Brakel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Brakel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Brakel
Brakel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Brakel hervorgehoben
51.7166666666679.1833333333333135Koordinaten: 51° 43′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Höxter
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 173,92 km²
Einwohner: 16.535 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 33034
Vorwahlen: 05272, 05648 (Brakel-Gehrden), 05276 (Brakel-Bökendorf), 05645 (Brakel-Frohnhausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HX
Gemeindeschlüssel: 05 7 62 016
Stadtgliederung: 13 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt
33034 Brakel
Webpräsenz: www.brakel.de
Bürgermeister: Hermann Temme (CDU)
Lage der Stadt Brakel im Kreis Höxter
Hessen Niedersachsen Hochsauerlandkreis Kreis Gütersloh Kreis Paderborn Kreis Lippe Bad Driburg Beverungen Borgentreich Brakel Höxter Marienmünster Nieheim Steinheim (Westfalen) Warburg WillebadessenKarte
Über dieses Bild

Brakel ist eine Stadt im Kreis Höxter im Osten von Nordrhein-Westfalen. Sie erstreckt sich auf etwa 174 km² Fläche und zählt rund 16.800 Einwohner. Für den heutigen Ortsnamen gibt es die historischen Bezeichnungen Brakele, Bracle und Brabecke.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Brakel liegt im Mittelpunkt des Kreises Höxter zwischen Eggegebirge und Weser im Oberwälder Land (Nethegau), 30 km östlich von Paderborn und 15 km südwestlich von Höxter. Die Stadt liegt im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge.

Das Stadtgebiet weist große Höhenunterschiede auf; der niedrigste Punkt liegt auf 110 m Höhe, die höchste Erhebung auf 361 m.

Geologie[Bearbeiten]

Geothermische Karte von Brakel

Der Festgesteinsuntergrund im Stadtgebiet wird wesentlich von Ton-, Mergel-, Kalk- und Sandsteinen des Erdmittelalters bestimmt, die vornehmlich aus der Trias stammen. Diese Sedimentgesteine sind hier bis zu einem Kilometer stark. Sie wurden im Lauf der Erdgeschichte herausgehoben und in zahlreiche Sättel, Mulden, Gräben, Horste und kleinere Schollen zerlegt.

Tiefer liegt ein Festgesteinssockel, der aus Gesteinen des Erdaltertums (Devon, Karbon und Perm) besteht. In der Talebene der Nethe, ihrer Zuflüsse und in der Brakeler Mulde ist der Festgesteinsuntergrund von Lockergesteinen des Eiszeitalters (Kies, Sand und Löss) bedeckt.

Die großteils verkarsteten Kalksteine des unteren und oberen Muschelkalks, auch die Sande und Kiese im Nethetal und in der Brakeler Mulde sind gute Grundwasserleiter. In den verkarsteten Kalksteinen kann der Calciumsulfatanteil durch Zuflüsse aus gipsführenden Schichten erhöht sein, sodass eine Verwendung als Trinkwasser nicht immer möglich ist.

Im Brakeler Stadtgebiet herrschen auf Kuppen und Bergrücken meist nährstoffreiche, steinige, flachgründige lehmig-tonige Rendzinen und Rendzina-Braunerden vor. Auf aus der Eiszeit stammendem Löss, vorrangig an Hängen und in Mulden zu finden, entwickelten sich sehr tiefgründige, schluffig-lehmige Parabraunerden, die bevorzugt ackerbaulich genutzt werden. In den Bachtälern haben sich (Gleye und Gley-Braunerden) durch Bachsedimentation entwickelt, die Grünlandnutzung herrscht dort vor.[2]

Brakel eignet sich gut zur Nutzung geothermischer Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch eine Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte).[3]

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Die als „Kleinstadt“ klassifizierte Stadt Brakel erstreckt sich über eine Fläche von 173,74 km². Das Stadtgebiet hat eine maximale Ausdehnung in Ost-West Richtung von etwa 14,7 km und in Nord-Süd Richtung von 18,9 km.

Fläche
nach Nutzungsart[4]
Landwirt-
schafts-
fläche
Wald-
fläche
Gebäude-,
Frei- und
Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Fläche in km² 97,96 60,24 6,67 7,09 1,00 0,62 0,16
Anteil an Gesamtfläche 56,38 % 34,67 % 3,84 % 4,08 % 0,58 % 0,36 % 0,09 %

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Brakel grenzt an die Städte Bad Driburg im Westen, Nieheim im Nordwesten, Marienmünster im Norden, Höxter im Nordosten, Beverungen im Osten, Borgentreich im Südosten und Willebadessen im Süden, die alle dem Kreis Höxter angehören.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtgliederung
  • Auenhausen (120 Einwohner), Frohnhausen (320 Einwohner) und Hampenhausen (48 Einwohner) sind die am höchstgelegenen Ortschaften Brakels. Diese drei Ortschaften werden auch als Heggedörfer bezeichnet. Zwischen 1142 und 1147 wurden die Dörfer erstmals erwähnt. Im 12. und 13. Jahrhundert hatte das Kloster Gehrden Besitz in diesen Ortschaften.
  • Beller: 207 Einwohner
  • Bellersen (599 Einwohner) liegt am Rande ausgedehnter Waldungen im Bruchtal. Bellersen gilt als "'Tourismus-Musterdorf' des Landes NRW". Bellersen hat als "Dorf B." in Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff internationale Berühmtheit erlangt.
  • Bökendorf (791 Einwohner) feierte 1965 sein 1000-jähriges Bestehen. Das Schloss Bökerhof war Mittelpunkt des "Romantikerkreises" mit Annette von Droste-Hülshoff, den Brüdern Grimm, Clemens von Brentano und Josef Görres und beherbergt heute ein Literaturmuseum. Die Freilichtbühne Bökendorf gehört zu den besucherstärksten Bühnen Deutschlands.[5]
  • Der Vorläufer des Dorfes Erkeln (585 Einwohner), eine Höfegruppe, wurde erstmals im 9. Jahrhundert erwähnt.
  • Die Titularstadt Gehrden (885 Einwohner) wurde erstmals 868 erwähnt. Sie liegt im Oesetal am Osthang des Eggegebirges und gilt als Tourismusort. Die 1141 gegründete Benediktinerinnen-Abtei hatte großen Einfluss und mehrere Besitzungen im Warburger Land. Die romanische Klosterkirche besitzt das größte Glockengeläut Westfalens.
  • Hembsen (989 Einwohner) wurde bereits im Jahr 800 zum ersten Mal erwähnt und liegt inmitten der waldreichen Höhenzüge des Nethegaus.
  • Istrup: 676 Einwohner
  • Rheder (299 Einwohner) ist bekannt für das Schloss (1750), die Schloßbrauerei Rheder (seit 1686) und die Kirche, die 1716 von Johann Conrad Schlaun erbaut wurde.
  • Riesel: 600 Einwohner.
  • Schmechten: 203 Einwohner
  • Siddessen: 440 Einwohner
  • Brakel (Kernstadt): 9929 Einwohner

