Iseki Nōki

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Iseki Nōki
Rechtsform Kabushiki-gaisha (Aktiengesellschaft)
ISIN JP3139600005
Gründung 1936
Sitz Matsuyama, Präfektur Ehime, Japan
Leitung Noriyuki Kimura
Mitarbeiter 6470 (2012)
Umsatz 171 Mrd. Yen (1,37 Mrd. €, Stand: 31. März 2010)
Branche Produzierendes Gewerbe
Website www.iseki.co.jp

Iseki Nōki K.K. (jap. 井関農機株式会社, Iseki Nōki Kabushiki-gaisha, wörtlich: „Iseki Landmaschinen Aktiengesellschaft“, engl.: ISEKI & Co. Ltd.) mit Hauptsitz in Matsuyama, Präfektur Ehime und einem zweiten Hauptstandort in Arakawa, Präfektur Tokio[1] gehört heute zu den großen Landmaschinen- und Traktorenherstellern in Japan.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name ISEKI führt auf den Firmengründer Kunisaburō Iseki zurück, der als Sohn eines japanischen Reisbauern vor der Entscheidung stand, den elterlichen Hof zu übernehmen oder einen anderen Beruf zu erlernen. Kunisaburo Iseki entschied sich, seinen Beitrag zur Technisierung und Modernisierung der Arbeit auf dem Feld zu leisten.

Er gründete sein erstes Unternehmen 1926 unter dem Namen Iseki Nōgu Shōkai (井関農具商会, engl. Iseki Farm Implement Trading Co.) Zu den ersten Entwicklungen und Produktionen gehörten einfache Bodenarbeitsgeräte. Der erste Durchbruch gelang mit der Entwicklung des Einachsschleppers mit dem man den Boden pflügen, fräsen und kultivieren konnte. Damit erleichterte sich die Arbeit der Bauern auf dem Feld spürbar. Der Einachsschlepper löste damit Pferd und Kuh vor dem Pflug ab.

1929 verlegte Iseki den Firmensitz nach Matsuyama in der Präfektur Ehime auf der Insel Shikoku. Heute verfügt ISEKI über 4 Produktionsstätten in Matsuyama, Kumamoto, Niigata und Jiangsu in China. Die ISEKI Produktionspalette umfasst heute Spezialmaschinen für die Reisproduktion, vom Pflanzenaufzuchtsystem über Reispflanzautomaten, Reismähdrescher, Trocknungsanlagen bis zum Silosystem. Einachsschlepper gehören nach wie vor zum Programm, obwohl eine Vielzahl dieser Maschinen heute durch 4-Rad Traktoren (Ackerschlepper) ersetzt wurden.

Iseki TX1500 von 1978

Die Produktion von Traktoren begann für ISEKI im Jahr 1963 durch eine Lizenzvereinbarung mit der Firma Porsche Diesel in Friedrichshafen am Bodensee. Porsche stellte zu diesem Zeitpunkt gerade die Produktion ein. ISEKI wurde mit Porsche handelseinig und übernahm Lizenzen, Teile, Werkzeuge und Werkstücke und begann die eigene Traktorenproduktion 1964 mit der Herstellung von Porsche Traktoren, die in Japan unter dem Namen ISEKI vermarktet wurden. Aus diesen Anfängen entwickelte sich die eigenständige Entwicklung von Traktoren, die ISEKI heute in einer kompletten Modellpalette von 10kW (15PS) bis 95 kW (129 PS) fertigt und weltweit vertreibt.

Während ISEKI anfänglich die Dieselmotoren von Mitsubishi und Isuzu einbaute, stellt ISEKI seit 1980 eigene Dieselmotoren her, die in allen eigenen Produkten zum Einsatz kommen. Ferner werden Geschäftsbeziehungen mit den Herstellern AGCO (USA), Massey Ferguson (UK), Perkins (UK) gepflegt.

Unter den japanischen Landmaschinenherstellern ist ISEKI in der Größeneinstufung auf Rang 2 bzw. 3 hinter Kubota, liegt jedoch mit den eingetragenen Patenten und damit neuen Entwicklungen und Innovationen auf dem 1. Rang (Stand 2009).

Den organisierten Export von Maschinen nach Europa begann ISEKI im Jahr 1968. Zeitgleich wurde die eigene Europa Niederlassung ISEKI-Europe S.A. in Zaventem bei Brüssel (Belgien) als Tochterunternehmen gegründet. Deutschland war eines der ersten europäischen Länder mit eigenem Importeur. Der Vertrieb entwickelte sich auch hier kontinuierlich und wird heute noch von der Gründerfamilie Hoffmann unter dem Namen ISEKI-Maschinen GmbH mit Stammsitz in Meerbusch bei Düsseldorf betrieben. ISEKI & Co. Ltd. ist mit 19 % an der Deutschland-Niederlassung beteiligt.

ISEKI ist heute in Deutschland einer der Marktführer in der Traktorenklasse bis 50 PS und deckt etwa 28 % des ges. Marktvolumens ab. ISEKI unterhält in Deutschland ein zentrales Ersatzteillager mit über 45.000 Positionen und einer Lieferbereitschaft von 95 % in 24 Stunden. Für das flächendeckende Vertriebs- und Servicenetz stützt sich ISEKI auf Kundendiensttechniker, die bei technischen Fragen helfen und Monteure bundesweit im ISEKI Schulungszentrum schulen. Neben den Traktoren stellt ISEKI in Deutschland eigene Ausrüstungsartikel und die Anbaugeräte wie z.B. Mähwerke, Grassammeleinrichtungen, Kehrmaschinen, Schneeräumschilder, Anhänger u.v.m. her und entwickelt diese mit einer vor Ort tätigen Entwicklungsabteilung. Traktoren in dieser Leistungsklasse werden in Europa überwiegend in kleinen landwirtschaftlichen Einheiten, bei Hobbyfarmern, Reiterhöfen oder aber zur Arealpflege bei Kommunen, Gemeinden, Gartenbaubetrieben, Landschaftsgestaltern, Winterdienstleistern eingesetzt.

Iseki Mega

Seit 1995 erschließt ISEKI viele Länder Ost-Europas von Deutschland aus. So werden z.B. Tschechien, Ungarn, Slowakei, Polen, Bulgarien, Rumänien, Ukraine und Russland von Deutschland aus bearbeitet.

Das aktuelle Programm wurde in den letzten Jahren, nicht zuletzt um die Führungskompetenz in dem Bereich Landschaftspflege zu unterstreichen um weitere Spezialmaschinen wie Großflächenmäher, Geräteträger für den Ganzjahreseinsatz, Diesel-Mähtraktoren, Utility Fahrzeuge erweitert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • ISEKI & Co., Ltd.: ISEKI Profile. Tokyo 1987
  • Armin Bauer: Porsche Schlepper. Obershagen 2003, ISBN 978-3933426116

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Traktorenlexikon: Iseki – Lern- und Lehrmaterialien
 Commons: Iseki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Iseki Nōki: 会社概要