Sömmerda

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sömmerda
Sömmerda
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sömmerda hervorgehoben
51.16194444444411.117222222222138Koordinaten: 51° 10′ N, 11° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Höhe: 138 m ü. NHN
Fläche: 80,7 km²
Einwohner: 19.215 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 238 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99610
Vorwahl: 03634
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 051
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 3–4
99610 Sömmerda
Webpräsenz: www.soemmerda.de
Bürgermeister: Ralf Hauboldt (Die Linke)
Lage der Kreisstadt Sömmerda im gleichnamigen Landkreis
Alperstedt Andisleben Beichlingen Bilzingsleben Büchel Buttstädt Buttstädt Eckstedt Ellersleben Elxleben Eßleben-Teutleben Frömmstedt Gangloffsömmern Gebesee Griefstedt Großbrembach Großmölsen Kölleda Großneuhausen Großrudestedt Günstedt Guthmannshausen Hardisleben Haßleben Henschleben Herrnschwende Kannawurf Kindelbrück Kleinbrembach Kleinmölsen Kleinneuhausen Kölleda Mannstedt Markvippach Nöda Olbersleben Ollendorf Ostramondra Rastenberg Riethgen Riethnordhausen (bei Erfurt) Ringleben (bei Gebesee) Rudersdorf Schillingstedt Schloßvippach Schwerstedt Sömmerda Sprötau Straußfurt Udestedt Vogelsberg Walschleben Weißensee Werningshausen Witterda Wundersleben ThüringenKarte
Über dieses Bild

Sömmerda ist Kreisstadt des gleichnamigen Kreises Sömmerda in Thüringen. Die Stadt liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Erfurt, ist ein Mittelzentrum und Standort der Elektroindustrie (Fujitsu Technology Solutions), deren Vorläufer die mechanischen Fabriken von Johann Nikolaus von Dreyse waren. Sie prägten die Stadt seit 1840 maßgeblich und sorgten für das Wachstum der ehemaligen unbedeutenden Ackerbürgerstadt zur Industriestadt.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sömmerda liegt im flachen, fruchtbaren Thüringer Becken an der mittleren Unstrut. Die Umgebung wird intensiv landwirtschaftlich genutzt und ist waldarm. Das Klima ist außergewöhnlich trocken und relativ mild.

Auf der nordöstlich in der Gemarkung Tunzenhausen liegenden Fläche der ehemaligen Weißenburg fand man Ascheschichten, Keramikscherben, Knochen und Eisenreste. Die damalige Burg ist wohl schon aus der frühgeschichtlichen Zeit. Die Burg wurde aber erstmals 1211 mit der Belagerung der naheliegenden Runneburg in Weißensee genannt. Sie wurde zerstört und 1248 wieder aufgebaut. Drei den Hauptwällen weit vorgelagerten Gräben sind auf einem Luftbild noch erkennbar. Bogenförmige Wälle sicherten das Burggelände gen Norden zur höher gelegenen Ebene ab.[2]

Die Königsburg, auch Schwedenschanze genannt, lag im Überschwemmungsgelände der Unstrut dicht westlich vor Altsömmerda, Tongefäße und Eisengeräte sowie Gräber wurden gefunden. Alle Funde stammen aus dem Mittelalter.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Sömmerda grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Griefstedt, Schillingstedt, Kölleda, Großneuhausen, Kleinneuhausen, Vogelsberg, Sprötau, Schloßvippach, Großrudestedt, Werningshausen, Wundersleben und Weißensee.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtgliederung
Ortsteil Fläche
(km²)
Einwohner
Sömmerda 22,91 16.337
Frohndorf 8,20 457
Leubingen 14,49 914
Orlishausen 10,55 690
Rohrborn 3,47 157
Schallenburg 6,53 365
Stödten (1) 102
Tunzenhausen 6,69 470
Wenigensömmern 7,82 294
Sömmerda (gesamt) 80,70 19.786

