Kawasaki ZR-7

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Kawasaki ZR-7 + ZR-7S
Kawasaki ZR-7
Kawasaki ZR-7S
Kawasaki ZR-7S Front

Die Kawasaki ZR-7 ist ein Motorrad der Kategorie Naked Bike des japanischen Herstellers Kawasaki, das von 1999 bis 2004 verkauft wurde. Konkurrenzmodelle waren die Suzuki GSF 600, Yamaha Fazer und die Honda CB 600 F Hornet. Kawasaki blieb bei dem Motorrad seiner legendären Linie der vierzylindrigen, luftgekühlten Motoren, mit den traditionellen 750 Kubikzentimeter treu. Durch ihr Plus an Hubraum besticht die ZR-7, im Vergleich zur Konkurrenz, noch heute besonders durch ihre enormen Fahrleistungen. Das Konzept ging auf. Nach ihrer Einführung wurde sie schnell das meistverkaufte Motorrad von Kawasaki in Deutschland.

Die Einführung der strengen Euro-3-Norm führte aber letztlich 2003 zum Produktionsstopp der ZR-7. Eine Sanierung wäre nur mit erheblichen Aufwand möglich gewesen und stand in keinem gesunden Verhältnis zu den bereits stark zurückgegangenen Verkaufszahlen. Somit wurde die ZR-7 von ihrer Nachfolgerin, der Kawasaki Z 750, abgelöst.

Dennoch hat sie auch in heutigen Zeiten eine große Fangemeinde, die ihre überaus treue und zuverlässige Begleiterin zu schätzen wissen.

Vorgänger[Bearbeiten]

Die ZR-7 ist ein von Grund auf neu konzipiertes Motorrad, welches von der Vorgängerin Zephyr 750 lediglich den Motor übernommen hat. Dieser wurde allerdings technisch deutlich überholt.

Kawasaki ZR-7 Reihenvierzylinder

Entwicklung[Bearbeiten]

Änderungen am Motor gegenüber der Zephyr 750 waren unter anderem die Einführung des K-TRIC (Kawasaki Throttle Responsive Ignition Control) genannten Zündsystems. Es sorgt in Abhängigkeit von Drosselklappenstellung und Drehzahl, mittels Anpassung des optimalen Zündzeitpunktes, für eine verbesserte Gasannahme in den unteren Drehzahlen. Weiterhin wurde die ZR-7 um eine Schwimmerkammerheizung zur Verbesserung des Kaltstartverhaltens sowie Kaltlaufes erweitert. Zusätzliche im Motorblock verbaute Düsen sorgen für Kühlung durch Bespritzen der Kolben von unten mit Öl. Weiter wurde die Ölpumpe mit einem größeren Trochoid versehen. Dieser ist von 16 mm auf 20 mm vergrößert worden um den Öldruck zu vergrößern, da die Öldüsen unter den Kolben hinzugekommen sind. Der Steuerkettenspanner wurde modifiziert, ein Kettenspanner an der Primärkette integriert und geänderte Zahnflankenprofile im Getriebe fanden ihren Weg in die ZR-7. Die Motorlackierung wechselte von Silber auf Schwarz.

Und schließlich wurde auch das Auspuffsystem überarbeitet. So wurde aus dem ursprünglichen 4-in-2 System eine 4-in-2-in-1-Anlage.

Ihr Fahrverhalten gilt heute als gutmütig und macht sie daher auch für den Anfänger gut beherrschbar.

Technische Daten[Bearbeiten]

Abmessungen und Gewichte[Bearbeiten]

  • Länge: 2105 mm
  • Breite: 785 mm
  • Höhe: 1215 mm
  • Radstand: 1455 mm
  • Bodenfreiheit: 130 mm
  • Sitzbankhöhe: 800 mm
  • Leergewicht: 228 kg
  • Gewichtsverteilung:
    • vorne: 111 kg
    • hinten: 117 kg
  • zulässiges Gesamtgewicht: 416 kg
  • Tankinhalt: 22 l, davon 3,2 l Reserve

Motor[Bearbeiten]

Aufbau[Bearbeiten]

Leistung[Bearbeiten]

  • Motorleistung: 56,0 kW (76 PS) bei 9500/min
  • Max. Drehmoment: 63,0 Nm (6,4 mkp) bei 7500/min
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 205 km/h
  • Beschleunigung von 0 bis 100 km/h : 3,7 Sekunden
  • Durchzug von 60 bis 140 km/h : 11,7 Sekunden

Gemischaufbereitung[Bearbeiten]

  • 4 x Keihin CVK32x4 Gleichdruckvergaser mit Drosselklappensensor
  • 32 mm Durchlass, Hauptdüse 108, Nadeldüse 1+4 N6NC, Nadeldüse 2+3 N4MD
  • Leerlaufdüse 35, Leerlaufschraube 1 3/4 Umdrehungen nach außen
  • Leerlaufdrehzahl 1100/min, Schwimmerhöhe 17 mm

Zündelektrik[Bearbeiten]

  • Startsystem: Elektroanlasser
  • Zündsystem: Transistorzündung
  • Zündverstellung: Elektronisch (digital)
  • Zündzeitpunkt:
    • Von 12,5° vor OT bei 1100/min
    • bis 37,5° vor OT bei 9000/min
  • Zündkerzen: NGK DR9EA oder ND X27 ESR-U
  • Nummerierung der Zylinder: Von links nach rechts, 1-2-3-4
  • Zündfolge: 1-2-4-3

