Hirnvenenthrombose

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Klassifikation nach ICD-10
I67.6 Nichteitrige Thrombose des intrakraniellen Venensystems
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Als Hirnvenenthrombose bezeichnet man die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombose) in einer Vene des Gehirns (siehe auch Blutversorgung des Gehirns). Die Hirnvenenthrombose wird abgegrenzt von der Sinusthrombose, einer Thrombose der venösen Sinus durae matris des Gehirns. Im Gegensatz zu arteriellen Durchblutungsstörungen treten bei einer Hirnvenenthrombose meist keine plötzlichen Schmerzen oder neurologische Ausfallerscheinungen auf.

Häufigkeit[Bearbeiten]

Hirnvenenthrombosen treten relativ selten auf und sind für 1 % aller Schlaganfälle verantwortlich.

Ursachen und Krankheitsentstehung[Bearbeiten]

Die Hirnvenenthrombose kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten bildet sich ein Blutgerinnsel in der Vene durch eine Venenentzündung (Thrombophlebitis) im Inneren des Gehirns. In der Schwangerschaft steigt durch den Einfluss der Hormone generell das Risiko für Thrombosen (Hyperkoagulabilität des Blutes), sodass es auch häufiger zu Hirnvenenthrombosen vorkommen. Auch durch verschiedene Stoffwechselstörungen, Infektionskrankheiten und Tumorleiden wird das Thromboserisiko erhöht. Beim Verschluss einer Hirnvene ist - im Gegensatz zur Hirnarterie - nicht die Blutzufuhr, sondern der Blutabfluss behindert, so dass sich das Blut staut. Es kommt zu einer Anschwellung des Hirngewebes. Da sich das Gehirn innerhalb des knöchernen Schädels nur wenig ausdehnen kann, steigt der Hirndruck. Ein starker Anstieg des Drucks innerhalb des Schädels ist lebensbedrohlich.

Klinisches Bild und Diagnostik[Bearbeiten]

Die Hirnvenenthrombose kann sich mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Krampfanfällen, Bewusstseinsstörungen, Hirnnervenausfällen und Lähmungen bemerkbar machen. Diese Veränderungen sind einem ischämischen Hirninfarkt oder einer Blutung aus einer Hirnarterie sehr ähnlich und erst durch Schichtaufnahmen wie das CT oder die Kernspintomografie voneinander zu unterscheiden.

Behandlung[Bearbeiten]

Betroffene Patienten müssen so schnell wie möglich im Krankenhaus behandelt werden. Die Behandlung besteht in einer möglichst frühzeitigen Auflösung des Blutgerinnsels. Wenn die Schwellung zu lange anhält, sind die Schäden am Gehirn irreversibel.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!