James Brown

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter James Brown (Begriffsklärung) aufgeführt.

James Brown (eigentlich James Joseph Brown, Jr., * 3. Mai 1933 in der Nähe von Barnwell, South Carolina; † 25. Dezember 2006 in Atlanta, Georgia) war ein US-amerikanischer Musiker. Er spielte Orgel, Klavier, Gitarre und Schlagzeug, trat aber fast ausschließlich als Sänger und Tänzer auf. Außerdem war er Bandleader und Musikproduzent. Durch seine herausragende Stellung im Rhythm and Blues und Soul der 1950er und 1960er Jahre, aber vor allem durch seinen maßgeblichen Einfluss bei der Entstehung eines neuen Stils des Soul, des Funk, war James Brown einer der bedeutendsten Pop-Musiker des 20. Jahrhunderts.

James Brown (2001)

Karriere[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

James Brown (2001)

James Brown wuchs in für afro-amerikanische Familien der damaligen Zeit typischen ärmlichen Verhältnissen in Augusta (Georgia) auf. Als er vier Jahre alt war, verließ seine Mutter die Familie. Er kam zu seiner Tante nach Augusta und verbrachte seine weitere Jugend bei ihr. Nachdem er wegen bewaffneten Raubüberfalls vier Jahre im Gefängnis verbracht hatte und auf Bewährung entlassen wurde, schloss er sich den von Bobby Byrd geleiteten Gospel Starlighters an. In dieser Zeit änderte sich der Stil der Gruppe unter dem Einfluss von Louis Jordan, Ray Charles und Little Richard, den er kurzzeitig auch bei dessen Live-Band The Upsetters vertrat, von Gospel zu R&B, was sich auch in einer Namensänderung in The Famous Flames äußerte. Aufgrund seiner markanten Stimme und durch seinen leidenschaftlichen Gesang wurde James Brown bald zum herausragenden Künstler dieser Gruppe. Im November des Jahres 1955 hörte der Produzent Ralph Bass den Song „Please, Please Please“ der Famous Flames und nahm die Band sofort unter Vertrag, worauf sich die Famous Flames in James Brown and the Famous Flames umbenannten. Ab diesem Zeitpunkt begann für James Brown eine ebenso erfolgreiche wie wechselhafte Karriere.

Aufstieg[Bearbeiten]

James Brown - Please, Please, Please

James Browns erste Platte Please, Please, Please erschien 1956 bei Federal Records, einem Tochterlabel von King Records und wurde zum Millionenseller. Die leidenschaftlich vorgetragene, repetitive Ballade wurde später bei Live-Auftritten zu seinem Markenzeichen. Er veröffentlichte daraufhin einige weitere Singles, die jedoch floppten. Mit Titeln wie „Try Me“, „I’ll Go Crazy“ oder „Lost Someone“ gelangen ihm aber Ende der 1950er Jahre Erfolge, die ihn im Showbusiness etablierten. Der endgültige Durchbruch gelang ihm mit der Veröffentlichung der LPLive at the Apollo“ im Jahr 1963, und das, obwohl dies gegen den Willen seiner Plattenfirma geschah, die nicht an den Erfolg eines Live-Albums glaubte. James Brown finanzierte die LP daher aus eigener Tasche. Es wurde zwar keine Single ausgekoppelt, was für den damals von Singles dominierten Plattenmarkt sehr ungewöhnlich war. Dennoch wurde „Live at the Apollo“ ein enormer kommerzieller Erfolg. Mit „I Got You (I Feel Good)“, „This is a Man’s World“ oder „Cold Sweat“ konnte er danach weitere Hits landen. Im Jahr 1968 veröffentlichte Brown ein zweites im New Yorker Apollo aufgenommenes Doppel-Album, das ebenso wie das erste heute als Klassiker gilt. Später veröffentlichte er noch weitere dort aufgenommene Alben. Diese Aufnahmen gelten als Dokumente von Browns ausgesprochen charismatischer Bühnenpräsenz, die entscheidend zu seinem Erfolg beitrug.

