It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back

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It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back
Studioalbum von Public Enemy
Veröffentlichung 19. April 1988
Label Def Jam/Columbia Records
Format LP, CD
Genre Eastcoast Hip-Hop, Conscious Rap
Anzahl der Titel 16
Laufzeit 57:51

Besetzung

Chuck D.
Flavor Flav
Terminator X

Produktion Hank Shocklee,
Carl Ryder, The Bomb Squad
Studio Greene Street Recording, Chung King Studios (New York)
Chronologie
Yo! Bum Rush the Show (1987) It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back Fight the Power… Live! (1989)

It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back ist das zweite Album der Rap-Gruppe Public Enemy. Es erschien am 19. April 1988. Das Album wird heute als Meilenstein und eine Revolution des Hip-Hop angesehen. Dies liegt zum Teil an den Texten und der Produktion. Mit diesem Album etablierten sich Public Enemy als eine der einflussreichsten Hip-Hop-Acts der späten 1980er und frühen 1990er Jahre.

Aufnahme[Bearbeiten]

Aufgenommen haben Public Enemy die LP im späten Herbst 1987. Sie erschien am 19. April 1988 über Def Jam (Universal). Das nachfolgende Album Fear of a Black Planet erschien genau zwei Jahre später, 1990.

It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back wurde im Jahr 2000 in der Serie The Def Jam Remasters mit aufgearbeiteter Klangqualität wiederveröffentlicht. Die CD enthält im Speicher außerdem die Videos zu Black Steel in the Hour of Chaos und Night of the Living Baseheads.

Produktion[Bearbeiten]

Die Produktion des Album ist besonders durch ein nahezu orchestrales Level von Samples geprägt, fast alle 10 Sekunden ändert sich der Sound[1]. Neben Ausschnitten aus zahlreichen Old-School-Rap-Songs wurden Samples aus Angel of Death von Slayer[2] sowie Ausschnitte aus bekannten politischen Reden verwendet, u.a. von John F. Kennedy und Martin Luther King. Auch wurden nur kleinere Dinge gesamplet, z.B. ein Schlagzeugpart aus Funky Drummer von James Brown (in Bring the Noise zu nach dem 1. Refrain), das Fight aus (You Gotta) Fight for Your Right (to Party!) von den Beastie Boys (für Party for Your Right to Fight) und das Louder! aus Long Red von Mountain (für den Refrain von Louder than a Bomb). Der Song mit der meisten Anzahl von Samples ist Night of the Living Baseheads.

Bedeutung[Bearbeiten]

Das Album gilt heute als eine der wichtigsten Produktionen in der Geschichte des Hip-Hop. Dies liegt zum einen an den politischen Texten, und an der harten Produktion. Dadurch sollte sich das Genre Hip-Hop grundlegend ändern, der Old School Rap wurde dadurch beendet[1]. Die CD gilt auch als Rock ’n Roll des Hip-Hop [3]. Zugleich wird ihm eine wichtige Bedeutung für den Hardcore-Rap und die Entstehung des Rap-Metals zugesprochen, was Chuck D. auf Produzent Rick Rubin zurückführte, der zuvor nicht nur für die Rap-Band Run DMC, sondern auch für die US-amerikanische Thrash-Metal-Band Slayer gearbeitet hatte.[2] Außerdem finden sich Samples aus dem Album in unzähligen Rave- und Gabber-Tracks.

Texte[Bearbeiten]

Jedes Mitglied von Public Enemy spielt auf diesem Album außerdem eine Rolle: Chuck D. die des Messenger of Prophecy, Flavor Flav The Cold Lamper, Terminator X Assault Technician und Professor Griff Minister of Information. Chuck D. übernimmt in seinen Parts die Rolle eines Propheten, der das Sprachrohr der neuen Black Power Bewegung ausmacht. Außerdem rappt er fast immer aus der Sicht eines Betroffenen, eines Opfers.

Die Texte sind aggressiv und vor allem politisch. Es werden u.a. die Regierung der USA und die weltpolitische Lage angesprochen, Rechte der Schwarzen kritisiert und Drogenprobleme thematisiert.