(1) in Leubingen enthalten

Stand: 5. Juli 2010

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtansicht nach Merian um 1650
Das Gebäude des Amtsgerichts
Katholische Franziskuskirche
Petrikirche

Anfänge bis 1945[Bearbeiten]

Sömmerda wurde 876 erstmals urkundlich erwähnt. Um Verwechslungen mit nahe gelegenen Orten wie Mittelsömmern, Wenigensömmern oder Gangloffsömmern zu vermeiden, wurde die Stadt früher oftmals auch als Groß-Sömmerda bzw. Großensömmern bezeichnet. 918 überschrieb Konrad I. die Stadt dem Kloster Fulda. 1342 kam der Ort in den Besitz der Grafschaft Schwarzburg, die ihn 1418 an die Stadt Erfurt verkaufte, zu dessen Besitz es als Exklave bis 1802 gehörte, als es an Preußen kam. Etwa 1350 erhielt der Ort vermutlich das Stadtrecht, was aber nicht eindeutig belegt werden kann. Das 1395 erbaute Erfurter Tor und sechs Stadtmauertürme stellen die ältesten noch erhaltenen Bauwerke der Stadt dar. Die mittelalterliche Kleinstadt erstrecke sich in einem Streifen entlang der Unstrut mit zwei Siedlungskernen: der nördliche lag um den Marktplatz und der südliche um den Petriplatz. Die Stadtbefestigung bezog beide mit ein.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) sank die Einwohnerzahl der Stadt auf Grund von militärischen Aktivitäten, Plünderungen und Epidemien stark. Während des Mittelalters und der frühen Neuzeit gehörte Sömmerda politisch zu Erfurt und damit zu Kurmainz. Nach der Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt stand die Stadt unter napoleonischer Herrschaft (Fürstentum Erfurt), bevor sie 1813/14 wieder zurück an Preußen kam, zu dem sie seit 1802 gehörte. Nach dem Wiener Kongress begann man in Preußen mit der Schaffung von Landkreisen, wodurch die Stadt Sömmerda zum Landkreis Weißensee kam, dem sie dann bis 1952 angehörte.

Der in Sömmerda geborene Erfinder des Zündnadelgewehrs Johann Nikolaus von Dreyse gründete 1817 zusammen mit dem Fabrikanten Kronbiegel die Metallwarenfabrik Dreyse & Collenbusch, die den Beginn der Industrialisierung in der Stadt markiert. 1840 kam es zum Bau einer Gewehrfabrik im Auftrag Dreyses, 1858 folgte die Gründung einer Handstrichziegelei, die sich zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einer der größten und modernsten Ziegeleien Deutschlands entwickelte. 1874 erhielt Sömmerda Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1876 gründete Carl Böttner in Sömmerda eine Brauerei am Stadtring. Auf dem Gelände befand sich bis Anfang der 1970er Jahre noch eine Kartoffelflockenfabrik. Im Jahr 1900 wurde in Sömmerda die Elektrizitäts-Versorgung aufgenommen.

Die Gewehrfabrik wurde 1901 durch die Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik (Rheinmetall) in Düsseldorf übernommen. Die Belegschaft wuchs durch die Rüstungsproduktion während des Ersten Weltkriegs auf 10.000 Beschäftigte an. Nach der Weltwirtschaftskrise erfuhr der mittlerweile mit den Borsig-Werken zur Rheinmetall-Borsig fusionierte Rüstungshersteller in den 1930er Jahren im Zuge der erneuten Aufrüstung einen Aufschwung. Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Sömmerda bis zu 14.600 Menschen beschäftigt, davon rund 6.000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die in zahlreichen Außenlagern des KZ Buchenwald in und um Sömmerda untergebracht wurden. Die Stadt blieb im Zweiten Weltkrieg baulich weitestgehend unversehrt.

Ab 1945[Bearbeiten]

Am 11. April 1945 wurde Sömmerda von US-amerikanischen Truppen besetzt. Am 1. Juli 1945 folgte die Rote Armee und ganz Thüringen wurde Teil der Sowjetischen Besatzungszone.

Nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wuchs in Sömmerda über die folgenden Jahrzehnte die Beschäftigtenzahl der seit 1919 auch Büromaschinen herstellenden Werke stetig, infolgedessen stieg auch die Einwohnerzahl der Stadt stark an. 1952 wurde die Stadt Sitz des neugebildeten Kreises Sömmerda, der zum Bezirk Erfurt gehörte. Vorher hatte die Stadt zum Landkreis Weißensee gehört.

Sömmerda war einer der Schwerpunkte des Aufruhrs am 17. Juni 1953 im Bezirk Erfurt. Aus Streiks in den Großbetrieben (besonders VEB Rheinmetall) entwickelten sich Demonstrationen auf dem Marktplatz mit 10.000 Teilnehmern. Die Bürger verlangten den Rücktritt der Regierung, freie Wahlen, die Beseitigung der innerdeutschen Grenze und sangen das Deutschlandlied. Die Ausrufung des Ausnahmezustands durch die sowjetische Besatzungsmacht beendete das Aufbegehren. 27 „Aufrührer“, darunter das Streikkomitee, wurden verhaftet und hohe SED-Funktionäre abgesetzt, da sie sich der Situation nicht gewachsen gezeigt hätten. Hauptforderung der Streikenden im VEB Rheinmetall am 18. Juni war dann die Freilassung der Verhafteten. 300 Bauern verlangten auf einer Versammlung in Sömmerda am 17. Juni die Senkung des Abgabesolls, Rückgabe enteigneter Betriebe und freie Wahlen.[4][5][6]

1989 lag die Einwohnerzahl bei über 24.000. Nach der Wende wurden das Büromaschinenwerk und die Ziegelproduktion stillgelegt. Aus dem zu DDR-Zeiten gegründeten Elektrotechnik-Kombinat Robotron entwickelte sich das heute bestehende Computerfertigungswerk von Fujitsu Technology Solutions (bis 2008 unter dem Namen Fujitsu Siemens Computers).

2005 gewann Sömmerda die Silbermedaille beim Bundeswettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 14. März 1974 erfolgte die Eingliederung von Wenigensömmern und Rohrborn. Am 6. Mai 1993 wurde Schallenburg eingemeindet, am 8. März 1994 folgten Frohndorf, Leubingen, Orlishausen, Tunzenhausen und Stödten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 31. Dezember 1960):

1839 bis 1946

  • 1839: 02.591
  • 1890: 04.583
  • 1905: 05.155
  • 1910: 05.119
  • 1933: 08.490
  • 1939: 11.781
  • 1946: 13.932 1

1950 bis 1996

  • 1950: 13.568 2
  • 1960: 13.811
  • 1981: 22.821
  • 1984: 23.455
  • 1994: 24.902
  • 1995: 24.454
  • 1996: 23.897

1997 bis 2003

  • 1997: 23.403
  • 1998: 22.861
  • 1999: 22.397
  • 2000: 21.977
  • 2001: 21.585
  • 2002: 21.348
  • 2003: 21.102

2004 bis 2010

  • 2004: 21.010
  • 2005: 20.770
  • 2006: 20.671
  • 2007: 20.435
  • 2008: 20.262
  • 2009: 20.005
  • 2010: 19.786

ab 2012

  • 2012: 19.215
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

1 29. Oktober
2 31. August

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Rat hat 30 Sitze und eine Stimme des Bürgermeisters Kraft seines Amtes. Er setzt sich seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:

