Kálmán Mészöly

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Kálmán Mészöly

Mészöly (rechts) zusammen mit Flórián Albert

Spielerinformationen
Geburtstag 16. Juli 1941
Geburtsort BudapestUngarn
Position Abwehr, Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1952–1959 III. Kerületi TUE
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1959–1972 Vasas SC 279 (32)
Nationalmannschaft
1961–1971 Ungarn 61 (6)
Stationen als Trainer
1972–1973
1974–1976
1976–1978
1978–1980
1980–1983
1983–1984
1985
1985–1986
1986
1988–1989
1990–1991
1991–1992
1993–1994
1994–1995
Ganz-Mávag SE
Budafoki MTE
Békéscsaba 1912 Előre SE
Vasas SC
Ungarn
Vasas SC
Türkei
Fenerbahçe Istanbul
Altay Izmir
Vasas SC
Ungarn
Ittihad FC
Vasas SC
Ungarn
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Kálmán Mészöly (* 16. Juli 1941 in Budapest) ist ein ehemaliger ungarischer Fußballspieler und -trainer. Er spielte seine gesamte Karriere bei Vasas SC und war in deren stärkste Vereinsphase einer der wichtigsten Leistungsträger seiner Mannschaft. Zu Spielerzeiten erhielt aufgrund seiner guten Abwehrarbeit und seiner blonden Haare den Spitznamen Der Blonde Felsen.[1] Nach seiner Fußballspielerkarriere arbeitete er zwei Jahrzehnte lang als Trainer, u.a. in seiner Heimat Ungarn und der Türkei.

Spielerkarriere[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Mészöly begann seine Vereinskarriere 1952 in der Nachwuchsabteilung von III. Kerületi TUE. Von hier aus wechselte er 1959 zu dem Budapester Spitzenklub Vasas SC. Hier etablierte er sich schnell als Leistungsträger und spielt bis ins Jahr 1971 durchgängig. In dieser Zeit zählte Mészölys zu den dominierenden Vereinen des Ungarischen Fußballs. So gewann Mészöly mit seiner Mannschaft in den Spielzeiten 1960/61, 1961/62, 1964/65, 1965/66 die Ungarische Meisterschaft. Zudem wurde während Mészölys Zeit vier Mal der Mitropapokal gewonnen.

Zum Sommer 1972 beendete Mészöly schließlich seine Karriere bei Vasas SC.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Mészöly spielte ein Jahrzehnt für die Ungarische Nationalmannschaft. Mit ihr nahm er an der Fußball-Weltmeisterschaften 1962, 1966 und der Fußball-Europameisterschaft 1964 teil. Während er mit seiner Mannschaft in den Weltmeisterschaftsteilnahmen zwar die Gruppenphase überstand, schied er mit ihr beide mal im Viertelfinale aus. Bei der Europameisterschaft schaffte er es mit seinem Team bis ins Halbfinale. Hier unterlag Mészölys Mannschaft nach Verlängerung dem späteren Turniersieger Spanien mit 1:2 nach Verlängerung. Im Spiel um Platz drei bezwang Ungarn schließlich Dänemark mit 1:3 nach Verlängerung.

Insgesamt absolvierte Mészöly 61 Länderspiele für sein Land und erzielte dabei sechs Tore.

Trainerkarriere[Bearbeiten]

Mészöly begann im Anschluss an seine Fußballspielerkarriere als Trainer zu arbeiten. Nachdem er der Reihe nach die Vereine Ganz-Mávag SE, Budafoki MTE und Békéscsaba 1912 Előre SE als Cheftrainer betreut hatte, übernahm er im Sommer 1978 seinen früheren Verein Vasas SC nun als Cheftrainer. Nachdem er diesen Klub zwei Jahre trainiert hatte, wurde er 1980 der Nationaltrainer der Ungarische Nationalmannschaft. Diese führte er zur Fußball-Weltmeisterschaft 1982 und trainierte sie nach der WM ein weiteres Jahr lang. Anschließend kehrte er im Sommer 1983 zu Vasas SC zurück.

Im Mai 1985 wurde Mészöly als neuer Cheftrainer der türkischen Nationalmannschaft vorgestellt und betreute sie diese lediglich in zwei Länderspielen.

Nach seiner kurzen Tätigkeit als türkische Nationaltrainer übernahm Mészöly überrascht beim neuen türkischen Meister Fenerbahçe Istanbul das Traineramt von Todor Veselinović. Mit diesem Verein konnte er als erstes den vorsaisonalen TSYD-Istanbul-Pokal gewinnen. Unter Mészöly traf Fenerbahçe im Europapokal der Landesmeister der Saison 1985/86 auf den amtierenden französischen Meister Girondins Bordeaux. Gegen diesen Verein, der damals amtierende Europameister wie Alain Giresse und Patrick Battiston, Jean Tigana in seinen Reihen hatte und zweimal in Folge französischen Meister wurde, wurde Fenerbahçe als krasser Außenseiter gehandelt und dem Klub wenig Chancen auf ein Weiterkommen zugesprochen. Zu diesem Zeitpunkt war das Verhältnis zwischen der Türkei und Frankreich wegen den Anschlägen der Asala-Terrororganisation sehr angespannt. Ferner schieden die türkischen Mannschaften ausnahmslos in den europäischen Vereinspokalwettbewerben in der ersten Runde aus. In der ersten Partie, die am 1. September 1985 in Bordeaux gespielt wurde, schaffte Fenerbahçe eine große Überraschung und besiegte Girondins auswärts mit 3:2. Nach diesem Sieg wurde Mészöly mit der gesamten Mannschaft von er türkischen Fachpresse als Held gefeiert.[2][3][4] Im Rückspiel erspielte sich Mészölys Mannschaft ein 0:0 und setzte sich damit gegen Girondins durch. Dieses Weiterkommen wurde im damaligen türkischen Fußball als großer Erfolg gefeiert. In der zweiten Runde traf die Mannschaft auf IFK Göteborg. In der ersten auswärts gespielten Partie unterlag Fenerbahçe mit 0:4 deutlich. Nachdem Mészöly mit dem sonst erfolgsverwöhnten Verein in der Meisterschaft chancenlos geblieben war und auch in den anderen nationalen Wettbewerben leer ausgegangen war, ersetzte die Vereinsführung ihm am Saisonende durch Branko Stanković. Mészöly setzte seine Karriere weiterhin in der Türkei fort und übernahm zur neuen Saison den Ligarivalen Altay Izmir. Nach acht Spieltagen entließ Altay Mészöly.

Nach zwei Jahren in der Türkei, blieb Mészöly bis ins Jahr 1988 ohne Trainertätigkeit und übernahm anschließend Vasas SC zum dritten Mal. Die nachfolgenden Jahre trainierte er ein weiteres Mal Vasas und zwei Mal die Ungarische Nationalmannschaft. In der Spielzeit 1991/92 trainierte er zudem den saudi-arabischer Fußballverein Ittihad FC.

Erfolge[Bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten]

Mit Vasas SC
Mit der Ungarischen Nationalmannschaft

Als Trainer[Bearbeiten]

Mit Fenerbahçe Istanbul
Mit der Ungarischen Nationalmannschaft

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ki kicsoda a magyar sportéletben?, Volume 2 (I–R), 1995, pp 306, ISBN 963-495-011-6
  2. 19. September 1985, Milliyet, S. 14
  3. 20. September 1985, Milliyet, S. 12: "Korkunç"
  4. 20. September 1985, Milliyet, S. 14