Hosea Kutako International Airport

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Hosea Kutako International Airport
Namibie Windhoek Aeroport 01.JPG
Kenndaten
ICAO-Code FYWH
IATA-Code WDH
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 45 km östlich von Windhoek
Straße B6, Schiene (nicht genutzt)
Basisdaten
Eröffnung 1964
Betreiber Namibia Airports Company Ltd.
Terminals Passagiere 1 (+1);
Cargo 1
Passagiere 765.657 (2013)
Flug-
bewegungen
13.687 (2013)
Start- und Landebahnen
08/26 4575 m × 45 m Asphalt
16/34 1524 m × 30 m Asphalt

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Rollfeld

Der Hosea Kutako International Airport (kurz HKIA; IATA WDH, ICAO FYWH) ist der internationale Verkehrsflughafen von Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Er liegt etwa 45 Kilometer östlich der Stadt und ist bezogen auf das Passagieraufkommen mit mehr als 800.000 Passagieren pro Jahr der größte Flughafen des Landes.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flughafen wurde im Jahr 1964 als Windhoek J. G. Strijdom Airport eröffnet. Namenspatron war der ehemalige südafrikanische Premierminister Johannes Gerhardus Strijdom. Seit 1998 ist der Flughafen nach dem Herero-Führer Hosea Kutako benannt.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über ein in Betrieb befindliches Passagierterminal, ein stillgelegtes Passagierterminal sowie über ein Cargoterminal und zwei Landebahnen, wovon eine internationalen Richtlinien entspricht (08/26). Seit Mitte 2009 wurde die Infrastruktur durch ein hochmodernes Radar, von der Thales Group aufgebaut, erweitert.[1] Das Radar und die Überwachungszentrale beim Flughafen Eros machen eine lückenlose Überwachung des gesamten namibischen Luftraums möglich. Die Gesamtinvestition beträgt N$ 240 Millionen.[2] Zudem wurden die Start- und Landebahnen seit Oktober 2009 saniert.[3]

Auf dem Flughafengelände haben sich einige internationale Autovermietungen angesiedelt. Außerdem gibt es einen Geldautomaten, ein Postamt der NamPost, internationale Telefon- und Faxeinrichtungen, Restaurants und Bars sowie Duty-free Einrichtungen und Geldwechselstuben. Mit der Stadt Windhoek ist der Flughafen durch Bus- und Taxibetrieb verbunden.

Für die Jahre 2011 bis 2014 waren weitere Großinvestitionen in den Flughafen, darunter unter anderem der Bau eines neuen Terminals für ankommende Passagiere, geplant.[4] Im Juni 2014 wurde bekannt, dass ein komplett neuer Flughafen gebaut werden soll.[5] Dieses stellte sich nur zwei Tage später als Fehlmeldung heraus.[6]

Fluggesellschaften und Verbindungen[Bearbeiten]

Air Namibia nutzt den Flughafen als Heimatbasis und bietet - je nach Saison - neben vier bis sieben wöchentlichen Direktflügen nach Frankfurt, auch regionale Flüge zu verschiedenen afrikanischen Großstädten (Kapstadt, Johannesburg, Luanda, Lusaka, Maun, Victoria Falls, Harare) sowie Flüge innerhalb Namibias nach Walvis Bay, Lüderitz, Oranjemund, Ondangwa, Rundu und Katima Mulilo an.

Des Weiteren fliegen British Airways nach Johannesburg und TAAG Angola Airways nach Luanda. Die südafrikanische SAA und ihre Regionaltochtergesellschaft South African Express Airways bieten ebenfalls Flüge nach Kapstadt und Johannesburg. Air Berlin stellte seine Verbindung nach Berlin (vorher Frankfurt) zum 29. Oktober 2012 ein, auch das Büro der Fluggesellschaft wurde geschlossen.[7] Ab dem 11. November 2014 soll Condor zweimal pro Woche den Flughafen direkt mit Frankfurt verbinden.[8]

Statistiken[Bearbeiten]

2003 2004 2006 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Flugbewegungen 6245 6823 14.259 14.822 16.329 17.049 15.590 14.978 15.052 17.514 13.687
Passagiere 251.715 258.301 564.310 637.247 693.671 715.511 681.317 681.817 746.457 815.087 765.657

Quelle: Airport Statistics. Namibia Airports Company, Juni 2014

Besondere Vorkommnisse[Bearbeiten]

