Harald Quandt

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Harald Quant 1944 in der Uniform eines Feldwebels der Luftwaffe

Harald Quandt (* 1. November 1921 in Berlin-Charlottenburg; † 22. September 1967) war ein deutscher Industrieller aus der Familie Quandt.

Leben[Bearbeiten]

Als 10-Jähriger (in Uniform) bei der Hochzeit seiner Mutter mit Joseph Goebbels, im Hintergrund Adolf Hitler

Harald Quandt war der Sohn des Industriellen Günther Quandt aus der Ehe mit Magda Ritschel, die in zweiter Ehe mit Joseph Goebbels verheiratet war.

Harald Quandt wuchs nach der Scheidung seiner Eltern bei seiner Mutter auf, die aber stets freundschaftliche Beziehungen zu ihrem Ex-Ehemann aufrecht hielt. 1940 meldete er sich als Freiwilliger zu den Fallschirmjägern und nahm im Mai 1941 an der Luftlandeschlacht um Kreta teil. Quandt kämpfte in Russland und später in Italien, zuletzt im Range eines Oberleutnants. 1944 geriet er bei Kampfhandlungen in der Schlacht um Monte Cassino in Italien schwer verwundet in britische Gefangenschaft.[1] Nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft und seiner Rückkehr nach Deutschland studierte er an den Technischen Hochschulen Hannover und Stuttgart Maschinenbau und wurde Diplom-Ingenieur.

Durch den Tod ihres Vaters 1954 erbten Herbert und Harald Quandt ein Konglomerat von Firmenbeteiligungen, unter anderem an der Akkumulatoren-Fabrik AG (AFA), später VARTA, und anderen Unternehmen. Dabei konzentrierte sich Harald auf den Bereich Rüstung mit der „Industriewerke Karlsruhe AG“, deren Vorstandsvorsitzender er auch war. Weitere Vorstandsposten hatte er bei der Busch-Jäger AG, der Dürener Metallwerke AG und den Mauserwerken Oberndorf inne. Bei VARTA war er Aufsichtsratsvorsitzender und bei der Daimler-Benz AG einfaches Mitglied des Aufsichtsrats.

Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre war der begeisterte Privatpilot ehrenamtlich mehrere Jahre Präsident des Deutschen Aero Clubs, des Dachverbands der deutschen Luftsportvereine und zu der Zeit Interessenvertretung der allgemeinen Luftfahrt (General Aviation). Quandt betrieb ab September 1961 den ersten in Deutschland zivil zugelassenen Geschäftsreise-Jet, eine viersitzige Morane-Saulnier MS-760B Paris II, Deutsche Musterzulassung am 15. Oktober 1960 gemäß Chronik des Deutschen Luftfahrt-Bundesamtes (LBA), mit dem Kennzeichen D-INGE.

Die Morane-Saulnier MS-760B Paris II von Harald Quandt mit der Kennung D-INGE

Seit 1951 war Harald Quandt verheiratet mit Inge Quandt-von Halem (geb. Bandekow, 18. November 1928 – 24. Dezember 1978), der Tochter des Firmenjustiziars, mit der er fünf Töchter hatte: Katarina Geller (* 1951), Gabriele Quandt-Langenscheidt (* 1952), Anette May-Thies (* 1954), Colleen-Bettina Rosenblat-Mo (* 1962) und Patricia Halterman (* 1967; † 2005).

Harald Quandt kam am 22. September 1967 bei einem Flugzeugabsturz mit einem Firmenflugzeug vom Typ „King Air A90“ auf einem nächtlichen Flug von Frankfurt am Main nach Nizza ums Leben. Am Steuer war ein Ersatzpilot, der kurzfristig eingesprungen war und die Maschine wahrscheinlich noch nicht vollständig beherrschte. Offenbar war die gesamte Bordelektronik mitsamt den Funkgeräten ausgefallen, so dass die Piloten bei Cuneo (Italien) gegen einen Berg flogen. Der Flugunfall bleibt rätselhaft. Der Vermögensanteil von Harald Quandt wird heute von einer Vermögensverwaltungsfirma verwaltet, die von seinen Töchtern (bzw. deren Nachkommen) kontrolliert wird. Nach seinem Tod war seine Ehefrau zunächst mit dem Fernsehjournalisten Rainer Günzler liiert. 1976 heiratete sie Hans-Hilman von Halem (8. April 1932 – 26. Dezember 1978).

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Harald Quandt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Presse:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cicero.de/kapital/die-erben-der-magda-goebbels/36616 Die Erben der Magda Goebbels Rüdiger Jungbluth 28. Oktober 2004 Cicero Magazin für politische Kultur abgerufen am 15. Februar 2014