Trofaiach

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Trofaiach
Wappen von Trofaiach
Trofaiach (Österreich)
Trofaiach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leoben
Kfz-Kennzeichen: LN
Fläche: 143,25 km²
Koordinaten: 47° 26′ N, 15° 0′ O47.42602515.0067658Koordinaten: 47° 25′ 34″ N, 15° 0′ 24″ O
Höhe: 658 m ü. A.
Einwohner: 11.190 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 8793
Vorwahl: 03847
Gemeindekennziffer: 6 11 20
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Luchinettigasse 9
8793 Trofaiach
Website: www.trofaiach.at
Politik
Bürgermeister Mario Abl (SPÖ)
Gemeinderat: (2013)
(31 Mitglieder)
SPÖ 15, KPÖ 7, ÖVP 4, BL 2, FPÖ 2, GRÜNE 1
Lage der Stadt Trofaiach im Bezirk Leoben
Eisenerz Gai Hafning bei Trofaiach Hieflau Kalwang Kammern im Liesingtal Kraubath an der Mur Leoben Mautern in Steiermark Niklasdorf Proleb Radmer Sankt Michael in Obersteiermark Sankt Peter-Freienstein Sankt Stefan ob Leoben Traboch Trofaiach Vordernberg Wald am Schoberpaß SteiermarkLage der Gemeinde Trofaiach im Bezirk Leoben (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Trofaiach von Süden
Blick auf Trofaiach von Süden
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Trofaiach ist eine österreichische Stadt in der Obersteiermark im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Leoben. Mit 1. Jänner 2013 wurde sie mit den Nachbargemeinden Hafning bei Trofaiach und Gai zusammengelegt. Die Gemeinde hatte am 1. Jänner 2013 11.298 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten]

Lage und Landschaft[Bearbeiten]

Trofaiach befindet sich etwa zehn Kilometer nördlich der Bezirkshauptstadt Leoben, an der österreichischen Eisenstraße. Es liegt im Vordernbergertal, dort wo sich dieses zum am Südrand der Eisenerzer Alpen gelegenen Trofaiacher Becken weitet.

Ein beträchtlicher Bereich des Gemeindegebietes besteht aus Wald und Bergland über der Waldgrenze. Die Gemeindegrenzen reichen bis zu den Gipfeln, Graten und Übergängen der umliegenden Berge, wie z. B. Hochturm (Trenchtling), (2081 m ü. A.), Lamingegg, Lamingsattel, Leobner Mauer, Klammkogel, Barbarakreuz, Fahnenköpfl, Grüblzinken, Rottörl, Eisenerzer Reichenstein (2165 m ü. A.), Reichhals, Große Scharte, Hohe Lins (2028 m ü. A.), Stadelstein, Wildfeld, Reiting (Gößeck 2214 m ü. A.).

Das alte Ortszentrum von Trofaiach liegt am Vordernbergerbach. In Trofaiach münden vier Bäche in den Vordernbergerbach. Die vier Seitentäler Krumpen, Rötz(graben), Trofaiacher Gößgraben und Laintal gehören zum Gemeindegebiet.

Seehöhe und Ausdehnung[Bearbeiten]

Die Seehöhe von Trofaiach wird mit Höhenklasse 6 (500–600 m ü. A.) angegeben, die der Stadt mit 660 m ü. A. Dies entspricht der Lage der Pfarrkirche. Der geografisch niedrigsten Punkt der Stadt liegt in der Gmeingrube mit 645 m ü. A. der höchste Punkt auf dem Gößeck mit 2214 m ü. A.

Trofaiach hat eine Fläche von 143 km² und nimmt einen großen Teil des Trofaiacher Beckens ein. Flächenmäßig ist Trofaiach derzeit (Stand Anfang 2013) die sechstgrößte Gemeinde der Steiermark. Da die fünf größeren Gemeinden keine Stadtgemeinden sind, ist Trofaiach momentan die flächengrößte steirische Stadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Trofaiach ist von den Eisenerzer Alpen umsäumt

Das Stadtgebiet gliedert sich in zehn Katastralgemeinden: Trofaiach, Hafning, Krumpen, Laintal, Rötz, Treffning, Gai, Gimplach, Schardorf und Gößgraben-Freienstein. Der Beiname „Freienstein“ der letzteren dient dazu, den Gößgraben von anderen gleichnamigen Katastralgemeinden zu unterscheiden. Dieser Zusatz wird nur beim Grundbuch verwendet und nicht im allgemeinen Sprachgebrauch.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 19 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Blick vom Reiting nach Süden über das Trofaiacher Becken: links (über dem zwischen dem Fallgraben und dem Kaisertal liegenden Fürstriedel) Trofaiach und dahinter das Laintal (mittig Donawitz, rechts Liesingtal)

Trofaiach grenzt an zehn andere Gemeinden, davon gehören acht zum politischen Bezirk Leoben und zwei zum Bezirk Bruck-Mürzzuschlag.

Eisenerz Vordernberg Tragöß (Bez. Bruck-Mürzzuschlag)

Kalwang

Mautern in Steiermark

Nachbargemeinden St. Katharein an der Laming (Bez. Bruck-Mürzzuschlag)
Kammern im Liesingtal

Sankt Peter-Freienstein
Proleb

Geschichte[Bearbeiten]

Die freundliche Landschaft und vor allem der Erzreichtum der Grauwackenzone führten zu einer relativ frühen Besiedlung des geschützten Trofaiacher Beckens.

Trofaiach war ein Zentrum der Metallverarbeitung und des Rohstoffhandels. Dies bezeugen die Funde aus der Urnenfelderzeit, der Römerzeit und dem frühen Mittelalter, die im Stadtmuseum im Schloss Stibichhofen besichtigt werden können. Dazu kam noch der für unruhige Zeiten nicht unwesentliche Vorteil, dass das Gebiet etwas abseits der großen Durchzugswege MurtalLiesingtal liegt.

Skizze der prähistorischen Siedlung

Vorzeit[Bearbeiten]

Im 1. Jahrtausend v. Chr. – und vermutlich früher − war es das begehrte Kupfer, das in den Eisenerzer Alpen abgebaut und geschmolzen wurde. Von circa 900 bis 700 v. Chr. befand sich auf dem Kulm eine urnenfelderzeitliche Siedlung, in der schätzungsweise 200 bis 300 Menschen wohnten.