(Stand der Einwohnerzahlen: 31. Dezember 2011)[6][7]

Klima[Bearbeiten]

Siehe: Klima in Ostwestfalen-Lippe

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptstädte und Städte des Fürstbistums Paderborn bis 1802/03 (Stand 1789):
Paderborn, Warburg, Brakel, Borgentreich | Beverungen, Borgholz, Bredenborn, Büren, Driburg, Dringenberg, Gehrden, Calenberg, Kleinenberg, Lichtenau, Lippspringe, Lügde, Nieheim, Peckelsheim, Salzkotten, Steinheim, Vörden, Willebadessen, Wünnenberg

Brakel wurde erstmals um 836 von Benediktinermönchen als „villa brechal“ erwähnt. Es liegt im Nethegau. Laut einer Urkunde aus dem Jahre 1213 übertrug Hermann von Brakel seine Zehnteinkünfte „ad ecclesiam Bracle“. Brakel entwickelte sich zu einer nicht unbedeutenden Handelsstadt.[8] Im 14. Jahrhundert stand die Hansestadt im Mittelpunkt ihrer Blüte und war im Fürstbistum Paderborn als sogenannte Hauptstadt gleichrangig mit Paderborn, Borgentreich und Warburg, erkennbar am eigenen Gerichts- und Marktrecht.

Brakels hansische Beziehungen gehen bereits auf seine frühe Geschichte bis hin zum Mittelalter zurück. Bereits die erste nachweisliche Ansiedlung „villa brechal“ (erste schriftliche Erwähnung im Jahr 836 im Zusammenhang mit der Überführung der Gebeine des heiligen Vitus von St. Denis bei Paris nach Corvey), später im 12. Jahrhundert Sitz der Herren von Brakel, liegt aufgrund zweier sich dort kreuzender alter Handelswege einerseits in zentraler Verkehrslage, andererseits bot die Topografie eine Ausdehnungsmöglichkeit im Frühmittelalter. So hatten die Fernhändler an der Entwicklung Brakels von Anfang an den entscheidenden Anteil, wie sie als Führungsschicht in vielen Plananlagen westfälischer Städte nachweisbar sind. Die durch Brakel verlaufende Hellweglinie war somit die tradierte Wirtschaftsbasis für den Fernhandel.

Als Prinzipalstadt der Hansestadt Paderborn wurde Brakel Mitglied der Hanse und war frühzeitig am hansischen Handel beteiligt. Insbesondere im 13. und 14. Jahrhundert hatte er sich bis in die Hansestädte des Ostseeraumes entwickelt. Auf diese Beziehungen verweisen zu der Zeit (15. Jahrhundert) im Ostseeraum nachweisbare Brakeler Münzen. (Auszüge aus dem Beitrag Brakel als Hansestadt von Ulrich Ernst als Bestandteil der hansischen Stadtgeschichten des Westfälischen Hansebundes).

Die allgemeine Lage verschlechterte sich im 15. Jahrhundert. In den Außenbezirken erfolgte die Gründung des Klosters Brede.

Der Dreißigjährige Krieg hinterließ auch in Brakel Spuren. 1803 übernahm Preußen die Stadt und ernannte Brakel zur Kreisstadt. Nach vorübergehender französischer Verwaltung musste der Kreissitz ab 1832 endgültig an Höxter abgetreten werden.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Brakel am 5. April 1945 von US-Soldaten des 16. US-Infanterieregiment der 1. US-Infanteriedivision kampflos eingenommen.

Religionen[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Michael

Aufgrund seiner Zugehörigkeit zum ehemaligen Hochstift Paderborn ist die Bevölkerung Brakels traditionell mehrheitlich katholisch. Ein Indiz für die Verteilung der Religionen kann die konfessionelle Zugehörigkeit der Brakeler Schüler herhalten. Im Schuljahr 2006/2007 gaben 18,3 % der Schüler evangelisch, 63,6 % katholisch und 5,5 % islamisch als Religionszugehörigkeit an. 7,9 % gaben eine andere Religionszugehörigkeit und 4,6 % keine Konfession an.[9]

Im Stadtgebiet existieren 13 katholische Kirchengemeinden, die zum Pastoralverbund Brakeler Bergland und "Nethegau" gehören, die zu einem sogenannten "Pastoralen Raum Brakeler Land" zusammenwachsen sollen. Sie gehören zum Dekanat Höxter des Erzbistums Paderborn gehören. Die Kirchengemeinden sind St. Michael in Brakel, St. Meinolf in Bellersen, St. Johannes Nepomuk in Bökendorf, St. Katharina in Rheder und St. Marien in Riesel, St. Bartholomäus in Istrup, St. Bartholomäus in Frohnhausen (mit den Orten Auenhausen und Hampenhausen), St. Peter und Paul in Gehrden, St. Agatha in Siddessen, St. Phillipus und Jakobus in Schmechten, St. Petri in Erkeln und St. Johannes in Hembsen, St. Josef in Beller.