  • Die Linke: 46,5 % = 14 Sitze
  • CDU: 23,2 % = 7 Sitze
  • SBB: 8,4 % = 2 Sitze
  • SPD: 7,7 % = 2 Sitze
  • FW: 5,7 % = 2 Sitze
  • BIS: 3,2 % = 1 Sitz
  • Grüne: 2,7 % = 1 Sitz
  • FDP: 2,6 % = 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl 2006 ist der hauptamtliche Bürgermeister Hans-Wolfgang Flögel (parteilos, Mandat Die Linke) mit einem Anteil von 76,1 % der Stimmen wiedergewählt worden. Nachdem dieser aus gesundheitlichen Gründen bei der Kommunalwahl 2012 nicht wieder kandidierte, setzte sich der bisherige 1. Beigeordnete Ralf Hauboldt (Die Linke) mit 65,5 % Stimmenanteil gegen Uwe Hoffmann (Sömmerdaer Bürgerbündnis), Heinz-Werner Döhle (CDU) und Horst Pickrodt (parteilos) durch.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Sömmerda

Blasonierung: „Geteilt von Silber und Rot; oben ein schwarzer rotbezungter rechts blickender Adler, unten ein sechsspeichiges silbernes Rad.“

Bedeutung: Der Adler steht für das Königreich Preußen. Das Rad, welches das Erfurter Wappen zeigt, deutet auf die wechselvolle Geschichte Sömmerdas, da die Stadt mehrfach im Besitz der Stadt Erfurt war.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Sömmerda ist gestreift von Rot und Silber (Weiß) und trägt das Stadtwappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museum[Bearbeiten]

Seit 2005 befindet sich im sogenannten Dreyse-Haus ein Museum und die Stadt- und Kreisbibliothek. Im Museum werden die industrielle Entwicklung der Stadt und das Leben des Johann Nikolaus von Dreyse dargestellt, der in diesem Haus lebte. Im Hinterhof des Gebäudes befindet sich ein Rosengarten, der im Stil des 19. Jahrhunderts wiederangepflanzt wurde.

Bauwerke[Bearbeiten]

Stadtmauer
Erfurter Tor
Stadtkirche
Pfarrhaus
Sowjetisches Ehrenmal auf dem Friedhof
  • Um 1368 Errichtung einer Ortsbefestigung bezeichnet als „mitliln Tor“. Ein Stadttor, das „Erfurter Tor“ von 1395, in dem sich seit 1977 ein Museum befindet, und sechs Stadtmauertürme sind heute noch erhalten. Das älteste Tor, das nicht mehr erhalten ist, datiert aus dem Jahre 1389 und wurde als „Wenigensömmersches Tor“ bezeichnet. Die komplette Stadtmauer war 1.300 m lang, 4 m hoch und 0,85 m dick. Sie entstand um 1600 mit fünf Toren und einer „Werrchenpforte“, einem einflügeligen Tor, während die anderen als Torhaus gebaut wurden.
  • Die evangelische Stadtkirche Bonifatius. Der spätgotische, einschiffige Bau stammt aus der Zeit zwischen 1462 und 1567. In seiner Gruft wurden bis 1804 die Pfarrer und Bürgermeister der Stadt bestattet. Zum Inventar gehören neben der Barockorgel auch zwei vergoldete Altaraufsätze von 1491. Der Turm ist ein quadratischer Chorflankenturm.
  • Das Pfarrhaus der Bonifatiuskirche an der Nordseite des Marktplatzes ist ein stattlicher, seit 1993 sanierter Fachwerkbau. Er wurde 1589 als Amtshaus errichtet und 1792 von der evangelischen Kirche als Pfarrhaus erworben.
  • Ebenfalls an der Nordseite des Marktplatzes steht das Geburtshaus von Christian Gotthilf Salzmann. Ein Denkmal vor der Bonifatiuskirche erinnert an ihn.
  • In der Langen Straße in Marktnähe befindet sich das Geburtshaus von Johann Nikolaus Dreyse.
  • Die evangelische Petrikirche liegt südlich der Bonifatiuskirche. Um sie bildete sich im Mittelalter ein zweiter Siedlungskern, der ebenfalls mit in die Stadtummauerung einbezogen wurde. Diese Kirche ersetzte 1685 einen Vorgängerbau von 1400, der heutige Kirchturm wurde erst 1716 vollendet.
  • Die katholische Pfarrkirche St. Franziskus entstand als nach Norden ausgerichteter Hallenbau mit Südturm 1893 im Stil der Neogotik. Damit ersetzte sie einen Vorgängerbau, der als Fachwerkkirche ausgeführt war und 1862 errichtet wurde. Zum Inventar dieser Kirche gehört eine Mondsichelmadonna, die um 1490 in Süddeutschland entstand.
  • Das Rathaus am Markt ist ein Renaissancebau von 1539. Der umgebende Marktplatz und die Marktstraße wurden zwischen 1967 und 1975 neu gestaltet. Die alte Randbebauung wurde dabei abgebrochen und durch viergeschossige Wohnbauten im zeitgenössischen Stil ersetzt. Die Entwürfe hierzu stammten von den Architekten Wagner und Steinecke.
  • In der Lohmühle, etwa Ende des 19. Jahrhunderts im neoklassizistischen Stil errichtet, wurde noch bis in die 1950er Jahre Getreide gemahlen. Direkt daran schließt sich die Dreysemühle an.
  • Im Industriepark wurde 1917 ein 35 m hoher Wasserturm errichtet, der zur Versorgung der Rheinmetall Borsig AG diente. Er ist neben dem Erfurter Tor ein Wahrzeichen der Stadt.
  • Die 1904 errichtete Stadtparkbrücke verbindet die Altstadt mit dem ein Jahr zuvor angelegten Stadtpark. Die überdachte Holzbrücke führt über die Unstrut.
  • Sehenswert ist darüber hinaus die Gartenbergsiedlung im Norden der Stadt, die zwischen 1914 und 1918 im Stil einer Gartenstadt errichtet wurde.

Parks[Bearbeiten]

  • Stadtpark
  • Martinipark
  • Kulturpark „Grünes Klassenzimmer“

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Frühlingsfest
  • Parkfest, Stadtfest in der Festwoche (Juni)
  • Sömmerdaer Rafting auf dem Unstrut-Wildwasserkanal (September): Seit 1992 entwickelte sich das von der Lokalredaktion der Thüringer Allgemeinen und dem Kanu-Club Sömmerda auf dem Wildwasserkanal veranstaltete Rafting zu einer begehrten Veranstaltung mit ständig steigender Teilnehmerzahl.
  • Sömmerdaer Kulturtage

Sport[Bearbeiten]

Bekanntester Sportverein der Stadt ist der Fußballverein FSV Sömmerda.

  • Sportanlage Sportpark Fichtestraße
  • Unstruthalle, Drei-Felder-Halle
  • Sportplatz Pestalozzistraße
  • Kanukanal Sömmerda

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Auf dem Friedhof an der Kölledaer Straße erinnert ein Ehrenhain mit einem Obelisken an die 123 Opfer von Zwangsarbeit aus der Sowjetunion. Dazu kamen weitere 38 Opfer aus mehreren Ländern. In der Uhlandstraße wurde 1984 eine Gedenk-Stele an den Todesmarsch von KZ-Häftlingen aufgestellt.[7]

1948 wurde ein von Wilhelm Wandschneider stammendes Doppelstandbild mit dem Erfinder Dreyse und einem Soldaten beseitigt, das gleichzeitig ein Denkmal zur Erinnerung an die Kriege 1864, 1866 und 1870/71 war. Nur der Sockel und ein Kopffragment von Dreyse sind erhalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Dreysemühle in der Altstadt

Der wichtigste Wirtschaftszweig Sömmerdas ist die Elektroindustrie. Im 20. Jahrhundert war Sömmerda das Arbeitszentrum der Firma Rheinmetall-Borsig AG. Zu DDR-Zeiten war hier das Kombinat Robotron – später unter dem Namen Büromaschinen AG – angesiedelt. Als dessen Nachfolger kann das heutige Werk zur Herstellung von PC und Notebooks des Unternehmens Fujitsu Technology Solutions angesehen werden. Ebenfalls in Sömmerda ansässig ist der Automobilzulieferer Trimet Aluminium AG.

Außerdem gibt es verschiedene Unternehmen, die landwirtschaftliche Produkte aus der Umgebung verarbeiten. Zwischen 1930 und Mitte der 1980er-Jahre wurde in Sömmerda das Mineralwasser Amalienbrunnen abgefüllt, danach verunreinigte sich jedoch die Quelle, so dass die Produktion eingestellt wurde.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Sömmerda

Seinen Bahnanschluss erhielt Sömmerda 1881 an der Bahnstrecke Sangerhausen–Erfurt, die heute elektrifiziert ist. Per Regional-Express (RE) besteht Anschluss nach Erfurt und Magdeburg. Eine zweite Eisenbahnstrecke durch Sömmerda ist die im Jahre 1874 eröffnete Pfefferminzbahn, die im Westen nach Straußfurt, im Osten nach Kölleda, Großheringen und Naumburg (Saale) führt. Am Kreuzungspunkt der beiden Strecken liegt der Bahnhof Sömmerda, welcher der einzige Turmbahnhof Thüringens ist.

Sömmerda liegt an der B 176, die Straußfurt im Westen mit Kölleda im Osten verbindet. Sömmerda ist derzeit noch Endpunkt eines Autobahnabschnitts der A 71, der im südlichen Verlauf über Erfurt und den Thüringer Wald bis nach Schweinfurt führt. Wenn diese Autobahn Richtung Norden fertiggestellt sein wird, wird sie die Stadt an den Raum Halle anbinden.

Sömmerda liegt am Unstrut-Radweg und am Mühlenwanderweg.

Medien[Bearbeiten]

In Sömmerda erscheint die Thüringer Allgemeine mit einer Lokalausgabe für den Landkreis Sömmerda. Ebenfalls in Sömmerda erscheint die Schachzeitschrift Rochade Europa.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • DRK-Krankenhaus Sömmerda
  • Kreishandwerkerschaft
  • Landratsamt
  • Landwirtschaftsamt

Bildung[Bearbeiten]

  • Staatliche Grundschule „A. Diesterweg“
  • Staatliche Grundschule „Lindenschule“
  • Evangelische Grundschule Sömmerda
  • Staatliche Regelschule „Albert Einstein“
  • Staatliche Regelschule „Ch. G. Salzmann“
  • Staatliches Gymnasium „Albert Schweitzer“
  • Staatlich anerkannte Förderschule „Finneck-Schule“
  • Förderzentrum „Rothenbachschule“
  • Staatliche Berufsbildende Schule Sömmerda
  • Kreisvolkshochschule Sömmerda
  • Städtische Musikschule „Wilhelm Buchbinder“
  • Thüringer Ludothek Sömmerda
  • BBZ Sömmerda gGmbH

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Sömmerda liegt im Verbreitungsbereich der zentralthüringischen Mundart, die zu den thüringisch-obersächsischen Mundarten zählt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und unbefestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 270/271.
  3. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 162.
  4. H. Mestrup: Volksaufstand und Umsturz. In: Zur Geschichte des Bezirkes Erfurt. Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen, 2004
  5. Der Schrei nach Freiheit. 17. Juni in Thüringen. Ausstellung der Stiftung Ettersberg im Thüringer Landtag in Erfurt im Juni 2012
  6. Geheimer Bericht der Bezirksbehörde der Volkspolizei Erfurt vom 29. Juni 1953 über den 17. Juni
  7. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Heimatgeschichtliche Wegweiser, 8 Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 277.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sömmerda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Sömmerda – Reiseführer