Im 1. Jahrtausend n. Chr. begann der Eisenerzabbau am Erzberg und an verschiedenen kleineren Lagerstätten, zum Beispiel in der Krumpen und beim Zölzboden, wo Spuren von alten Eisenschmelzen gefunden wurden.

Mittelalter[Bearbeiten]

Die nachhaltige Besiedlung des Gemeindegebietes begann im Mittelalter. Orts- und Gebietsnamen erinnern an die slawische Besiedlung im Frühmittelalter und die bayerische Besiedlung in darauf folgenden Jahrhunderten. Beispiele für Orts- bzw. Gegendnamen slawischer Herkunft sind: Trofaiach und Treffning von trebiti (‚roden‘), Krumpen von kronpa (‚das kleine Tal‘), Rötz, mittelalterlich Recz von rečica (‚Bächlein‘), Trattning von trata (‚Viehweide, Flur‘), Laintal mittelalterlich Lonktal von lonka (‚Wiese, Aue‘), Töllach von dolina (‚Tal‘), Glabokke von glabok (‚tief, tiefe Gegend‘), Glanz von klanec (‚steiler Weg‘). Der Ortsname Gai hingegen leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort göu her, welches ein Gebiet bezeichnete, das im Einflussbereich einer bestimmten richterlichen Gewalt sowie gewisser Gewerbe lag. In vorliegenden Fall bezog sich das „Gai“ auf den Einflussbereich des Marktes Trofaiach und der von den dortigen Handwerkern ausgeübten Bannmeilenrechte. Der Ortsname Hafning kommt vom althochdeutschen Wort havanari, was Töpfer oder Hafner bedeutet und auf die Tätigkeit der ursprünglichen Siedler hinweist. Erhärtet wird diese Deutung des Ortsnamens durch die Ausgrabung einer frühzeitigen Hafnersiedlung nördlich der späteren Bahnstation Hafning. Für den Raum Trofaiach kann also durch die ergiebige Namensübernahme eine bayrisch-slawische Mischbevölkerung bis zum Ende des 12. Jahrhunderts als sicher angenommen werden. Danach verschwand der slawische Bevölkerungsanteil aufgrund der Assimilation durch die deutschsprachige Mehrheitsbevölkerung.

Ein Gräberfeld im Ortszentrum, dessen Fundmaterial auf den Zeitraum zwischen 750 und 800 datiert wurde, weist auf eine intensivere frühmittelalterliche Besiedlung hin. Die urkundliche Überlieferung setzt erst später ein. Das Fundmaterial ist im Stadtmuseum Trofaiach ausgestellt.

Obwohl die entlang des Vordernbergerbaches entstehende Ansiedlung lediglich eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwas mehr als einen Kilometer hatte, war sie dennoch im Mittelalter dreigeteilt. Der spätere Kernbereich des Marktes lag um die Pfarrkirche. Südlich davon siedelten die Untertanen des Klosters Traunkirchen rund um die Salvatorkapelle, die spätere Dreifaltigkeitskirche. Daran schloss sich das Niedertrum an, dessen Häuser nie zum historischen Markt, sondern zu unterschiedlichen Grundherrschaften gehörten. Im Jahre 982 bestätigte Kaiser Otto II. in einer Urkunde dem damaligen Erzbischof von Salzburg verschiedene Besitzungen. Darunter war auch das Gut Liubina, welches das Erzstift Salzburg vom Hochfreien Reginhart und seiner Frau Svanahild im Jahre 925 durch Tausch erhalten hatte. Die Hauptgebäude dieses Gutes lagen unmittelbar neben der Kirche zum Heiligen Rupert im oberen Teil der heutigen Trofaiacher Hauptstraße. Wenn der Heilige Rupert, der erste Bischof Salzburgs, als Titelheiliger einer Kirche aufscheint, kündet dies von einer engen Verbindung mit dem Salzburger Erzstift. Die Pfarre Trofaiach reichte in den ersten Jahrhunderten ihres Bestandes über Vordernberg, Eisenerz, Radmer bis nach Hieflau. Trofaiach war die erste Pfarre im Nahbereich des Steirischen Erzbergs.[2]

Bereits für das 10. Jahrhundert kann der Bestand der Trofaiacher Rupertikirche angenommen werden. Die Ursache für das Interesse des Erzbistums Salzburg an diesem Gut, dürfte am Zugang zum Erzberg und somit zur Eisengewinnung gelegen sein.[3] Südlich des Siedlungskerns rund um die Rupertikirche bestand ein zweiter Siedlungskern mit der Salvatorkapelle, der späteren Dreifaltigkeitskirche, als Mittelpunkt. Grundeigentümer war hier das oberösterreichische Kloster Traunkirchen.

Im 13. Jahrhundert galt Trofaiach als Hauptmarktplatz des obersteirischen Eisenbezirks. Am 19. Jänner 1277 erwähnte König Rudolf I. auch die Befugnis zum Handel mit Trofaiacher Eisen (ferrum de Treviach), als er die Rechte und Freiheiten der Bürger der Handelsstadt Judenburg bestätigte.

Knapp vier Jahrzehnte später, im Jahre 1314, verlor Trofaiach seine Vorrangstellung durch das landesfürstliche Gebot, dass das südlich des Präbichls erzeugte Eisen künftig nur noch nach Leoben zu liefern sei. Gleichzeitig räumte Herzog Friedrich der Schöne der landesfürstlichen Stadt Leoben das alleinige Verlags- und Handelsrecht für Eisen ein. Die damit verbundenen Einbußen veranlassten viele Bewohner Trofaiachs nach Leoben oder in andere Orte abzuwandern. Die Eisenerzeugung südlich des Präbichls konzentrierte sich in Vordernberg und der Eisenhandel in Leoben.[4]

Der heutige Ortskern entwickelte sich seit dem 11. Jahrhundert durch das Zusammenwachsen der zwei Siedlungskerne am Vordernbergerbach, der im Mittelalter Leuben genannt wurde. Bereits 1379 erhielt der Ort das Marktrecht. Kaiser Friedrich III. bestätigte im Jahre 1455 dem seit 1448 landesfürstlichen Markt Trofaiach die verschollene Ersturkunde über die Marktprivilegien.