Evangelische Auferstehungskirche

Um 1560 hielt die Reformation in Brakel Einzug. 1580 hatten alle Gläubigen das protestantische Bekenntnis. Von 1602 bis 1604 tobte der Agendestreit gegen den Bischof Dietrich von Paderborn mit dem Ergebnis, dass sich Brakel 1611 unterwarf und unter Pfarrer Deppe völlig rekatholisiert wurde. Ab 1831 wurde die Kapuzinerkirche von den evangelischen Gläubigen mitbenutzt. 1844 wurde die evangelische Gemeinde gegründet, die 1912 eine eigene Kirche erhielt. Die Auferstehungskirche gehört zum Kirchenkreis Paderborn der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1970 wurden die zuvor selbständigen Gemeinden Beller, Bellersen, Bökendorf, Erkeln, Hembsen, Hinnenburg, Istrup, Rheder, Riesel, Schmechten und die Stadt Brakel aufgrund der Festlegung im Gesetz zur Neugliederung des Kreises Höxter vom 2. Dezember 1969 zur Stadt Brakel zusammengeschlossen.[10][11] Das vormalige Amt Brakel wurde aufgelöst.

Auf der Basis des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Sauerland/ Paderborn (Sauerland/ Paderborn-Gesetz) vom 5. November 1974 wurden der Kreis Höxter und der Altkreis Warburg mit Wirkung vom 1. Januar 1975 zusammengelegt. Die bis dahin selbständigen Gemeinden Auenhausen, Frohnhausen, Hampenhausen, Siddessen und die Stadt Gehrden aus dem Amt Dringenberg-Gehrden wurden in die Stadt Brakel eingegliedert.[12]

Im Zuge der Neuordnung war auch in der Diskussion, Brakel zur Kreisstadt des neuen Kreises zu ernennen. Besonders die geografische Lage in der Mitte des neuen Kreises wurde als Pluspunkt für Brakel angesehen. Sitz des neugebildeten Kreises wurde aber schließlich Höxter.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung von Brakel seit 1975 im jeweiligen Gebietsstand. Bei den Zahlen handelt es sich ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesbetriebs Information und Technik NRW, Geschäftsbereich Statistik.,[13] die Angabe für 1987 ist ein Volkszählungsergebnis[14] und die Zahlen ab 1990 sind Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich vor 1985 auf die Wohnbevölkerung und ab diesem Zeitpunkt auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.

Bevölkerungsentwicklung seit 1975
Jahr Einwohner
1975 (31. Dez.) 15.436
1980 (31. Dez.) 16.181
1985 (31. Dez.) 15.700
1987 (25. Mai) 14.893
1990 (31. Dez.) 15.743
1995 (31. Dez.) 17.493
2000 (31. Dez.) 17.861
2005 (31. Dez.) 17.581
Jahr Einwohner
2008 (31. Dez.) 17.184
2010 (31. Dez.) 16.886
2011 (31. Dez.) 16.704
2012 (30. Juni) 16.651
2012 (31. Dez.) 16.722

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Stadtrates und die Kommunalwahlergebnisse seit 1975.[15][16]

2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 15 45,5 17 53,89 18 56,51 21 51,22 19 46,40 24 60,93 26 66,77 n/v 65,27
SPD 6 20,3 7 21,89 7 23,16 11 27,35 11 28,43 12 31,07 13 33,23 n/v 25,21
UWG/CWG1 4 12,1 5 14,61 5 14,56 4 11,75 6 14,56
Zukunft2 3 10,8
GRÜNE 2 6,6 2 6,44 2 5,77 3 9,68 3 7,39 3 7,99
FDP 2 4,7 1 3,17 0 3,21
Sonstige3 n/v 9,52
Einzelbewerber 0 0,13
Gesamt4 32 100 32 100 32 100 39 100 39 100 39 100 39 100 n/v 100
Wahlbeteiligung 62,7 63,0 67,9 84,3 75,1 74,2 75,3 n/v

1Unabhängige Wählergemeinschaft/Christliche Wählergemeinschaft
2Liste Zukunft

3Wählergruppe(n) derzeit nicht bekannt
4ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister von Brakel war Friedhelm Spieker (CDU). Er wurde am 26. September 2004 mit 65,5 % der gültigen Stimmen wiedergewählt; am 12. September 1999 war er mit 64,3 % der gültigen Stimmen für die vorangegangene Amtsperiode gewählt worden.

Zur Bürgermeisterwahl am 30. August 2009 trat Spieker nicht mehr an, er wurde zeitgleich zum neuen Landrat des Kreises Höxter gewählt. Hermann Temme (CDU) wurde mit 64,3 % sein Nachfolger.

Wappen, Banner, Flagge und Dienstsiegel[Bearbeiten]

Der Stadt Brakel ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten Detmold[17] vom 19. Dezember 1974 die Genehmigung erteilt worden, Wappen, Banner, Flagge und Dienstsiegel zu führen.

Wappenbeschreibung: In Rot zwischen zwei silbernen (weißen) oben durch einen Ziergiebel verbundenen, spitzbedachten Türmen ein grüner Schild mit drei silbernen (weißen) Pfählen, im Schildhaupt überdeckt von einem roten Balken, der mit drei goldenen (gelben) Kugeln belegt ist.

Bedeutung: Der kleine Schild mit dem Torgatter, der auf Brakeler Münzen bereits 1227 vorkommt, ist das Wappen der Herren von Brakel, die bis zu ihrem Aussterben in männlicher Linie 1268 die Stadtherren waren. An der Südseite des Rathauses befindet sich ein Wappenstein, wohl aus dem 16. Jahrhundert, der nur diesen Schild der Herren von Brakel zeigt. Auch die Paderborner Wappenhandschrift des 18. Jahrhunderts enthält als Wappen von Brakel nur diesen Schild. Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts führt die Stadt Brakel ein Siegel, welches die unter „Beschreibung" wiedergegebene Darstellung enthält. Ein seit 1316 gebrauchter Siegelstempel wird heute noch im Stadtarchiv aufbewahrt. Als im Jahre 1907 das Wappen neu festgesetzt wurde, wählte die Stadt als Vorbild den Siegelstempel von 1316. Die Farbgebung des Wappenschildes der Herren von Brakel entspricht den Stadtfarben, da die Wappenfarben des ausgestorbenen Stadtherrengeschlechtes nicht bekannt sind. In dieser Form erhielt das Wappen am 18. März 1908 die königliche Genehmigung.

