Hall & Oates

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Hall & Oates
Daryl Hall und John Oates (2008)
Daryl Hall und John Oates (2008)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Soul, Rock, Pop, Rhythm'n'Blues, Folk, New Wave
Gründung 1970
Website www.hallandoates.com
Gründungsmitglieder
Daryl Hall
John Oates

Hall & Oates sind ein US-amerikanisches Popmusik-Duo, bestehend aus Daryl Hall und John Oates.

Geschichte[Bearbeiten]

Daryl Hall sammelte von 1966 bis 1968 erste Live- und Plattenerfahrungen in Philadelphia als Mitglied der Band The Temptones, die zwei Singles („Girl I Love You“, „Say These Words Of Love“) veröffentlichte. Etwa zur gleichen Zeit schloss sich John Oates der Band The Masters an. Als Studenten der Temple University lernten sich Daryl Hall und John Oates 1967 bei Auftritten beider Bands in der Adelphi Ballroom in Philadelphia kennen und wurden binnen kurzer Zeit enge Freunde. Daryls erste Solo Singles „The Princess and the Soldier“ und „A Lonely Girl“ wurden 1968 aufgenommen. Danach schloss er sich kurzzeitig der Band Pal and The Prophets an.[1]

Einen ersten eher zweifelhaften Charterfolg hatte er 1969 als Studiokeyboarder der Band The Electric Indian, die mit dem Instrumentalstück „Keem-O-Sabe“ den 16. Platz der US-Charts erreichten. Daryl Hall sagte später von diesem Titel „probably the worst record ever made in history“ (vermutlich die schlechteste Plattenaufnahme der Geschichte).

1969 gründete Daryl Hall ohne John Oates die Band Gulliver, die noch im selben Jahr eine erfolglose LP veröffentlichte. Ein Jahr später brach die Gruppe auseinander. John Oates traf nach einem Jahr in Europa wieder mit Daryl Hall zusammen. Ende 1970 taten sie sich zu dem Duo Hall & Oates zusammen. Der erste öffentliche Auftritt fand im kleinen Club Hecate's Circle am 5. Dezember 1970 in Philadelphia statt.[2] Kurze Zeit später wurde der junge Tommy Mottola ihr Manager. Er vermittelte ihnen den ersten Plattenvertrag bei Atlantic Records. Am 6. März 1972 unterschrieben sie ihren ersten Plattenvertrag.[3] Unter der Betreuung des Produzenten Arif Mardin spielten sie ihr erfolgloses Debüt-Album Whole Oates ein. Ihre Live-Konzerte jedoch erfreuten sich zunehmender Beliebtheit.

Hall & Oates experimentierten mit verschiedenen Stilen zwischen Folk, Rock, Gospel und Soul und arbeiteten anfangs mit ständig wechselnden Produzenten (u.a. Christopher Bond, Todd Rundgren, Robert Fripp, David Foster), ohne dass sich ein kommerzieller Erfolg einstellen wollte.

Erst Anfang 1976 gelang ihnen mit dem Titel „Sara Smile“ sowie der bereits im Frühjahr 1974 erschienenen Single „She´s Gone“ zwei Top-10-Hits in den US-Charts. Mit dem Riesenhit „Rich Girl“ (Platz 1 in den USA) und dem stark am schwarzen Soul orientierten Platin-Album „Bigger Than The Both Of Us“ (Platz 13 in den USA) wurden sie in den USA bekannt. In den darauffolgenden Jahren folgten die Alben „Beauty On A Back Street“ (Platz 30 in den USA), „Livetime“ (Platz 42 in den USA), „Along The Red Ledge“ (Platz 27 in den USA) und „X-Static“ (Platz 33 in den USA).

Erst mit der im Sommer 1980 erschienenen und ersten selbstproduzierten LP „Voices“ (Platz 17 in den USA), aus der die Hitsingles „How Does It Feel To Be Back“ (Platz 30 in den USA), „You've Lost That Lovin' Feeling“ (Platz 12 in den USA), „Kiss On My List“ (Platz 1 in den USA) und „You Make My Dreams“ (Platz 5 in den USA) ausgekoppelt wurden, wendete sich das Blatt. Paul Young brachte im Frühjahr 1985 eine Coverversion eines von diesem Album stammenden Songs „Everytime You Go Away“ (Platz 1 in den USA) heraus. Daryl Hall und John Oates hatten mit einer Mischung aus Rhythm'n'Blues, Soul und dem für die 1980er Jahre typischen New-Wave-Pop ihren Stil gefunden.

