The National Library of Israel
Die National Library of Israel (früher: Jüdische National- und Universitätsbibliothek) (JNUB) in Jerusalem Giv'at Ram ist die Nationalbibliothek und größte Bibliothek Israels.
Vorgängerinstitutionen (B'nai Brith library, Midrasch Abravanel) wurden seit 1892 gegründet, um Literatur zum Judentum umfassend zu sammeln und zu archivieren. Seit 1920 ist sie auch Universitätsbibliothek der damals im Bau befindlichen Hebräischen Universität.
Sie sammelt die gesamte in Israel erscheinende Literatur sowie ausländische Publikationen mit Bezug zu Israel oder dem Judentum und erstellt die vierteljährlich erscheinende Nationalbibliographie Kiryat sefer. Seit 1953 hat sie das Pflichtexemplarrecht für israelische Veröffentlichungen. Ihre Sammlung von Judaica und Hebraica ist die größte der Welt. Alle jüdischen Sprachen sind vertreten, hauptsächlich Hebräisch, Jiddisch und Ladino.
Bis in die 1970er Jahre stand die Bibliothek hauptsächlich unter der Leitung von deutsch-jüdischen Wissenschaftlern, die entweder noch selbst als Bibliothekare in Mitteleuropa ihre Ausbildung erhielten bzw. durch ihre Herkunft eng mit diesem Kulturkreis und seinen Traditionen verbunden waren, was sich auf die Konzeption der Bibliothek und ihre Sammlungsschwerpunkte deutlich auswirkte. Zu nennen sind hier Samuel Hugo Bergmann, Gotthold Weil und Curt David Wormann.
Bis Ende 2010 war sie die größte Universitätsbibliothek der Hebräischen Universität Jerusalem. Seit dem 1. Januar 2011 ist die National Library of Israel eine eigenständige staatliche Institution und wird auf absehbare Zeit ein neues Gebäude erhalten. Sie enthält Sammlungen für Hebräische Studien, Nahost- und Islamstudien, Philosophie und für die Erforschung des frühen Christentums. Die vier Lesesäle der Bibliothek entsprechen den folgenden Wissensgebieten: Allgemeiner Lesesaal (gleichzeitig der größte), der kombinierte Lesesaal für Jüdische Studien und Orientalistik sowie der neu gestaltete Lesesaal der Musikabteilung.
Der Bestand an Büchern und Zeitschriften beläuft sich auf etwa 5,5 Millionen Bände, die ab 1984 in einem Online-Katalog, basierend auf dem Aleph 500-System, erschlossen werden. Zu den Spezialsammlungen zählen Manuskripte (etwa 9.000 hebräische und 2.000 arabische) und etwa 400 Nachlässe bedeutender Persönlichkeiten, darunter die von Martin Buber, Walter Benjamin, Stefan Zweig, Leopold Zunz, Samuel Agnon und Albert Ehrenstein.
Der zentrale online-Katalog erfasst alle hebräischen Publikationen und genererell die seit 1984.
[Bearbeiten] Wichtige Sondersammlungen
- Die Eran Laor - Landkartensammlung antiker und alter Landkarten; Reiseberichte mit dem Schwerpunkt Heiliges Land und Jerusalem.
- Die Handschriftensammlung umfasst über neuntausend hebräische und zweitausend arabische Handschriften aus allen Bereichen der Wissenschaften.
- Die Gershom Scholem-Sammlung; Raritäten; Kabbala, Mystik, Religionsgeschichte. Auch online zugänglich.
- Mikrofilmsammlung hebräischer Handschriften in ausländischen Bibliotheken. Ein Viertel davon ist durch den online-Katalog zugänglich.
[Bearbeiten] Weblinks
31.77586111111135.196727777778Koordinaten: 31° 46′ 33″ N, 35° 11′ 48″ O