Am 20. April 1968 kam es kurz nach dem Start einer Maschine der South African Airways zu dem bis heute schwersten Flugzeugunglück in Namibia. Siehe: Flugzeugabsturz bei Windhoek

Am 17. November 2010 wurde auf dem Flughafen eine Bombenattrappe gefunden. Zwei Tage später nahm die namibische Polizei in diesem Zusammenhang einen ihrer dort eingesetzten Beamten als Verdächtigen fest.[9] Der Fund stammt aus einem kalifornischen Kleinunternehmen, das Bombenattrappen für Sicherheitstests herstellt. Die namibische Polizei fand das Stück bei einer Routineuntersuchung von Gepäck.[10] Es trug kein Etikett, sodass zunächst unklar war, ob und wohin es geflogen werden sollte.[11]

Der Flughafen wurde von der ICAO am 23. Juli 2014 aufgrund mangelnden Brandschutzes von der ICAO-Brandschutzkategorie 9 auf 5 zurückgestuft. Dieses hatte zur Folge, dass der Langstreckenflieger (Airbus A330-200) der Air Namibia nicht mehr landen und starten durfte. Für zwei Tage wurde der Langstreckenbetrieb deshalb über Flughafen Gaborone in Botswana abgewickelt.[12][13] Durch eine Sondergenehmigung des zuständigen Ministerium für Öffentliche Arbeiten und Verkehr konnten direkte Flüge am 24. Juli 2014 wieder aufgenommen werden.[14] Die Flughafengesellschaft kündigte gleichzeitig den Erwerb zahlreicher neuer Feuerwehrwagen an. Am 30. Juli 2014 wurde von der ICAO die Möglichkeit von Sondergenehmigungen abgelehnt und der Flughafen erneut gesperrt. Air Namibia hat die Abwicklung über den Flughafen Lusaka bis Mitte August angekündigt.[15][16]

Fotos[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neues Radar für Hosea Kutako Int. Airport, The Economist, 23. Januar 2009.
  2. Luftraum bald ganz überwacht, Allgemeine Zeitung, 12. März 2010
  3. Start- und Landebahnen werden neu asphaltiert, Allgemeine Zeitung, 12. März 2010
  4. Newsletter Jan-Feb 2011 Email.pdf Capital Projects News. NAC NEWS, Vol. 1/2011, Januar/Februar 2011, S. 7
  5. 10.6.2014 Nachrichten am Abend. Hitradio Namibia, 10. Juni 2014 abgerufen am 10. Juni 2014
  6. China outfit eyes Billion $ project. Informanté, 12. Juni 2014 abgerufen am 12. Juni 2014
  7. Stefan Fischer: Ade Air Berlin: Heute geht der letzte Flug. Nach 17 Jahren stellt deutsche Fluggesellschaft die Namibia-Route ein – Büro in Windhoek ab Mittwoch dicht. In: Allgemeine Zeitung. 29. Oktober 2012, abgerufen am 15. November 2012.
  8. Mit Condor Namibia entdecken. Ferienflieger startet Flüge nach Windhoek. Condor Newsroom, 6. Februar 2014 abgerufen am 18. Februar 2014
  9. Stephan Fischer: Festnahme zu Bombenattrappe. In: Allgemeine Zeitung, 20. November 2010. 
  10. Tina Falco: Sonora Grandma Made Fake Bomb (englisch), Clarke Broadcasting Corporation. 19. November 2010. 
  11. Stephan Fischer: „Terrorpaket“ ohne Zielort. In: Allgemeine Zeitung, 19. November 2010. Abgerufen am 8. November 2013. 
  12. 24.07.2014 Nachrichten am Morgen. Hitradio Namibia, 24. Juli 2014 abgerufen am 31. Juli 2014
  13. 24.07.2014 Nachrichten am Mittag. Hitradio Namibia, 24. Juli 2014 abgerufen am 31. Juli 2014
  14. 25.07.2014 Nachrichten am Mittag. Hitradio Namibia, 25. Juli 2014 abgerufen am 31. Juli 2014
  15. 30.7.2014 Nachrichten am Abend. Hitradio Namibia, 30. Juli 2014 abgerufen am 31. Juli 2014
  16. Frankfurt-Route wieder im Chaos. Allgemeine Zeitung, 31. Juli 2014 abgerufen am 31. Juli 2014

Weblinks[Bearbeiten]