Zwischen Sommer 1981 bis Anfang 1985 folgte ein Hit auf den anderen. Darunter befanden sich die Titel „Private Eyes“ (Platz 1 in den USA), „I Can´t Go For That“ (Platz 1 in den USA), „Did It In A Minute“ (Platz 9 in den USA), „Maneater“ (Plätze 1 in den USA, 6 im Vereinigten Königreich, 15 in Deutschland), „One On One“ (Platz 7 in den USA), „Family Man“ (Platz 6 in den USA), „Out of Touch“ (Plätze 1 in den USA und 15 in Deutschland) und „Method Of Modern Love“ (Platz 5 in den USA).
Auch ihre LPs „Private Eyes“ (1981, Platz 5 USA), „H2O“ (1982, Platz 3 USA), „Rock'N Soul Part 1“ (1983, Platz 7 USA) und „Big Bam Boom“ (1984, Platz 5 USA) [4][5] verkauften sich vor allem in den USA ausgezeichnet und wurden mit Gold und Platin prämiert.

Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges, nach Auftritten bei Live Aid und zusammen mit Mitgliedern der Band The Temptations David Ruffin und Eddie Kendricks, trafen sie 1985 die bewusste Entscheidung eines Rückzugs zur Weiterentwicklung eigener Projekte und ihrer Musik. Für beide waren weniger die Charterfolge wesentlich, sondern ihre Musik live vor Publikum zu präsentieren und ihre Songs dabei immer wieder neu zu arrangieren. Durch den eindeutigen Schwerpunkt in ihrer Karriere auf die Musik sind sie im Gegensatz zu vielen anderen erfolgreichen Interpreten niemals durch Skandale oder spektakuläre Bühnenshows in Erscheinung getreten. In der ersten Hälfte der Achtziger Jahre waren sie auch durch ihre auf MTV gesendeten Musikvideos und MTV Specials in den USA sehr populär.

1986 und 1987 gingen Hall & Oates nach Auslaufen ihres Plattenvertrags mit der RCA Records vorübergehend getrennte Wege. Daryl Hall, der bereits 1980 mit „Sacred Songs“ ein Solo-Album herausgebracht hatte, glückte im Sommer 1986 mit dem Rocksong „Dreamtime“ (Platz 5 in den USA), der aus dem von Dave Stewart produzierten Album „Three Hearts In The Happy Ending Machine“ ausgekoppelt worden war, ein großer Hit als Solist. John Oates nahm in der Zeit diverse Jobs als Produzent und Komponist an.

Im Frühjahr 1988 folgte die nächste Tournee und Hall & Oates feierten mit der LP „Oh Yeah!“ und der Single „Everything Your Heart Desires“ (Platz 3 in den USA) ein Comeback, das sich mit dem im Spätsommer 1990 veröffentlichten Album „Change Of Season“ und dem Rocksong „So Close“ (Platz 11 in den USA) fortsetzte. Am 17. Mai 1990 wurde in den Chelsea Studios in New York ihr MTV Unplugged Konzert aufgenommen. Es folgte bis Sommer 1992 eine weltweite Unplugged Tournee.

Bis auf die Jahre 1993 und 1994 sind Hall & Oates seit 1990 in jedem Jahr (hauptsächlich in den USA) regelmäßig in Japan und in größeren Abständen in Großbritannien auf Tournee.[6] Daryl Hall brachte 1993 mit „Soul Alone“ ein mäßig erfolgreiches Album (Platz 60 USA) heraus, während John Oates wieder als Produzent arbeitete. 1996 folgte mit dem ambitionierten Album „Can't Stop Dreaming“ ein drittes Soloalbum.

Sieben Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Album „Change Of Season“ veröffentlichten sie das Album „Marigold Sky“ (Platz 95 USA), mit dem sie jedoch nicht mehr an die früheren kommerziellen Erfolge anknüpfen konnten. Erst 2003 erreichten sie mit einer Single Auskoppelung des Albums „Do It For Love“ (Platz 77 USA) wieder den ersten Platz der Billboard Hot Adult Contemporary Charts. 2005 erschien das Album „Our Kind Of Soul“ (Platz 69 USA), auf dem Hall & Oates hauptsächlich ihre liebsten Soul- und Rhythm’n-Blues-Songs coverten. Am 3. Oktober 2006 erschien das letzte Studioalbum „Home For Christmas“. Der Song „It Came Upon A Midnight Clear“ erreichte im Januar 2007 den ersten Platz der Billboard Hot Adult Contemporary Charts.[7]

Zum 30-jährigen Bühnenjubiläum feierte das amerikanische Billboard Magazin (15. Februar 2003) sie mit einem 16-seitigen Artikel.[8] Laut Billboard sind Hall & Oates mit mindestens 60 Millionen verkauften Platten und CDs, 8 US Nr. 1 Hits und 26 US Top 40 Hits (bis 2003) das weltweit erfolgreichste Duo, noch vor Simon & Garfunkel. [9]

Im Mai 2008 kehrten sie nach 30 Jahren erstmals wieder in das Troubadour in Los Angeles zurück. Dieses Konzertereignis erschien im November des Jahres als CD und DVD und dokumentiert die Qualität ihrer Livekonzerte und ihrer Band. Seit 2005 sind deutlich mehr als 100 ihrer Liveshows[10] aufgezeichnet und als ungeschnittene Konzerte nach den 'Shows To Go' Konzept direkt am Ende der Auftritte an die Konzertbesucher verkauft worden. Viele dieser Konzerte können auf der offiziellen Website des Duos bestellt werden.[11]

Zum ersten Mal seit 1986 wurde das Duo am 2. Dezember 2009 in der Kategorie Best Pop Performance By A Duo Or Group With Vocals neben The Black Eyed Peas, Bon Jovi, The Fray und MGMT für einen Grammy nominiert.[12] Diese Nominierung erfolgte für die Liveaufnahme von „Sara Smile“ der CD und DVD „Live at the Troubadour“. In der Vergangenheit wurden sie 1982 für „Private Eyes“, 1983 für „Maneater“, 1986 für „The Way You Do The Things You Do / My Girl“ und ebenfalls 1986 für „The Daryl Hall & John Oates Video Collection – 7 Big Ones“ nominiert. Bisher haben Hall & Oates noch nie einen Grammy gewonnen.

Hall & Oates Band[Bearbeiten]

Seit 1972 werden Hall & Oates auf ihren Tourneen von wechselnden Bandmitgliedern begleitet.[13] In der Phase der größten Popularität (1981–1985) bestand die Band aus folgenden Mitgliedern: Daryl Hall (Gesang, Keyboard, Gitarre), John Oates (Gesang, Gitarre), G.E. Smith (Gitarre), Tom Wolk (Bass, Gitarre), Charlie DeChant (Saxophone, Keyboard, Flöten), Mickey Curry (Schlagzeug). Im Jahr 2009 gehörten folgende Mitglieder zur Band: Daryl Hall (Gesang, Gitarre), John Oates (Gesang, Gitarre), Tom Wolk (Gitarre), Zev Katz (Bass), Charlie DeChant (Saxophone, Keyboard, Flöten), Michael Braun (Schlagzeug), Eliot Lewis (Keyboard)

Diskografie[Bearbeiten]

Singles[Bearbeiten]

In dieser Tabelle befinden sich die Songs, die sich in den Charts der drei Länder etablieren konnten.

Chartpositionen
Monat/Jahr Titel Album DE AT CH UK US Anmerkung
02.1974 She's Gone - - - 42 7
01.1976 Sara Smile - - - - 4 Gold (USA)
09.1976 Do What You Want, Be What You Are - - - - 39
11.1976 Rich Girl - - - - 1 Gold (USA)
05.1977 Back Together Again - - - - 28
07.1977 It's Uncanny - - - - 80
10.1977 Why Do Lovers (Break Each Other's Heart?) - - - - 73
08.1978 It's a Laugh - - - - 20
12.1978 I Don't Wanna Lose You - - - - 42
10.1979 Wait for Me - - - - 18
02.1980 Who Said the World Was Fair - - - - 110
05.1980 Running from Paradise - - - 41 -
07.1980 How Does It Feel to Be Back - - - - 30
09.1980 You've Lost That Lovin' Feelin' - - - 55 12
11.1980 Kiss on My List - - - 33 1 Gold (USA)
05.1981 You Make My Dreams - - - - 5
08.1981 Private Eyes - - - 32 1 Gold (USA)
11.1981 I Can’t Go for That (No Can Do) 72 - - 8 1 Gold (USA)
03.1982 Did It in a Minute - - - - 9
06.1982 Your Imagination - - - - 33
10.1982 Maneater 15 - 2 6 1 Gold (USA)
01.1983 One and One - - - 63 7
04.1983 Family Man - - - 15 6
10.1983 Say It Isn't So - - - 69 2
02.1984 Adult Education - - - 63 8
09.1984 Out of Touch 15 - - 48 1
12.1984 Method of Modern Love 45 - - 21 5
03.1985 Some Things Are Better Left Unsaid - - - - 18
05.1985 Possession Obsession - - - - 30
07.1985 Out of Touch (Remix) - - - 62 -
08.1985 A Night at the Apollo Live! The Way You Do the Things You Do/My Girl (feat. David Ruffin & Eddie Kendricks) - - - 58 20
04.1988 Everything Your Heart Desires - - - 81 3
07.1988 Missed Opportunity - - - - 29
10.1988 Downtown Life - - - - 31
09.1990 So Close - - - 69 11
01.1991 Don't Hold Back Your Love - - - - 41
01.1991 Everywhere I Look - - - 74 -
11.1997 Promise Ain't Enough 92 - - - -
04.1998 The Sky Is Falling - - - 144 -
12.2004 I'll Be Around - - - 97 -
02.2005 I Can Dream About You - - - - 112

Alben[Bearbeiten]

  • Whole Oates (1972)
  • Abandoned Luncheonette (1973)
  • War Babies (1974)
  • Daryl Hall & John Oates (1975)
  • Bigger Than Both Of Us (1976)
  • Past Time Behind (1977, Demoaufnahmen aus den Jahren 1969-71, teilweise ohne John Oates)
  • Beauty On A Back Street (1977)
  • Livetime (1978)
  • Along The Red Ledge (1978)
  • X-Static (1979)
  • Voices (1980)
  • Private Eyes (1981)
  • H2O (1982)
  • Rock ’n Soul Part 1 (1983)
  • Big Bam Boom (1984)
  • Live At The Apollo (1985)
  • Ooh Yeah! (1988)
  • Change Of Season (1990)
  • The Best Of Hall & Oates – Looking Back (1991)
  • Angelina (Compilation) (1995)
  • The Atlantic Collection (Compilation) (1996)
  • Marigold Sky (1997)
  • Starting All Over Again - Best of ... (2 CD) (Compilation) (1997)
  • Maneater - Best (1975-1998, Zounds, alle Titel digital remastert)
  • VH1 Behind The Music (2002)
  • Do It For Love (2003)
  • Our Kind Of Soul (2004)
  • Home For Christmas (2006)
  • The Philadelphia Years - The Definitive Collection Of 1968-1971 Hall & Oates Recordings (2006)
  • Live at the Troubadour (2008)
  • Do What You Want, Be What You Are: The Music Of Daryl Hall and John Oates (2009, 4 CD Deluxe Box mit 16 bisher unveröffentlichten Songs)

Solo Alben[Bearbeiten]

  • The Temptones (mit Daryl Hall, Aufnahmen 1966-67, erschienen 1996)
  • Gulliver (mit Daryl Hall, 1969)
  • Sacred Songs (Daryl Hall, aufgenommen 1977, erschienen 1980)
  • Three Hearts In The Happy Ending Machine (1986, Daryl Hall)
  • Soul Alone (1993, Daryl Hall)
  • Can't Stop Dreaming (1996, Daryl Hall)
  • Phunk Shui (2002, John Oates)
  • Live in Philadelphia (2004, Daryl Hall)
  • 1000 Miles Of Life (2008, John Oates)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. N. Tosch: Dangerous Dances. S. 35–36.
  2. N. Tosch: Dangerous Dances. S. 41.
  3. N. Tosch: Dangerous Dances. S. 44–48.
  4. Single Chart Positions USA (Billboard) and UK. In: www.hallandoates.de. Abgerufen am 3. Mai 2012 (englisch).
  5. Album Chart Positions USA (Billboard) and UK. In: www.hallandoates.de. Abgerufen am 3. Mai 2012 (englisch).
  6. http://www.hallandoates.de/Live%20Concert%20History.htm
  7. http://www.hallandoates.de/Charts_Singles.htm
  8. Billboard, The International Newsweekly Of Music, Video, And More Entertainment, 15. Februar 2003, H-1 -H-16
  9. Billboard, The International Newsweekly Of Music, Video, And More Entertainment, 15. Februar 2003, H-8
  10. http://www.hallandoates.de/Albums_Instant_Live2005.htm
  11. http://www.hallandoates.com/catalog/index.php
  12. http://www.grammy.com/grammy_awards/52nd_show/list.aspx
  13. http://www.hallandoates.de/HallandOates_Band.htm

Literatur[Bearbeiten]

  • Nick Tosches, Dangerous Dances: The Authorized Biography (New York: St. Martin's Press, 1984), ISBN 0-283-99189-5.
  • Billboard, The International Newsweekly Of Music, Video, And More Entertainment, 15. Februar 2003, H-1 - H-16
  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 276-279 – ISBN 0-312-02573-4

Weblinks[Bearbeiten]