Evangelisches Stift St. Martin Koblenz

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Evangelisches Stift St. Martin
Ort Koblenz
Bundesland Rheinland-Pfalz
Koordinaten 50° 20′ 55″ N, 7° 35′ 37,5″ O50.3486111111117.59375Koordinaten: 50° 20′ 55″ N, 7° 35′ 37,5″ O
Versorgungsstufe Maximalversorgung (Klinikverbund)
Betten 356 Planbetten
Fachgebiete 11
Gründung 1844
Website Evangelisches Stift St. Martin Koblenz
Das Evangelische Stift St. Martin in Koblenz
Das neuerbaute Krankenhaus in der neuen Südlichen Vorstadt um 1900

Das Evangelische Stift St. Martin ist ein Krankenhaus in der Südlichen Vorstadt von Koblenz. Das 1844 gegründete Stiftungskrankenhaus verfügt über elf Fachabteilungen mit insgesamt 356 Betten und ist Teil des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein, ein 2014 gegründeter Klinikverbund der Maximalversorgung. Auf dem Krankenhausareal befindet sich ein Hubschrauberlandeplatz, über den Notfall-Patienten mithilfe eines Rettungshubschraubers schnell eingeliefert werden können.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde das Evangelische Stift St. Martin im Herbst 1844 von Johann Friedrich Kehr, dem Repräsentanten der evangelischen Kirche im Rheinland, als „Waisen- und Krankenhaus Evangelisches Stift St. Martin“. Ein Grund für die Einrichtung war, dass die evangelischen Bürger im städtischen Bürgerhospital von den dort arbeitenden Borromäerinnen in aggressiver Weise zum Übertritt zum Katholizismus bewegt wurden. Unterstützt wurde Kehr von König Friedrich Wilhelm IV., der ihm 3000 Taler schenkte und ein Haus in Koblenz zur Verfügung stellte. Ende des 19. Jahrhunderts war bedingt durch das rasche Wachstum des Stiftungskrankenhauses ein neues Gebäude erforderlich. Im Rahmen der südlichen Stadterweiterung wurde in der neuen Südlichen Vorstadt 1898 ein neues Krankenhaus eingeweiht. Der historische Putzbau des Herborner Architekten Ludwig Hofmann zeigte sparsame Formen der Spätgotik. Das neue Gebäude erweiterte man in den Jahren 1902 und 1906.

Das alte Krankenhausgebäude wurde 1966 abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt, der am 9. April 1970 eingeweiht wurde. Dem langjährigen Chefarzt und Historiker Fritz Michel wurde 1989 nahe dem Eingang zum Hauptgebäude ein Denkmal gesetzt. Im Jahr 2003 schloss sich das Evangelische Stift St. Martin mit dem Gesundheitszentrum zum Heiligen Geist in Boppard und dem Diakoniezentrum Paulinenstift in Nastätten zum „Stiftungsklinikum Mittelrhein“ zusammen.

Aufgrund einer Bombenentschärfung am 4. Dezember 2011 musste das Krankenhaus, wie alle Häuser in der Gefahrenzone, vollständig geräumt werden.[1] Das Stiftungsklinikum Mittelrhein bezifferte seine Kosten auf rund eine Million Euro, 200.000 Euro für die Evakuierung und 800.000 Euro an Umsatzeinbußen.[2]

Der Klinikverbund wurde 2014 um den Kemperhof in Koblenz und das Krankenhaus St. Elisabeth in Mayen erweitert. Der neue und größere Klinikverbund trägt den Namen Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein.[3]

Das Krankenhaus erhielt 2014 von der Deutschen Stiftung Organtransplantation eine Auszeichnung für sein Engagement in der Organtransplantationsmedizin. Im Vorjahr wurden alleine hier 18 Organentnahmen durchgeführt, was bundesweit ein Spitzenwert ist.[4]

Medizinische Abteilungen[Bearbeiten]

Das Krankenhaus verfügt über die folgenden Kliniken:

Des Weiteren verfügt das Krankenhaus über ein stationäres Hospiz, eine Krankenpflegeschule und das „Stiftmobil“, mit dem hilfsbedürftige, kranke, alte und behinderte Menschen in ihrer vertrauten Umgebung gepflegt werden. Darüber hinaus rundet das Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) Mittelrhein das ambulante Angebot mit den verschiedenen Praxen für Neurochirurgie, Chirurgie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Nuklearmedizin, psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Innere Medizin/Hausärztliche Versorgung sowie einem Institut für Integrierte Medizin ab. Am Standort Koblenz befindet sich außerdem das Wohnstift St. Martin in der Südlichen Vorstadt. Es verfügt über 44 vollstationäre Plätze. Ein Kurzzeitpflegeplatz und acht Wohneinheiten Betreutes Wohnen komplettieren das Angebot.

Berühmte Patienten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Energieversorgung Mittelrhein GmbH (Hrsg.): Geschichte der Stadt Koblenz. Gesamtredaktion: Ingrid Bátori in Verbindung mit Dieter Kerber und Hans Josef Schmidt
    • Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende der kurfürstlichen Zeit. Theiss, Stuttgart 1992. ISBN 3-8062-0876-X
    • Bd. 2: Von der französischen Stadt bis zur Gegenwart. Theiss, Stuttgart 1993. ISBN 3-8062-1036-5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl.  Johannes Palm: Evakuierung eines Krankenhauses: Alles muss raus. In: führen und wirtschaften im Krankenhaus. 29. Jahrgang, Nr. 3, 2012, ISSN 0175-4548, S. 308–311.
  2.  Stephanie Mersmann: Evakuierung wegen Luftmine: Koblenz muss mehr als 1 Million Euro einplanen In: Rhein-Zeitung. 31. Januar 2012 (online, abgerufen am 26. Februar 2012).
  3. Klinikfusion zwischen dem Stiftungsklinikum Mittelrhein und dem Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen ist nun vollzogen in: Rhein-Zeitung, 25. Juli 2014
  4. Organspende: Evangelisches Stift des Koblenzer Gemeinschaftsklinikums für Spitzenwert geehrt in: Rhein-Zeitung, 12. Dezember 2014