Boniswil

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Boniswil
Wappen von Boniswil
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Lenzburgw
BFS-Nr.: 4192i1f3f4
Postleitzahl: 5706
Koordinaten: 656513 / 24106747.3180528.186111477Koordinaten: 47° 19′ 5″ N, 8° 11′ 10″ O; CH1903: 656513 / 241067
Höhe: 477 m ü. M.
Fläche: 2.78 km²
Einwohner: 1409 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 507 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 13,5 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.boniswil.ch
Boniswil

Boniswil

Karte
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Dorfeinfahrt von Boniswil, Kantonsstrasse von Birrwil her kommend

Boniswil (schweizerdeutsch [ˌbɔniʃˈʋiːʊ][3]) ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Lenzburg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt rund acht Kilometer südlich des Bezirkshauptorts im Seetal, am nordwestlichen Ende des Hallwilersees. Im Jahr 1898 wurde Alliswil eingemeindet.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt etwa einen Kilometer westlich des Hallwilersees am Rande des Seetals auf einer erhöht liegenden Terrasse. Entlang des Seeufers erstrecken sich ausgedehnte Sumpfgebiete mit Schilfgürteln, die unter Naturschutz stehen. Der Aabach bildet die östliche Gemeindegrenze. Westlich des Dorfzentrums steigt das Gelände steil an hinauf zur Hochebene von Leutwil. Ein Kilometer südlich des Dorfes liegt die Ortschaft Alliswil.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 278 Hektaren, davon sind 19 Hektaren bewaldet und 48 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 578 Metern an der südwestlichen Gemeindegrenze, der tiefste auf 448 Metern am Aabach.

Nachbargemeinden sind Hallwil im Norden, Seengen im Nordosten, Meisterschwanden im Südosten, Birrwil im Süden, Leutwil im Westen und Dürrenäsch im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Bonoltswile erfolgte im Jahr 1217. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Banwalteswilari und bedeutet «Hofsiedlung des Banwalt».[3] Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, wurden 1264 die Habsburger die neuen Landesherren. In Boniswil befand sich ein Meierhof, der als Verwaltungszentrum für die umfangreichen Güter des Klosters Einsiedeln diente. Inhaber der niederen Gerichtsbarkeit waren seit dem 13. Jahrhundert die Herren von Trostburg. Dieses Recht fiel Mitte des 14. Jahrhunderts durch Erbschaft an die Herren von Rinach.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Boniswil gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Das Dorf war Teil des Gerichtsbezirks Trostburg im Amt Lenzburg. Dieser Bezirk war von 1486 bis 1616 im Besitz der Hallwyler und gelangte danach ebenfalls an Bern. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Boniswil gehört seither zum Kanton Aargau.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wandelte sich Boniswil zu einem wichtigen Umschlagplatz für die Baumwollindustrie, die Herstellung der farbigen Tücher geschah weitgehend in Heimarbeit. Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Strohflechterei auf. Am 15. Oktober 1883 erhielt die Gemeinde einen Anschluss ans Eisenbahnnetz, als der Abschnitt Lenzburg–Beinwil am See der Seetalbahn eröffnet wurde. Im selben Jahr wurde die erste Zigarrenfabrik eröffnet, bald darauf folgten unter Anderem eine Bonbonfabrik und drei Kistenfabriken. Das Nachbardorf Alliswil wurde 1898 auf Anordnung der Kantonsregierung eingemeindet. Bis zu Beginn der 1960er Jahre blieb die Bevölkerungszahl weitgehend konstant, seither hat sie sich aufgrund einer verstärkten Bautätigkeit verdoppelt. Boniswil entwickelte sich zu einer Wohngemeinde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Rot auf grünem Hügel stehende weisse Sumpfschnepfe mit gelbem Schnabel und schwarzen Beinen.» Bereits das Gemeindesiegel von 1811 zeigte eine Schnepfe, allerdings auf geradem Boden mit Sumpfgras. Später gab es eine Version, in der die Schnepfe von blauen Wellen umspült gezeigt wurde. Die heutige Variante wurde 1953 eingeführt.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[6]

Jahr 1764 1798 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 253 398 695 580 665 653 688 809 944 1087 1316 1421

Am 31. Dezember 2013 lebten 1409 Menschen in Boniswil, der Ausländeranteil betrug 13,5 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 60,6 % reformiert, 22,9 % römisch-katholisch und 4,5 % moslemisch; 1,1 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[7] 92,0 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,7 % Italienisch, 1,4 % Albanisch, 1,1 % Türkisch, 0,8 % Französisch.[8]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Lenzburg zuständig. Boniswil gehört zum Friedensrichterkreis Seon.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Boniswil gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 290 Arbeitsplätze, davon 5 % in der Landwirtschaft, 43 % in der Industrie und 52 % im Dienstleistungsbereich.[9] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in der näheren Umgebung (hauptsächlich in Seon und Lenzburg).

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Dorf verläuft die Hauptstrasse 26 von Lenzburg über Hochdorf nach Luzern. Weitere wichtige Strassen verlaufen am Ostufer des Hallwilersees entlang nach Meisterschwanden sowie über Leutwil ins Wynental. Boniswil besitzt eine Haltestelle an der Seetalbahn der SBB. Eine Buslinie der Gesellschaft Regionalbus Lenzburg verkehrt vom Bahnhof Lenzburg über Boniswil nach Teufenthal.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Sämtliche Oberstufen der obligatorischen Volksschule (Realschule, Sekundarschule, Bezirksschule) können in Seengen besucht werden. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 97–98.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1110, Swisstopo
  5.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 125.
  6. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  9. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.