Höhepunkt[Bearbeiten]

Seit den 60er Jahren traten die rhythmischen Elemente von Browns Musik mehr und mehr in den Vordergrund. Er skelettierte seine Stücke bis auf das rhythmische Gerüst, die Melodien wurden auf riffartige Kürzel reduziert. Dominierend wurde hingegen ein meist von Schlagzeug, E-Gitarre und Bass gespielter, scharf akzentuierter und treibender Groove, der oft minutenlang beibehalten und variiert wurde. Bei vielen Stücken wurde ein einziges Riff über die gesamte Länge ständig wiederholt. Ein Break oder die Bridge – von James Brown häufig mit dem Zuruf „Take me to the bridge!“ von seiner Band gefordert – bildeten meist den Höhepunkt der Stücke. Der Gesang James Browns entwickelte sich zu einem rhythmischen Sprechgesang, womit er Elemente des Rap vorwegnahm. Teilweise reduzierte Brown die Rolle seiner Stimme sogar auf kurze vokale Einwürfe wie „Hit Me!“ oder nur noch auf hervorgestoßenes Ächzen und Kreischen. Den Höhepunkt dieser Entwicklung erreichte James Brown Anfang der 70er Jahre.

Als für die damalige Zeit provozierend selbstbewusst auftretender Afro-Amerikaner wurde er ab Ende der 60er Jahre zu einer Identifikationsfigur der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Sein Lied „Say It Loud – I'm Black And I'm Proud“ lieferte ein Schlagwort für diese Bewegung. Dies ließ ihn zwar zu einem Idol der schwarzen Bevölkerung der USA werden, kostete ihn aber auch Sympathien bei den Weißen. Auch sein offensives Zurschaustellen der eigenen Sexualität – Lied: „Sex Machine“ – sorgte für Aufsehen. James Brown galt lange Zeit als einer der meistbeschäftigten Künstler im Show-Business mit bis zu 300 Auftritten und oft mehreren LP-Veröffentlichungen im Jahr. „Soul Brother Number One“, „The Hardest Working Man In Show Business“, „The Godfather Of Soul“ und zuletzt „The Minister Of New Heavy Super Funk“ sind die „Ehrentitel“, mit denen er im Lauf seiner fast 50-jährigen Karriere berühmt wurde – und die er sich meist selbst verliehen hat.

Afrika[Bearbeiten]

James Brown, 1973 in Hamburg

Im Herbst 1974 trat er mit Miriam Makeba, B.B. King, The Spinners und The Crusaders auf einem Großkonzert in Afrika auf. Es war Teil des Rahmenprogramms für den von Don King veranstalteten historischen Boxkampf Rumble in the Jungle (dt.: „Der Kampf im Dschungel“) zwischen dem damaligen Schwergewichts-Weltmeister George Foreman und dem Ex-Weltmeister Muhammad Ali, der am 30. Oktober 1974 in Kinshasa (Zaire, heute: Demokratische Republik Kongo) stattfand. Die gesamte Veranstaltung war für das Selbstwertgefühl der indigenen Bevölkerung Afrikas von ungeheuerer Bedeutung, da bis zu jenem Zeitpunkt keine anderen Großereignisse wie Olympische Spiele oder eine Fußball-WM auf diesem Kontinent stattgefunden hatten.

Abstieg und Comeback[Bearbeiten]

Mitte der 70er Jahre ließ James Browns Erfolg mit dem Aufkommen der Disco-Musik, deren Entstehen paradoxerweise ohne James Brown kaum denkbar gewesen wäre, nach. Bei Aufnahmen und Auftritten aus dieser Zeit sind auch Verschleißerscheinungen und nachlassende Inspiration festzustellen, was einige seiner Musiker bewog, sich andere Engagements zu suchen. Im Jahr 1976 blieb ihm daher nur noch ein Teil seiner bisherigen Band. Außerdem sackten die Verkaufszahlen seiner Platten ab, so dass Polydor James Brown schließlich seinen Plattenvertrag kündigte.

Ab Mitte der 80er Jahre wurde seine Musik jedoch vor allem von Hip-Hop-Musikern wiederentdeckt und häufig gesampelt. Ein von seinem damaligen Schlagzeuger Clyde Stubblefield gespielter Drumbreak aus Browns Stück „Funky Drummer“ aus dem Jahr 1969 gilt als eine der am häufigsten gesampelten Aufnahmen überhaupt. In der Folge des Revivals seiner Musik erlebte James Brown 1986 mit der Single „Living In America“ ein kommerzielles Comeback, das jedoch nicht von Dauer war. Seine danach erschienenen Platten waren verglichen mit seinen klassischen Aufnahmen qualitativ unbeständig, wurden bei Kritik und Publikum teils entsprechend skeptisch aufgenommen und konnten nicht an seine früheren kommerziellen Erfolge anknüpfen. Dies hielt James Brown jedoch nicht davon ab, weiterhin auf der ganzen Welt aufzutreten. Er blieb mit seiner Show nach wie vor ein Publikumsmagnet.