Neuzeit[Bearbeiten]

Durch Jahrhunderte veränderte sich der Ort nur wenig. Im Markt Trofaiach waren vor allem Handwerker, Handelsbetriebe und Gastwirte ansässig, welche die in den umliegenden Dörfern, Gräben und auf den Waldbergen lebenden Bauern mit jenen notwendigen Dingen versorgten, die diese nicht selber erzeugen konnten. Die durch den Ort führende Straße war meist stark frequentiert, da das in Vordernberg erzeugte Roheisen mit Pferdefuhrwerken nach Leoben und die in Vordernberg benötigten Güter, insbesondere die Holzkohle, nach Vordernberg gebracht werden mussten. Trofaiach war lange Zeit das kirchliche Zentrum für die ganze Umgebung und Sitz eines Dekanats.

Die Fläche der von den Bürgern selbst verwalteten Marktgemeinde Trofaiach betrug bis zum Jahre 1939 lediglich 2,5 km². Die übrigen heute zu Trofaiach gehörenden Gebiete unterlagen der Grundherrschaft und entsprechen über Jahrhunderte dem einer alpinen ländlichen Gegend mit bäuerlichen Strukturen und teilten die wechselvolle Geschichte der übrigen Steiermark. Durch die räumliche Nähe zu den Zentren der obersteirischen Eisenindustrie war zumeist eine gute Absatzlage für die landwirtschaftlichen Produkte gegeben. Andererseits wohnten viele Hüttenarbeiter und Bergleute in den Dörfern und Gräben der heutigen Gemeinde Trofaiach.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde wurde vom ausgehenden Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts von den Bürgern verwaltet. Diese Bürger waren jeweils zirka 50 bis 70 Gewerbetreibende, Gastwirte und Kaufleute mit Hausbesitz im Ort. Jedes Jahr am Thomastag wählten die Bürger den Marktrichter und den Gemeindeausschuss, die für die Verwaltung der Gemeinde zuständig waren. Die Grenzen des Marktes wurden durch Burgfriedenskreuze gekennzeichnet. An vier Stellen des Ortes stehen diese Burgfriedenskreuze noch heute. Zwei davon stammen noch aus der Zeit des landesfürstlichen Marktes, die übrigen zwei wurden im 19. und 20. Jhdt. erneuert.[5]

Von Zeit zu Zeit war der Ort von Katastrophen und Kriegsfolgen betroffen: Überschwemmungen, Feuersbrünste, die Pest (zuletzt 1714), durchziehende Türken, Knappenaufstände und die Besetzung durch die napoleonische Armee waren die schlimmsten Heimsuchungen.

Von 1805 bis ungefähr 1840 bestand im Rötzgraben in der Nähe des Gehöftes Höller eine Erzgrube, wo Magneteisenstein abgebaut wurde, der in St. Stefan ob Leoben verhüttet wurde.

Um 1840 war der Raum Trofaiach schon durchwegs gewerblich-industriell, auf 180 Landwirte und Viehzuchttreibende kamen im seinerzeitigen Bezirk Trofaiach schon 242 Gewerbetreibende.[6]

Als Folge der Revolution von 1848 kam es zur Aufhebung der Grundherrschaft, die bis dahin auf dem Lande die bestimmende Kraft gewesen war, und zur Gründung von Landgemeinden. Das am 15. März 1849 beschlossene provisorische Gemeindegesetz sowie das am 2. März 1862 beschlossene Reichsgemeindegesetz brachten die Neuordnung der regionalen Verwaltungseinheiten. Autonome Gemeinden wurden der Grundstein des neu gestalteten Staates. Neben den bestehenden Stadt- und Marktgemeinden entstanden viele Landgemeinden.

Aus der Zusammenfassung der vier ursprünglich zum seinerzeitigen Steuerbezirk Freienstein gehörenden Katastralgemeinden Gai, Schardorf, Gimplach und Gössgraben-Freienstein entstand die Landgemeinde Gai. Die fünf ursprünglich zum Bezirk Freienstein gehörenden Katastralgemeinden Hafning, Krumpen, Rötz, Treffning und Laintal wurden zur Gemeinde Hafning zusammengefasst.[7]

Im Jahre 1873 ließ Fürst Johann Adolf II. zu Schwarzenberg, der auch im nahe gelegenen Vordernberg ein Radwerk besaß, im Ortsteil Niedertrum den damals größten Hochofen Europas errichten, der 1875 in Betrieb genommen wurde. Dieser Hochofen wurde noch mit Holzkohle betrieben, während im acht Kilometer entfernten Donawitz die Hochöfen mit Koks betrieben wurden. 1897 wurde noch ein Siemens-Martin-Stahlwerk in Betrieb gesetzt. Die Unternehmensgeschichte dauerte jedoch nur 37 Jahre. Nachdem das Werk 1899 zunächst durch Richard von Schoeller von den Schoeller-Stahlwerke gepachtet und 1905 gekauft wurde, ist diese Hüttenanlage bereits 1911 stillgelegt worden. Am 2. Dezember 1911 erwarb der Wirtschaftsverein Trofaiach das gesamte Werksgelände samt den Arbeiterwohnhäusern und verkaufte die stillgelegte Industrieanlage am 31. Juli 1913 an den Wiener Johann Gottfried Henschel. Von diesem wurde ein Sensenwerk errichtet, das von der Firma Weiß & Co. bis in die Mitte der 1920er Jahre in Betrieb gehalten wurde.[8]

Am 18. Mai 1872 wurde die Erzbergbahn Leoben – Vordernberg eröffnet. Damit wurde auch Trofaiach, wie die Lokalpresse damals schrieb, dem „Weltverkehr angeschlossen“. Am 10. Juni 2001 stellten die Österreichischen Bundesbahnen den Personenverkehr auf dieser Strecke ein.

