Patrick Battiston

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Patrick Battiston (* 12. März 1957 in Amnéville, Département Moselle) ist ein ehemaliger französischer Fußballspieler.[1] Er wurde zumeist als Verteidiger eingesetzt. [2]

Inhaltsverzeichnis

Vereinskarriere [Bearbeiten]

Battiston spielte während seiner Karriere bei FC Metz (1973-1980), AS Saint-Étienne (1980-1983), Girondins Bordeaux (1983-1987, 1989-1991) und AS Monaco (1987-1989). Er wurde mit diesen Mannschaften fünfmal französischer Fußballmeister (1981 mit Saint-Étienne, 1984, 1985 und 1987 mit Bordeaux, 1988 mit Monaco) und zweimal französischer Fußballpokalsieger (1986 und 1987 mit Bordeaux). Mit 558 Erstligaeinsätzen steht er derzeit (April 2008) auf Rang 6 der Liste der französischen Rekordspieler.

Nationalspieler [Bearbeiten]

Battiston war Verteidiger in der französischen Fußballnationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften 1978, 1982 und 1986. Sein größter Erfolg war der Gewinn der Fußball-Europameisterschaft 1984 im eigenen Land. Insgesamt bestritt er 56 Länderspiele und erzielte dabei 3 Tore.[1][2]

Die „Affäre Schumacher“ [Bearbeiten]

Patrick Battiston wurde in Deutschland bekannt, als es in der sogenannten Nacht von Sevilla während des Halbfinales zwischen Frankreich und Deutschland bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien zu einem Zwischenfall kam: Beim Spielstand von 1:1 wurde er in der 50. Minute eingewechselt und erhielt kurz darauf einen langen Steilpass auf das deutsche Tor. Unmittelbar, nachdem er ihn erlaufen und auf das Tor geschossen hatte, wurde er von dem herauslaufenden deutschen Torhüter Harald Schumacher angesprungen und zu Fall gebracht.[3] Battiston war für eine kurze Zeit bewusstlos, erlitt eine Gehirnerschütterung, Wirbelverletzungen und verlor zwei Zähne.[4][5] Die Aktion Schumachers wurde vom Schiedsrichter nicht geahndet. In der 60. Minute wurde Battiston ausgewechselt. Schumacher äußerte sich nach dem Spiel zu dem Vorfall mit den Worten: „Dann zahl' ich ihm seine Jacketkronen.“ Schumacher erklärte später, er habe den Satz mit den Jacketkronen, emotional aufgeputscht durch den Spielverlauf eines Jahrhundertspiels, aus Erleichterung darüber gesagt, dass nicht mehr passiert war. Schumacher sagte, dass er nach dem Foul nicht zu Battiston gegangen sei, sei aus Angst und Unsicherheit gegenüber der aufgeheizten Situation der Szenegeschehen. Später entschuldigte sich Schumacher bei Battiston und wurde sogar zu dessen Hochzeit eingeladen. [6]

Das Bild vom „hässlichen Deutschen“ ging durch die französischen Medien.[4] [7]

Nach dem Ende der Spielerkarriere [Bearbeiten]

Battiston beendete sein Karriere als aktiver Spieler 1991 bei Girondins Bordeaux. Danach arbeitete er in verschiedenen Funktionen für diesen Verein; aktuell (2005) ist er für die Reserve- und Amateurteams verantwortlich und leitet das Nachwuchsschulungszentrum (frz. Centre de Formation) des Vereins.[8]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b Patrick BATTISTON, In: FIFA, abgerufen am 14. Dezember 2011
  2. a b Patrick Battiston In: footballdatabase.eu, abgerufen am 14. Dezember 2011 (französisch)
  3. Stefan Hermanns: WM-Halbfinale: Deutschland ist fast immer dabei. In: ZEIT ONLINE. 7. Juni 2010, abgerufen am 14. Dezember 2011.
  4. a b Isaac Bah:Halbfinale: Zeug zum Klassiker In: ZEIT ONLINE. 4. Juni 2006, abgerufen am 14. Dezember 2011
  5. Henry Michel: «Je n'ai pas senti de pouls pendant deux minutes» In: Libération. 14. Juni 2006, abgerufen am 14. Dezember 2011 (französisch)
  6. sueddeutsche.de: Der Fall Schumacher/Battiston
  7. Aloys Behler: Aufstand der wunden Seelen In: DIE ZEIT. 16. Juli 1982, abgerufen am 14. Dezember 2011
  8. Academy Facilities In: Girondins de Bordeaux. 27. Juni 2011, abgerufen am 14. Dezember 2011 (englisch)