Banner: Von Grün und Weiß längsgestreift mit dem Wappenschild der Stadt in der Mitte der oberen Hälfte.

Flagge: Von Grün und Weiß längsgestreift mit dem von der Mitte zur Stange verschobenen Wappenschild der Stadt.

Dienstsiegel: Das Siegel trägt oben die Umschrift STADT und unten die Umschrift BRAKEL. Das Siegelbild zeigt den Wappenschild, in dem der Inhalt des Stadtwappens in Umrissen wiedergegeben ist.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Brakel unterhält seit 1971 eine Städtepartnerschaft zur Gemeinde Wetteren in Belgien. Diese begründet sich durch das bis 1995 in der Stadt stationierte 43. belgische Artilleriebataillon. Die Partnerschaft wurde im Laufe der Jahre durch regelmäßige gegenseitige Besuche ausgeweitet und gefestigt.

Seit 1991 ist die Gemeinde Zirkow auf Insel Rügen Brakel in einer Partnerschaft verbunden. Nach anfänglichen Arbeitsbesuchen auf Verwaltungsebene zur Hilfestellung im Rahmen der Einführung der kommunalen Selbstverwaltung finden inzwischen Begegnungen zwischen befreundeten Vereinen statt.[18]

Darüber hinaus ist Brakel Mitglied des Städtebundes der Neuen Hanse.

Militär[Bearbeiten]

Ehrenmal

Am 9. März 1955 errichteten die britischen Streitkräfte im Ortsteil Auenhausen nahe Borgentreich eine Radarstellung mit einem neuerbauten Radom. Die Luftwaffe der Bundeswehr übernahm den Frühwarnstandort am 1. April 1959 und gliederte sie ab 1960 der Flugmeldeabteilung 331 ein, später zur III./Fernmelderegiment 33 und I. Abt/Fernmelderegiment 34. In den 1980er Jahren gehörte der Standort zu Radarführungsabteilung 15 in Borgentreich (bis 1993). Heute existiert noch mit 40 Dienstposten ein Abgesetzter Technischer Zug 242 der Luftwaffe, der als ein geografisch abgesetzter Standort dem heutigen Einsatzführungsbereich 2 der Luftwaffe unterstellt ist.[19][20]

Von Juni 1966 bis zum 30. Mai 1995 war Brakel zudem mit der Maenhout-Kaserne Garnisonsstadt des Artilleriebataillons 43A der belgischen Armee, das mit mobilen Flugabwehrraketen vom Typ MIM-23 HAWK ausgerüstet war. Zu ihr gehörten die Radarstellung in Rheder und Flugabwehrraketenstellungen in Bosseborn, Bad Driburg, Tietelsen und Willebadessen.

Kultur[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Von 1958 bis 1963 wurde und wieder seit 1977 wird auf der Freilichtbühne Bökendorf alljährlich ein Erwachsenen- und ein Kinderstück aufgeführt. Saison ist von Ende Mai bis Anfang September.

Museen[Bearbeiten]

Der Heimat- und Museumsverein unterhält im Obergeschoss des Haus des Gastes in Brakel ein Stadtmuseum. Auf etwa 100 m² wird die Entwicklung der Stadt seit der jungsteinzeitlichen Besiedlung bis heute gezeigt. Zu den Exponaten zählen steinzeitliches Werkzeug, Keramik, Glas- und Metallfunde sowie Gesangbücher der jüdischen Gemeinde.

Die Firma FSB Franz Schneider, die Beschläge herstellt, betreibt in ihren Räumen ein Museum mit Objekten der eigenen Firmengeschichte (z.B. Modelle und Motive aus Werbekampagnen). An das Museum ist eine Bibliothek für Designgeschichte angegliedert.

Das Husarenmuseum Rheder existiert seit 2003 und ist in der Vorburg von Schloss Rheder untergebracht. Hier werden Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der blauen Husaren aus Paderborn und aus dem Schloss Neuhaus des 19. und 20. Jahrhunderts gezeigt. Es finden sich dort aber auch Exponate aus der Kaiserzeit und aus dem 18. Jahrhundert.

Das Urdorf Museum in Bellersen zeigt eine Ausstellung über die Germanen vor 2000 Jahren. In dem Fachwerkhaus ist auch das Dorfmuseum untergebracht.

Musik[Bearbeiten]

In Brakel existieren zwei Fanfarenzüge, drei Chorgemeinschaften, vier Spielmannszüge und fünf weitere Musikkapellen und -vereine.

Seit 2011 findet in Brakel jährlich das Musikfestival Summer City Beats statt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Alte Waage

Die Alte Waage am Markt wurde um 1350 als Sitz der Ritter von Modexen errichtet. Der Giebel ist in gotischen Formen erbaut. 1479 wurde das Gebäude an die Stadt verpfändet und ging 1553 in ihr Eigentum über. Bis 1840 war hier die Stadtwaage untergebracht. 1868 wurde das Gebäude restauriert und die Obergeschosse, die früher als Kornmagazin dienten, wurden in Wohnungen umgebaut. Das Erdgeschoss wurde zunächst Feuerwehrhaus. Seit 1980 sind Ratssitzungssaal, Stadtarchiv und Ausstellungsräume im Gebäude untergebracht.

Die 8-eckige Annenkapelle wurde 1719 errichtet. Hermann Ludwig von Asseburg, Drost und Edelherr zu Hindenburg, gelobte gemeinsam mit seiner Frau Odilie Elisabeth von Haxthausen aus Welda diese Kapelle zu errichten. Nach seinem Tod ließ seine Frau Maria Elisabeth zu Schell aus Rechen die Kapelle errichten. Sie dient als Station zur jährlichen Annenprozession, die seit dem 21. Juli 1700 begangen wird.

Kloster Mariae Opferungstal

Das Kloster Mariae Opferungstal in Brede wurde 1483 gegründet. Die Brüder Bernhard und Dietrich von Asseburg stellten hierfür Grundstücke und finanzielle Mittel zur Verfügung. 1490 wurde die Gründung der Augustinessen von Bischof Simon von Paderborn bestätigt. Die Schwestern unterhielten ein Gymnasium, ein Internat und einen Kindergarten. Das Kloster ist mittlerweile aufgelöst; im Gebäude sind die Schulen der Brede untergebracht, ein privates Gymnasium, ein Berufskolleg und eine Realschule unter der Trägerschaft der Stiftung Schulen der Brede des Erzbistums Paderborn.

Die ehemalige Stifts- und heutige Pfarrkirche St. Peter und Paul in Gehrden

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul ist die ehemalige Stiftskirche des Benediktinerinnenklosters Gehrden, welches 1142 gegründet wurde. Die Kirche wurde zwischen 1150 und 1190 als romanische Pfeilerbasilika errichtet. Die Ausstattung der Kirche ist barock. Das Glockengeläut gilt als das größte Westfalens. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden die barocken Klostergebäude wieder hergerichtet. 1810 wurde das Kloster aufgehoben, an den Grafen Bocholtz verkauft und zu einem Schloss umgebaut. Das Schloss wird heute als Familienerholungsheim genutzt.

Die Hinnenburg liegt auf einer Bergkuppe nördlich von Brakel und wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt. Sie war zunächst Sitz des Ritters Berthold von Brakel und fiel später in den Besitz von Burchard von der Asseburg. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Gebäude erneuert. Das Hauptgebäude der Renaissance ist dreigeschossig mit einem Eckturm im Süden.

Kapuzinerkirche

Die Kapuzinerkirche wurde 1715 bis 1718 als erstes Werk von Johann Conrad Schlaun errichtet. 1645 kamen die Kapuziner nach Brakel und nutzten zunächst die Hospitalkirche für die Gottesdienste. Fürstbischof Franz Arnold von Wolff-Metternich zur Gracht beauftragte mit Schlaun mit dem Neubau der Kirche. Der Provinzial der Kapuziner lehnte einen ersten Entwurf Schlauns ab, so dass die barocke Fassade der Kirche eher schlicht gehalten ist. Über dem Portal der Kirche ist das Wappen des Bischofs zu sehen.

Die katholische Pfarrkirche St. Michael ist eine Saalkirche mit eingezogenem Rechteckchor. Bei der Restaurierung 1998 fand man heraus, dass eine erste Kirche bereits im neunten bis zwölften Jahrhundert existierte. Die heutige romanische Kirche wurde als Pfeilerbasilika mit einschiffigem Querschiff und drei Apsiden von Werner von Brakel errichtet. Im 14. Jahrhundert wurde die Apsis abgerissen und durch ein gotisches Hochchor ersetzt. Ebenso wurde die Bedachung des Turmes gotisiert. 1517 brannte die Kirche und das südliche Seitenschiff wurde neu erbaut. Im 19. Jahrhundert brach man den Turm ab und errichtete einen neuen. Bereits für 1349 ist in der Kirche eine Orgel bezeugt. Die heutige Orgel ist mit vier Ölgemälden des Brakeler Malers Johann Georg Rudolphi verziert. Ferner gehören eine Kanzel von 1622, der steinerne Hochaltar von 1748 sowie ein Grabstein der Familien von Asseburg und Haxthausen zur Ausstattung.

Modexer Turm bei frühlingshaftem Sonnenuntergang

Der Modexer Turm wurde erstmals 1383 erwähnt. Er diente als Wachposten zwischen Landwehr und der Stadt Brakel. Der Name ist an die Hofgruppe Modexen angelehnt, die in der Mitte des 14. Jahrhunderts wüst fiel.

Rathaus, davor die Rolandsäule

Das Rathaus der Stadt stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Treppengiebel ist von Vierpässen durchbrochen; das südliche Portal ist im Renaissance-Stil errichtet und trägt die Jahreszahl 1573. Es ist mit einem Korbbogen und verzierter Quadereinfassung versehen.

Die gotische Rolandsäule auf dem Marktplatz wurde im 14. Jahrhundert errichtet und misst 5,45 Meter in der Höhe. Sie zeigte die Marktrechte der Stadt Brakel und wurde später als Pranger genutzt.

Schloss Rheder

Das Schloss Rheder wurde 1750 als Wasserburg errichtet. Im schlichten Herrenhaus sind die Rokokoräume mit Stuck verziert. Im Mittelsaal finden sich mythologische Darstellungen an der Decke und Familienporträts an den Wänden. In einem Kabinett hat sich eine Chinatapete von 1770 erhalten. Burchard von Mengersen ließ in dieser Zeit auch die Wirtschaftsgebäude von Johann Conrad Schlaun erneuern. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde das Dach mit Wesersandsteinplatten neu eingedeckt und die Gebäude neu verputzt. In der Vorburg ist heute ein kleines Husarenmuseum und seit dem 18. Jahrhundert eine Brauerei.[21]

Parks und Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Der Gutspark Abbenburg ist ein privater, nicht öffentlich zugänglicher, historischer Landschaftspark von etwa 1 ha Größe. Annette von Droste-Hülshoff beschrieb den Zustand des Gartens zur 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts folgendermaßen: „Ungefähr 200 Schritte vom Hause (nach der stillen Seite) ein sehr hoher und breiter Laubengang, in der Mitte abgebrochen, wo eine herrliche Linde steht mit steinernem Tische und Bänken drum her.“ Östlich des Herrenhauses schließt sich an diesen Bereich eine von Laubbäumen und Koniferen umrandete Wiese sowie ein Teich an. Ein weiterer Bereich südlich einer Bruchsteinmauer, die eine Burgmauer gewesen sein könnte, wurde vermutlich als Nutzgarten bewirtschaftet. Noch heute ist der von Annette von Droste-Hülshoff beschriebene Bereich zum Gut noch gut als Hügel nebst Linde erkennbar. Auch einige Hainbuchen, die vermutlich zum Restbestand des Laubenganges gehörten, sind noch vorhanden. Der östliche Gartenbereich ist, wie auch die hausnahen Bereiche, gut gepflegt. Der Bereich um den Teich ist jedoch verwildert.[22]

Gut Bökerhof

Der Gutspark Bökerhof ist ein privater historischer Gutspark von etwa 3 ha Größe und öffentlich zugänglich. Erste Hinweise auf einen Garten gibt es zur 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Wenige alte Buchen, Kastanien, Fichten, Ulmen und eine stattliche Platane auf der Schlosswiese sind erhaltengebliebene Zeugnisse aus der Entstehungszeit. Hervorzuheben ist der historische Laubengang, der den Park auf einer Länge von mehreren hundert Metern am nördlichen und westlichen Rand begrenzt. Er ist überwiegend mit Hainbuchen bepflanzt, der so beschnitten wurde, dass sich ein dichtes Blätterdach gebildet hat. Ursprünglich umgrenzte dieser Laubengang auch den südlichen Bereich des Parks. Auf einem Platz vor dem Herrenhaus wurde ein Rasenrondell mit einer Umfassung aus Buchsbaum und kugelförmig geschnittenen Buchsbäumen angelegt.[23]

Der Gutspark Hainhausen ist ein privater, nicht öffentlich zugänglicher, historischer Landschaftspark von etwa 3 ha Größe. Entlang der Zufahrt zum Gut wurden barocke Gartenskulpturen, die Zwerger darstellen, und Pflanzschalen auf Postamenten vom ehemaligen Barockgarten am Schloss Hinnenburg aufgestellt. Weite Rasenflächen mit Laubsträuchern und Nadelbäumen sowie eine Eichenweide mit alten Solitärbäumen kennzeichnen den Garten.[24]

Der Schlosspark Hinnenburg ist ein privater Landschaftspark mit ursprünglich 15 ha Größe. Der Außenbereich der Burganlage ist über Wanderwege öffentlich zugänglich. Die Anlage ist mittlerweile vorwiegend bewaldet und daher nur noch archäologisch nachweisbar. Im oberen freigehaltenen Bereich, der heute als Weide genutzt wird, sind die ehemaligen barocken Gartenterrassen noch als Geländestufen sichtbar.[25]

Der Kurpark Kaiserbrunnen ist etwa 18 ha groß und öffentlich zugänglich. Der Park umfasst eine schwefelhaltige Mineralquelle, die seit dem 18. Jh. bekannt ist und wurde nach einer gescheiterten wirtschaftlichen Nutzung der Quelle angelegt und 1913 umfassend erweitert. Das Brunnenhaus wurde Anfang der 1960er Jahre erbaut. Es sind Rundwege um zwei größere Teiche, ein Waldrestaurant mit Außenterrasse und ein Kinderspielplatz vorhanden.[26] Der westliche Teil des Parkes jenseits der Brunenallee wird Kaiser-Wilhelm-Hain genannt. Der Gedenkstein wurde 1908 von der Gemeinde zu Ehren Kaiser Wilhelms II. aufgestellt. Er hatte während des Kaisermanövers 1907 an dieser Stelle sein Zelt aufgebaut.

Areal des Schlosses Rheder

Zum gleichnamigen in Privatbesitz befindlichen Schloss gehört der Landschaftspark Rheder mit einer Größe von heute 8 ha. Schlossnahe Bereiche sind nicht öffentlich zugänglich. Das Hauptmerkmal des Parks ist eine breite Sichtachse an der Gartenseite des Schlosses. Der Park wird wesentlich durch den Wechsel von weiten Flächen mit zwei Teichen und dichten Gehölzen bestimmt. Zahlreiche Wegen und Treppen sind vorhanden. Seit 1949 ist der Park als Naturschutzgebiet Sieseberg ausgewiesen.[27]

Die mehrere hundert Meter lange Prozessionsanlage Katharinenkapelle ist öffentlich zugänglich. Der Weg auf den Katharinenberg wird von einer Allee mit Kastanien und Linden flankiert.[28]

Der Schlosspark Gehrden ist etwa 2 ha groß und öffentlich zugänglich. Er entstand Anfang des 19. Jahrhunderts im Norden des Schlosses auf Basis eines bis dahin vorhandenen klösterlichen Nutzgartens und besteht wesentlich aus einem kleinen Teich mit einer Grotte als Gestaltungselementen. Erhalten sind eine Bergulme und weitere Solitärbäume, insbesondere eine Hängebuche, eine Blutbuche und ein Bergahorn auffallen. Ganz besonders hervorzuheben ist die sogenannte „Zwölf-Apostellinde“, die heute drittälteste Linde Deutschlands, die aus der Frühzeit des Klosters erhalten blieb. Der Überlieferung zufolge pflanzten Nonnen im 13. Jahrhundert symbolisch für die 12 Apostel die gleiche Anzahl junger Linden so eng aneinander, dass sich daraus ein einzelner Baum bildete. Die Linde hat heute einen Stammumfang von etwa 8 m und einen Kronendurchmesser von mehr als 30 m. Nur einer der ursprünglich zwölf Einzelstämme ist nicht erhalten geblieben. Der Park wurde in den 1960er Jahren aufwendig umgestaltet.[29]

Sport[Bearbeiten]

Der lokale Fußballverein SpVg Brakel spielte in den 1990er Jahren mehrere Spielzeiten in der Oberliga Westfalen. Heute spielt die erste Mannschaft nach dem Abstieg aus der Landesliga in der siebtklassigen Bezirksliga.

Außerdem bietet die DJK-Brakel viele Sportarten für Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene vom Ballsport über Leichtathletik bis hin zum Rehasport an.

Für den Breitensport stehen zwei Dreifachsporthallen und mehrere kleinere Hallen sowie Sportplätze zur Verfügung. Weitere Sportangebote der Stadt umfassen eine Bogenschießanlage, Kanusport auf der Nethe, zwei Minigolfanlagen, vier Reithallen, eine Langlauf-Loipe und mehrere Tennisplätze. Das Frei- und Hallenbad rundet das Angebot ab.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der Annentag in Brakel ist die größte Innenstadtkirmes im Weserbergland, die alljährlich am Wochenende des ersten Augustsonntags stattfindet.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Schloßbräu Rheder

Seit dem 2. Juli 1686 wird im Schloss Rheder Bier gebraut. Für das Schloßbräu Rheder wird Wasser aus dem Naturschutzgebiet Sieseberg bezogen. Neben dem Pils werden süffige Bockbiere und der Husarentrunk, ein Jubiläumsbier, dessen Name auf das preußische Husarenregiment Nr. 8 anspielt, gebraut.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Durch seine zentrale Lage im Kreis konnte sich Brakel in den vergangenen Jahren wirtschaftlich stark weiterentwickeln und gehört nun zu den erfolgreichsten Städten in der Region. Einkommenswachstum sowie die Reduzierung der Arbeitslosigkeit sind überdurchschnittlich im Vergleich zu Städten vergleichbarer Größe.

Verkehr[Bearbeiten]

Brakel liegt im Schnittpunkt der Bundesstraßen 64 (Münster-Paderborn-Brakel-Holzminden-Seesen) und 252 (Ostwestfalenstraße) (Blomberg-Brakel-Korbach-Marburg).

Der Bahnhof Brakel (Höxter) an der Egge-Bahn

Der Bahnhof Brakel (Höxter) liegt an der Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen. Die Strecke wird im Stundentakt von der RB 84 „Egge-Bahn“ PaderbornOttbergenHolzminden bedient. In Ottbergen bestehen Anschlüsse nach BodenfeldeNortheim und Göttingen, in Holzminden ist zur Weiterfahrt ein Zugwechsel mit langen Übergangszeiten erforderlich.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der NordWestBahn, die Bombardier-Talent-Triebwagen entsprechend der DB-Baureihe 643 für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt. Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der „Hochstift-Tarif“ (Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Medien[Bearbeiten]

An Tageszeitungen erscheinen die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt, sie berichten an sechs Tagen pro Woche über lokale Ereignisse. Die Mantelausgabe beider Zeitungen wird von den jeweiligen Hauptredaktionen aus Bielefeld bezogen. Zudem erscheint vierteljährlich im Hochstift Paderborn und Corveyer Land die Zeitschrift Die Warte für die Kreise Paderborn und Höxter mit Beiträgen zur Regionalgeschichte, Literatur und Kunst.

Brakel gehört zum Berichtsgebiet des Regionalstudios Bielefeld des WDR. Im Gebiet des ehemaligen Hochstifts Paderborn, zu dem auch Brakel gehörte, gibt es seit 1991 den Radiosender Radio Hochstift, der insbesondere regionale Themen aufgreift und im Vergleich zu den überregionalen Sendern (z. B. WDR) einen höheren Höreranteil verzeichnet.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Amtsgericht

Die Gerichtsbarkeit ist in der Stadt Brakel mit dem Amtsgericht Brakel vertreten.

Die Stadt Brakel unterhält ein Hallen- und ein Sommer-Bad. Im ehemaligen katholischen Pfarrheim ist eine Jugendfreizeitstätte untergebracht.

Die Freiwillige Feuerwehr in Brakel gliedert sich in den Löschzug der Kernstadt und 13 Löschgruppen in den Ortsteilen. In der Kernstadt stehen ein Einsatzleitwagen, ein Löschgruppenfahrzeug, ein Tanklöschfahrzeug, ein Rüstwagen, eine Drehleiter, ein Schlauchwagen, ein Gerätewagen Logistik, ein Tragkraftspritzenfahrzeug und ein Mannschaftstransportfahrzeug zur Verfügung.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt bietet alle Schulformen an. Im Stadtgebiet verteilt gibt es vier Grundschulen. Eine Gesamtschule, eine Hauptschule (Geschwister-Scholl-Schule) (auslaufend), Zwei Realschulen (Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule (auslaufend), Realschule Brede). Zwei Gymnasien (das städtische Petrus-Legge Gymnasium (auslaufend) und das Gymnasium Brede, eine private Schule in katholischer Trägerschaft), zwei Berufskollegs (Kreisberufskolleg Brakel mit Berufsfachschulen, Fachschulen, Fachoberschulen und einem Beruflichen Gymnasium sowie das Berufskolleg der Brede, das eine Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung ist). Und zwei Förderschulen, die Brüder-Grimm-Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache des Kreises Höxter, und die von-Galen-Schule im Ortsteil Frohnhausen, eine private Förderschule, in Trägerschaft der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Schulen und Wohnstätten gGmbH Brakel.

Im Jahr 2007 wurden an den Schulen der Stadt mit 228 Lehrkräften insgesamt 3429 Schüler unterrichtet, davon 23,9 % an den Grundschulen, 15,3 % an der Hauptschule und 14,5 % an der Realschule, 41,0 % an den Gymnasien, sowie 5,2 % an den Förderschulen.[4]

Darüber hinaus befindet sich in Brakel eine Außenstelle der Fachhochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen (bis 2003 als Justizausbildungsstätte des Landes genutzt) und das Kolping-Berufsbildungswerk, eine Ausbildungsstätte für benachteiligte Jugendliche.

Das ehemalige Benediktinerinnen-Kloster Schloss Gehrden wird heute vom Familienbund der Katholiken im Erzbistum Paderborn sowie vom Erzbistum und Diözesancaritasverband Paderborn als Erwachsenenbildungsstätte genutzt. (Schloss Gehrden ist nicht zu verwechseln mit dem etwa 90 Kilometer nordöstlich gelegenen Ort Gehrden bei Hannover.)

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Brakel sind vornehmlich mittelständische Betriebe des Handwerks und Betriebe der Metall-, Glas-, Holz- und Kunststoffverarbeitung angesiedelt.

Die Schaumstofftechnik Schulze stellt seit 1967 Mikrofon-Windschutz für namhafte Hersteller wie Sennheiser her. Teil des Produktportfolios ist auch Windschutz mit Logo für die öffentlich-rechtlichen Sender. Zur Produktpalette gehört auch Dämmmaterial für die Automobilindustrie.

Franz Schneider Brakel (FSB) stellt mit seinen 600 Mitarbeitern Griffe und Klinken her, zum Beispiel auch für den Turning Torso in Malmö und die James-Simon-Galerie in Berlin.[30]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

An die folgenden Bürger wurde das Ehrenbürgerrecht verliehen (die führende Zahl gibt das Jahr der Verleihung an):

Ferner ist Adolf Freiherr Spiegel Ehrenbürger der ehemals selbständigen Gemeinde Rheder.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Epitaph für Johann Georg Rudolphi
Der Fußballspieler und -trainer Claus-Dieter Wollitz wurde in Brakel geboren

In Brakel wurden geboren:

Verbunden mit der Stadt[Bearbeiten]

  • Albert Florath (1888–1957), dt, Schauspieler, er wohnte und ging in Brakel zur Schule

Die Bremer Stadtmusikanten[Bearbeiten]

Das Märchen der Bremer Stadtmusikanten soll den Brüdern Grimm in Brakel übergeben worden sein, die dort auf Einladung des Barons von Haxthausen auf dem Bökerhof einen Sommer teilweise verbracht haben. Wie man dem Märchen entnehmen kann, kamen die Musikanten nie in der Stadt Bremen an, weil sie Räuber verjagt hatten und sich danach in deren Räuberhaus niederließen. Dieses Räuberhaus soll zwischen Brakel und Bosseborn gestanden haben. Im Stadtarchiv existiert ein Foto von diesem Kotten; an seiner Stelle steht heute ein Steindenkmal der Bremer Stadtmusikanten.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Bernhard Junker, Josef Drewes (Hrsg.): Das Hochstift Paderborn: Portrait einer Region. Paderborn 1997, ISBN 3-506-95293-5, S. 309-319: Brakel.
  •  Heinz Stoob: Stadtmappe Brakel. In: Heinz Stoob, Wilfried Ehbrecht (Hrsg.): Westfälischer Städteatlas. Band I, 4. Teilband, Dortmund/ Altenbeken 1975, ISBN 3-89115-331-7 (Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe).
  •  Franz Schneider (Hrsg.): Annentag in Brakel. Ein deutsches Volksfest. König, Köln 1992, ISBN 3-88375-157-X.
  •  Herbert Engemann, Ulrich Ernst: Nationalsozialismus und Verfolgung in Brakel: Dokumentation und Kommentar. Stadt Brakel, Brakel 1988, ISBN 3-926971-00-2.
  •  Vivat Clemens August! Paderborner Glaskunst des 18. Jahrhunderts. Die Glashütte Emde bei Brakel. Paderborn 2000, ISBN 3-88789-136-8.
  •  Leistungskurs Geschichte des städt. Gymnasiums: Brakel - Kleiner historischer Stadtführer. Heimat- u. Verkehrsverein Brakel, Brakel 1983, ISBN 3-9809107-9-2.
  •  Arnold Beuke, Theodor P. Nolte (Vorwort), Dirk Brassel, Jürgen W. Braun, Ralph Becker (Hrsg.): 1748 - Ein Jahr in der Stadt Brakel. Stadt Brakel, Brakel 1999, ISBN 3-926971-02-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brakel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Brakel – Quellen und Volltexte

Quellen und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen, Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibung Brakel
  3. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage (PDF; 369 kB)
  4. a b Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Brakel
  5. brakel.de
  6. brakel.de
  7. brakel.de
  8. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 266–270..
  9. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Schüler an allgemein bildenden Schulen in NRW nach der Religionszugehörigkeit
  10. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Bürgerservice: Gesetz zur Neugliederung des Kreises Höxter
  11.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 107f.
  12. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Bürgerservice: Sauerland/Paderborn-Gesetz
  13. Landesbetrieb für Information und Technik Nordrhein-Westfalen, Geschäftsbereich Statistik: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  14. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Sonderreihe zur Volkszählung 1987 in Nordrhein-Westfalen, Band 1.1: Bevölkerung, Privathaushalte und Erwerbstätige. Düsseldorf 1989, S. 110.
  15. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05762016
  16. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Kommunalwahlen
  17. Genehmigungsurkunde des Regierungspräsidenten Detmold vom 6. Oktober 1977 (PDF; 89 kB)
  18. Stadt Brakel: Partnerstädte
  19. Überblick Standorte NRW (PDF). Oktober 2011, abgerufen am 7. Mai 2014.
  20. juergen-herrmann.com
  21. Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 37 Kreis Höxter, 1914, S. 37–53.
  22. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Gutspark Abbenburg in LWL-GeodatenKultur
  23. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Gutspark Bökerhof in LWL-GeodatenKultur
  24. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Gutspark Hainhausen in LWL-GeodatenKultur
  25. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Schlosspark Hinnenburg in LWL-GeodatenKultur
  26. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Kurpark Kaiserbrunnen in LWL-GeodatenKultur
  27. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Landschaftspark Rheder in LWL-GeodatenKultur
  28. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Prozessionsanlage Katharinenkapelle in LWL-GeodatenKultur
  29. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Schlosspark Gehrden in LWL-GeodatenKultur
  30. FSB aus Brakel öffnet weltweit Türen. Neue Westfälische, abgerufen am 4. September 2013.
  31. kunstwerk-brakel.de
  32. brakel.de