Wirkung[Bearbeiten]

James Brown (1991)

James Browns Musik übte bedeutenden Einfluss auf Popmusiker wie Michael Jackson, Booker T. & the M.G.'s, The Meters, Sly Stone, George Clinton, Prince und viele andere aus. Auch viele Jazzmusiker, wie Grant Green und Idris Muhammad, nahmen Instrumentalversionen seiner Stücke auf. Der jamaikanische Reggaesänger Bob Marley coverte in den späten 60er Jahren auch einige seiner Songs. Miles Davis bekannte, dass während seiner „elektrischen Phase“ Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre James Brown ein prägender Einfluss für ihn gewesen ist. James Browns Bedeutung für die Entwicklung der afro-amerikanischen Musik im Allgemeinen und insbesondere des Hip Hop ist kaum zu überschätzen.

Neben seiner Karriere im Musikbetrieb wirkte Brown auch in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit, sei es als Beiträger zur Filmmusik, sei es als Interpret seiner eigenen Stücke. Bekannte Beiträge dieser Art waren sein Auftritt als Showband in Rocky IV mit dem Stück Living in America sowie sein Auftritt als Reverend in den Filmen Blues Brothers und Blues Brothers 2000.

Als einer der ersten afro-amerikanischen Musiker, die sich aktiv für die Rechte Farbiger in den USA einsetzten, ist James Brown bis heute eine Symbolfigur schwarzen Selbstbewusstseins.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

James Brown wurde 1986 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 2006 ehrte die Stadt Augusta, in der er aufgewachsen ist, James Brown, indem sie das „Augusta Civic Center“ in „James Brown Arena“ umbenannte.

Die Band[Bearbeiten]

Die erste wichtige Formation hinter James Brown waren die „Famous Flames“, die spätere und einflussreichste Band im Hinblick auf die Prägung des Funk waren die „J.B.'s“ in den 70er Jahren. Über lange Jahre spielten die am Jazz geschulten Saxophonisten Maceo Parker und Pee Wee Ellis sowie der Posaunist Fred Wesley in seiner Band. Einige Zeit Anfang der 70er Jahre war auch Bootsy Collins Bassist bei ihm. Mit Clyde Stubblefield und Jabo Starks spielten auch hervorragende Schlagzeuger in Browns Band. Die „J.B.s“ gingen aus den Pacemakers, eine Band aus Cincinnati, hervor und wurden von James Brown angeheuert, nachdem ihn seine bisherige Band fast komplett verlassen hatte. Die „J.B.'s“ veröffentlichten mit wechselnder Besetzung und teilweise unter anderen Namen (z. B. Maceo And The Macks, Fred & The New J.B.'s) auch eigene Aufnahmen, die ebenfalls von James Brown produziert wurden.

Da James Brown keine Noten lesen oder schreiben konnte, sang er seinen Musikern seine musikalischen Ideen vor. Für deren Umsetzung war er jedoch immer auf die Unterstützung durch einen professionellen Bandleader angewiesen. Er war aber auch bekannt für seinen patriarchalischen und autoritären Führungsstil, der immer wieder zu Konflikten mit seinen Musikern führte. So reagierte er auf die Forderung seines Bandleaders Fred Wesley nach einer pünktlichen Bezahlung der Band einmal mit dessen fristloser Entlassung – nur um ihn wenig später wieder einzustellen. Sowohl Fred Wesley als auch Maceo Parker, Pee Wee Ellis und Bootsy Collins verließen ihn Mitte der 70er Jahre, um mit Mick Jagger in dessen Band Rolling Stones zu spielen oder Solokarrieren zu bestreiten.