Durch die leichtere Erreichbarkeit der ländlichen Gegenden durch den Ausbau der Eisenbahn entstand der Tourismus. Ein rühriger Fremdenverkehrsverein sorgte dafür, dass auch Trofaiach für einige Jahrzehnte eine gern besuchte Sommerfrische wurde. Es wurde ein Park errichtet sowie Alleen und Spazierwege. Weiters baute man einen Tennisplatz und um 1895 das Schwimmbad. Wie man den zum Teil noch vorhandenen Gästebüchern entnehmen kann, kamen die Erholung suchenden Gäste vorwiegend aus dem Wiener Raum, aus Graz, Westungarn, Böhmen und Mähren.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Während des Ersten Weltkrieges wurde im Westen des Ortes auf einer Fläche von zirka 45 Hektar eine Schwarzpulverfabrik errichtet. Aus strategischen und kriegswichtigen Gründen wurde nach dem Muster der in Kamnik (Stein) bei Ljubljana (Laibach), der heutigen Partnerstadt Trofaiachs, bestehenden k.k. Pulverfabrik eine Fabrik gebaut, die vom Frontverlauf weit genug entfernt war. Innerhalb von wenigen Monaten wurde ab Sommer 1915 die komplette Fabriksanlage unter Einsatz von rund 5000 Kriegsgefangenen errichtet. Diese Kriegsgefangenen waren in einem im heutigen Siedlungsgebiet Goldbachgasse - Untergimplach errichteten Barackenlager untergebracht. Für die zum Teil aus Kamnik übersiedelten Fabriksarbeiter wurde die Pulverkolonie gebaut und für die leitenden Mitarbeiter und Offiziere in der Gössgrabenstraße eine aus mehreren Gebäuden bestehende Wohnanlage im Jugendstil.

Die Errichtung der Pulverfabrik führte zu einem Niedergang des Fremdenverkehrs, der sich in den vorhergehenden Jahrzehnten durchaus gut entwickelt hatte. 1926 wurde die Pulverfabrik endgültig geschlossen. Nach Stilllegung der Pulverfabrik blieb das Fabrikgelände bis 1945 eingezäuntes Sperrgebiet im Besitz des Staates oder staatsnaher Unternehmungen. Mit 1. April 1939 wurden die zur Nachbargemeinde Hafning gehörenden Glögglhofgründe und das Pulvergelände, das größtenteils zur Gemeinde Gai gehört hatte, nach Trofaiach eingemeindet. Auf dem der Gemeinde Gai verbliebenen Schlagfeld wurde ab 1940 ein Lager errichtet, das zeitweise aus über 50 Baracken bestand und in dem maximal 2000 Personen untergebracht werden konnten.

Zuerst wurden volksdeutsche Umsiedler aus der Bukowina einquartiert, die in der Folge des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages zwangsweise umgesiedelt und später woanders angesiedelt wurden. Von 1941 bis 1945 war es ein Lager für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus den von Nazi-Deutschland besetzten Ländern, die in den Rüstungsbetrieben im Raum Leoben arbeiten mussten. Nach Kriegsende bis Anfang Jänner 1946 quartierte die britische Militärverwaltung für einige Monate bis zu 1500 jüdische Flüchtlinge ein, so genannte Displaced Persons, die mehrheitlich aus Ungarn stammten und nach Palästina auswanderten. Ab Jänner 1946 wurden im DP-Lager Trofaiach[9] neue Vertriebene – ausgewiesene und vor der Verfolgung geflüchtete Volksdeutsche aus Kroatien, Serbien, Slowenien, Rumänien und Tschechien – eingewiesen. Ab 1948 wurden eher mehr fremdsprachige Flüchtlinge einquartiert. Ab 1952 konnte das Lager verkleinert werden. Im Jahre 1956 nach dem Volksaufstand wurden kurzfristig Ungarnflüchtlinge eingewiesen, 1960 wurde das Lager abgerissen. In den 20 Jahren seines Bestandes diente das Lager Trofaiach tausenden Verfolgten, Gefangenen und Vertriebenen als notdürftige und unfreiwillige zwischenzeitliche Unterkunft.[10]

In den Jahren 1939 bis 1943 entstand im Norden von Trofaiach, großteils auf den ehemaligen Glögglhofgründen, eine große Wohnsiedlung für die Arbeiter und Angestellten des nahen Hüttenwerkes Donawitz, die ursprünglich Hermann-Göring-Siedlung und nach 1945 Gladensiedlung, dies nach der im Westen an die Siedlung angrenzenden Hochterrasse, genannt wurde.

Im Bereich Kehrgasse – Gössbachau bestand ab 1940 ein weiteres Lager aus 13 Baracken, das für französische Kriegsgefangene eingerichtet worden war, und daher Franzosenlager geheißen hat. Nach dem Krieg dienten die Baracken als Substandardwohnungen, ab 1970 wurden sie abgetragen. 2009 entstand in diesem Gelände ein Fachmarktzentrum, nachdem sich schon ab 1990 rund um dieses Gebiet mehrere Supermärkte und Diskonter niedergelassen hatten.

Ab 1960 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Pulverfabrik im Westen Trofaiachs, das damals allgemein Pulvergelände genannt wurde, eine weitere große Wohnsiedlung errichtet. Außerdem wurden in allen Teilen des Ortes neue Einfamilienwohnhäuser gebaut. Durch diese rege Bautätigkeit hat sich innerhalb von 40 Jahren (1934-1974) die Einwohnerzahl vervierfacht.

1979 wurde Trofaiach zur Stadt erhoben. Am 11. Dezember 1985 wurde die Umfahrungsstraße eröffnet, was die bisher als Eisen-Bundesstraße benützte enge Ortsdurchfahrt durch die Hauptstraße entlastete.

Unter den Einwohnern Trofaiachs dominieren die Arbeiter und Angestellten des nahen Voestalpine Stahlwerkes in Leoben-Donawitz. Seit in der Stahlindustrie immer weniger Mitarbeiter benötigt werden, sinkt auch die Einwohnerzahl Trofaiachs langsam, aber kontinuierlich.

Gemeindezusammenlegung 2013[Bearbeiten]

Anfang des Jahres 2012, anlässlich der Gemeindestrukturreform der Steiermark 2010–2015, begannen Gespräche zwischen den Nachbargemeinden Gai, Hafning, Trofaiach und Vordernberg, die einen Zusammenschluss dieser vier Gemeinden zum Ziel hatten. Am 30. September 2012 wurde über das Ergebnis dieser Verhandlungen eine Volksabstimmung abgehalten. Die Bewohner von Vordernberg (82 % von 62 % der Wahlberechtigten) stimmten gegen eine Gemeindefusion. In den drei übrigen Gemeinden gab es eine Mehrheit für den Zusammenschluss. Mit 78,8 % bzw 79,8 % waren die Voten in Trofaiach und Gai deutlich, allerdings lag die Beteiligung in Trofaiach nur bei 41 %, in Gai bei 59 %. In Hafning war das Ergebnis mit 52,7 % Ja-Stimmen bei 56,9 % Beteiligung knapp für den Zusammenschluss. Ob es noch zu den 2012 angekündigten Fusionsgesprächen mit der Nachbargemeinde Sankt Peter-Freienstein kommt, ist nicht sicher.

Am 24. Oktober 2012 hat die Steiermärkische Landesregierung dem Antrag der Gemeinden Gai, Hafning und Trofaiach einstimmig zugestimmt, diese drei Kommunen mit 1. Jänner 2013 unter dem Namen Trofaiach zu vereinigen. Gleichzeitig wurde Trofaiachs Bürgermeister Mario Abl zum Regierungskommissär bestellt und als Beiräte die beiden Bürgermeister Bernhard Zechner (Gai) und Alfred Lackner (Hafning). Im Nachhinein wurden auch Vizebürgermeisterin Gabriele Leitenbauer (KPÖ) und Erich Temmel (ÖVP) zu Beiräten ernannt. Die Arbeit der Beiräte begann nach der Selbstauflösung der Gemeinderäte und dauerte bis zur Neuwahl des Gemeinderats, die am 14. April 2013 stattgefunden hat. (Wahlergebnis siehe übernächsten Absatz). Als Regierungskommissär hatte Abl hauptsächlich verwaltungstechnische Aufgaben zu bewerkstelligen. Die konstituierende Sitzung in des neuen Gemeinderates fand am 7. Mai 2013 statt.

Die Fläche der Stadtgemeinde Trofaiach nach der erfolgten Fusion deckt sich ungefähr mit jenem Gebiet, welches die Pfarre Trofaiach schon seit über 1000 Jahren umfasst.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Trofaiach hat nach der Gemeindezusammenlegung vom 1. Jänner 2013 11.298 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2013[11]
 %
50
40
30
20
10
0
45,49 %
21,89 %
13,72 %
8,85 %
6,64 %
3,41 %

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

15
7
4
2
2
1
15 
Von 31 Sitzen entfallen auf:

Aufgrund der Gemeindezusammenlegung von Hafning und Gai mit Trofaiach fanden am 14. April 2013 Gemeinderatswahlen statt, die folgendes Ergebnis brachten:

Der Bürgermeister von Trofaiach ist Mario Abl (SPÖ).

Der Gemeinderat bestand bis Ende 2012 aus 25 Mitgliedern und setzte sich seit der Gemeinderatswahl 21. März 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen: 15 SPÖ, 5 KPÖ, 3 ÖVP, 2 FPÖ

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Trofaiach hat zwei Partnerstädte:

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Trofaiach

Blasonierung:

Ein Ritter in eiserner Rüstung mit Schwert, Streitaxt und Spieß, stehend auf einer grünen Wiese, auf rotem Feld.


Das Wappen wurde 1535 (Privilegium vom 6. Oktober 1535) von Erzherzog Ferdinand, dem späteren Kaiser Ferdinand I., verliehen.[12]

Hauptort der Gemeinde[Bearbeiten]

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Trofaiach (Stadt)
Ortschaft (Hauptort der Gemeinde)
Katastralgemeinde Trofaiach
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Leobenf8, Steiermark
Gerichtsbezirk Leoben
Pol. Gemeinde Trofaiach
Koordinaten 47° 25′ 40″ N, 15° 0′ 29″ O47.42778415.008141658
Höhe 658 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 8385 (2001)
Gebäudestand 1654 (2001)
Fläche d. KG 5,01 km²
Postleitzahl 8793 Trofaiachf0
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 15712
Katastralgemeindenummer 60362
Zählsprengel/ -bezirk Trofaiach-Markt, -Nord, -Südost, -Südwest, -Kolonieg.-Kehrg., -Nordwest, -Bergmanngasse, -Tannenweg, -Montanstr.-Lagerg. (61120 X[000–008])
Entspricht dem Umfang der Gemeinde bis Ende 2012
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

Gemeindehauptort ist die Stadt Trofaiach, die auch eine Ortschaft und Katastralgemeinde darstellt, was dem Umfang vor der Gemeindezusammenlegung 2013 entspricht.

Der Ort liegt heute inmitten des Gemeindegebiets, am Vordernbergerbach, auf um 660 m ü. A.. Er erstreckt sich auf etwa 3½ Kilometer entlang des Bachs, von der St. Peter-Freiensteiner Gemeindegrenze im Süden bis unmittelbar an den Ort Hafning. Entlang des Tales beträgt die West–Ost-Ausdehnung bis etwa 3 Kilometer.

Insgesamt umfasst die Ortschaft über 1600 Gebäude und knapp 8500 Einwohner.

Stadtgliederung
  • Der alte Ortskern wird noch heute als Trofaiach-Markt (so der amtliche Zählsprengel 000) bezeichnet, was der Ausdehnung von Trofaiach um etwa 1930 entspricht. Er liegt an der Einmündung des Gößbachs in den Vordernbergerbach. Dort leben etwa 1.200 Menschen in 400 Gebäuden.

Die eigentliche Stadtentwicklung setzte im Laufe des 20. Jahrhunderts, intensiv nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Durch die junge Struktur haben die Stadtteile keine eigentlichen Namen:

  • gegen Hafning hin liegt Trofaiach-Nord. Es handelt sich um die 1939 von Hafning an Trofaiach gekommenen Gründe um den Glögglhof, das ist die Gladensiedlung.
  • nach Nordwesten hin erstrecken sich die Gebiete um die Gößgrabenstraße (Zählsprengel Trofaiach-Nordwest), sowie die beiden kleinen Siedlungen Untergimplach und Unterkurzheim, die bis Ende 2012 zu Gai gehörten und schon weitgehend mit der Stadt verwachsen sind.
  • gegen Westen liegen die Gebiete um Koloniegasse–Kehrgasse, das Gewerbegebiet um die Anschlussstelle der B115 mit dem Fachmarktzentrum und das Trofaiach-West genannte bis Gimplach reichende große Siedlungsgebiet zwischen der Langefelderstraße und dem Kehrwald.
  • im Südwesten liegt der Siedlungsraum um den Abzweig B115–B115a bis an den Kulm, gegen Edling hin (Trofaiach-Süd)
  • gegen Südost liegen die Häuser auf der höher liegenden Terrasse rund um den Haiderhof, die schon den Übergangsraum in das Laintal darstellen.
  • gegen Nordost gehört noch die äußere Rötz zur Stadt (Friedhof und Sportplatz).
Nachbarortschaften, -katastralgemeinden und -orte
Kurzheim Hafning bei Trofaiach (O u. KG)
Rötz (O u. KG)
Gimplach (O u. KG)
Unterkurzheim
Untergimplach
(beide O Hafning)
Nachbargemeinden
Treffning (O u. KG)

Laintal (O u. KG)
Wolkersdorf (O Laintal)

Gausendorf (O)
Gai (KG)
Edling (O)


Hessenberg (O u. KG, Gem. St. Peter-Frst.)
Gmeingrube (Gem. Trofaiach und St. Peter-Frst)

Sankt Peter-Freienstein (O KG, u. Gem.)

Bevölkerungsentwicklung


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Stadtgebiet führen die Landesstraßen B 115 und B 115a (Eisenstraße). Von Trofaiach nach Westen führt die Bundesstraße 115 ins westlich gelegene Liesingtal und zum Anschluss an die vom Ortszentrum sieben Kilometer entfernte Pyhrn Autobahn.

Vom Ortsteil Edling kann man auch über die Russenstraße nach Sankt Peter-Freienstein und weiter in die Bezirkshauptstadt Leoben gelangen. Der Name entstand deshalb, weil diese Straße während des Ersten Weltkriegs 1915 von russischen Kriegsgefangenen errichtet wurde. Vorher bestand nur eine einfache Wegverbindung.

Die elektrifizierte Erzbergbahn Vordernberg-MarktLeoben Hbf wurde 2002 eingestellt. Seitens des Projektes S-Bahn Steiermark gibt es Pläne einer S-Bahnverbindung nach Leoben im Stundentakt.

Bildung[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Stadtmuseum im Schloss Stibichhofen: Das Museum hat drei Schwerpunkte: eine Sammlung regionaler Trachten, eine Apothekeneinrichtung von 1904 und historische medizinische Geräte, Präparate und Urkunden sowie regionale frühgeschichtliche Funde aus dem Zeitraum von 1500 v. Chr bis 900 n. Chr. Weitere museale Ausstellungsstücke befinden sich im Museumsdepot im Objekt Friedhofgasse 7.[15]

Das Stadtmuseum Trofaiach gehört zum Verbund der Museen an der steirischen Eisenstraße.[16] Das Stadtmuseum macht regelmäßig Sonderausstellungen, so zum Beispiel

  • 2006 Ferdinand Marian – Filmstar mit Spuren in Trofaiach
  • 2008 Die Geschichte von Trofaiach-West 1915 bis 2008
  • 2009 Erzherzog Johann und die steirische Tracht
  • 2011 Gift und Zucker – Raritäten und Kuriositäten alter Heilkunst
  • 2012 Die Straße – Lebens- und Alltagsgeschichten vom Trofaiacher Teilstück der Eisenstraße
  • 2013 atmender Stein&atmendes Holz: Holzschnitzarbeiten aus Dongyang und Steinschnitzerei aus Trofaiachs chinesischer Schwesterstadt Qingtian
  • 2014 Tracht - Tradition trifft Zeitgeist


Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Trofaiach
  • Pfarrkirche St. Rupert (Trofaiach): 1195 erstmals urkundlich erwähnt. Man vermutet, dass die Kirche schon über 200 Jahre früher entstanden ist, da das Erzbistum Salzburg bereits 925 das Gut Liubina erworben hat, in dessen damaligem Bereich die Kirche liegt. Die Kirche ist im Kern romanisch, 1462 wurde sie gotisiert. Bis nach Mitte des 15. Jahrhunderts war die Kirche dem Stift Admont inkorporiert. 1704 wurde der mächtige Turm um ein Stockwerk aufgestockt. Bei Renovierungsarbeiten wurden Fresken vom Anfang des 15. Jahrhunderts freigelegt.
  • Filialkirche Hl. Dreifaltigkeit: Ebenfalls seit 1195 (als Salvatorkirche) belegt. Dabei handelt es sich ursprünglich um eine Gründung des Benediktinerinnenklosters Traunkirchen. Der bestehende spätgotische Bau stammt vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Da die Kirche nicht mehr für liturgische Zwecke benötigt wurde und es der Diözese nicht mehr möglich ist, alle Gebäude zu erhalten, wurde sie 2008 mittels Schenkungsvertrag an die Gemeinnützige Österreichische Baukultur-Privatstiftung, Graz,[17] übergeben, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, nach dem Vorbild des englischen National Trust, wertvolle historische Gebäude zu erhalten und zu pflegen.
  • Schloss Mell: Schloss auf einer Hochterrasse oberhalb des Ortskerns. Besitzbestätigung vom 2. Mai 1230 für das Stift Göss. Ständig wechselnde Besitzer. Umbau 1872 durch das Radgewerkenehepaar Heinrich und Karoline Mitsch. Schöner schmiedeeiserner Brunnen.
  • Schloss Stibichhofen: Das Schloss steht neben der Dreifaltigkeitskirche. Ursprünglich spätgotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert, im 17. Jahrhundert umgebaut. Das Grundstück, auf dem sich das Schloss befindet, gehörte einst dem Frauenstift Traunkirchen. Dieses dürfte hier einen Eisen-Schmelzofen und ein Hammerwerk betrieben haben.[18]. Von 1862 bis 1953 war die Familie Rebenburg Besitzer von Schloss Stibichhofen. Seit 1953 ist die Evangelische Pfarrgemeinde AB Trofaiach Eigentümer, deren Schlosskirche und Jugendheim im Schloss untergebracht sind. Im Erdgeschoss bestehen die Ausstellungsräume des Stadtmuseums.
  • Glögglhof: Der früher zu Hafning gehörende Glögglhof kam 1939 samt den dazugehörenden großen Grundflächen zu Trofaiach. Der ursprünglich große Besitz wurde aufgeteilt und verkauft. Auf den Wiesen des Glögglhofs wurde von 1939 bis 1944 die Hermann-Göring-Siedlung, die später Gladensiedlung genannt wurde, errichtet. Das seinerzeitige Hauptgebäude des Glögglhofes war lange in einem sehr vernachlässigten Zustand. Es wurde im Jänner 2012 wegen Baufälligkeit abgerissen. Merkwürdigerweise war den Glögglhof nie unter Denkmalschutz gestellt worden. Er hatte eine interessante Besitzergeschichte. Im 17. Jahrhundert war die Vordernberger Radmeisterfamilie Stampfer Eigentümer. Im Tagebuch der Maria Elisabeth Stampfer (Hausbüchl der Stampferin) wird der Hof mehrmals erwähnt. Am 1. April 1822 kam er gemeinsam mit dem Vordernberger Radwerk II in den Besitz von Erzherzog Johann und blieb bis 1873 Eigentum von Franz Graf von Meran. Im Jahre 1889 ließ der damalige Eigentümer Baron Stocklasa inmitten des Parkareals eine Villa errichten, die noch besteht.
  • Stockschloss, auch Schloss Oberdorf: Es liegt im Ortsteil Oberdorf im Trofaiacher Gössgraben. Es ist ein dreigeschossiger Doppelgiebelbau im Renaissancestil mit Schopfwalmdach und einem viergeschossigen rechteckigen Turm. Um 1185 gehörte das Schloss dem Stift Admont. In den folgenden Jahrhunderten hatte es ständig wechselnde Besitzer, darunter unter anderem die Familie Pranckh, den Leobner Bürger Hans Tessalon (1629), das Klarissinnenkloster Judenburg (1679), Carl Maria Graf Breuner (1791), Hans Thunhart (1912), Franz Mayr-Melnhof (1952). Nach 1945 diente das Schloss als Erholungsheim und später war eine Haushaltungsschule St. Martin untergebracht, die 2012 geschlossen wurde.

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Zeugnis römischer Besiedlung: Am 23. September 1977 wurde in Laintal bei Grabarbeiten auf einem Grundstück des Bauern Judmaier vulgo Ott eine aus der Römerzeit stammende marmorne Bekrönung eines Grabdenkmals entdeckt. Dieser bisher bedeutendste römerzeitliche Fund im Trofaiacher Raum kann im Stadtmuseum Trofaiach besichtigt werden.
  • Das Naturschutzgebiet um den Eisenerzer Reichenstein mit dem Aufstieg von der Hirnalm zum Krumpensee, vorbei am Krumpenwasserfall.
  • Waldlehrpfad: Im Prevenhueberwald der Leobner Realgemeinschaft wurde 2011 ein Waldlehrpfad errichtet, der von dem hinter dem Gehöft Schloßbauer abzweigenden Forststraße erreicht werden kann.

Sport[Bearbeiten]

  • Golf: Auf ungefähr 40 Hektar Fläche befinden sich im Ortsteil Schardorf der vom Golf- und Countryclub Reiting-Gai betriebene, weitläufig angelegte Fairways mit ausgedehnten Greens, Sandbunker und Wasserhindernissen, eine Golfschule sowie ein 6-Hole-Kurzplatz für individuelles Schlagtraining.
  • Langlauf: Vom Ortsteil Hafning führt eine beliebte und gut betreute Langlaufloipe in den landschaftlich reizvollen Krumpengraben.
  • Radfahren: Das Gebiet eignet sich besonders für Familienradtouren, aber auch anspruchsvolle Strecken sind vorhanden.
  • Bergsteigen: Die nahen Eisenerzer Alpen und westlichen Ausläufer des Hochschwabs sind ein ideales Gebiet für Bergsteiger, Bergwanderer und Tourengeher.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Volkskultur Gai – ein jeweils Mitte April stattfindendes steirisches Sänger- und Musikantentreffen in der im Ortsteil Töllach gelegenen Mehrzweckhalle.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Hannes Arch (* 1967), Kunstflugpilot. Er ist der erste österreichische Teilnehmer an der Red Bull Air Race Series. Arch hat sich weiters im Base Jumping einen Namen gemacht und erregte großes Aufsehen, als er gemeinsam mit Ueli Gegenschatz 2000 einen Base Jump von der Eiger-Nordwand und 2003 von der Matterhorn-Nordwand durchführte. Am 1. November 2008 wurde er Weltmeister der Red Bull Air Race Series 2008.
  • Alois Karlon (* 1835 in Trofaiach; † 1902 in Graz), Karlon war führender katholisch-konservativer Politiker der Steiermark und Gründer und erster Direktor des Katholischen Pressvereins der Diözese Seckau. Eine Nachfolgegesellschaft dieser Organisation, die Styria Media Group, besteht noch heute und ist unter anderem Herausgeber der bekannten österreichischen Zeitungen „Die Presse“ und „Kleine Zeitung“. Prälat Alois Karlon und sein Bruder Prälat Johann Karlon (*4. Dezember 1924, † 14. Oktober 1891) waren wichtige Helfer bei der Wiederbesiedlung des ehemaligen Augustiner Chorherrenstiftes Seckau durch die Beuroner Benediktiner.[19]
  • Josef Forster (* 1838 in Trofaiach; † 1917 in Wien), Komponist. Er schrieb mehrere, damals erfolgreiche, aber heute vergessene Opern, darunter die „Rose von Pontevedra“.
  • Joseph Zapletal (* 1839 in Trofaiach; † 1897), katholischer Priester. Journalist, Tätigkeit im katholischen Pressverein, Verfasser zahlreicher Studien zur Kirchengeschichte der Steiermark sowie (unter dem Pseudonym Stephan Moser) von volkstümlichen Erzählungen.[19]
  • Franz Hofer (1895–1980), Regionalia-Sammler. Der Kaufmann Franz Hofer sammelte jahrzehntelang Geräte der bäuerlichen, gewerblichen und industriellen Wirtschaft, Haushaltsgeräte, regionale Trachtenkleidung, alte Dokumente und dergleichen. Seine Sammlung ergibt ein umfassendes Bild aller Lebensbereiche der Bevölkerung von Trofaiach und Umgebung. Besonders interessierten ihn die heimatlichen Trachten und die eisengeschichtliche Vergangenheit der Region. Hofer hat diese Sammlung der Stadtgemeinde Trofaiach geschenkt, mit der Auflage in Trofaiach ein Museum zu gründen, das seit 1976 besteht und im Schloss Stibichhofen untergebracht ist.
  • Monika Maierhofer (* 1967 in Trofaiach) ist eine ehemalige Skirennläuferin. Sie gehörte von 1987 bis 1995 zu den weltbesten Skirennläuferinnen im Slalom und erzielte zahlreiche Podestplätze und 1992 in Grindelwald den einzigen Weltcupsieg.
  • Hannes Missethon, * 26. Juni 1959 im Laintal (Trofaiach), ehemaliger Generalsekretär der ÖVP
  • Herbert Puchta, geb. 1951, international tätiger Sprachlehrerausbildner und Autor von Lehrbüchern für den Englisch-Unterricht
  • Wilfried Thoma, geb. 11. März 1955, Land und Forstwirt am Schirlhof in Kurzheim, Generalanwalt-Stellvertreter des Österreichisches Raiffeisenverbandes, Präsident des Aufsichtsrates der Raiffeisen-Landesbank Steiermark, Obmann der Raiffeisenbank Leoben-Bruck eG.

