Egliswil

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Egliswil
Wappen von Egliswil
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Lenzburgw
BFS-Nr.: 4195i1f3f4
Postleitzahl: 5704
UN/LOCODE: CH EGL
Koordinaten: 656583 / 24477447.3513878.187504470Koordinaten: 47° 21′ 5″ N, 8° 11′ 15″ O; CH1903: 656583 / 244774
Höhe: 470 m ü. M.
Fläche: 6.29 km²
Einwohner: 1326 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 211 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 8,7 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.egliswil.ch
Egliswil, von Seon her gesehen

Egliswil, von Seon her gesehen

Karte
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Egliswil (in der lokalen Mundart ˌɛɡliʃˈʋiːl)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Lenzburg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt vier Kilometer südlich des Bezirkshauptorts im Seetal.

Geographie[Bearbeiten]

Das Haufendorf befindet sich etwas zurückversetzt am östlichen Rand des Seetals inmitten einer sanft geneigten Mulde zwischen den Hügeln Häbni (531 m ü. M.), Birch (591 m ü. M.) und Emmet (577 m ü. M.). Nordöstlich des Dorfes geht die Mulde in das schmale Seitental des Tribachs über. Dieses Gewässer trägt im weiteren Verlauf den Namen Lenzburger Stadtbach und fliesst beim Bezirkshauptort in den Aabach. Östlich des Tribachtals erhebt sich die Hügelkette des Rietenbergs, die natürliche Grenze zum Bünztal. Westlich und südlich des Dorfes ist das Gelände weitgehend flach.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 629 Hektaren, davon sind 250 Hektaren bewaldet und 52 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 664 Metern im Grossmoos auf der Rietenberg-Kette, der tiefste auf 415 Metern am Aabach.

Nachbargemeinden sind Lenzburg im Norden, Ammerswil im Nordosten, Dintikon und Villmergen im Osten, Seengen im Süden sowie Seon im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein 1953 entdecktes Einzelgrab mit Keramikbeigaben aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts lässt auf die Existenz eines römischen Gutshofes schliessen. Dessen genauer Standort ist aber noch nicht bekannt.[5] Die erste urkundliche Erwähnung von Egirichiswilare erfolgte im Jahr 893 in einem Zinsrodel des Fraumünsters in Zürich. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Egiricheswilari, was «Hofsiedlung des Egirich» bedeutet.[3] Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, wurden die Habsburger im Jahr 1264 die neuen Landesherren. Sie verpfändeten 1331 die niedere Gerichtsbarkeit dauerhaft an die Herren von Hallwyl.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Egliswil gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Das Dorf war zunächst ein Bestandteil des Gerichtsbezirks Seengen im Amt Lenzburg und wurde 1677 in den Stand einer eigenen Gerichtsherrschaft erhoben. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Egliswil gehört seither zum Kanton Aargau.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein blieb Egliswil ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Neben dem Anbau von Getreide spielte auch der Weinbau eine zentrale Rolle, die Reben verschwanden allerdings um 1900 wegen der Reblaus-Epidemie. Egliswil war einst eines der grössten Dörfer im Seetal, doch zwischen 1850 und 1950 nahm die Bevölkerungszahl um über einen Drittel ab. Seit Beginn der 1980er Jahre ist aber aufgrund einer intensiven Bautätigkeit ein markantes Wachstum zu verzeichnen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche und Gemeindehaus von Egliswil

Die Kirche von Egliswil ist eine Filiale der Pfarrei Seengen. Die ursprünglich im romanischen Stil errichtete, relativ kleine Saalkirche erhielt um 1500 gotische Elemente. Im Jahr 1583 wurde an der Westseite ein Turm angebaut. Das Haus zum Sonnenberg wurde 1694 aus Stein errichtet und diente als Wohnsitz des Egliswiler Untervogts.[6]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In blau drei übereinander gekreuzte weisse Fische, begleitet von drei fünfstrahligen weissen Sternen.» Das Wappenbild, das erstmals 1811 auf dem Gemeindesiegel verwendet wurde, geht auf eine Fehlinterpretation des Ortsnamens zurück. Das alamannische Egirichswilare bezieht sich auf die Hofsiedlung des Egirich (der «Furcht- und Schreckensreiche»), hat also nichts mit Flussbarschen (schweizerdeutsch: Egli) zu tun. 2003 wurden die sechsstrahligen Sterne durch fünfstrahlige ersetzt.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[8]

Jahr 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 1146 849 779 706 704 708 722 900 1210 1318

Am 31. Dezember 2013 lebten 1326 Menschen in Egliswil, der Ausländeranteil betrug 8,7 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 68,0 % reformiert, 17,7 % römisch-katholisch und 1,7 % moslemisch; 0,8 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[9] 96,1 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 0,8 % Serbokroatisch, 0,7 % Italienisch.[10]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Lenzburg zuständig. Egliswil gehört zum Friedensrichterkreis Seon.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Egliswil gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 380 Arbeitsplätze, davon 12 % in der Landwirtschaft, 61 % in der Industrie und 27 % im Dienstleistungsbereich.[11] Vorherrschend sind kleine Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in der näheren Umgebung (hauptsächlich in Seon und Lenzburg).

Verkehr[Bearbeiten]

Egliswil liegt rund zwei Kilometer östlich der von Lenzburg nach Luzern führenden Seetal-Hauptstrasse. Nebenstrassen führen nach Ammerswil und Seengen. Die Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch zwei Buslinien der Gesellschaft Regionalbus Lenzburg, die vom Bahnhof Lenzburg aus über Egliswil nach Bettwil bzw. Teufenthal führen.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Sämtliche Oberstufen der obligatorischen Volksschule (Realschule, Sekundarschule, Bezirksschule) können in Seengen besucht werden. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 138–140.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1090, Swisstopo
  5.  Martin Hartmann, Hans Weber: Die Römer im Aargau. Verlag Sauerländer, Aarau 1985, ISBN 3-7941-2539-8, S. 168.
  6.  Michael Stettler, Emil Maurer, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmaeler des Kantons Aargau. Band II: Die Bezirke Lenzburg und Brugg, Birkhäuser Verlag, Basel 1953.
  7.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 147.
  8. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  10. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  11. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.