Seine letzte Backing-Band waren die Soul Generals, die in Phantasie-Uniformen das Fundament seiner Bühnenshow bildeten. Mit zwei Drummern, Percussion, zwei Bassisten, drei Gitarristen, drei Bläsern und zwei Keyboardern sorgten sie mit den Sängerinnen Bittersweet für den nötigen Druck der detailliert durcharrangierten Konzerte. Langjährige Wegbegleiter wie Fred Thomas (Bass) und Tony Cook (Drums) trafen hier auf junge Talente.

Show[Bearbeiten]

James Brown war bekannt für seine mitreißenden Auftritte, von denen er auf dem Höhepunkt seiner Popularität mehrere Hundert im Jahr absolvierte. Er trat mit einer vielköpfigen Band auf, die meist durch Tänzer und Tänzerinnen ergänzt wurde. Der unumstrittene Star der Show war jedoch James Brown selbst, der mit seiner lebhaften, fieberhaften Art zu tanzen und seiner Fähigkeit, mit dem Publikum in direkten Kontakt zu treten, eine äußerst charismatische Ausstrahlung hatte. In seiner Art nicht nur mit seiner Band, sondern auch mit dem Publikum in der Form des Call and Response zu kommunizieren und die Stimmung seiner Zuhörer anzuheizen, waren bis zuletzt seine Wurzeln in der Gospelmusik zu erkennen.

Seine Shows waren von einem detailliert durcharrangierten Konzept geprägt, das über 50 Jahre immer wieder geändert wurde. Eine übliche James-Brown-Show begann damit, dass seine Band einige Instrumentalversionen seiner Kompositionen (Gimme’ some more, Soul Power ’74) spielte und anschließend James Browns langjähriger Wegbegleiter, MC und Modedesigner Danny Ray James Brown mit den wichtigsten seiner Titel ansagte. James Brown hatte in seinen Shows in der Regel keine feste Setlist, sondern gab seiner Band mit Handzeichen oder kurzen Stichworten zu verstehen, welches Stück als nächstes zu spielen war. Wenn er während eines Stücks hörte, dass ein Musiker eine falsche Note spielte, benutzte er in der Regel diese Methode, um zum nächsten Stück zu wechseln.

Ein fester Bestandteil seiner Shows war das erste Brown-Stück Please, Please, Please. Während des Refrains war Brown – scheinbar – erschöpft, sein MC hängte ihm einen oder gleich mehrere Umhänge über, Brown ging von der Bühne und kam mit neuer Energie zurück, warf den Umhang ab, um dann eine von seinen Funk-Kompositionen wie etwa Papa’s got a brand new bag folgen zu lassen. Zuletzt schloss Brown seine Shows mit einer 20-Minuten-Version von Sex Machine ab, die er live mit seinem Orgelspiel gekonnt ergänzte. Ein Veranstalter, der Brown buchte, musste sich gleichzeitig dazu bereit erklären, die gesamte Show aufzuzeichnen. Nach Aussagen seiner Musiker hörte sich Brown danach die gesamte Show an, um die Fehler seiner Musiker festzustellen.

Privatleben[Bearbeiten]

James Browns Privatleben war durch viele Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend und mit kleinkrimineller Vergangenheit arbeitete er sich im Show-Business zum Millionär hoch und stellte damit eine Verkörperung des Amerikanischen Traumes dar. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere besaß er einen Nachtclub, eine Restaurantkette, einen Privatjet und mehrere Radiostationen. Trotz seines enormen kommerziellen Erfolges als Musiker plagte er sich aufgrund seines aufwändigen Lebensstiles und Steuernachzahlungen in Millionenhöhe zeitweise mit finanziellen Problemen, die ihn dazu zwangen, Teile seines Besitzes zu verkaufen.

James Brown war viermal verheiratet. Sein ältester Sohn Teddy kam im Jahr 1973 bei einem Autounfall ums Leben.

Nicht nur am Anfang seiner Karriere geriet James Brown mit dem Gesetz in Konflikt. Unter anderem brachte ihn in den 90er Jahren seine damalige Ehefrau vor Gericht, da er sie mit einer Waffe bedroht und sich anschließend eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert hatte. Brown wurde mehrfach wegen illegalen Waffenbesitzes und Drogendelikten verurteilt, verbüßte mehrere Haftstrafen, engagierte sich aber auch in gemeinnützigen Organisationen.

