John Murray, 4. Earl of Dunmore

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
John Murray, 4. Earl of Dunmore

John Murray, 4. Earl of Dunmore (* 1730; † 25. Februar 1809) war von 1770 bis 1771 britischer Gouverneur der Provinz New York und vom 25. September 1771 bis Silvester 1776 der Kolonie Virginia.

Er stammte aus der französischen Linie der Stuarts. Seine Eltern waren William Murray, 3. Earl of Dunmore, und Catherine Murray. 1756 erbte er die Earlswürde von seinem Vater und saß 1761 bis 1774 sowie 1776 bis 1790 als einer der 16 schottischen Vertreter (Representative Peer) im House of Lords. 1770/1 war er Gouverneur der Provinz New York und wurde danach 1771 bis 1776 zum Gouverneur der Kolonie Virginia befördert, der reichsten und größten britischen Provinz in Nordamerika. Während dieser Zeit führte er 1774 eine Reihe von Feldzügen (Lord Dunmore´s War) gegen die Indianer, die Shawnee und Mingo, durch, die sich gegen Siedler im Ohio-Gebiet vor allem aus Virginia wehrten. Vor allem verfolgte er aber damit das Ziel, die Ansprüche Virginias im Westen (in Ohio) zu unterstreichen gegenüber Pennsylvania. Während der Miliz-Oberst Andrew Lewis die Shawnee, die auf dem Kriegspfad waren, am Kanawha Fluss schlug (Battle of Point Pleasant, 10. Oktober 1774), verfolgte sie Murray über den Ohio mit einer zweiten Truppe bis vor ihr Zeltlager und konnte schließlich ein Friedensabkommen mit den Indianern abschließen.

Murray galt zunächst als Held und war anfangs in Virginia genauso wie früher in New York beliebt, aber schon ab 1773 hatte Murray fast ständig Konflikte mit der Generalversammlung von Virginia, insbesondere als er 1773 und 1774 die Legislative auflöste (wegen Unterstützung von Personen, die nicht loyal zum Vereinigten Königreich standen) und 1774 das Pulver aus den Magazinen der Miliz in Williamsburg entfernte. Am 8. Juni 1775 verließ er nach Drohungen gegen sein Leben die Hauptstadt Williamsburg und zog sich auf sein Jagdgut Porto Bello zurück. Bei Beginn der Revolution fand er auf dem britischen Kriegsschiff HMS Fowey im Fluss York Zuflucht. Er versuchte, die Aufstände niederzuschlagen, und war auch anfangs bei der Schlacht von Kemp´s Landing erfolgreich, seine Selbstüberschätzung (und ein amerikanischer Doppelagent) führte dann aber zu der Niederlage in der Schlacht von Great Bridge am 9. Dezember 1775, wonach er sich nach New York zurückzog. Murray kehrte, nachdem er die Aussichtslosigkeit eingesehen hatte, auf seinen Gouverneursposten zurückzukehren, im Juli 1776 ins Vereinigte Königreich zurück. Bekannt ist seine Proklamation vom 7. November 1775, in dem er afrikanischen Sklaven, die der Armee (dem Royal Ethiopian Regiment) auf Seite der Loyalisten beitraten, die Freiheit versprach. Dies war die erste größere Sklavenbefreiung in Nordamerika, allerdings verkaufte er die Betroffenen nach seinem Rücktritt wieder in die Sklaverei.

Von 1787 bis 1796 war er Gouverneur der Bahamas. Nach seinem Tod 1809 erbte sein ältester Sohn George Murray den Titel.

Das 1772 nach ihm benannte Dunmore County in Virginia wurde in der Revolution in Shenandoah County umbenannt. Sein Jagdgut Porto Bello existiert noch in Camp Peary in York County (Virginia) und steht unter Denkmalschutz, ist aber nicht zu besichtigen. In Schottland erinnert das 1761 auf seinem Gut bei Airth in der Unitary Authority Falkirk gebaute Sommerpavillon Dunmore Pineapple an ihn, das dem National Trust of Scotland gehört, als Ferienunterkunft genutzt wird und dessen Gärten allgemein zugänglich sind. Es hat die Form einer Ananas, und dort wurden auch Ananas gezüchtet, die er von den Bahamas mitbrachte.

Dunmore Pineapple bei Falkirk

Ehe und Kinder[Bearbeiten]

Er heiratete am 21. Februar 1759 Lady Charlotte Stewart (* vor 1744, † 1818), die Tochter von Alexander Stewart, 6. Earl of Galloway. Sie hatten die Kinder:

weitere Kinder:

  • Lady Susan Murray
  • Catherine Murray (* 1767, † 7. Juli 1783)

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
William Murray Earl of Dunmore
1756–1809
George Murray