Hendschiken
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| Hendschiken | |
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| Basisdaten | |
| Kanton: | Aargau |
| Bezirk: | Lenzburg |
| BFS-Nr.: | 4198 |
| PLZ: | 5604 |
| Koordinaten: | (658957 / 248812)Koordinaten: 47° 23′ 15″ N, 8° 13′ 10″ O; CH1903: (658957 / 248812) |
| Höhe: | 412 m ü. M. |
| Fläche: | 3.52 km² |
| Einwohner: | 926
(31. Dezember 2007) |
| Website: | www.hendschiken.ch |
| Karte | |
Hendschiken (schweizerdeutsch: Händschike) ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Lenzburg im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im Bünztal, zwei Kilometer östlich des Bezirkshauptorts.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Das Dorf liegt etwa zweihundert Meter westlich der Bünz in einer flachen Ebene, die in früher weitgehend versumpft gewesen war und zu Beginn des 20. Jahrhunderts trockengelegt wurde. An der westlichen Gemeindegrenze erheben sich der Lütisbuech (538 m ü. M.) und der Rain (519 m ü. M.); dabei handelt es sich um zwei Ausläufer des Rietenbergs, der die natürliche Grenze zum Seetal bildet.
Neben dem eigentlichen Dorf gibt es drei Ortsteile, die einen völlig verschiedenartigen Charakter aufweisen. Im Westen, am Übergang vom Rain zur Endmoräne von Othmarsingen, liegt das Industriegebiet Horner. Büel ist ein landwirtschaftlich geprägter Weiler auf einem Plateau am Osthang des Lütisbuech. Steinacker am Ostufer der Bünz ist eine moderne Einfamilienhaussiedlung.
Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 412 Hektaren, davon sind 85 Hektaren bewaldet und 57 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 535 Metern umweit des Gipfels des Lütisbuech, die tiefste Stelle liegt auf 398 Metern an der Bünz.
Nachbargemeinden sind Othmarsingen im Norden, Dottikon im Osten, Villmergen im Südosten, Dintikon und Ammerswil im Süden sowie Lenzburg im Westen.
[Bearbeiten] Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung von Haensichon erfolgte im Jahr 1160 in einer Urkunde des Klosters Muri. Im Mittelalter war der Grundbesitz zersplittert und gehörte zahlreichen geistlichen und weltlichen Herrschaften, darunter die Klöster Muri, Säckingen und St. Urban sowie die Herren von Hallwyl, die Grafen von Lenzburg und die Grafen von Habsburg. Grosse Teile davon gingen im 14. Jahrhundert an das habsburgische Hauskloster Königsfelden. Die Habsburger erhielten 1264 nach dem Aussterben der Kyburger die hohe Gerichtsbarkeit, während die niedere Gerichtsbarkeit für mehr als fünfhundert Jahre an die Hallwyler ging.
1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Hendschiken gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Das Dorf bildete einen eigenen Gerichtsbezirk im Amt Lenzburg und besass das Recht, nach dem Tod des Untervogts dessen Nachfolger zu wählen. Die Reformation wurde 1528 eingeführt. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Hendschiken gehört seither zum Kanton Aargau.
Die Strohflechterei und die Baumwollweberei führten im 18. und 19. Jahrhundert zu einem ersten wirtschaftlichen Aufschwung. Am 23. Juni 1874 wurde die Eisenbahnlinie Rupperswil - Wohlen der Aargauischen Südbahn eröffnet; die Zweigstrecke nach Brugg folgte am 1. Juni 1882. Dies begünstigte die Gründung zahlreicher kleiner Gewerbebetriebe. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand beim Bahnhof ein Industriegebiet. Die Entwicklung der Bevölkerungszahl war stets starken konjunkturbedingten Schwankungen unterworfen, wies jedoch allgemein ein leichtes Wachstum auf. Seit Beginn der 1980er hat sie jedoch um fast einen Drittel zugenommen.
[Bearbeiten] Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Blau linker innensichtiger gestulpter gelber Handschuh.» Das Wappen mit dem Handschuh (schweizerdeutsch: Händsche) existiert seit mindestens 1621 und gehörte der nichtadligen Familie von Hendschikon, das im Dienste des Stiftes Beromünster stand. Das 1811 geschaffene Gemeindesiegel von Hendschiken (schweizerdeutsch: Händschike) zeigt einen aussensichtigen Handschuh. Die Gemeinde führte 1954 die ältere Variante wieder ein.[1]
[Bearbeiten] Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung:[2]
| Jahr | 1850 | 1900 | 1930 | 1950 | 1960 | 1970 | 1980 | 1990 | 2000 |
| Einwohner | 571 | 594 | 657 | 612 | 678 | 767 | 695 | 729 | 896 |
Am 31. Dezember 2007 lebten 926 Menschen in Hendschiken, der Ausländeranteil betrug 8,5 %.[3] Bei der Volkszählung 2000 waren 58,5 % reformiert. 25,2 % römisch-katholisch und 2,1 % moslemisch; 0,6 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 95,1 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,1 % Italienisch.[4]
[Bearbeiten] Politik und Recht
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Gemeindeammann der Amtsperiode 2006-2009 ist Daniel Lüem (FDP).
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Lenzburg zuständig. Hendschiken gehört zum Friedensrichterkreis Othmarsingen.
[Bearbeiten] Wirtschaft
In Hendschiken gibt es rund 350 Arbeitsplätze, davon 16 % in der Landwirtschaft, 29 % in der Industrie und 55 % im Dienstleistungsbereich.[5] Neben zahlreichen kleinen Gewerbebetrieben bietet vor allem eine Maschinen- und Apparatefabrik Arbeitsplätze an. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den grösseren Gemeinden der Umgebung wie Lenzburg, Villmergen oder Wohlen.
[Bearbeiten] Verkehr
Hendschiken ist verkehrsgünstig gelegen. Etwa dreihundert Meter westlich des Dorfes verläuft die wichtige Hauptstrasse Lenzburg - Zug. Der Anschluss Lenzburg der Autobahn A1 ist zweieinhalb Kilometer, der Anschluss Mägenwil drei Kilometer entfernt. Am SBB-Bahnhof, der sich etwa einen Kilometer vom Dorfzentrum entfernt im Industriegebiet Horner befindet, halten Züge nach Aarau, Muri, Rotkreuz und Othmarsingen (dort Anschluss an die Linie S3 der S-Bahn Zürich sowie nach Brugg). Morgens und Abends werden auch Direktverbindungen nach Zürich angeboten.
[Bearbeiten] Bildung
Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule können in Othmarsingen besucht werden, die Bezirksschule in Dottikon. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Wohlen.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004. ISBN 3-906738-07-8
- ↑ Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden im Bezirk Lenzburg - Statistisches Amt des Kantons Aargau
- ↑ Bevölkerungsstatistik 2. Halbjahr 2007 - Statistisches Amt des Kantons Aargau
- ↑ Gemeindeporträt - Statistisches Amt des Kantons Aargau
- ↑ Betriebszählung 2005 - Statistisches Amt des Kantons Aargau
[Bearbeiten] Weblinks
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