Letzte Arbeiten[Bearbeiten]

Neben fast täglichen Auftritten mit seiner letzten Band, den Soul Generals, arbeitete Brown zuletzt an seinem neuen Album „World Against The Grain“. Es wurden sowohl Coverversionen von eigenen Stücken als auch neue Stücke eingespielt. Als Auskopplung wurde „Gut Bucket“ im Jahr 2006 in einer Ausgabe des MOJO Magazins auf der dieser Zeitschrift beiliegenden CD „James Browns Funky Summer“ veröffentlicht. Brown sagte im Jahr 2006, die neue CD werde bald erscheinen.

Tod[Bearbeiten]

Blumen am James-Brown-Denkmal in Augusta, Georgia (Dezember 2006)

Nachdem bei einem Zahnarzttermin sein schlechter Gesundheitszustand aufgefallen war, wurde James Brown ins Emory-Crawford-Long-Krankenhaus in Atlanta, Georgia, eingeliefert. Dort starb er in der Nacht zum 25. Dezember 2006 um 1:45 Uhr (Ortszeit) an Herzinsuffizienz, offenbar als Folge einer verschleppten Lungenentzündung. Seine letzten Worte sagte er zu seinem engen Freund und langjährigen Manager Charles Bobbitt: „I'm going away tonight.“ („Ich gehe heute Nacht fort.“) [1]

Brown wurde in einer Prozession durch Harlem in einem weißen Sarg auf einer Pferdekutsche zum Apollo-Theatre gefahren, wo einst seine Karriere begonnen hatte. Tausende von Trauernden nahmen Abschied am offenen Sarg. Am 30. Dezember wurde er in seine Heimatstadt Augusta überführt und in der James-Brown-Arena in einem goldenen Sarg aufgebahrt. 8.000 Menschen in der Halle und weitere mehrere Tausend Trauernde davor im Regen erwiesen ihm die letzte Ehre. Unter den Kondolierenden befanden sich die Menschenrechtler Jesse Jackson und Al Sharpton sowie Michael Jackson und Don King. Michael Jackson bekannte: „Als ich ihn sich bewegen sah, war ich hypnotisiert. Ich wusste, dass ich das für den Rest meines Lebens auch tun wollte - wegen James Brown.“ („When I saw him move, I was mesmerized. I knew that's what I wanted to do for the rest of my life because of James Brown.“) [2] Brown hinterlässt seine Frau Tomie Rae Hynie, drei Ex-Ehefrauen, die Töchter Venisha, Deanna und die Söhne Daryl und James Brown Jr.

Aufgrund von Erbstreitigkeiten zwischen Browns letzter Frau Tomie Rae Hynie, die keinen Anteil am Erbe erhielt,[3] und der Familie verzögerte sich dessen Beerdigung.[4] Den größten Teil seines zwischen 100 und 200 Mio. Dollar geschätzten Vermögens überführte Brown in eine Stiftung für bedürftige Kinder, die ihnen ein Musikstudium ermöglichen soll. Browns letzter Wille war es, auf seinem Grundstück in Beech Island, South Carolina, beerdigt zu werden. Die Grablege fand am 3. März 2007 in einer Krypta auf dem Grundstück seiner Tochter Deanna Brown Thomas, etwa 3 km von Browns Zuhause entfernt, im Beisein von Rev. Al Sharpton statt.[5] Nach Angaben seiner Familie soll Brown jedoch seine endgültige Ruhestätte in einem öffentlichen Mausoleum bekommen.

Tribute Fit For the King of King Records[Bearbeiten]

Am 22. Dezember 2007 wurde im Madison Theater in Covington, Kentucky das erste alljährliche Tribute Fit For the King of King Records zu Ehren des verstorbenen Meisters veranstaltet, die Leitung übernahm Bootsy Collins. Seinem Ruf folgten Künstler wie Afrika Bambaataa, Chuck D von Public Enemy, Buckethead, Freekbass, Triage, The Soul Generals sowie viele der noch lebenden Familienangehörigen. Cincinnatis Bürgermeister erklärte den 22. Dezember zum James-Brown-Tag [6].

