Herborn

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Herborn in Hessen. Zur Gemeinde Herborn in Rheinland-Pfalz siehe Herborn (bei Idar-Oberstein), zum deutschen Musiker und Hochschullehrer Herborn siehe Peter Herborn.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Herborn
Herborn
Deutschlandkarte, Position der Stadt Herborn hervorgehoben
50.68258.3061111111111287Koordinaten: 50° 41′ N, 8° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 287 m ü. NHN
Fläche: 63,8 km²
Einwohner: 20.366 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 319 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35745
Vorwahlen: 02772, 02777 (nur Schönbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 012
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 39
35745 Herborn
Webpräsenz: www.herborn.de
Bürgermeister: Hans Benner (SPD)
Lage der Stadt Herborn im Lahn-Dill-Kreis
Dietzhölztal Haiger Eschenburg Siegbach Dillenburg Breitscheid (Hessen) Driedorf Greifenstein (Hessen) Bischoffen Herborn Sinn (Hessen) Mittenaar Hohenahr Ehringshausen Aßlar Lahnau Wetzlar Hüttenberg (Hessen) Solms Leun Braunfels Schöffengrund Waldsolms Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Gießen Wetteraukreis Hochtaunuskreis Landkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild

Herborn ist eine historische Fachwerkstadt an der Dill im Lahn-Dill-Kreis in Deutschland, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg Eigenwerbung als „Nassauisches Rothenburg“ betrieb. Sie zeichnet sich durch eine geschlossene historische Altstadt mit vielen Baudenkmalen aus acht Jahrhunderten aus, die zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen Deutschlands gezählt wird.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Herborn grenzt im Norden an die Stadt Dillenburg, im Nordosten an die Gemeinde Siegbach, im Osten an die Gemeinde Mittenaar, im Südosten an die Gemeinde Sinn, im Süden an die Gemeinde Greifenstein sowie im Westen an die Gemeinden Driedorf und Breitscheid (alle im Lahn-Dill-Kreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Herborn besteht aus der Kernstadt sowie den Stadtteilen Amdorf, Burg, Guntersdorf, Hirschberg, Hörbach, Merkenbach, Seelbach, Schönbach und Uckersdorf.

Blick von Osten auf Herborn

Einwohner[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998: 21.334
  • 1999: 21.415
  • 2000: 21.380
  • 2001: 21.254
  • 2002: 21.304
  • 2003: 21.214
  • 2004: 21.158
  • 2005: 21.260
  • 2006: 20.810
  • 2007: 20.921
  • 2008: 20.962
  • 2009: 20.975
  • 2010: 20.595
  • 2011: 20.577
  • 2012: 20.374
  • 2013: 20.336

Geschichte[Bearbeiten]

Herborn – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Mittelalter[Bearbeiten]

Herborn wurde 1048 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1251 auf Betreiben der Grafen Walram II. und Otto I. von Nassau die Stadtrechte.

Der Ort war Vorort der nach ihm benannten Herborner Mark (Herbore marca, Herboremarca), die während der Auseinandersetzungen um die Landeshoheit zwischen den Grafen von Nassau und den Landgrafen von Hessen(-Thüringen) hart umkämpft war. Diese Streitigkeiten und heftigen Kämpfe sind unter dem Begriff „100-jährige Dernbacher Fehde“ (um 1230 bis 1333) in die Geschichtsschreibung eingegangen.

Das Gebäude der Hohen Schule Herborn von 1588–1817
Gedenktafel für Johann Amos Comenius am Gebäude der ehemaligen Hohen Schule Herborn

Hohe Schule[Bearbeiten]

1584 erhielt Herborn die Hohe Schule, eine Gründung Johanns VI. von Nassau-Dillenburg, eines jüngeren Bruders Wilhelms von Oranien und Namensgebers des heutigen Gymnasiums Johanneum.

1584 wurde von Graf Johann VI. von Nassau-Dillenburg die Academia Nassauensis, die Hohe Schule Herborn, gegründet. Diese später reformierte universitätsähnliche Hochschule war mit vier Fakultäten ausgestattet. Trotz wiederholter Bemühungen lag noch um 1750 kein kaiserliches Privileg für die Führung der Bezeichnung „Universität“ und der damit verbundenen Privilegien vor. Weil sich der Kaiser trotz der unbestritten hohen Qualität der Lehre weigerte, der Hohen Schule die Universitätsprivilegien zu verleihen, hatte diese niemals ein Promotionsrecht.

In der Festschrift zur 400-Jahrfeier Von der Hohen Schule zum Theologischen Seminar steht im Text von Mitautor Gerhard Menk:[2]

„Im Dezember 1603 lag die Frequenz bei rund 400 Schülern und Studenten, darunter überaus zahlreichen Ausländern und Adligen – Ausweis genug für die zurzeiten überaus hohe Reputation der nassauischen Hohen Schule wie ihres Lehrpersonals.“

Sie wurde bald eine der wichtigsten Bildungsstätten der Kalvinistisch-Reformierten in Europa. Der bedeutendste Student war Johann Amos Comenius von 1611 bis 1613, ein bekannter Förderer der Pädagogik.

Im allgemeinen Teil der Festschrift des ehemaligen Stadtarchivars Rüdiger Störkel ist im Zusammenhang mit der Entwicklung der Studentenzahlen im 18. Jahrhundert folgendes zu lesen:

„Mit bis zu 50 Neueinschreibungen pro Jahr dürfte die Hohe Schule zwischen 100 und 150 Hörer gehabt haben. In der ersten Blütezeit gab es allerdings Jahre, wo diese Zahl bei über 300 gelegen haben muss. 1603 sollen 400 Studenten und Schüler in Herborn gewesen sein. Ab 1725 setzt ein (…) Niedergang des Besuchs ein.[3]

Die Hohe Schule war zu dieser Zeit zeitweise die einzige reformierte Hochschule.

Die Hohe Schule wurde 1817 geschlossen. Ihre theologische Fakultät wurde in das einzige „Theologische Seminar“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau umgewandelt und im Herborner Schloss angesiedelt. 1825 wurde der spätere Prälat (Landesbischof) der Badischen Landeskirche, Ludwig Hüffell, zum Professor in Herborn ernannt.

Die ursprünglichen Gebäude werden als Hotel und Restaurant benutzt. Die Aula bietet Vereinen der Stadt (u. a. der Schlaraffia „Ob der Dill“) Veranstaltungsmöglichkeiten. In den Obergeschossen befindet sich das städtische Museum mit Sammlungen und Sonderausstellungen zur Frühgeschichte des Dillgebietes, der Geschichte der Hohen Schule und der Stadt Herborn.

Seit über 25 Jahren werden die Räumlichkeiten einmal jährlich für ein wissenschaftliches Symposium zu den Life Sciences im Rahmen der Old Herborn University genutzt[4] Die Vorträge werden in den Seminarbänden der Old Herborn University veröffentlicht.

Neuzeit[Bearbeiten]

In Herborn entstand ab 1602 die erste Bibelübersetzung der Reformierten durch Johannes Piscator, die in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und den USA das kirchliche Leben der reformierten Gemeinden entscheidend geprägt hat. Sie ist in der akademischen Druckerei von Corvinus (heute Corvinsche Druckerei bzw. Paul’s Hof nach dem Besitzer, der Familie Paul) gedruckt worden. Der Sepher-Verlag in Herborn arbeitet seit dem Jahre 2000 an einer Facsimile Ausgabe der in Herborn erschienenen Erstausgabe.

1626 verlor die Stadt durch ein Feuer, das durch einen Unfall bei der Einquartierung von Soldaten entstand, 214 Häuser. Wenig später erlebten Herborn und Umgebung eine Welle von Hexenprozessen.

Zum Ende des Dreißigjährigen Krieges pflegte die Bürgerschaft 50 schwedische Soldaten, was ihr den Schutz durch die schwedische Armee einbrachte und damit den Ruf einer „Lazarettstadt“, der bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs währte.

Nach dem Wiener Kongress geriet Herborn in eine Randlage zu Preußen und seine Wirtschaft litt unter den Einfuhrzöllen. Erst 1836 trat das Herzogtum Nassau dem Zollverein bei. Nach dem preußisch-österreichischem Krieg von 1866, bei dem Nassau auf Seiten Österreichs gestanden hatte, wurde das Herzogtum Nassau zusammen mit dem Kurfürstentum Hessen von Preußen annektiert und als preußische Provinz Hessen-Nassau dem Königreich Preußen einverleibt. Somit kam Herborn zu Preußen.

Moderne[Bearbeiten]

Gedenkinschrift für die jüdische Gemeinde Herborn im Tal der Gemeinden in Yad Vashem

Im Zweiten Weltkrieg blieb Herborn weitgehend von Bomben verschont, nicht jedoch von der Auslöschung der jüdischen Gemeinde 1942 und der Deportation und Tötung zahlreicher Patienten der Psychiatrischen Kliniken.

Die Stadt wurde am 7. Juli 1987 durch ein Tanklastwagenunglück überregional bekannt: Gegen 20:45 Uhr fuhr ein mit 34.000 Litern Kraftstoff beladener Tanklastwagen in ein Haus, nachdem er auf der kilometerlang abschüssigen B 255 wegen mehrerer technischer Probleme nicht hatte gebremst werden können. Der auslaufende Kraftstoff floss in die Kanalisation, explodierte und setzte zwölf Häuser in Brand. Auch die Dill, in die Kraftstoff geflossen war, stand mitsamt dem Uferbewuchs auf ca. 500 m in Flammen. Zu den Löscharbeiten wurde auch die Berufsfeuerwehr aus dem ca. 100 km entfernten Frankfurt am Main hinzugezogen. Sechs Menschen kamen ums Leben, 40 wurden verletzt. Nach diesem Unfall und einem weiteren Unfall an derselben Stelle wurde die Gefällestrecke, die in die Stadt führt, mit einer Schikane versehen, die nur mit maximal 30 km/h durchfahren werden kann. Schnellere Fahrzeuge können der Kurve nicht folgen und werden so zwangsweise auf eine mit Rollkies befüllte Notfallspur geleitet, in der die Fahrzeuge zwangsweise zum Stehen kommen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Guntersdorf auf freiwilliger Basis eingegliedert.[5]

Die Gemeinden Amdorf und Uckersdorf wurden am 1. Dezember 1970 auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Burg eingegliedert.[6]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Januar 1977 die Stadt Herborn und die bis dahin selbstständigen Gemeinden Burg, Herbornseelbach, Hirschberg, Hörbach, Merkenbach und Schönbach durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen zur neuen Stadt Herborn zusammengeschlossen.[7]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Stadtoberhaupt ist seit 2001 Hans Benner (SPD), Er erhielt bei der Bürgermeisterwahl 2007 73 % der gültigen Stimmen. Der 1949 in Herbornseelbach geborene Politiker war 2001 in der Stichwahl mit 57 % der gültigen Stimmen zum Nachfolger von Bernd Sonnhoff, (CDU) gewählt worden.

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[8]

Gemeindewahl in Herborn 2011
 %
40
30
20
10
0
35,0 %
32,9 %
15,3 %
9,0 %
3,9 %
3,9 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-4,0 %p
-6,1 %p
+8,2 %p
+1,6 %p
-0,4 %p
+3,9 %p
-3,2 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,0 13 39,0 14
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,9 12 39,0 14
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 15,3 6 7,1 3
FWG Freie Wählergemeinschaft 9,0 3 7,4 3
FDP Freie Demokratische Partei 3,9 2 4,3 2
SGH Sozialgruppe Herborn VDK 3,9 1
WASG Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative 3,2 1
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 37,1 36,6

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Verbrüderungseid zwischen Herborn und Pertuis

Herborn unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Außerdem nennt die Stadt auf ihrer Internet-Präsenz Post Falls (Idaho, USA) als Patenstadt.[9]

An sämtlichen Ortseingängen sind neben den Flaggen Herborns, Hessens, Deutschlands und der EU auch die Flaggen der Staaten der Partnerstädte bzw. Patenstädte USA, Frankreich, Polen und Österreich gehisst.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wichtigste Sehenswürdigkeit ist die historische Altstadt. Im Jahr 1986 fand hier der Hessentag, das älteste Landesfest Deutschlands, statt. 2016[10] wird Herborn wieder Gastgeber sein.

