GAZelle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
GAZ
GAZelle Schulbus

GAZelle Schulbus

GAZelle
Hersteller: Gorkowski Awtomobilny Sawod
Verkaufsbezeichnung: GAZelle
Produktionszeitraum: seit 1994
Klasse: Kleintransporter
Karosserieversionen: Kastenwagen
Kleinbus
Minibus
Pritschenwagen (Automobil)
Fahrgestell
Motoren: Benzinmotoren:2,8 Liter UMP-4.215
2,5 Liter ZMZ-402 (bis 2003) ZMZ-4062
2,4 LiterChryslerDOHC
Dieselmotor:GAZ-560
2,1 Liter
Länge: 5500 mm
Breite: 1966 mm
Höhe: 2200 mm
Radstand: 2900 mm
Leergewicht: 2650-2800 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: GAZelle-Business
GAZelle-Next

Die GAZelle (russ. ГАЗель, GAZel') ist ein Kleintransporter der russischen Automobilfabrik Gorkowski Awtomobilny Sawod (GAZ), welcher von 1994 bis 2010 in Nischni Nowgorod produziert wurde. Ursprünglich handelte es sich um eine Entwicklungsprojekt von Leyland DAF und Renault als Nachfolger des DAF 200- 400 und Renault Master. Durch den Konkurs von Leyland DAF erwarb GAZ deren Anteil und entwickelte daraus die GAZelle, während Renault gemeinsam mit Iveco den Renault Master II und den Iveco Daily III schuf. Die GAZelle ist in Russland und anderen osteuropäischen und mittelasiatischen Staaten sehr weit verbreitet und wird sowohl als Transporter (darunter auch als Rettungswagen) als auch im öffentlichen Personennahverkehr (häufigster Autotyp für Marschrutka) eingesetzt. Es handelte sich um den erfolgreichsten Typ des Herstellers nach dem Ende der Sowjetunion. Seit Erscheinen des Nachfolgers GAZelle-Business wird nur noch die GAZelle-Standard mit der 2003 modernisierten Karosserie und teilweise modernisierter Technik produziert. Nach Vollproduktionsanlauf der GAZelle-Next werden auch diese Varianten nicht mehr produziert.

Inhaltsverzeichnis

Modellhistorie[Bearbeiten]

Am 20. Juli 1994 startete die Produktion der Modellreihe als GAZ-3302. Auf der Plattform wurden nach und nach Fahrgestell für diverse Aufbauten, Pritschenwagen, Kastenwagen, Kleinbusse oder Minibusse mit einer Nutzlast bis zu 1,5-Tonnen hergestellt. Vorne wurden Scheibenbremsen mit Schwimmsattel von Lucas verbaut. Den Antrieb übernahm der UMP-4.215 (Euro 0) 4 Zylinder Benzinmotor mit 2890 cm³ und 65 kW (89 PS) oder 70 kW (96 PS) oder der Vier-Zylinder-Benzinmotor ZMZ-402 (Euro 0) aus den von GAZ produzierten Wolga-Modellen mit 72 kW (98 PS). Zudem gab es denn von Steyr Motors entwickelten GAZ-560 2134cm³ Dieselmotor mit 70 kW (95 PS) (Euro 1) und später mit Turbolader 81 kW (110 PS) (Euro 2). Im Juni 1995 wurde erstmals eine kleine Serie mit Allradantrieb hergestellt und erstmals gab es LPG Umrüstungen, da der Verbrauch des Motors sehr hoch war. Gleichzeitig folgte auch der GAZ-33023 als Kombi / Lieferwagen für bis zu fünf Passagieren und 1000 kg Nutzlast als sogenannter GAZelle Bauer zum günstigeren Einstiegspreis. Mit Allradantrieb als GAZ-330273. Der GAZ-2705 wird als Kastenwagen mit einer Nutzlast von 1350 kg und zwei Sitzplätzen, als Kombi mit 6 Sitzplätzen und 1 Tonne Nutzlast, jeweils beidseitig mit Schiebetüren angeboten. Ab Januar 1996 ist der Kleinbus GAZ-3221 mit acht Sitzplätzen abgeleitet vom GAZ 2705 erhältlich, mit einer separaten Fahrgastraum Klimaanlage bzw. Heizung. Im Sommer gibt es diesen auch mit pernamenten Allradantrieb als GAZ-32217. Im März 1996 folgt der Minibus GAZ-32213 mit bis zu 13 Sitzplätzen, ab Sommer 1996 auch mit pernamenten Allradantrieb als GAZ-322137. Ab Juli 1996 wird der GAZ-32214 als Krankenwagen produziert und ab August 1996 ist der GAZ-322132 erhältlich, ein kleiner Linienbus mit vorderer Schiebetür und 10 oder 12 Sitzplätzen. Von Semar wird zwischen 1995-2007 auf der Grundlage der GAZelle der Semar-3234 produziert. Neben Schulbussen, Krankenwagen werden auch andere Spezialversionen wie etwa Leichenwagen produziert. Der Semar-3234 war das meistverkaufte Modell das auf der GAZelle Basis von Fremdherstellern gefertigt wurde.