Zitat[Bearbeiten]

„Singing gospel is a way to help your soul and be content. I’m glad I’m in tune with God because that’s the only thing that can bail out the Afro-American or any minority that doesn’t have an education. I sang a lot of gospel in prison. Gospel is contentment because it’s spirit, and you feel that spirit when you sing it. I feel it when I sing it.“

„Gospel zu singen ist ein Weg, deiner Seele zu helfen und zufrieden zu sein. Ich bin froh, dass ich auf Gott eingestimmt bin, weil das als einziges Afro-Amerikanern oder jeder anderen Minderheit ohne Bildung aus der Klemme helfen kann. Im Gefängnis habe ich viel Gospel gesungen. Gospel ist Befriedigung, weil es Geist ist, und du spürst diesen Geist wenn du es singst. Ich spüre ihn, wenn ich es singe.“

– James Brown with Bruce Tucker: The Godfather of Soul, 1988, S. 42

Diskografie[Bearbeiten]

Singles[Bearbeiten]

In dieser Tabelle befinden sich die Songs, die sich in den Charts der drei Länder etablieren konnten.

Jahr Single DE UK US
1956 Please, Please, Please 105
1958 Try Me 48
1960 Think 49 33
1960 You've Got the Power 86
1960 This Old Heart 79
1960 The Bells 68
1961 Bewildered 40
1961 I Don’t Mind 47
1961 Baby You’ve Right 49
1961 Lost Someone 48
1962 Night Train 35
1962 Shout and Shimmy 61
1962 Mashed Potatoes U.S.A. 82
1962 I've Got Money' 93
1963 Every Beat of My Heart 99
1963 Prisoner of Love 18
1963 These Foolish Things (Remind Me of You) 55
1963 Signed, Sealed and Delivered 77
1963 Oh Baby Don’t You Weep 23
1964 Caldonia 95
1964 The Things That I Used to Do 99
1964 Out of Sight 24
1964 Please, Please, Please (Instrumental) 95
1964 Have Mercy Baby 92
1965 Try Me (Instrumental) 63
1965 Papa's Got a Brand New Bag 25 8
1965 I Got You (I Feel Good) 29 3
1965 Lost Someone (Liveversion) 94
1965 I’ll Go Crazy 73
1966 Ain’t That a Groove 42
1966 It’s a Man’s Man’s Man’s World 13 8
1966 Money Won’t Change You 53
1966 Don’t Be a Drop-Out 50
1966 Sweet Little Baby Boy 8
1966 Bring It Up (Hipster’s Avenue) 29
1967 Kansas City 55
1967 Think (feat. Vicky Anderson) 100
1967 Let Yourself Go 46
1967 Cold Sweat 7
1967 Get It Together 40
1967 I Can’t Stand Myself (When You Touch Me) 28
1967 There Was a Time 36
1968 I Got the Feelin' 6
1968 Licking Stick – Licking Stick 14
1968 America is My Home 52
1968 I Guess I’ll Have to Cry, Cry, Cry 55
1968 Say It Loud – I’m Black and I’m Proud 10
1968 Goodbye My Love 31
1968 Tit For That (Ain’t No Taking Back) 86
1968 Give It Up or Turnit a Loose 15
1969 I Don’t Want Nobody To Give Me Nothing (Open Up The Door, I’ll Get It Myself) 20
1969 The Popcorn 30
1969 Mother Popcorn 11
1969 Lowdown Popcorn 41
1969 World 37
1969 Let A Man Come In and Do the Popcorn, Pt. 1 21
1969 Ain’t It Funky Now 24
1969 Let A Man Come In and Do the Popcorn, Pt. 2 40
1970 It’s a New Day 32
1970 Funky Drummer 51
1970 Brother Rapp 32
1970 Get Up (I Feel Like Being a) Sex Machine 29 32 15
1970 Super Bad 13
1970 Santa Claus Is Definitely Here to Stay 7
1970 Get Up, Get Into It, Get Involved 34
1971 Spinning Wheel 78 90
1971 I Cried 50
1971 Soul Power 47 78 29
1971 Escape-ism 35
1971 Hot Pants 21 15
1971 Make It Funky 22
1971 I’m A Greedy Man 35
1971 Hey America 47
1972 Talkin’ Loud and Sayin’ Nothing 27
1972 King Heroin 40
1972 There It Is 43
1972 Honky Tonk 44
1972 Get on the Good Foot 18
1972 I Got a Bag of My Own 44
1972 I Got Ants In My Pants (And I Want to Dance) 27
1972 What My Baby Needs Now Is a Little More Lovin (feat. Lyn Collins) 56
1973 Down And Out In New York City 50
1973 Think '73 77
1973 Think (Remix) 80
1973 Sexy, Sexy, Sexy 50
1973 Stoned to the Bone 58
1974 The Payback 26
1974 My Thang 29
1974 Papa Don’t Take No Mess 31
1974 Funky President (People It’s Bad) 44
1974 Coldblooded 99
1975 Hustle!!! (Dead on It) 11
1975 Reality 80
1975 Sex Machine '76 61
1976 Get Up Offa That Thing 22 45
1976 Body Heat 36 88
1980 Rapp Payback (Where Iz Moses) 39
1983 Bring It On...Bring It On 45
1984 Unity (feat. Afrika Bambaataa) 49
1985 Froggy Mix 50
1985 Living in America 12 5 4
1986 Gravity 65 93
1987 How Do You Stop 28 90
1988 She’s the One 45
1988 The Payback Mix 12
1988 I’m Real 32
1988 Static 83
1989 Gimme Your Love (feat. Aretha Franklin) 79
1992 I Got You (I Feel Good) (vs. Dakeyne) 72
1993 Can’t Get Any Harder 59
1998 Funk On A Roll 40