Ventilsteuerung[Bearbeiten]

  • Einlass:
    • öffnet 30° vor OT
    • schließt: 60° nach UT
    • Dauer 270°
  • Auslass:
    • öffnet 60° vor OT
    • schließt 30° nach UT
    • Dauer 270°
  • Ventilspiel: 0,08 - 0,18 mm, für Einlass und Auslass gleich

Schmiersystem[Bearbeiten]

  • Druckumlaufschmierung: (Naßsumpf mit Kühler)
  • Motoröl:
    • Sorte:
      • API SE, SF oder SG Klasse oder
      • API SH oder SJ mit JASO MA Klasse
    • Viskosität:
      • SAE10W-40, 10W-50, 20W-40 oder 20W-50
  • Ölmenge:
    • 3 l wenn Filter nicht ausgebaut wird
    • 3,5 l bei Filterausbau
    • 3,6 l wenn der Motor komplett trocken ist

Schadstoffklasse[Bearbeiten]

Triebwerk[Bearbeiten]

  • Primärübersetzung:
    • Typ: O-Ring-Kette EK525, 108 Glieder, Durchhang 30 - 45 mm
    • Übersetzung: 2,550 (27/23 x 63/29)
    • Kupplung: Mehrscheibenölbadkupplung
  • Getriebe:
    • Typ: 5-Gang, klauengeschaltet
    • Zahnräder ständig im Eingriff
  • Übersetzungen:
    • 1. Gang 2,333 (35/15)
    • 2. Gang 1,631 (31/19)
    • 3. Gang 1,272 (28/22)
    • 4. Gang 1,040 (26/25)
    • 5. Gang 0,875 (21/24)
    • Gesamtübersetzung: 5,229 (5. Gang)

Rahmen[Bearbeiten]

  • Typ: Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen
    • Nachlaufwinkel: 25,5°
    • Nachlauf: 93 mm
  • Vorderreifen: Alu-Gußräder, Typ Schlauchlos
    • Größe 120/70 ZR-17 (58W)
  • Hinterreifen: Alu-Gußräder, Typ Schlauchlos
    • Größe 160/60 ZR-17 (69W)
  • Reifendruck kalt, vorne und hinten: 2,5 Bar
  • Vorderradfederung:
    • Typ Telegabel, Standrohrdurchmesser 41 mm, nicht einstellbar
    • Federweg: 130 mm
  • Gabelöl: Viskosität SAE 10W
    • Ölstand voll eingefedert, ohne Feder: 115 mm,
    • Ölmenge: ca 473 cm3, bei Wechsel ca. 400 cm3
  • Hinterradfederung:
    • Zweiarmschwinge mit Zentralfederbein, über progressiv wirkende Hebel angelenkt (Uni-Track)
    • Zugstufendämpfung vierfach verstellbar (Werkseinstellung 2) und Federvorspannung siebenfach (Werkseinstellung 3)
    • Federweg: 130 mm
  • Bremsen:

Elektrik[Bearbeiten]

  • Batterie: 12 V 10 Ah
  • Scheinwerfer: Typ Asymmetrisch
  • Glühlampe 12 V 60/55 W (H4)
  • Rück-/Bremslicht: 12 V 5/21 W x 2
  • Lichtmaschine: Typ Drehstrom

Inspektion[Bearbeiten]

  • Erstinspektion : 1000 km
  • Inspektionsintervall : 6000 km

Modelljahre[Bearbeiten]

Da die ZR-7 von Anfang an ein sehr ausgereiftes Motorrad war, gab es seitens Kawasaki nur geringen Anlass zu Modifikation.

1999[Bearbeiten]

Markteinführung der ZR-7

Farben: Blau, Rot und Gold

2001[Bearbeiten]

Markteinführung der ZR-7S

Beide Modelle bekommen härtere Gabelfedern und werden in der Dämpfung straffer eingestellt.

Farben: Blau, Silber und Rot

2003[Bearbeiten]

Die unverkleidete Variante wird um eine automatische Tagfahrlichtfunktion ergänzt.

Zulassungszahlen[Bearbeiten]

Zulassungen von 1999 bis 2003 lt. Kawasaki Deutschland

  • ZR-7
    • ZR-750F1 (Modelljahr 1999 und 2000): 6247 Einheiten
    • ZR-750F3 (Modelljahr 2001 und 2002): 1056 Einheiten
    • ZR-750F5 (Modelljahr 2003): 331 Einheiten
  • ZR-7S
    • ZR750-H1 (Modelljahr 2001 und 2002): 3162 Einheiten
    • ZR750-H3 (Modelljahr 2003): 1260 Einheiten

Nachfolger[Bearbeiten]

Die Kawasaki ZR-7 wurde nach ihrer Produktionseinstellung 2003 durch die Kawasaki Z 750 abgelöst.

Quellen[Bearbeiten]

  • NGV, 1000 Motorräder
  • bucheli Verlag, Reparaturanleitung Band 5244, Kawasaki ZR-7/S ab Bj 1999

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kawasaki ZR-7 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien