Heinz Schenk

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Heinz Schenk (* 11. Dezember 1924 in Mainz) ist ein deutscher Showmaster und Schauspieler.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Heinz Schenk trat bereits als Junge mit einer Büttenrede im Mainzer Frauenchor-Karneval auf. Nach seinem Schulabschluss am Bischöflichen Willigis-Gymnasium absolvierte er eine Lehre in der Teppich- und Gardinen-Abteilung des Wiesbadener Kaufhauses Krüger & Brandt und nahm parallel dazu Schauspielunterricht. Den für Auftritte erforderlichen Ausweis der Reichstheaterkammer bekam Schenk mit Hilfe seines Pfarrers, welcher die Abstammung der Mutter, einer laut nationalsozialistischer Terminologie „Halbjüdin“, manipulierte.

Sein erstes Engagement nach dem Krieg erhielt Heinz Schenk in Worms bei einem Kabarett namens Elefant für eine Gage von fünf Reichsmark und einem Stammessen pro Abend sowie einer Fahrkarte dritter Klasse. Dort parodierte er Heinz Rühmann, Theo Lingen, Hans Moser und Hans Albers.[1]

1951 fing er beim Hessischen Rundfunk als Radiomoderator an. Seine ersten Fernsehauftritte hatte er beim Privatsender Telesaar im Saarland, dort musste er als Conférencier die Namen der Werbeprodukte möglichst häufig nennen.[2]

Bekannt wurde Heinz Schenk zunächst mit der Hörfunksendung Frankfurter Wecker und später vor allem mit der Fernsehunterhaltungssendung Zum Blauen Bock, die er 1966 von Otto Höpfner übernahm und 21 Jahre lang und 134 Mal moderierte. Als Wirtin und auch Produzentin der Sendung fungierte Lia Wöhr. Schenk hat alle Lieder, die er im Blauen Bock sang, selbst getextet und meistens mit Franz Grothe zusammen komponiert.

Als Schauspieler war er unter anderem 1988 in Dieter Wedels Mehrteiler Wilder Westen inclusive (in der Rolle des Frührentners Konrad Abs) und 1992 mit Hape Kerkeling in der Satire Kein Pardon (in der Rolle des cholerischen Showmasters Heinz Wäscher) zu sehen. Er trat in mehreren Produktionen des Volkstheaters Frankfurt auf, u. a. zusammen mit Liesel Christ in Rendezvous im Palmengarten von Adolf Stoltze, als Datterich, als Doolittle im Musical My Fair Lady und als Geizhals in der hessischen Adaption von Molières Der Geizige.

Vom Februar 1993 bis zum November 1996 hatte Schenk mit der Sendung Fröhlich Eingeschenkt ein Comeback.

Heinz Schenk war auch als Sänger und Textdichter erfolgreich. Seine getexteten Lieder wurden meist von Franz Grothe komponiert und in seinen Fernsehsendungen dargeboten. Sein größter Hit war das anlässlich einer Blaue-Bock-Sendung aus Vaduz 1978 entstandene Lied Es ist alles nur geliehen,[3] mit dem er sogar in der ZDF-Hitparade auftrat. Weitere bekannte Songs von ihm sind Alles kann der Mensch sich kaufen – nur keine Zeit[4] und Wir sind alles Marionetten.[5] 1985 sang er auch das Lied der ARD-Fernsehlotterie Gib dem Glück eine Chance.

Schenk erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Hessischen Verdienstorden, den Bambi, die Hermann-Löns-Medaille und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Die hessische Rockband Rodgau Monotones widmete ihm in dem Lied Die Hesse komme! die Textzeile „(…) unser David Bowie heißt Heinz Schenk“.

Heinz Schenk lebt heute im Ruhestand in Wiesbaden-Naurod. Seine Ehefrau Gerti Schenk (geborene Kraus), eine gelernte Friseurin, mit der er seit 1951 verheiratet war, starb im Alter von 85 Jahren am 3. Dezember 2013 zu Hause in Wiesbaden.[6][7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinz Schenk - erstes Engagement im Wormser "Elefanten", worms.de
  2. Ein Abend mit Heinz Schenk - Eine Nacht für ... Heinz Schenk - Moderation: Franziska Reichenbacher
  3. Es ist alles nur geliehen, Video bei Youtube
  4. Alles kann der Mensch sich kaufen – nur keine Zeit, bei Youtube
  5. Wir sind alles Marionetten, bei Youtube
  6. Frankfurter Rundschau Frankfurt vom 4. Dezember 2013: Heinz Schenks Ehefrau gestorben. Heinz Schenk trauert um Ehefrau Gerti (dpa), abgerufen am 4. Dezember 2013
  7. Kultur: "Ich habe meine große Liebe verloren" - Heinz Schenk trauert um Ehefrau Gerti hr.de, 5. Dezember 2013