Alben[Bearbeiten]

Die Diskografie James Browns ist ebenso umfangreich wie unübersichtlich. Viele seiner LPs sind nicht auf CD veröffentlicht worden. Stattdessen sind zahlreiche Kompilationen verschiedener Qualität erhältlich. Die folgende Aufzählung hält sich an die ursprünglich im LP-Format veröffentlichten Platten.

  • 1956: Please Please Please
  • 1958: Try Me!
  • 1960: Think
  • 1961: James Brown Presents His Band
  • 1961: The Amazing James Brown
  • 1961: Night Train
  • 1962: Shout & Shimmy
  • 1962: Tours the U.S.A.
  • 1962: Jump Around
  • 1963: Live at the Apollo [1962]
  • 1963: Prisoner of Love
  • 1964: Pure Dynamite! Live at the Royal
  • 1964: James Brown Plays Today And Yesterday
  • 1964: Showtime
  • 1964: Out of Sight
  • 1964: Grits & Soul
  • 1965: Papa’s Got a Brand New Bag
  • 1965: James Brown Plays James Brown
  • 1966: I Got You (I Feel Good)
  • 1966: James Brown Plays New Breed
  • 1966: It’s a Man’s Man’s Man’s World
  • 1966: Handful of Soul
  • 1966: Mighty Instrumentals
  • 1966: James Brown Sings Christmas Songs
  • 1967: Sings Raw Soul
  • 1967: Live at the Garden
  • 1967: James Brown Plays the Real Thing
  • 1967: Cold Sweat
  • 1968: I Can’t Stand Myself When You Touch Me
  • 1968: I Got the Feelin'
  • 1968: James Brown Plays Nothing But Soul
  • 1968: Live at the Apollo [1968]
  • 1968: James Brown Sings out of Sight
  • 1968: James Brown Presents His Show of Tomorrow
  • 1968: Soul Party
  • 1968: A Soulful Christmas
  • 1968: A Thinking About Little Willie John And A Few Nice Things
  • 1969: Say It Loud, I’m Black and I’m Proud
  • 1969: Gettin’ Down to It
  • 1969: It’s a Mother
  • 1969: The Popcorn
  • 1969: Plays Rhythm & Blues
  • 1969: Excitement
  • 1970: Ain’t It Funky
  • 1970: Soul on Top
  • 1970: It’s a New Day – So Let a Man Come In
  • 1970: Sex Machine [live]
  • 1970: Hey America
  • 1971: Sho Is Funky Down Here
  • 1971: Hot Pants
  • 1971: Revolution of the Mind [live]
  • 1971: Super Bad [live]
  • 1971: Soul Brother No. 1
  • 1972: There It Is
  • 1972: Get on the Good Foot
  • 1973: Black Caesar
  • 1973: Slaughter’s Big Rip-Off
  • 1973: The Payback
  • 1974: Hell
  • 1974: Reality
  • 1975: Sex Machine Today
  • 1975: Everybody’s Doin’ the Hustle
  • 1976: Get up Offa That Thing
  • 1976: Body Heat
  • 1976: Hot
  • 1977: Mutha’s Nature
  • 1977: Strangers
  • 1978: Jam/1980’s
  • 1978: Take a Look at Those Cakes
  • 1979: The Original Disco Man
  • 1979: Mister Dynamite
  • 1980: People
  • 1980: Hot on the One [live Tokyo 1980]
  • 1980: Soul Syndrome
  • 1981: Nonstop!
  • 1981: The Third Coming
  • 1981: Live in New York
  • 1981: Special
  • 1982: Mean on the Scene [live]
  • 1983: Bring It On!
  • 1985: Live in Concert
  • 1986: Gravity
  • 1986: James Brown’s Funky People
  • 1988: I’m Real
  • 1988: James Brown’s Funky People Part 2
  • 1989: Soul Session Live
  • 1991: Love Over-Due
  • 1992: Universal James
  • 1995: Live at the Apollo 1995
  • 1995: James Brown’s Funky Christmas
  • 1998: I’m Back
  • 1999: The Merry Christmas Album
  • 1999: Say It Live And Loud (Live in Dallas)
  • 2000: Funky People Part 3
  • 2001: Get up Offa That Thing [2001] [live]
  • 2002: Super Bad – Live
  • 2002: Startime Live
  • 2002: In Concert [live]
  • 2002: The Next Step
  • 2005: They don’t want Music [mit The Black Eyed Peas]
  • 2006: Gut Bucket [Singleauskopplung des noch nicht veröffentlichten neuen Albums]

