BTR-80

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BTR-80
BTR-80 in Serbien

Russischer BTR-80 in den 1990er-Jahren

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3 (Kommandant, Fahrer, Schütze) + 7 Mann
Länge 7,65 m
Breite 2,90 m
Höhe 2,35 m
Masse 13,6 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Hauptbewaffnung 1 × überschweres 14,5-mm-MG KPWT
Sekundärbewaffnung 1 × 7,62-mm-MG PKT
Beweglichkeit
Antrieb 8-Zylinder-Diesel UTD-20
190 kW (260 PS)
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h (Straße), 9 km/h (im Wasser)
Leistung/Gewicht 14 kW/Tonne
Reichweite 600 km

Der BTR-80 ist ein sowjetischer Schützenpanzerwagen. BTR ist eine Abkürzung für Bronjetransportjor (russisch Бронетранспортёр; deutsch gepanzerter Transporter).

Anpassungen[Bearbeiten]

Grundlage für die Neuerungen am 1980er-Modell der BTR-Serie gegenüber seinen Vorgängertypen waren die Erfahrungen, die die sowjetischen Truppen im Afghanistan-Krieg gemacht hatten. Die wichtigste Veränderung betraf das Antriebsaggregat: Statt der beiden Benzinmotoren im Heck des BTR-60 und BTR-70 wurde ein einzelner wassergekühlter Dieselmotor eingebaut. Die Feuergefahr bei Treffern im Maschinenraum und den Tanks wurde durch den Einsatz von Dieseltreibstoff anstelle von Benzin wesentlich verringert. Weitere Vorteile der Dieselmotoren waren größere Robustheit und eine höhere Reichweite. Der Drehturm wurde modifiziert, um eine größere Richthöhe (ca. 60° Rohrerhöhung maximal) der Bordbewaffnung zu ermöglichen. Dies entsprang der Erfahrung, dass mit den älteren Modellen in besonders steilen Gebirgspässen nicht das gesamte Gelände bestrichen werden konnte. Um den Insassen beim Verlassen des Schützenpanzers mehr Schutz zu geben, wurden die Seitenluken umgestaltet. Diese sind nunmehr horizontal geteilt und klappen teils nach vorn (und decken den Schützen), teils nach unten (als Stufe). Gegenüber den Vorgängern wurden die Schützenluken anders platziert. Zwei Luken für Maschinengewehre (z. B. RPK) weisen nach vorn. Auf jeder Seite wurden drei weitere Schießluken für Sturmgewehre eingesetzt, am Heck befinden sich zwei weitere.

Die leichte Panzerung bietet seiner Besatzung Schutz vor Beschuss mit Handfeuerwaffen einschließlich Kaliber 7,62 mm AP sowie vor Granatsplittern. Der BTR-80 ist zudem sehr mobil und voll schwimmfähig.

Durch den Einbau einer modifizierten Überdruckbelüftung erhielt der Radpanzer einen gegenüber dem BTR-60 und BTR-70 weitaus verbesserten ABC-Schutz. Ebenfalls verbessert wurde die Reifendruckregelanlage zur Anpassung des Reifendrucks bei Fahrten im Gelände.

Es ist geplant, die von der Polizei und OMON verwendeten BTR-80 in Russland ab 2013 durch den Panzerwagen SPM-3 „Medwed“ („Bär“) zu ersetzen.[1] Nach seiner technischen Konzeption ist das Fahrzeug jedoch nicht als Ersatz für die BTR-Serie der MotSchützen geeignet, sondern nur für die Truppen der Inneren Sicherheit als Mannschaftstransporter und Geleitfahrzeug.[2]

Varianten[Bearbeiten]

  • BTR-80K: Kommandeursmodell mit erweiterter Kommunikations- und Aufklärungsausrüstung
  • BTR-80A: ausgerüstet mit einer 30-mm-Kanone des Typs 2A72 als primäre Turmwaffe
  • 2S23: Selbstfahrlafette, bewaffnet mit einem 120-mm-Mörser
  • BTR-82: Modernisierter BTR-80. Entweder als Neuproduktion oder als Kampfwertsteigerung vorhandener BTR-80. Die Modernisierung umfasst den Einbau einer stabilisierten Waffenanlage, erneuerte Sichtgeräte und ein neues Funkgerät. Des Weiteren erfolgt die Installation eines GLONASS-Empfängers, einer Klimaanlage sowie eines autonomen 5-kW-Generators, der die Versorgung des Fahrzeugs mit Strom auch bei einem längerfristig abgestellten Motor sicherstellt. Der Schutz wurde durch eine Kevlarbeschichtung der Panzerung im Innenraum verbessert. Eine modifizierte Konstruktion des Bodens und an der Decke fixierte Sitze sollen besseren Schutz vor Minen und IEDs bieten. Die Leistung des Motors steigt von 260 auf 300 PS.
  • BTR-82A: Wie BTR-82, aber mit einer 30-mm-Kanone des Typs 2A72 als primäre Turmwaffe

Nutzer[Bearbeiten]

Verwendet wird bzw. wurde der BTR-80 in Russland, Ägypten, Afghanistan, Angola, Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, VR China (chin. Bezeichnung: WZ 534), Finnland, Georgien, Indien, Iran, Irak, Kasachstan, Kirgisistan, Mazedonien, Moldawien, Nordkorea, Südkorea, Sri Lanka, Sudan, Tadschikistan, Ukraine, Ungarn, Usbekistan, Türkei, Turkmenistan und Weißrussland.

Literatur[Bearbeiten]

  • Philip Trewhwitt: Panzer. Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. RIA NOVOSTI: Russlands neuer Panzerwagen im Härtetest Abgerufen am 21. Januar 2012.
  2. Russland entwickelt innovatives Fahrgestell für neue Panzerwagen auf RIA Novosti, abgerufen am 17. Februar 2012.