John Frost

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John Frost während des Zweiten Weltkrieges

John Dutton „Johnny“ Frost (* 31. Dezember 1912 in Pune, Indien; † 21. Mai 1993 in West Sussex, England) war ein britischer Generalmajor, der durch die Operation Market Garden berühmt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Vor dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Frost verbrachte die ersten paar Jahre seines Lebens in Indien, bis er mit seinen Eltern 1914 ins Vereinigte Königreich zog. Sein Vater wurde in Frankreich stationiert, wo er das Military Cross bekam. Danach wurde sein Vater nach Mesopotamien versetzt, woraufhin Frost mit dem Rest seiner Familie nach Indien zurückkehrte, wo er Arabisch lernte. Er ging 1921 ins Vereinigte Königreich zurück und besuchte dort eine Schule in Sandhurst. Er wurde 1938 im Irak stationiert und diente dort auch noch, als der Zweite Weltkrieg begann.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Er wurde vom Verteidigungsministerium gefragt, ob er dem neu geformten Special Air Service beitreten wolle. Obwohl er kaum wusste, was der SAS ist, nahm er das Angebot an und trat dem SAS bei. Er kämpfte in Tunesien, Sizilien und in Italien. Außerdem zeichnete sich Frost bei der Operation Biting (Überraschungsangriff auf Bruneval an der französischen Küste) aus, dem ersten bedeutenden britischen Einsatz von Fallschirmjägern, bei der er als Major die C-Kompanie des 2. Bataillon des Fallschirmjägerregiments leitete.

Während der Operation Market Garden diente er als Oberstleutnant in der 1. Britischen Luftlandedivision. Als Kommandeur des 2. Britischen Fallschirmjägerbataillons unterstanden ihm 740 leicht bewaffnete Männer, die die Aufgabe hatten, die Brücke über den Niederrhein in Arnheim einzunehmen und so lange zu halten, bis die von Süden anrückenden Panzer des 30. Korps Arnheim erreichten. Nach der erfolgten Landung am 17. September 1944 bei Wolfheeze, ca. 10 km nordwestlich von der Brücke, marschierte Frost mit seinen Männern, ohne auf weitere Verstärkung zu warten, Richtung Arnheim. Da die Briten kaum deutsche Gegenwehr erwarteten, wurden sie von der Kampfstärke der deutschen Einheiten überrascht. Das Bataillon konnte die nördliche Seite der Brücke einnehmen und auch eine Zeit lang verteidigen. Dabei starb Frosts Freund und Stellvertreter Major Wallis in den Kampfwirren durch friendly fire. Frost ersetzte ihn durch Allison D. Tatham-Warter. Frost und seine Männer wurden nach vier Tagen Kampf von deutschen Einheiten überwältigt und gefangengenommen. Er wurde als Kriegsgefangener in Spangenberg bei Kassel und später in einem Krankenhaus in Obermassfeldt festgehalten. Als das Gebiet im März des Jahres 1945 von US-amerikanischen Truppen eingenommen wurde, konnte er befreit werden.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Die John-Frost-Brücke über den Rhein bei Arnheim

Frost lernte Jean MacGregor Lyle, seine spätere Frau, die Teewagen bei der 1. Airborne Division vorbeifuhr, im Nahen Osten kennen. Die beiden heirateten an Frosts 35. Geburtstag, dem 31. Dezember 1947. Später bekamen sie zusammen einen Sohn und eine Tochter. Als Frost 1968 aus der Armee ausschied, war er ein mit dem Order of the Bath, dem Distinguished Service Order und dem Military Cross ausgezeichneter Generalmajor.

Mit seiner Frau zog Frost in den 1970er Jahren auf eine Farm in Liphook, Hampshire, um dort Schlachtvieh zu züchten. Anfangs war die Farm in einem schlechten Zustand, aber John und Jean restaurierten sie und waren in der Lage, die Farm gut zu führen. Frost steuerte eine Karriere in der Lokalpolitik, bei seinem alten Freund Freddie Gough, an und wurde 1982 stellvertretender Statthalter von West Sussex.

Seine Rolle während der Operation Market Garden wurde im Bestseller A Bridge Too Far von Cornelius Ryan festgehalten, der auch, mit Anthony Hopkins als John Frost, verfilmt wurde. Die Dreharbeiten des Films besuchte Frost 1976, wo er auch als militärischer Assistent für die Arnheimszenen zuständig war. Frost besuchte regelmäßig die Gedenkstätte zur Schlacht von Arnheim im Airborne Museum Hartenstein in Oosterbeek. Hier ist heute auch sein Jagdhorn zu besichtigen, mit dem er seine Männer zu sammeln pflegte. Am 16. September 1978 wurde die Rheinbrücke bei Arnheim zu seinen Ehren in John-Frost-Brücke umbenannt. Frost selber schrieb zu seinen Erlebnissen bei Arnheim den Roman A Drop Too Many, der 1978 veröffentlicht wurde. Zudem schrieb er 1983 2 PARA Falklands: The Battalion At War, ein kritisches Buch über die Schlacht an der Wireless Ridge während des Falklandkriegs, das für viel Ärgernis in den höheren Etagen des britischen Militärs sorgte. Seine Autobiografie mit dem Namen Nearly There wurde 1991 veröffentlicht.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]