Karakol

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Karakol (Begriffsklärung) aufgeführt.
Karakol
Каракол
Wappen von Karakol
Karakol (Kirgisistan)
Karakol
Karakol
Basisdaten
Staat: Kirgisistan Kirgisistan
Gebiet: Yssykköl
Koordinaten: 42° 29′ N, 78° 24′ O42.48333333333378.41780Koordinaten: 42° 29′ 0″ N, 78° 24′ 0″ O
Höhe: 1780 m
Fläche: 48,05 km²
Einwohner: 68.800 (2010)
Bevölkerungsdichte: 1.432 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+996) 3922
Postleitzahl: 722200
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Stadt

Karakol (russisch/kirgisisch Каракол, mit der Bedeutung „schwarzer Arm“; 1889–1921 und 1939–1991 Prschewalsk) ist eine Stadt von etwa 68.800 Einwohnern in Kirgisistan.

Sie liegt ungefähr 5 km südlich des östlichen Endes des Yssykköl-Sees sowie etwa 150 km von der heutigen chinesischen Grenze entfernt. Sie ist administrative Hauptstadt des Gebiets Yssykköl. Karakol ist nicht zu verwechseln mit der weitaus kleineren Stadt Karaköl im Gebiet Dschalalabat. Durch die Stadt fließt der gleichnamige Fluss Karakol.

Geschichte[Bearbeiten]

Karakol war seit 1860, als das Zarenreich sich in Zentralasien ausbreitete, eine vorgeschobene russische Militärbasis. Die Stadt selbst wurde am 1. Juli 1869 gegründet und entwickelte sich, als Forschungsreisende in die Gegend kamen, um die Gebirgsregion zwischen China und Kirgisistan zu erforschen. Nach 1877 wuchs die Stadt schnell, vor allem, weil chinesische Muslime (Dunganen) auf der Flucht vor religiöser Verfolgung in die Stadt kamen.

Dunganen-Moschee, errichtet 1907–1910

1888, als der russische Militär und Geograph Nikolai Prschewalski während der Vorbereitungen zu einer Forschungsreise nach Tibet in Karakol an Typhus gestorben und dort begraben worden war, wurde die Stadt zu seiner Ehre in Prschewalsk umbenannt. Nach örtlichen Protesten wurde sie 1921 wieder in Karakol umbenannt, dann aber bereits 1939 wiederum in Prschewalsk. Erst 1991, nach der Unabhängigkeit Kirgisistans, erhielt die Stadt den ursprünglichen Namen Karakol zurück.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Russisch-orthodoxe Kirche, errichtet 1895

Prschewalskis Grab und ein kleines Museum befinden sich etwa 7 km nordwestlich von Karakol in Pristan Prschewalski, in einem Gedenkpark am Ufer eines Arms des Yssykköl-Sees, wo die sowjetische Marine ihre geheimen Torpedotests durchführte und die russische Marine heute eine Testbasis zur U-Boot-Jagd betreibt.[1] Sven Hedin besuchte das Grab im Jahr 1891.

An Sehenswürdigkeiten bietet die Stadt eine hölzerne Moschee, die von chinesischen Facharbeitern und ortsansässigen Dunganen zwischen 1907 und 1910 für die örtlichen Dunganen im Stil der Tsin-Dynastie und vollständig ohne metallene Nägel errichtet wurde, und eine ebenfalls hölzerne orthodoxe Kirche von 1895, die während der Sowjetzeit als Klub und Warenlager benutzt und danach restauriert wurde und heute wieder in Gebrauch ist.

Touristisch ist Karakol als Ausgangspunkt für Trekkingtouren und für Bergsteiger von Interesse, die die Berge des Tianshan zum Ziel haben. In der Nähe der Stadt verläuft der „Kyrgyzstan Trail“, ein 2007 neu konzipierter Fernwanderweg, der die Gebirgsketten der Yssykköl-Region in Kirgisistan erschließt und miteinander verbindet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. RIA Novosti: Russland zahlt mit Waffen für Militärpräsenz in Kirgisien, 6. April 2009