Mit Trofaiach verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Adam Lebaldt von Lebenwaldt (1624–1696) war Arzt (Studium in Padua), medizinischer Gelehrter und Dichter. Von 1674 bis 1684 lebte er in Trofaiach als Herr des Schlosses Stibichhofen. Er wirkte zeitweise als vom Landtag eingesetzter regionaler Oberarzt, wobei er bei den Pestepidemien dieser Zeit wahrscheinlich einiges zu tun hatte. Lebenwaldt verfasste mehrere medizinische Schriften und überdies einige poetische Werke.
  • Ferdinand Marian (1902−1946), Schauspieler. Der geborene Wiener hielt sich von 1920 bis 1927 oft in Trofaiach auf, wo seine Eltern ein Haus besaßen. Ab 1933 wirkte er in Deutschland bei mehreren populären Filmen mit und avancierte zum deutschen Frauenschwarm der späten 1930er Jahre. Schicksalhaft für ihn wurde seine Hauptrolle in „Jud Süß“ dem bekanntesten antijüdischen Hetzfilm der Nationalsozialisten. Marian starb bei einem Autounfall.
  • Anton Webern war wohl der berühmteste Sommergast von Trofaiach. Er wohnte 1927 einige Wochen in der Kranewitterhube (heute Krumpen 28) und komponierte dort Teile seines Streichtrios op.20.

Literatur[Bearbeiten]

  • Elfriede Maria Huber-Reismann, Bernhard A. Reismann: Gai. Die Geschichte einer Landgemeinde. 3 Bände. Eigenverlag der Gemeinde Gai, 2005.
  • Alfred Seebacher-Mesaritsch: Trofaiach, Heimatbuch zur Stadterhebung. Eigenverlag der Stadtgemeinde Trofaiach, 1979.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trofaiach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Herwig Ebner: Trofaiach – Altes Kulturzentrum im Steirischen Erzgebiet. Herausgegeben von Dechant Ägydius Reiter, Trofaiach, 1963, S. 6.
  3. Brigitte Wieser: Zur Besitz- und Siedlungsgeschichte des Trofaiacher Beckens, Dissertation, Karl-Franzens-Universität Graz, 1972 S. 180
  4. Lit. Seebacher-Mesaritsch: Heimatbuch, S. 37
  5. Bescheid Bundesdenkmalamt, S. 6 (PDF; 71 kB)
  6.  Georg Goeth: Das Herzogthum Steiermark. Geographisch-statistisch-topographisch dargestellt und mit geschichtlichen Erläuterungen versehen. Band 2, Verlag J.G. Heubner, Wien 1841, 12. Bezirk Trofaiach, mit Steuergemeinde Trofaiach, S. 123 ff (Google eBook, vollständige Ansicht).
  7.  Goeth: Herzogthum Steiermark. S. 93 und 117.
  8. Lit. Seebacher-Mesaritsch: Heimatbuch, S. 114
  9. DP-Camp Trofaiach, ushmm.org
  10. Institut für Strukturforschung und Erwachsenenbildung der Arbeiterkammer Steiermark: Konflikt und Integration. Die Lager Trofaiach/Gai 1915-1960. Clio Verlag, Graz 2003, ISBN 3-9500971-4-7.
  11. http://www.trofaiach.at/cms_files/siteadmin/PDFs/Amtstafel/grw_2013.pdf
  12. Privilegium vom 6. Oktober 1535. nach Georg Goeth: Das Herzogthum Steiermark. 1841, S. 126 (Blasonierung ebenda: „Ein geharnischter Ritter auf grünem Wasen in einem rothen Felde.“).
  13. Die PreisträgerInnen des Pädagogischen Panthers 2005, elternbrief.at
  14. Pädagogischer Panther für Qualität im Unterricht ging an Trofaiacher Schule. In: kleinezeitung.at » Stmk » Bezirk Leoben, 10. Juni 2010
  15. Stadtmuseum Trofaiach. Abgerufen am 27. April 2013.
  16. http://www.eisenstrassenmuseen.at/
  17. Gemeinnützige Österreichische Baukultur-Privatstiftung – Steirisches Industrieerbe
  18. Eintrag über Schloss Stibichhofen auf Burgen-Austria
  19. a b Druckmuseum: Steiermark.