Ab 2002 wurden serienmäßig auch Langversionen der GAZelle angeboten, die ursprünglich nur als Fahrgestell oder Abschleppwagen in Sonderanfertigung entstanden.

Serie II[Bearbeiten]

Im Januar 2003 startete die zweite Generation, äußerlich erkennbar durch eine neu gestaltete Front mitsamt Kühlergrill, Stoßfänger und Scheinwerfern. Im Inneren wird das Armaturenbrett überarbeitet und die Sitze verbessert. Die Technik wird ebenfalls überholt. Den UMP-4.215 ersetzt der UFG-4216 4 Zylinder Benzinmotor mit 2890 cm³ und 75 kW (102 PS) (Euro 2), der ZMZ-4062 (Euro 2) mit 104 kW (142 PS) den bisherigen ZMZ Motor. Der Dieselmotor wird nun nur noch mit Turbolader und Ladeluftkühlung gebaut, bleibt in der Leistung jedoch gleich, wird aber sparsamer und erreicht nun die Abgasnorm Euro 3. Diese Maßnahmen waren notwendig da die GAZelle auch z.B. nach Polen oder Tschechien exportiert wird und hier die schärferen Vorschriften der Europäische Union bei den Abgasvorschriften gelten.

Im August 2005 wird die 1 Millionste GAZelle hergestellt. Zur gleichen Zeit ist ein Antiblockiersystem verfügbar, das bei den Kombi/Busvarianten und den schwereren Versionen serienmäßig verbaut wird. Gleichzeitig beginnt der Marktanteil der GAZelle auf dem Heimatmarkt durch modernere Modelle von ausländischen Herstellern, wie dem Fiat Ducato und dem Hyundai Porter zu sinken. Es erfolgt daher eine Überarbeitung des UFG-4216 mit nun 78 kW (106 PS)[1], jedoch weiterhin mit einem unökonomisch hohen Benzinverbrauch von 15 bis 20 l/100 km.

Da GAZ nicht ein eigenständiges Modell entwickeln möchte beteiligt man sich an LDV. Geplant ist der Bau des LDV Maxus in Russland als Nachfolger der GAZelle ab 2007. Finanzielle Engpässe verschieben dies immer wieder und es werden zuerst Modelle des Maxus importiert. 2008 wird dann die Montage in CKD-BausatzWeise aufgenommen. Gleichzeitig entfällt der Dieselmotor bei der GAZelle um dem Maxus nicht unnötig Konkurrenz zu machen. Der UMP-4.215 wird durch einen in Lizenz hergestellten 2,4 Liter DOHC Benzinmotor abgelöst. Die Leistung des ZMZ-4062 steigt auf 112 kW (152 PS).

Durch den Konkurs von LDV und Aufkauf sämtlicher Rechte durch SAIC muss GAZ sich komplett neu orientieren. Daher wird die Entwicklung der GAZelle-Business als Übergangslösung in Angriff genommen. Nach dem Markteintritt dieses größerem und modernerem Modell 2010 wird die Produktion der GAZelle schrittweise nach und nach eingestellt. Seit 2011 sind nur noch die kleinen Standardmodelle als Einstiegsfahrzeuge erhältlich. Das seit 2013 neu erhältliche Modell GAZelle-Next wird langfristig die GAZelle als auch die GAZelle Business ersetzen.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.gazavtomig.ru/spravka/motor/umz

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: GAZelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien