Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz
| Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz | |
|---|---|
| Trägerschaft | Sanitätsdienst der Bundeswehr |
| Ort | Koblenz |
| Bundesland | Rheinland-Pfalz |
| Koordinaten | 50° 22′ 7,9″ N, 7° 32′ 34,7″ O50.3688611111117.5429722222222Koordinaten: 50° 22′ 7,9″ N, 7° 32′ 34,7″ O |
| Chefarzt | Generalarzt Michael Zallet |
| Versorgungsstufe | Maximalversorgung |
| Betten | 506 |
| Mitarbeiter | 1.485 |
| davon Ärzte | 324 |
| Fachgebiete | 19 |
| Gründung | 2. Juli 1957 |
| Website | Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz |
Das Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz (BwZKrhs) in Koblenz ist das größte spezialisierte Krankenhaus der Bundeswehr. Aufgabe der 1957 gegründeten Einrichtung ist die medizinische Versorgung von verletzten oder bei Auslandseinsätzen verwundeten Soldaten der deutschen Streitkräfte, sowohl ambulant als auch stationär.
Mit der Öffnung für Zivilpatienten erfolgte 1970 die Umbenennung in „Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz“. Seit 1987 ist es akademisches Lehrkrankenhaus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Das Krankenhaus der Schwerpunktversorgung verfügt über 19 verschiedene Fachabteilungen und 13 angegliederte Ambulanzen und kooperiert mit dem Land Rheinland-Pfalz auf dem Gebiet der Herz- und Gefäßchirurgie, der Zulassung für BG-Verfahren und andere Spezialisierungen. Es verfügt über 506 Betten, davon sind 125 für zivile Patienten reserviert und beschäftigt 1450 Mitarbeiter, 260 Ärzte und Apotheker. Im Jahr werden rund 20.000 stationäre Patienten betreut und 220.000 ambulante Behandlungen durchgeführt, davon sind rund 65 Prozent zivile Patienten.[1]
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Akutversorgung von Notfallpatienten durch das Rettungszentrum in Verbindung mit der zentralen Notaufnahme. Das Rettungszentrum leistet einen Beitrag zur notärztlichen Versorgung im Großraum Koblenz durch den Betrieb des Rettungshubschraubers „Christoph 23“, eines eigenen Notarzteinsatzfahrzeugs und eines Intensivtransportwagens. Der strategische Lufttransport von Intensivpatienten mit dem MedEvac Lazarett-Airbus rundet das Einsatzspektrum ab. Den Posten des Chefarztes bekleidet seit April 2012 Generalarzt Michael Zallet.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Ein erstes großes Lazarett für verwundete Soldaten wurde 1805 auf Erlass von Kaiser Napoleon I. unter dem Namen „Hospice spécialement destiné au traitement des blesses et des maladies curables“ in Koblenz eingerichtet. Aus ihm entwickelte sich das heutige Klinikum Kemperhof. Nach der Übergabe von Koblenz an Preußen errichteten diese das „Königlich-preußische Garnisonlazarett zu Coblenz“ in der Stadt. 1918 wurde es von der US-Armee beschlagnahmt und aufgelöst.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erbaute die französische Armee in den Jahren 1952 bis 1955 ein Lazarett unter dem Namen „André-Curtillat-Lazaret“ in Koblenz-Metternich. Mit Gründung der Bundeswehr 1955 zogen erste deutsche Soldaten im „Truppenlager Andernach“, der heutigen Krahnenberg-Kaserne, ein. Die Bundeswehr übernahm am 2. Juli 1957 das Lazarett feierlich von den Franzosen und machte es in der Zeit danach zur größten medizinischen Einrichtung der deutschen Streitkräfte.
Am 1. Oktober 1970 erfolgte die Umbenennung von „Zentrallazarett der Bundeswehr“ in „Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz“ und die Öffnung für zivilen Patienten. Seit dem 30. April 1987 ist das Bundeswehrzentralkrankenhaus akademisches Lehrkrankenhaus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Am 23. April 1999 wurde die seit dem 29. Januar 1973 bestehende Luftrettung durch den ADAC übernommen. 2003 wurde die Interdisziplinäre Notaufnahme eingeführt. Am 10. Februar 2006 bekam das Bundeswehrzentralkrankenhaus die Bezeichnung „Notfallmedizinisches Zentrum des Landes Rheinland-Pfalz“ verliehen.
Seit der Deutschen Wiedervereinigung 1990 nimmt die Bundeswehr an vielen Auslandseinsätzen teil. Die dort verwundeten Soldaten werden mithilfe des MedEvac Lazarett-Airbus zum Flughafen Köln/Bonn geflogen, von wo aus sie zur weiteren medizinischen Behandlung in das Bundeswehrzentralkrankenhaus nach Koblenz verbracht werden.
Viele Politiker und Prominente wie die Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt[3] und Willy Brandt, der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der frühere SPD-Chef Rudolf Scharping sowie einige Verteidigungsminister ließen sich in dem renommierten Krankenhaus behandeln.
Struktur[Bearbeiten]
Abteilungen[Bearbeiten]
Das Bundeswehrzentralkrankenhaus verfügt über die folgenden 19 Abteilungen:
Operative Abteilungen[Bearbeiten]
- Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie
- Augenheilkunde
- Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
- Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie
- Orthopädie und Unfallchirurgie mit Plastischer und Wiederherstellungschirurgie sowie Verbrennungsmedizin
- Urologie
- Neurochirurgie
- Herz- und Gefäßchirurgie
- Fachzahnärztliches Zentrum
Medizinische Abteilungen[Bearbeiten]
- Innere Medizin, Labor für Herz-Kreislauf- und Lungenfunktionsdiagnostik
- Dermatologie, Venerologie und Allergologie
- Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie
Zentrale Abteilungen[Bearbeiten]
- Radiologie
- Anästhesiologie und Intensivmedizin
- Pathologie
- Nuklearmedizin (mit einer Abteilung im Klinikum Kemperhof Koblenz)
- Laboratoriumsmedizin und Blutdepot
- Pflegedienst
- Krankenhausapotheke
Einrichtungen[Bearbeiten]
Am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz ist der Rettungshubschrauber „Christoph 23“ stationiert, welcher im Rahmen einer zivil-militärischen Zusammenarbeit seit dem 8. April 1999 durch den ADAC betrieben wird und den zuvor eingesetzten Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ Bell UH1-D ablöste. Maschine sowie Pilot werden von der „ADAC Luftrettungs GmbH Gemeinnützige Gesellschaft“ gestellt, während das Rettungsdienstpersonal, also Notarzt und Rettungsassistent, weiterhin von der Bundeswehr gestellt wird. Darüber hinaus existiert seit einiger Zeit auch ein Intensivtransportwagen (ITW), welcher vorher als Notarztwagen (NAW) genutzt wurde und ein eigenes Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), die beide am öffentlich-rechtlichen Koblenzer Rettungsdienst teilnehmen. Sämtliche Rettungsmittel sind unter dem Oberbegriff „Rettungszentrum Koblenz“ vereint.
Das Krankenhaus besitzt eine eigene Krankenhausapotheke, eine Wäscherei sowie einen Zentralsterilisation. Das BwZKrhs verfügt auch über eine automatische Warentransportanlage für die Krankenhausversorgung. Transportiert werden Versorgungsgüter (Verbrauchstoffe, Medikamente, Reinwäsche und Sterilgut) sowie Entsorgungsgüter (Abfall, Schmutzwäsche). Die Essensversorgung der Patienten wird ebenfalls über diese Anlage abgewickelt. Des Weiteren verfügt das Krankenhaus über eine Bibliothek und über eine Einrichtung für Militärseelsorge.
Chefärzte[Bearbeiten]
| Nr. | Name | Beginn der Berufung | Ende der Berufung | Dienstgrad |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Norbert Breidenbach | seit Aufstellung | September 1966 | Generalarzt |
| 2 | Helmut Dittler | Oktober 1966 | September 1971 | Generalarzt |
| 3 | Leo Nonn | Oktober 1971 | März 1975 | Generalarzt |
| 4 | Kurt Felkl | April 1975 | März 1979 | Generalarzt |
| 5 | Franz Xaver Gärtner | April 1979 | März 1982 | Generalarzt |
| 6 | Friedrich-Albert Richarz | April 1982 | März 1984 | Admiralarzt |
| 7 | Ernst Müller-Troschel | April 1984 | März 1989 | Admiralarzt |
| 8 | Klaus-Theodor Fliedner | April 1989 | März 1993 | Admiralarzt |
| 9 | Björn Mirow | April 1993 | September 1998 | Generalarzt |
| 10 | Herbert Frößler | Oktober 1998 | Oktober 2001 | Generalarzt |
| 11 | Verena von Weymarn | November 2001 | Juli 2004 | Generalarzt |
| 12 | Christoph Veit | August 2004 | August 2008 | Generalarzt |
| 13 | Georg Mager | August 2008 | November 2010 | Generalarzt |
| 14 | Torsten Sohns | November 2010 | April 2012 | Generalarzt |
| 14 | Michael Zallet[4] | April 2012 | heute | Generalarzt |
Weblinks[Bearbeiten]
- Website des Bundeswehrzentralkrankenhauses in Koblenz
- 50-jähriges Jubiläum des Bundeswehrzentralkrankenhauses
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Bundeswehrzentralkrankenhaus, Main-Rheiner, 22. Mai 2007.
- ↑ Chefarztwechsel, Website des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, 9. August 2012.
- ↑ Konzeptionelle Widersprüche, Die Zeit, Nr. 39, 23. September 1988.
- ↑ Führungsübergabe im Bundeswehrzentralkrankenhaus. Sanitätsdienst der Bundeswehr, 27. April 2012, abgerufen am 3. Mai 2012.
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