Die Mitte des Albums beginnt mit Ausschnitten aus der großen Live Show von 1987 in London, wo Public Enemy bei einem der ersten großen Hip-Hop Konzerte überhaupt sowohl Songs aus ihrem ersten Album als auch einige Promo-Tracks aus ihrem zweiten Album spielten.

Das Album beginnt mit Ausschnitten einer Live-Ansage für Public Enemy und eingeblendeten Atom-Alarm. Besonders die Tracks Bring the Noise, Louder Than a Bomb, Rebel Without a Pause, Night of the Living Baseheads und Black Steel in the Hour of Chaos sind hoch politisch:

  • Bring the Noise beinhaltet den Vergleich zu extrem korrupten Senatoren und die Drohungen der US-Regierung, Chuck D. zum Schweigen zu bringen, nachdem Terminator X zum Spaß eine Lügengeschichte über ihn erzählt hatte. Auch werden Radio-Sender kritisiert, die sich weigern, Songs von Public Enemy zu spielen. Bring the Noise ist zudem einer der meistgesampelten Songs der Musikgeschichte. Bekannte Künstler wie Kanye West (Everything I Am), Ludacris (How low), Ice-T (I Ain't New To This), Fat Joe (Safe 2 Say) oder Rakim (Guess who's back) haben ihn bereits für ihre Songs benutzt. Im Jahr 1991 spielten Public Enemy eine Version gemeinsam mit Anthrax ein, die auf dem Album Apocalypse 91...the Enemy Strikes Black veröffentlicht wurde.
  • Don’t Believe the Hype handelt von der Überschätzung und dem Hype verschiedener Bands. Der Song hat auch heute noch Aktualität und kann besonders auf den einmaligen Erfolg von manchen neuen Superstars und Casting-Stars bezogen werden.
  • Cold Lampin’ With Flavor ist der einzige Solo-Track von Flavor Flav auf diesem Album. Flavor beschreibt hier seine Person (dass er immer eine Uhr um den Hals trägt, sein Name sich von süßen Geschmack ableiten lässt und schwarz wie Schokolade sei).
  • Terminator X to the Edge of Panic beginnt mit dem Rufen des Namens des DJs von Chuck D. in einer Live-Show. Dann, nach einer kurzen Stille, ruft Chuck D. noch einmal Terminator X, dann beginnt der Song Flash von Queen, der dabei stark gescratcht wird. Dann werden verschiedene Faktoren von Terminator X beschrieben.
  • Louder Than a Bomb handelt von dem Schweigen, das Public Enemy auferlegt worden war. Auch sei Chuck D. sein Telefon weggenommen worden, damit er nicht mehr mit seinen Kumpanen kommuniziere. Doch Public Enemy könnten nicht schweigen, sie seien lauter als eine Bombe. Chuck D erwähnt außerdem, dass seine Posse (Publikum; kann aber auch als Armee verstanden werden) zu allem bereit sei.
  • Der Titel von Caught, Can We Get a Witness? heißt frei übersetzt etwa Wir wurden geschnappt, können wir bitte einen Zeugen aufrufen? Chuck D. beschreibt eine Situation in einem Gerichtssaal, wobei er angeklagt wird, weil er für eine CD unerlaubt zu viele Samples benutzt hätte.
  • She Watch Channel Zero?! handelt von vielen schwarzen Amerikanern, die verdummen, weil sie unsinnige Fernsehprogramme anschauen. Der rockige Stil des Song entsteht durch die gesampleten Gitarrenriffs.
  • Night of the Living Baseheads steht symbolisch für das ganze Album (laut, wild, hochpolitisch und samplelastig). Der Song ist nicht nur der umstrittenste des ganzen Albums, sondern auch einer der wildesten und härtesten in der Geschichte des Hip Hop. Chuck D erhebt im Text nicht nur Anklage gegen die Regierung und die Weißen, sondern auch gegen Menschen schwarzer Hautfarbe. Der Song beinhaltet die meisten Samples auf dem Album. Der Refrain besteht hauptsächlich aus dem Sampling vom 2. Track des Albums, Bring the Noise.
  • In Black Steel in the Hour of Chaos erzählt Chuck D., dass er einen Brief der Regierung bekommen hatte, der besagt, er solle in die Armee. Doch er habe abgelehnt und sich darüber beschwert, dass Leute wie er (seiner Hautfarbe) dem Land egal wären. Er erzählt weiterhin eine Geschichte, wo er in ein Gefängnis gesperrt wurde. Der Beat ist über den ganzen Song druckvoll und hart und vermittelt einen bedrückten Zustand.
  • Bei Security of the First World handelt es sich nur um einen Skit bzw. um ein anderthalb Minuten langes Schlagzeug-Solo, das den meisten Menschen als Intro zum Song Justify My Love von Madonna bekannt sein dürfte.
  • In Rebel Without a Pause beklagen Public Enemy sich über das geplante Verbot ihrer CD und lehnen sich erneut gegen die Regierung auf. Am Ende des Songs enden die Live-Ausschnitte auf dem Album, Public Enemy jedoch wollen die Show nicht enden lassen und aktivieren ihre Beat-Box wieder.
  • Prophets of Rage heißt übersetzt Propheten des Zorns.
  • Party for Your Right to Fight ist der letzte Song des Albums. Der Titel ist eine Parodie auf das Lied (You Gotta) Fight for Your Right to Party. Chuck D. und Flavor rappen hier in einem wortgenauen Duett. Der Song endet mit dem Namen des Albums: It takes a nation of millions to hold us back.

Kritiken[Bearbeiten]

Trotz geteilter Meinung um den lyrischen Inhalt wurde das Album von vielen Kritikern sehr positiv aufgenommen. So vergaben allmusic[4], Robert Christgau[5], Sputnikmusic[6] und Rolling Stone (2004) die Höchstpunktzahl.

The New York Times kritisiert das Album so:

“Where most rappers present themselves as funky individualists, beating the odds of the status quo, Public Enemy suggests that rap listeners can become an active community, not just an audience. Although it overreaches, It Takes a Nation jams urban tension and black anger into the foreground; it reveals the potential for demagoguery as well as the need for change.”

„Während die meisten Rapper sich als unkonventionelle Individualisten präsentieren, die entgegen aller Chance den Ausbruch geschafft haben, glauben Public Enemy daran, dass Rap-Hörer nicht bloß ein Publikum sind, sondern zu einer aktiven Gemeinschaft werden können. Obwohl es damit stellenweise übers Ziel hinausschießt, stellt It Takes a Nation urbane Spannungen und den Zorn der Farbigen in den Vordergrund; es zeigt sowohl das Potential für Demagogie, als auch den Bedarf an Veränderungen.“

Jon Pareles[7]

Besonders gelobt wurde von Kritikern das Sampling der Bomb Squad.

Die Hip-Hop-Seite rap.de gab 2004 der Remastered-Version die Höchstpunktzahl und ernannte fast die halbe Trackliste Pflichtlektüre für jeden HipHop-Fan. Zudem hätten Public Enemy sich mit diesem Album ihren Platz in den Annalen der Rap-Geschichte gesichert [8]. Beim Online-Magazin laut.de wurde It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back in der Kolumne Meilensteine rückblickend mit fünf von fünf möglichen Punkten bewertet.[9]

Erfolg[Bearbeiten]

Die LP war zu ihrer Zeit die meistverkaufte Hip-Hop-Platte der Welt. Sie wurde Nummer 1 in Billboards Top R&B/Hip Hop Albums Charts und Platz 42 in den Billboard 200 Charts. Trotz der eher bescheidenen Platzierung in den Billboards 200 Charts erreichte es innerhalb eines Monats Gold-Status für 500.000 verkaufte Einheiten. Inzwischen ist es mit Platin ausgezeichnet worden (1.000.000 Einheiten). Bis heute werden weltweit immer noch mehrere tausend Exemplare pro Woche verkauft.

Bestenlisten[Bearbeiten]

Bis heute erscheint dieses Album in zahlreichen Listen über die weltweit besten Hip-Hop Alben. Es zählt zu den 100 bedeutendsten Musikalben aller Zeiten.[10][11] Es ist außerdem in den 1001 Albums You Must Hear Before You Die, „1001 Alben, die man hören muss, bevor man stirbt“ aufgeführt.[12] Die Musikzeitschrift Rolling Stone führt den Song Bring the Noise auf Platz 162 in der Liste der 500 besten Songs aller Zeiten,[13] das Album wird in der Liste der 500 besten Alben aller Zeiten auf Platz 48 geführt.[14]

Kurt Cobain, ehemaliger Sänger der Rockband Nirvana, listete It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back als eines seiner Lieblingsalben auf.[15]

Singles[Bearbeiten]

Als Singles wurden folgende Stücke ausgekoppelt:

  • Rebel Without a Pause (November 1987)
  • Bring the Noise (Januar 1988)
  • Don’t Believe the Hype (Juni 1988)
  • Night of the Living Baseheads (Oktober 1988)
  • Black Steel in the Hour of Chaos (1989)

Bring the Noise wurde 1991 von Public Enemy zusammen mit der Thrash-Metal-Band Anthrax neu eingespielt.

Titelliste[Bearbeiten]

  1. Countdown to Armageddon – 1:40 (Ridenhour/Sadler/Shocklee)
  2. Bring the Noise – 3:46 (Ridenhour/Sadler/Shocklee)
  3. Don’t Believe the Hype – 5:19 (Drayton/Ridenhour/Sadler/Shocklee)
  4. Cold Lampin’ With Flavor – 4:17 (Sadler/Shocklee)
  5. Terminator X to the Edge of Panic – 4:31 (Drayton/Ridenhour/Rogers)
  6. Mind Terrorist – 1:21 (Ridenhour/Sadler/Shocklee)
  7. Louder Than a Bomb – 3:37 (Ridenhour/Sadler/Shocklee)
  8. Caught, Can We Get a Witness? – 4:53 (Ridenhour/Sadler/Shocklee)
  9. Show ’Em Whatcha Got – 1:56 (Ridenhour/Sadler/Shocklee)
  10. She Watch Channel Zero?! – 3:49 (Drayton/Griffin/Ridenhour/Sadler/Shocklee)
  11. Night of the Living Baseheads – 3:14 (Ridenhour/Sadler/Shocklee)
  12. Black Steel in the Hour of Chaos – 6:23 (Ridenhour/Shocklee/Sadler/Drayton)
  13. Security of the First World – 1:20 (Ridenhour/Sadler/Shocklee)
  14. Rebel Without a Pause – 5:02 (Ridenhour/Rogers/Sadler/Shocklee)
  15. Prophets of Rage – 3:18 (Drayton/Ridenhour/Sadler/Shocklee)
  16. Party for Your Right to Fight – 3:24 (Ridenhour/Sadler/Shocklee)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b [1]
  2. a b  Ian Christe: Sound of the Beast. The Complete Headbanging History of Heavy Metal. It Books, 2004, ISBN 978-0-380811-27-4, S. 204, 207.
  3. [2]
  4. [3]
  5. [4]
  6. [5]
  7. http://www.nytimes.com/1988/07/24/arts/recordings-public-enemy-rap-with-a-fist-in-the-air.html
  8. [6]
  9. laut.de: Rezension des Albums (5/5)
  10. www.time.com
  11. rap.about.com
  12. www.rocklistmusic.co.uk: Liste der 1001 Alben, abgerufen 28. Januar 2010.
  13. 500 Greatest Songs of All Time: Public Enemy, 'Bring the Noise'. In: Rolling Stone. 7. April 2011, abgerufen am 17. April 2014 (englisch).
  14. 500 Greatest Albums of All Time: Public Enemy, 'It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back'. In: Rolling Stone. 24. Mai 2012, abgerufen am 17. April 2014 (englisch).
  15. www.amazon.ca