Kompilationen (Auswahl)[Bearbeiten]


1965 sangen The Who die Songs „Please Please Please“, „I Don’t Mind“ und „Shout And Shimmy“ nach und veröffentlichten sie auf ihrem Debüt-Album und auf B-Seiten als Hard-Rock-Version.

Literatur[Bearbeiten]

  • James Brown with Bruce Tucker: The Godfather of Soul (Englisch), 1988
  • Geoff Brown: James Brown: Let's Get Personal - Die Biografie (Deutsch), Bosworth Music 2008, ISBN 978-3-86543-364-0

Filme[Bearbeiten]

  • James Brown hatte in beiden Filmen der Blues Brothers einen wichtigen Auftritt als Reverend Cleophus James aus Little Rock. Diese Auftritte verhalfen ihm zu einem Comeback.
  • Auch in dem Spielfilm Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts ist er zu sehen.
  • Er hatte unter anderem Gastauftritte in Miami Vice, z. B. in der Folge 4/1987 Verlorene Zeit / Wie ein Orkan, spielte James Brown die Rolle des Lou de Long.
  • Der Dokumentarfilm When we were kings über den im Herbst 1974 in Kinshasa, Zaire, veranstalteten Boxkampf Rumble in the Jungle enthält Konzertaufnahmen vom James Brown. (Regie: Leon Gast, erhielt 1997 den Oscar für den besten Dokumentarfilm)
  • Mr. Brown. Dokumentation, Frankreich, 2008, 57 Min., Buch: Philippe Manoeuvre, Regie: Philip Priestley, Produktion: ARTE France, Morgan Group, Inhaltsangabe von arte
  • James Brown - Body Heat. Konzertmitschnitt, USA, 1991, 60 Min., Regie: Alan Douglas, Inhaltsangabe von arte
    − Konzert in Monterey, Kalifornien im Januar 1979
  • Im Film The Tuxedo – Gefahr im Anzug spielte er sich selbst.
  • In der Komödie The New Guy (2002), zeigte man Ausschnitte aus Archivaufnahmen von James Brown.
  • James Brown spielt sich selbst in Beat the Devil, einem Kurzfilm aus der BMW Werbefilmreihe The Hire.

Quellen[Bearbeiten]

  1. „James Brown, the 'Godfather of Soul,' dies at 73“, Associated Press / CNN, 25. Dezember 2006 mit zwei Videos
  2. „A soulful farewell for James Brown“, Buffalo News, 31. Dezember 2006
  3. „Endlich Ruhe für James Brown“, Tagesanzeiger, 21. Februar 2007
  4. „Brown not buried as family tackles estate issues“, CNN.com 9. Januar 2007
  5. „James Brown's body placed in S.C. crypt“, USA Today, 10. März 2007.
  6. Freekbass, Buckethead and Chuck D Pay Tribute to James Brown with Bootsy Collins

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: James Brown – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien