Stiftungsklinikum Mittelrhein

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Stiftungsklinikum Mittelrhein
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Ort Koblenz
Bundesland Rheinland-Pfalz
Koordinaten 50° 20′ 54,8″ N, 7° 35′ 37,6″ O50.3485555555567.5937777777778Koordinaten: 50° 20′ 54,8″ N, 7° 35′ 37,6″ O
Geschäftsführer Falko Rapp
Versorgungsstufe Maximalversorgung
Betten 601 Planbetten
Mitarbeiter 1.850
davon Ärzte 187
Fachgebiete 15
Gründung 2003 (Zusammenschluss der drei Kliniken zur GmbH)
Website www.stiftungsklinikum.de

Die Stiftungsklinikum Mittelrhein GmbH ist ein 2003 gegründeter Altenhilfe- und Klinikverbund mit drei Standorten in Koblenz, Boppard und Nastätten. Sitz der Firma ist in Koblenz, Rheinland-Pfalz. Im Jahr 2003 schlossen sich die drei Krankenhäuser Gesundheitszentrum Evangelisches Stift St. Martin Koblenz, Gesundheitszentrum zum Heiligen Geist Boppard und Diakoniezentrum Paulinenstift Nastätten zusammen und gründeten den Altenhilfe- und Klinikverbund Stiftungsklinikum Mittelrhein. Alle drei Krankenhäuser zusammen verfügen über 607 Betten und beschäftigen 187 Ärzte sowie 652 Pflegekräfte, 223 Mitarbeiter im medizinisch-technischen Dienst/Funktionsdienst und 550 weitere Angestellte.[1] Es werden jährlich rund 20.000 Patienten stationär und 36.000 ambulant behandelt.

Es ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz[2] und wird als Krankenhaus der Maximalversorgung eingestuft.[3]

Gesundheitszentrum Evangelisches Stift St. Martin Koblenz[Bearbeiten]

Das Gesundheitszentrum Evangelisches Stift St. Martin in Koblenz

Das Gesundheitszentrum Evangelisches Stift St. Martin Koblenz ist ein Krankenhaus in Koblenz. Es befindet sich in der Südlichen Vorstadt. Das Krankenhaus der Maximalversorgung verfügt über zehn Fachabteilungen und 356 Betten.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde das heutige Gesundheitszentrum Evangelisches Stift St. Martin im Herbst 1844 von Johann Friedrich Kehr, dem Repräsentanten der evangelischen Kirche im Rheinland, als „Waisen- und Krankenhaus Evangelisches Stift St. Martin“. Unterstützt wurde Kehr von König Friedrich Wilhelm IV., der ihm ein Haus in Koblenz zur Verfügung stellte. Ein Neubau des Hauptgebäudes wurde am 9. April 1970 eingeweiht.

Aufgrund einer Bombenentschärfung am 4. Dezember 2011 musste das Stiftungsklinikum Mittelrhein, wie alle Häuser in der Gefahrenzone, vollständig geräumt werden. Bereits freitags hatte das SKM mit der Evakuierung einzelner, schwer erkrankter Patienten begonnen. Sieben Patienten wurden von der Intensivstation mit speziellen Einsatzwagen in das Bundeswehrzentralkrankenhaus verlegt. Das hauseigene Personal begleitete den Transport, das Eintreffen und die Versorgung vor Ort. Alle anderen 59 Patienten wurden am Samstagmorgen in das Gemeinschaftsklinikum Kemperhof und das BWZK evakuiert. Gut vorbereitet und in Ruhe wurde im Stiftungsklinikum von oben (Station 10) stationsweise nach unten gearbeitet. Im Eingangsbereich erfolgte die Umbettung auf die entsprechenden Transportliegen, dann ging es nach draußen in die bereitstehenden Wagen. Am Samstag, um 16 Uhr, war das SKM komplett geräumt, wurde abgeschlossen und versiegelt. Vor dem Rücktransport am Sonntag sammelten sich alle SKM-Helfer im Gemeinschaftsklinikum Kemperhof. Nach der Entwarnung durch den Krisenstab der Stadt Koblenz starteten sofort Busse, um das Personal vor den Patienten ins Stiftungsklinikum zu bringen. Noch vor der geplanten Zeit waren die Patienten wieder auf ihren Zimmern und im Krankenhaus wieder Normalbetrieb. [4]

Das Stiftungsklinikum Mittelrhein bezifferte seine Kosten auf rund eine Million Euro, 200.000 Euro für die Evakuierung und 800.000 Euro an Umsatzeinbußen.[5]

Medizinische Abteilungen[Bearbeiten]

Das Krankenhaus verfügt über die folgenden Kliniken sowie ein Adipositas-Zentrum, ein Hospiz und eine Krankenpflegeschule:

Des Weiteren verfügt das Krankenhaus über das „Stiftmobil“, mit dem hilfsbedürftige, kranke, alte und behinderte Menschen in ihrer vertrauten Umgebung gepflegt werden. Im engen Kontakt zu „Stiftmobil“ steht „Rehafit“ mit einem umfangreichen Physio- und Ergotherapeutischen Angebot an allen drei Standorten des Stiftungsklinkums. Darüber hinaus rundet das MVZ Mittelrhein das ambulante Angebot mit den verschiedenen Praxen für Neurochirurgie, Chirurgie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Nuklearmedizin,psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Innere Medizin/Hausärztliche Versorgung, Institut für Integrierte Medizin ab.

Am Standort Koblenz befindet sich außerdem das Wohnstift St. Martin in der südlichen Vorstadt. Es verfügt über 44 vollstationäre Plätze. Des Weiteren komplettieren ein Kurzzeitpflegeplatz und acht Wohneinheiten Betreutes Wohnen das Angebot.

Berühmte Patienten[Bearbeiten]

Gesundheitszentrum zum Heiligen Geist Boppard[Bearbeiten]

In Boppard wird das Krankenhaus Gesundheitszentrum zum Heilen Geist sowie die zwei Seniorenheime Wohnstift zum Heiligen Geist und Wohnstift zum Heiligen Geist Belgrano von dem Unternehmen Gesundheitszentrum zum Hl. Geist gGmbH betrieben. Dieses ist heute ein Tochterunternehmen der Betreibergesellschaft des Stiftungsklinikums Mittelrhein. Seine Wurzeln hat das Krankenhaus im Hospital zum Heiligen Geist, welches bereits seit dem 13. Jahrhundert bestand.[6] Das Gesundheitszentrum zum Heiligen Geist und der Wohnstift zum Heiligen Geist befinden sich in der Bopparder Innenstadt und sind räumlich miteinander verbunden. Teile der vom Wohnstift genutzten Gebäudeflügel stehen unter Denkmalschutz. Der Wohnstift zum Heiligen Geist Belgrano hingegen befindet sich in einem Neubau im ehemaligen Park der Villa Belgrano.

Am Standort Boppard sind die folgenden medizinischen Einrichtungen vorhanden:

Diakoniezentrum Paulinenstift Nastätten[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Nassauische Diakonissen-Mutterhaus Paulinenstiftung wurde im Jahr 1857 auf Anregung der Herzogin Pauline von Nassau gegründet. Von Beginn an stand die Pflege alter und kranker Menschen im Mittelpunkt der Arbeit des Stiftes. Im Jahr 1896 wurde das Diakonissen-Mutterhaus gebaut. Das Stift wurde 1974 umbenannt und trägt seitdem den aktuellen Namen Diakoniegemeinschaft Paulinenstift. Heute umfasst das Krankenhaus 92 Betten.

Medizinische Abteilungen[Bearbeiten]

Ebenfalls findet man „Rehafit“ auch in Nastätten. Seit Mitte 2005 ist Rehafit von allen Kostenträgern für die Erbringung von Heilmittelleistungen (Einzelrezepte) zugelassen. Zudem bieten sie für Patienten mit künstlichem Hüft- oder Kniegelenk Rehasportgruppen an.

Darüber hinaus rundet die Seniorenwohnanlage Paulinenstift das Angebot in Nastätten ab. In der Anlage befinden sich 68 vollstationäre Plätze und elf Wohneinheiten seniorengerechtes Wohnen. Ferner werden dort Gäste in der Kurzzeitpflege sowie in der Tages-, Nacht- und Stundenpflege betreut.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stiftungsklinikum Mittelrhein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stiftungsklinikum.de Daten und Fakten(HMTL, Deutsch)
  2. Uni-Mainz.de: Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Fachbereich 04: Medizin Abgerufen 22. Oktober 2010 (HTML,Deutsch)
  3. Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz 2009
  4. Vgl.  Johannes Palm: Evakuierung eines Krankenhauses: Alles muss raus. In: führen und wirtschaften im Krankenhaus. 29. Jahrgang, Nr. 3, 2012, ISSN 0175-4548, S. 308–311.
  5.  Stephanie Mersmann: Evakuierung wegen Luftmine: Koblenz muss mehr als 1 Million Euro einplanen In: Rhein-Zeitung. 31. Januar 2012 (online, abgerufen am 26. Februar 2012).
  6.  Alexander Stollenwerk: Zur Geschichte des „Hospitals zum Heiligen Geist“ und des „Gotteshauses“ in Boppard. Harald Boldt Verlag, Boppard 1961, S. 12–29.