Museen[Bearbeiten]

  • Städtisches Museum Herborn in der Hohen Schule
  • Heimatmuseum Herborn-Seelbach „Alte Schule“
  • Heimat- und Industriemuseum (Herd und Ofenmuseum) Burg
  • Heimatstube Hörbach
  • Psychiatriemuseum Herborn, Vitos GmbH Zentrum für Soziale Psychiatrie

Bauwerke[Bearbeiten]

Rathaus[Bearbeiten]

Rathaus mit Wappenfries

erbaut 1589, nach einem Brand 1626 wieder aufgebaut. Besonderheit des Herborner Rathauses ist der umlaufende Fries mit den Wappen Herborner Bürgerfamilien. Bis heute Sitz der gesamten Stadtverwaltung, des Stadtparlaments und der Räte (Anbau in der Turmstraße).

Am 8. Juni 2010 wurde bekannt, dass das Rathaus - wie beispielsweise auch die Hohe Schule, der Wilhelmsturm (Dillenburg), das Kloster Altenberg oder die Grube Fortuna - fortan dem Schutz der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten unterliegen. Ein vorsätzlicher Angriff und die Beschädigung wären im Falle eines Kriegs ein Kriegsverbrechen und könnte vom Internationalen Strafgerichtshof geahndet werden.[11]

Weitere Bauwerke[Bearbeiten]

Die evangelische Stadtkirche
Das Haus Marktplatz 1/2 mit barockem Schnitzwerk, erbaut 1727
Der Dillturm an der ehemaligen Stadtmauer
  • historische Evangelische Stadtkirche Herborn (dokumentarische Ersterwähnung 1219)
  • zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 15.–18. Jahrhundert (ältestes Haus Mühlgasse: 1445)
  • Marktplätze: Buttermarkt, Kornmarkt, Holzmarkt
  • Marktbrunnen aus dem Jahre 1732
  • Paulshof (Corvin’sche Druckerei) Druckerei der Hohen Schule
  • Hohe Schule (mit dem Heimatmuseum) gegründet 1584 (Ursprungsbau als Altes Rathaus, 1324 Ersterwähnung)
  • Reste der Stadtmauer mit den Türmen:
    • Steinerne Pforte (Erstes Stadttor, vermutlich ca. 1251)
    • Dillturm
    • Leonhardsturm mit Neuer Pforte
    • Hexenturm, als einziger Herborner Turm in Privateigentum (Eigentümer Jan Richter)
    • Bürgerturm
    • Speckturm mit Wassertor
    • Hainturm (zur Hälfte abgebrochen)
  • Schloss Herborn, Ersterwähnung 1350, heute Sitz des Theologischen Seminars der Evangelischen Kirche Hessen-Nassaus
  • Villa Hofmann 1889/1904

Parks[Bearbeiten]

Der Ortsteil Uckersdorf beherbergt den Vogelpark. Im Park werden etwa 70 Vogelarten gezüchtet, darunter auch einige stark gefährdete Vogelarten wie Balistar, Krontaube und Palawan-Pfaufasan. Der Vogelpark betreibt seit 1981 ein Auswilderungsprojekt für Weißstörche. Ein Biotopgehege mit Rosaflamingos, zum Teil begehbare, nach Themen und Regionen gestaltete Volieren (z. B. das Asiengehege) und einige Säugetierarten wie Lisztaffen, Erdmännchen, Kängurus und Muntjaks sowie ein Streichelzoo ergänzen den Vogelpark. Eine Zooschule bietet ein pädagogisches Konzept für Kinder- und Jugendgruppen an.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Rock im Stadtpark (Pfingstsamstag)
  • Erdbeersonntag (1. Sonntag im Juni)
  • Ponyfest in Herborn/Schönbach (Mai/Juni)
  • Weinfest (1. Wochenende im Juli)
  • Sommerfest (letzter Samstag im Juli)
  • Kinderspektakel im Stadtpark (August)
  • Kartoffelsonntag (2. Sonntag im September)
  • Verleihung des Kleinkunstpreises „Herborner Schlumpeweck“ in der Kulturscheune Herborn (September)[12]
  • Martinimarkt (Sonntag und Montag vor Volkstrauertag)
  • Herborn in der Vorweihnachtszeit - Weihnachtsmarktplatz (ca. 6 Buden, 1 Pagodenzelt. Dauer 5 Wochen, tgl. geöffnet 12-19 Uhr)

Ferienstraßen[Bearbeiten]

Herborn liegt an der Deutschen Fachwerkstraße und an der Solmser Straße. Außerdem an der Oranier-Route von Nassau nach Bad Arolsen (Radtour).

