Gai

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Gai in Österreich. Für andere Bedeutungen siehe Gai (Begriffsklärung).
Wappen Karte
Wappen von Gai
Gai (Österreich)
DEC
Gai
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Steiermark
Politischer Bezirk Leoben (LN)
Fläche 62,22 km²
Koordinaten 47° 25′ N, 14° 58′ O47.41316111111114.969858333333660Koordinaten: 47° 24′ 47″ N, 14° 58′ 11″ O
Höhe 660 m ü. A.
Einwohner 1795 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 29 Einwohner je km²
Postleitzahl 8793
Vorwahl 03847
Gemeindekennziffer 6 11 02
AT223
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Gai 1
8793 Gai
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Anton Kogler (ÖVP)
Gemeinderat (2005)
(15 Mitglieder)
8 ÖVP, 6 SPÖ, 1 Die Grünen Gai
Lage der Gemeinde Gai
Karte

Gai ist eine Gemeinde im Bezirk Leoben in der Obersteiermark, nahe Trofaiach.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Gai liegt in einem Hochtal zwischen dem Liesingtal und dem Vordernbergertal an der steirischen Eisenstraße, überragt vom wuchtigen Massiv des Reiting.

Ortsgliederung

Die Gemeinde Gai besteht aus folgenden Ortschaften bzw. Siedlungen: Edling, Edling-Seizerstraße, Gai, Gausendorf, Gimplach, Gimplach-Sternsiedlung, Gössgraben, Kurzheim, Oberdorf, Putzenberg, Schardorf, Töllach, Untergimplach, Unterkurzheim, Windischbühel


Geschichte

Die Gemeinde Gai, im heutigen Sinne, entstand nach 1848 nach der Aufhebung der Grundherrschaft und der daraus resultierenden Neuordnung der Verwaltungseinheiten. Sie entstand durch die Zusammenfassung der vier ursprünglich zum seinerzeitigen Bezirk Freienstein gehörenden Katastralgemeinden Gai, Schardorf, Gimplach und Gössgraben. Der Ortsname kommt vom mittelhochdeutschen Wort göu, und bezeichnet ein Gebiet, das im Einflussbereich einer bestimmten richterlichen Gewalt sowie gewisser Gewerbe lag. In konkreten Fall bezieht sich das Gai auf den Einflussbereich des Marktes Trofaiach und der von den dortigen Handwerkern ausgeübten Bannmeilenrechte. Die nachhaltige Besiedlung des Gemeindegebietes begann im Mittelalter. Orts- und Gebietsnamen erinnern an die slawische Besiedlung im Frühmittelalter und die bayrische Besiedlung in darauffolgenden Jahrhunderten. Für den Raum Gai/Trofaiach kann eine bayrisch-slawische Mischbevölkerung bis zum Ende des 12.Jahrhunderts als sicher angenommen werden. Danach verschwand der slawische Bevölkerungsanteil durch Assimilation durch die deutschsprachige Mehrheitsbevölkerung.

Das Gebiet von Gai entsprach über Jahrhunderte dem einer typischen obersteirische Landgemeinde mit bäuerlichen Strukturen und teilte die wechselvollen Geschicke der übrigen Steiermark. Durch die räumliche Nähe zu den Zentren der obersteirischen Eisenindustrie war zumeist eine gute Absatzlage für die landwirtschaftlichen Produkte gegeben. Andererseits wohnten auch häufig Hüttenarbeiter und Bergleute in den Dörfern der heutigen Gemeinde Gai.

In kirchlicher Hinsicht gehört das Gebiet von Gai von jeher zur Pfarre Trofaiach. Daher ist auch der in Trofaiach bestehende Friedhof die für die Gaier Gemeindebürger zuständige Begräbnisstätte. Auch der für Gai zuständige Polizeiposten und das Postamt befinden sich in Trofaiach.

Von Edling kann man über die Russenstrasse (Russenbichl) nach Sankt Peter-Freienstein gelangen. Der Name kommt davon, weil diese Straße 1915 von russischen Kriegsgefangene errichtet worden ist. Vorher hat nur ein einfacher Weg bestanden.

Mit 1. April 1939 wurden zur Gemeinde Gai gehörende Flächen im Ausmaß von rund 150 Hektar an die Gemeinde Trofaiach angegliedert. Auf diesem Gebiet bestand vorher eine staatliche Pulverfabrik. Heute befindet sich dort im Wesentlichen der dicht besiedelte Stadtteil Trofaiach-West. In den letzten fünfzig Jahren sind in Gai zahlreiche Einfamilienwohnhäuser entstanden. Es haben sich vor allem unselbständige Arbeiter und Angestellte in der Landgemeinde angesiedelt. Gai hat in den letzten Jahrzehnten, als eine der wenigen Gemeinden der Region, eine deutliche Zunahme der Einwohnerzahl zu verzeichnen.

Einwohnerentwicklung

  • 1869 1.195
  • 1900 1.108
  • 1934 1.068
  • 1951 1.022
  • 1961 1.143
  • 1971 1.171
  • 1981 1.404
  • 1991 1.565
  • 2001 1.735

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Stockschloß
  • Bildstock der drei Heiligen

Sport

  • Golf - auf ungefähr 40 Hektar Fläche weitläufig angelegte Fairways mit ausgedehnten Greens, Sandbunker und Wasserhindernissen; Golfschule sowie 6-Hole-Kurzplatz für individuelles Schlagtraining vorhanden: Golf- und Countryclub Reiting-Gai [1]
  • Radfahren - Familienradtouren, aber auch anspruchsvolle Strecken
  • Bergsteigen - Dominierende Berggestalt ist der Reiting mit seiner höchsten Erhebung, dem 2214m hohen Gößeck

Regelmäßige Veranstaltungen

Volkskultur Gai - jeweils Mitte April, steirisches Sänger- und Musikantentreffen in der Mehrzweckhalle in Gai



Literatur

Elfriede Maria Huber-Reismann und Bernhard A. Reismann: dreibändige Chronik "Gai, Die Geschichte einer Landgemeinde", erschienen 2005 im Eigenverlang der Gemeinde Gai, A 8793 Gai


Weblinks

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