

Nach Versetzung in die Reserve wurde er am 10. September 1942 zum General für Heeresmotorisierung beim Oberkommando des Heeres ernannt. In dieser Position nahm er Aufgaben für die gesamte Wehrmacht wahr. Durch einen Führerbefehl wurde er am 23. Februar 1943 zum Chef des Kraftfahrzeugwesens der Wehrmacht und der Heeresmotorisierung ernannt. In dieser Dienststellung war er zugleich in der Position des Bevollmächtigten für das deutsche Kraftfahrwesen im Vierjahresplan. Dabei sollte er laut des genannten Führerbefehls für die Bereitstellung von Kraftfahrzeugen an der Ostfront sorgen.

Kühn kam am 15. Februar 1944 im Hotel Bristol bei einem Bombenangriff alliierter Flugzeuge auf Berlin ums Leben.

Dienstgrad[Bearbeiten]

  • Fähnrich am 19. November 1909
  • Leutnant mit Patent am 22. August 1910
  • Oberleutnant am 24. Februar 1915
  • Rittmeister am 27. Januar 1918
  • Major am 1. Februar 1931
  • Oberstleutnant am 1. Juli 1934
  • Oberst am 1. August 1936
  • Generalmajor am 1. Juli 1940
  • Generalleutnant am 1. Juli 1942
  • General der Panzertruppe am 1. April 1943

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. in: Geheime Kommandosache vom 16. Januar 1943, in: Martin Moll, „Führer-Erlasse“ 1939-1945: Edition sämtlicher überlieferter, nicht im Reichsgesetzblatt abgedruckter, von Hitler während des Zweiten Weltkrieges schriftlich erteilter Direktiven aus den Bereichen Staat, Partei, Wirtschaft, Besatzungspolitik und Militärverwaltung, Stuttgart 1997, S. 314 und S. 321
  2. Die Generale des Heeres 1921-1945, Band 7, Bissendorf 2004, S. 283
  3. Manfred Zeidler, Reichswehr und Rote Armee 1920 - 1933: Wege und Stationen einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit, München 1993, S. 193
  4. In: Die Generale des Heeres 1921-1945, Bissendorf 2004, S. 283: stellvertretende Führung der Division
  5. a b c d e f g h Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S.130
  6. a b Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S.480