Golling an der Salzach

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Dieser Artikel erläutert die Gemeinde, den Marktort ebenda siehe Golling (Gemeinde Golling).
Golling an der Salzach
Wappen von Golling an der Salzach
Golling an der Salzach (Österreich)
Golling an der Salzach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Hallein
Kfz-Kennzeichen: HA
Hauptort: Golling an der Salzach
Fläche: 82,09 km²
Koordinaten: 47° 36′ N, 13° 10′ O47.613.166666666667476Koordinaten: 47° 36′ 0″ N, 13° 10′ 0″ O
Höhe: 476 m ü. A.
Einwohner: 4.153 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 51 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5440
Vorwahl: 0 62 44
Gemeindekennziffer: 5 02 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 80
5440 Golling an der Salzach
Website: www.golling.salzburg.at
Politik
Bürgermeister: Anton Kaufmann (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(21 Mitglieder)
13 ÖVP, 5 SPÖ, 3 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Golling an der Salzach im Bezirk Hallein
Abtenau Adnet Annaberg-Lungötz Bad Vigaun Golling an der Salzach Hallein Krispl Kuchl Oberalm Puch bei Hallein Rußbach am Paß Gschütt Sankt Koloman Scheffau am TennengebirgeLage der Gemeinde Golling an der Salzach im Bezirk Hallein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Golling an der Salzach ist eine Gemeinde im Bundesland Salzburg im Bezirk Hallein in Österreich mit 4153 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Salzachtal im Tennengau im Salzburger Land rund 25 km südlich von Salzburg.

Es ist die letzte Ortslage, bevor es von Salzburg kommend direkt ins Gebirge geht. Die Lage Gollings am Nordfuß von Hagengebirge und Tennengebirge bringt unbeständige Wetterverhältnisse mit, der Ort wird oft als „Wetterloch“ bezeichnet, weil es hier häufiger regnet als in den nördlichen Nachbargemeinden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kuchl
Schönau am Königssee (Lkr. BGL, BY, DE) Nachbargemeinden Scheffau am Tennengebirge
Werfen (Bez. St. Johann/ Pongau) Pfarrwerfen (Bez. St. Johann/ Pongau)
Pfarrwerfen grenzt nur in einem Punkt an, in der Ofenrinne beim Hochtor

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst drei Ortschaften und Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011):[1]

  • Golling an der Salzach (Hauptort) – rechts der Salzach im Norden der Gemeinde (1810)
  • Obergäu – der Südosten rechts der Salzach, das Lammertal hinein und zum Pass Lueg (1306)
  • Torren – der Südosten links der Salzach bis zum Pass Lueg und das Bluntautal hinein (978)

Obergäu und Torren waren früher eigenständige Gemeinden, wurden aber im Laufe der Zeit an Golling angegliedert. Dabei wurde dann der damalige Ort Golling als Gemeindeteil ortsüblich „Markt“ benannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Burg Golling

Im Ortsteil Torren am rund 10 m erhöhten Nikolausberg am Westrand des Salzachtales wurde 1982 ein keltisches Werkzeugdepot aufgefunden, das den Ambisonten zugeordnet wird. Der Nikolausberg, mit einer Ausdehnung von 10x120 m und umgeben von Felsabbrüchen weist Siedlungsspuren vom Mesolithikum (Mittelsteinzeit) bis zur Römerzeit auf. Das Depot eines Grobschmiedes aus der Latènezeit wurde durch systematische Grabungen des Heimatmuseums Golling in einer Tiefe von nur 35 cm freigelegt. Ein schwerer Amboss in Pyramidenform und ein kleiner Setzhammer, zwei große Schmiedezangen, eine Herdschaufel, ein Bandeisen und ein Eisenring sowie Schlackefunde belegen die Schmiedewerkstatt. Die Fundobjekte werden heute im Heimatmuseum in der Burg Golling ausgestellt.[2]

Der Ortsname zeigt eine Besiedelung durch Slawen (slow. golica, ‚mit Gras bewachsener Berg‘). 1241 erfolgte die erste urkundliche Nennung des Ortsnamens als Golingen (damals noch mit einem "l") einer Urkunde von Erzbischof Eberhard II. 1284 erfolgte die erste Nennung von Golling als Marktort. Die Burg Golling war 1438 bis 1803 Sitz eines Salzburger Pflegegerichtes.

1809 gab es Kämpfe der verbündeten Franzosen und Bayern gegen die Österreicher und die Salzburger Landesschützen am Pass Lueg. Von 1810 bis 1816 gehörte der Ort zum Königreich Bayern. 1820 kam es zur Wiedererrichtung des Pfleggerichtes als "K.K. Pfleggericht". 1896 erfolgte die Gründung des politischen Bezirkes Hallein (Tennengau) und zur Eingliederung Gollings.

Politik[Bearbeiten]

Bis Ende Mai 1923 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Golling, seit dem 1. Juni 1923 ist sie Teil des Gerichtsbezirks Hallein.

Gemeinderat[Bearbeiten]

13
5
3
13 
Von 21 Sitzen entfallen auf:

Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:[3]


Wappen[Bearbeiten]

Wappen at golling.png

Das Wappen der Gemeinde ist beschrieben:

In geteiltem Schild oben in Blau der nach rechts gewendete Kirchenpatron, Sankt Johann Evangelist in grünem Kleide mit rotem Mantel, aus der Teilungslinie wachsend, mit der linken Hand einen goldenen Kelch haltend, den die rechte segnet; unten in Rot auf grünem Boden ein nach rechts gewendeter schwarzer Rabe, der einen goldenen Ringe im Schnabel hält.


Wie der Rabe in das Wappen kam: „Vor langer Zeit stand auf der Hiasenwand eine Burg. Als die Burgfrau sich wusch, legte sie einen Brillantring auf das Fenstersims. Dabei verschwand der Ring spurlos. Der Kammerdiener wurde verdächtigt, den Ring gestohlen zu haben. Man verurteilte ihn und er wurde später hingerichtet. Ein Schafhirte fand eines Tages den Ring der Burgfrau in einem Rabennest. Seither ist der Rabe mit dem Ring im unteren Teil des Gollinger Wappens abgebildet.“

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Golling liegt direkt an der Salzburg-Tiroler-Bahn und verfügt über einen eigenen Bahnhof (Golling–Abtenau), an dem Fernverkehrszüge (EC, ÖBB-IC) ebenso halten wie Nahverkehrsgarnituren (REX und die Linie S3 der S-Bahn Salzburg).

Golling ist über die A 10 Tauernautobahn erreichbar und liegt an den Landesstraßen B 159 und B 162.

Bei Golling befindet sich der Sender Haarberg, der für Radio genutzt wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Golling an der Salzach

Freizeit[Bearbeiten]

  • Aqua Salza: die Wellness-Therme mit Familienbad wurde im November 2008 unter dem neuen Namen eröffnet

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Hoffmann, Erich Urbanek (Hrsg.): Golling. Geschichte einer Salzburger Marktgemeinde. Golling a. d. Salzach 1991.
  • Friederike Zaisberger, Erich Urbanek: Golling und seine Burg. Golling 1984.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Golling an der Salzach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011 (pdf)
  2. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 663 f.
  3. Statistik Austria: Marktgemeinde Golling - Gemeindeportrait (pdf)