Kėdainiai

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Kėdainiai
Wappen
Wappen
Staat: Litauen Litauen
Bezirk: Kaunas
Koordinaten: 55° 17′ N, 23° 59′ O55.28611111111123.97777777777880Koordinaten: 55° 17′ N, 23° 59′ O
Höhe: 80 m
Fläche (Ort): 25 km²
 
Einwohner (Ort): 30.979 (2008)
Bevölkerungsdichte: 1.239 Einwohner je km²
Einw. (Gemeinde): 63 559
Zeitzone: EET (UTC+2)
Telefonvorwahl: (+370) 347
Postleitzahl: 57001
 
Status: Rajongemeinde
Gliederung: 1 Stadtamt (Kernstadt),
11 weitere Amtsbezirke
 
Postanschrift: J. Basanavičiaus g. 36
57288 Kėdainiai
Webpräsenz:
Kėdainiai (Litauen)
Kėdainiai
Kėdainiai

Kėdainiai anhören?/i (deutsch Kedahnen, polnisch Kiejdany, jiddisch Keidan (קיידאן)) ist eine zentral in Litauen am Ufer des Flüsschens Nevėžis gelegene Stadt. Die Kernstadt ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Rajongemeinde und in derselben ein städtischer Amtsbezirk. Der Ort wurde erstmals 1372 erwähnt und im 15. Jahrhundert bereits als Stadt bezeichnet. Offiziell wurde das Stadtrecht 1590 als Magdeburger Recht verliehen. Die Stadt war das Zentrum der Reformation in Litauen. Noch heute gibt es hier eine evangelische Kirche, was im durchgehend katholischen Litauen Seltenheitswert hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Kėdainiai gilt als eine der ältesten städtischen Siedlungen in Litauen. Erstmals erwähnt wird der Ort 1372 in der Livländischen Chronik Hermanns von Wartberges. Der Ort befand sich frühzeitig in Besitz der mächtigen und weitverzweigten Adelsfamilie Radziwiłł, die zum Teil während der Reformationszeit zum kalvinistischen Glauben konvertierte. Dadurch kam es zur Ansiedlung von schottischen Protestanten im 16. und 17. Jahrhundert. Die Radziwiłłs förderten den Bau reformierter Kirchen und Schulen. Im Kontext des Zweiten Nordischen Krieges stellten sich am 20. Oktober 1655 führende litauische Adelige unter der Führung von Janusz Radziwiłł und Bogusław Radziwiłł im Vertrag von Kėdainiai unter den Schutz Schwedens. Diese kurzzeitige Allianz zwischen Litauen und Schweden fand im Frieden von Oliva 1660 jedoch wieder ein Ende. Mit der dritten polnischen Teilung kam der Ort 1795 zu Russland. Zwischen den Weltkriegen gehörte er zur neu gegründeten Republik Litauen. Seit dem Mittelalter gab es auch eine große jüdische Gemeinde am Ort, die während der Zeit der deutschen Besetzung während des Zweiten Weltkrieges jedoch in der Shoa größtenteils vernichtet wurde. Nachdem die Stadt nach Kriegsende wieder unter sowjetische Herrschaft kam, wurde am Ort ein Militärflugplatz eingerichtet. Seit dem Zerfall der Sowjetunion gehört der Ort zum unabhängigen Litauen.

Die Karmeliter-Holzkirche St. Joseph
Altstadt - Blick zu den Synagogen
Bahnhof

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelische Kirche

Die Altstadt ist gut erhalten und sehenswert. In der Stadt existieren mehrere Schlösser und Herrenhäuser des litauischen Großadels, die jetzt zumeist als öffentliche Gebäude genutzt werden. In der Nähe des Bahnhofes steht eines der wenigen Minarette Litauens.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt Kėdainiai ist ein industrielles Zentrum in Litauen. Unter anderem haben hier die Unternehmen Lifosa (Düngemittelproduktion) und Vikonda (Nahrungsmittelproduktion) ihren Sitz.

Freie Wirtschaftszone[Bearbeiten]

Für das rechtliche und administrative Erleichterungen für Investoren besteht eine Sonderwirtschaftszone, Freie Wirtschaftszone Kėdainiai.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Kėdainiai[Bearbeiten]

Der Bahnhof Kėdainiai ist ein Durchgangsbahnhof der Lietuvos Geležinkeliai an der Bahnstrecke Kaišiadorys–Liepāja, einer der wichtigsten Fernstrecken in Litauen. Er wird hauptsächlich im Güterverkehr genutzt. Im Personenfernverkehr gibt es jeweils 3 tägliche Zugverbindungen nach Vilnius und Šiauliai. Das Bahnhofsgebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert. Koordinaten: 55° 18′ 34,1″ N, 23° 58′ 38,4″ O.

Die Renaissance-Kanzel im Innern der reformierten Kirche
Grab des Fürsten Janusz Radziwiłł in der reformierten Kirche von Kėdainiai

Rajongemeinde[Bearbeiten]

Die Rajongemeinde Kėdainiai (lit. Kėdainių rajono savivaldybė) umfasst neben der Stadt 10 Städtchen (miesteliai), sowie 534 Dörfer.

Die Städtchen sind: Akademija, Dotnuva, Gudžiūnai, Josvainiai, Krakės, Pagiriai, Pernarava, Surviliškis, Šėta und Truskava.

Sie ist eingeteilt in 11 Amtsbezirke (seniūnijos):

  • Dotnuva
  • Gudžiūnai
  • Josvainiai
  • Stadt Kėdainiai
  • Krakės
  • Pelėdnagiai
  • Pernarava
  • Surviliškis
  • Šėta
  • Truskava mit Sitz in Pavermenys
  • Vilainiai

Religion[Bearbeiten]

Der Ort ist Sitz des katholischen Dekanates Kėdainiai.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Mit dem Ort verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kėdainiai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Partnerschaftsvertrag