Sport[Bearbeiten]

Der Sportverein TTC Herbornseelbach spielte insgesamt drei Jahre lang in der Tischtennis-Bundesliga.

Wandern und Radfahren[Bearbeiten]

Die Wanderfreunde Herborn e. V.' richten jedes Jahr im März eine Internationale Volkswanderung aus. Außerdem betreiben sie drei Permanente Wanderwege mit Streckenlängen von 5, 6, 9, 10, 11, 13 und 42,2 km. Die Strecken werden für das Internationale Volkssportabzeichen des Deutschen Volksportverbandes gewertet. Der Marathon über 42,2 km ist der älteste Permanente Wanderweg in Hessen. Er wurde am 1. Januar 2005 mit zwei PW, in Schleswig-Holstein, als erste PW in Deutschland eröffnet. Zum 1. Dezember 2008 haben die Wf Herborn zwei Schleifen an den Marathon, 42,2 km angebunden. Die Schleifen haben eine Streckenlänge von 5 km (Alsbachtal) und 10 km (Dernbachtal). Start für die 5, 6, 10 und 11 km des Jakobusweges ist am Bahnhof Herborn. Alternativer Startort für den Jakobusweg, mit den Strecken über 9 und 13 km Strecke ist die Hotel - Reception der Gasthausbrauerei Gutshof, Austr. 81. Die 5, 10, 42 km sind mit PW markiert. Alle anderen Strecken Mit J. Am 9. Dezember eröffneten die Wanderfreunde Herborn e.V. den ersten barrierefreien Permanenten Wanderweg in Bischoffen am Aartalsee. Die Strecken führen um den großen und kleinen Aartalsee und haben eine Streckenlänge von 6 und 10 km.

Herborn ist Portalsstadt des 235 km langen Prädikat-Wanderwegs „Westerwaldsteig“ (Herborn – Bad Hönningen am Rhein) und des Premium-Wanderwegs „Lahn-Dill-Berglandpfad“ (Herborn – Marburg). Des Weiteren liegt Herborn am Hessenweg 1 (Diemelsee-Eltville), am Thüringen-Rhein-Wanderweg (Inselsberg-Engers) und hat Zugangswege zum Rothaarsteig. Radwege bestehen entlang der Dill, zum Aartalsee und zur Krombachtalsperre (Radfernweg R8, Oranier-Route, Dillradweg).

Reiten[Bearbeiten]

Im Jahr 1946 erhielt der Reiterverein Herborn als erster Reiterverein in Hessen nach dem Krieg die Lizenz zur Wiederaufnahme des Reitsports durch die amerikanische Militärregierung. Reiten galt damals noch als „militärisch“. Am 5. Oktober 1947 fand das erste Nachkriegsturnier in Hessen statt – in Herborn. 1952 nahm die komplette Mannschaft des deutschen Olympiade-Komitees am Turnier teil. Sponsoren stifteten eine Reihe neuer Hindernisse wie das „Herborner Hufeisen“ von der Firma Haas & Sohn sowie der „Fontänensprung“ der Herborner Pumpenfabrik. Zitat: „Die Herborner Turniere hatten eine solche Bedeutung und Ansehen gewonnen, dass der Hessische Rundfunk eine Reportage direkt vom Turnierplatz übertrug. Die für 70 Personen vorgesehene Pressetribüne konnte die Reporter kaum fassen...darunter die Vertreter der größten deutschen Tageszeitungen.“ 1964 fanden in Herborn die Deutschen Meisterschaften der Spring- und Dressurreiter statt. In den 1970er Jahren gelang es den Turnierveranstaltern, das Land Mexiko als Sonder-Ehrenpreisgeber für den erfolgreichsten Teilnehmer zu gewinnen. Ausgelobt wurde eine 14-tägige Mexikoreise erster Klasse. Gewinner war unter anderen Josef Neckermann. An den Turnieren in Herborn nahmen u. a. teil: Hans Günter Winkler (Ehrenmitglied des Reitervereins Herborn), Josef Neckermann, Fritz Thiedemann, Helga Köhler, Alwin und Paul Schockemöhle, Hugo Simon, Gerd Wiltfang, Franke Sloothaak. Der Reiterverein Herborn ist der einzige Reiterverein in Deutschland, der eine eigene Poloabteilung unterhält. Seit 2009 wird das Hallen-Polo-Turnier um den Bärencup veranstaltet.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Herborn besitzt heute zwei noch bediente Bahnstationen, dazu kommen vier weitere aufgelassene.

Bahnhof Herborn (Dillkr)

Empfangsgebäude des Bahnhofs Herborn (Dillkreis)

Herborn erhielt 1862 mit dem Bahnhof Herborn an der Dillstrecke einen Eisenbahnanschluss.

Das heutige Empfangsgebäude stammt von 1908 vom Kirchenbaumeister Ludwig Hofmann. Früher wurde der Bahnhof Herborn durch zwei weitere Strecken bedient:

Am Bahnhof Herborn halten die Regionalexpress-Züge von Siegen nach Frankfurt am Main und ein Flügelzug des Mittelhessen-Express, der zwischen Dillenburg und Frankfurt verkehrt.

Bahnhof Burg (Dillkr)

Gelegen am Streckenkilometer 40,92 der Aar-Salzböde-Bahn, besaß dieser Bahnhof einmal drei Bahnsteiggleise[13].

Haltepunkt Burg (Dillkr) Nord

Die zweite noch betriebene Bahnstation, ebenfalls an der Dillstrecke gelegen, gehört zur Bahnhofskategorie 6. Der Haltepunkt dient im Gegensatz zum Bahnhof Herborn (Dillkr) ausschließlich dem Personennahverkehr.

Burg (Dillkr) West, Uckersdorf und Amdorf

Diese drei Bahnstationen befanden sich an der Westerwaldquerbahn.

Die Stadt ist Mitglied im Verkehrsverbund Lahn Dill (VLD); siehe auch: Nahverkehr Dillenburg/Herborn

Herborn ist über die Anschlussstellen Herborn-Süd und Herborn-West direkt an die Autobahn A 45 / (E 40/E 41) angebunden, die das Rhein-Main-Gebiet mit dem östlichen Ruhrgebiet verbindet. Im Stadtgebiet kreuzen sich die Bundesstraßen 277 (nach Wetzlar und Dillenburg) sowie 255 (nach Montabaur und Marburg).

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Herborn ist mit der Firma Rittal GmbH & Co. KG der größte Arbeitgeber der Region ansässig.

Eine der industriegeschichtlich bedeutendsten Firmen Herborns war die Burger Eisenwerke, auf deren Gelände arbeitet die seit 2003 als Sell GmbH firmierende Sparte der Zodiac Aerospace Group, aus der Burger Eisenwerke ging auch ein Teil von Electrolux Deutschland hervor. Allgemein sind auf dem Gewerbepark „Burger Eisenwerke“ ca. 30 Unternehmen angesiedelt.

Seit 2012 gibt es keine Brauerei mehr in Herborn. Die Brauerei war zuletzt noch in die MH-Braugruppe integriert worden. Das Herborner Brauhaus konnte bis zur Schließung auf eine über 130-Jährige Brautradition zurückblicken. In der Herborner Au ist allerdings 2005 ein Hotel-Restaurantbetrieb entstanden, der Bier nach Hausbrauerart produziert.

Medien[Bearbeiten]

Neben dem Herborner Tageblatt, einer Lokalausgabe der Zeitungsgruppe Lahn-Dill (Sitz: Wetzlar), gibt es das Herborner Echo aus dem Verlag Weidenbach (Sitz: Dillenburg), welches mit erstgenannter eng verknüpft ist. Der Herborner Stadtanzeiger ist das amtliche Mitteilungsblatt der Stadt Herborn und wird wöchentlich donnerstags an alle Herborner Haushalte verteilt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Stadtpolizei 3 Beamte (im Rathaus)

Präventiv die gleichen Eingriffsbefugnisse wie die Landespolizei. Die Beamten der Stadtpolizei sind bewaffnet zur Notwehr/Nothilfe. Sie dürfen außerdem bei dringenden Einsatzlagen Sonder und Wegerechte in Anspruch nehmen

Befugnisse: -KFZ-Halterabfragen -Identitätsfeststellungen -Personenkontrollen -Platzverweise -Sicherstellungen -Festnahmen nach Jedermannsrechten -Zwangseinweisungen -Abschleppmaßnahmen -Verkehrsmaßnahmen/Verkehrslenkung -Kontrolle des ruhenden und fließenden Verkehr

  • Polizei ca. 60 Beamte (Schutzpolizei)
  • Amtsgericht
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Rettungswache und Notarztstandort (Rettungsdienst Eschenburg GmbH und DRK Dill GmbH)
  • Vitos Herborn gGmbH (Zentrum für Soziale Psychiatrie)
  • Staatliches Amt für Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen
  • Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche
  • Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises

Bildung[Bearbeiten]

Das Schloss Herborn

In Herborn gibt es nach dem Neubau und der Zusammenlegung von 2 Kindertagesstätten im Stadtteil Seelbach im Jahr 2007 noch neun Kindertagesstätten, von denen vier durch die Stadt Herborn und fünf durch kirchliche und freie Träger betrieben werden. Insgesamt werden ca. 750 Kindergartenplätze angeboten. Darunter befinden sich auch mehrere Krabbelstubenplätze für Kinder unter drei Jahren.

Im Stadtgebiet Herborn gibt es mehrere Schulen. In der Au ist das Johanneum Gymnasium ansässig, das nach den Schülerzahlen zu den größten Gymnasien Hessens gehört, in der Alsbach befindet sich die Comenius-Schule, eine Grund-, Haupt- und Realschule, auf dem Kirchberg findet man die denkmalgeschützte Kirchbergschule, eine Förderschule und direkt in der Innenstadt befindet sich noch die Diesterwegschule, eine weitere Grundschule. Ergänzend finden sich in den Herborner Ortsteilen Burg, Schönbach und Herborn-Seelbach noch jeweils eine Grundschule und in Merkenbach und Hörbach je ein Standort der, auf vier Standorte aufgeteilten, Neuen Friedenschule, einer weiteren Grund-, Haupt- und Realschule.

Außerdem ist im Schloss von Herborn das (einzige) Theologische Seminar der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau beheimatet, ein (letzter) Ableger der untergegangenen Hohen Schule und Erbe der bedeutenden Bibliothek.

Musik[Bearbeiten]

Mehrere Bands kommen aus Herborn, unter anderem die Death-Metal-Band Lay Down Rotten.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Geschichtsverein Herborn (Hrsg.): 750 Jahre Stadt Herborn. 1251–2001. Herborn 2001.
  • Gerhard Menk: Die Hohe Schule Herborn in ihrer Frühzeit (1584–1660). Ein Beitrag zum Hochschulwesen des deutschen Kalvinismus im Zeitalter der Gegenreformation; Wiesbaden: Historische Kommission für Nassau, 1981; ISBN 3-922244-42-4 und ISBN 3-922244-424
  • Gottfried Zedler, Hans Sommer: Die Matrikel der Hohen Schule und des Paedagogiums zu Herborn; Wiesbaden 1908

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Menk 1981, S. 26.
  3. Geschichtsverein Herborn 2001, S. 71
  4. old-herborn-university.de
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 356.
  6. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 296
  7. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I S. 237
  8. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Herborn, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 4. April 2011.
  9. Partnerstädte/Patenstädte Herborns,
  10. Herborn wird Hessentagsstadt 2016. Pressemeldung der Hessischen Staatskanzlei, 17. Dez. 2014
  11. Druckausgabe der Dill-Zeitung (8. Juni 2011)
  12. „Herborner Schlumpeweck“ im Programm der Kulturscheune Herborn
  13. www.rostendeschienen.de