Ken Kesey

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Ken Kesey auf dem Miami Book Fair (1984)
Ken Kesey-Statue in Eugene, Oregon (USA)

Kenneth Elton „Ken“ Kesey (* 17. September 1935 in La Junta, Colorado; † 10. November 2001 in Eugene, Oregon) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Aktionskünstler.

Leben[Bearbeiten]

Ken Kesey studierte ab 1959 an der Stanford University im kalifornischen Palo Alto das Fach Kreatives Schreiben. Nachdem er 1962 mit Einer flog über das Kuckucksnest (1975 verfilmt) einen Welterfolg gelandet hatte, gründete er in La Honda bei San Francisco eine Kommune mit den „Merry Pranksters“ und veranstaltete dort Happenings, die so genannten „Acid Tests“, bei denen die damals noch legale Droge LSD verteilt wurde. Als bekannteste Mitglieder der „Merry Pranksters“ gelten Neal Cassady und die Musikgruppe „The Warlocks“, die später unter dem Namen „Grateful Dead“ eine große Musik-Karriere gemacht haben.

Die „Merry Pranksters“ gelten als Vorreiter der San Francisco-Hippies, sie propagierten die Einnahme von psychedelischen Drogen, bunte Kleidung, Straßentheater, Lichtshows, die Discokugel und friedlichen Protest gegen die Ordnungsgewalt. Die Reise der „Merry Pranksters“ 1964 von San Francisco nach New York in einem bunten Schulbus wurde in Tom Wolfes „Der Electric Kool-Aid Acid Test“ (engl.: The Electric Kool-Aid Acid Test) dokumentiert.[1] Die Veröffentlichung einer filmischen Adaption des Buches durch Regisseur Gus Van Sant war für 2010 geplant.

Die Inspiration zu Einer flog über das Kuckucksnest (engl.: One Flew Over The Cuckoo's Nest) hatte Kesey 1959 bekommen, während er am Veterans Hospital im kalifornischen Menlo Park als Aushilfe in der Psychiatrieabteilung arbeitete. Dort gab man ihm im Rahmen des CIA-Forschungsprogramms MKULTRA psychoaktive Drogen, um deren Auswirkungen zu studieren. Die Erlebnisse verarbeitete er in der Zeit von Winter 1960 bis Frühling 1961 zu dem später auch sehr erfolgreich verfilmten Roman.

1964 erschien das zweite Buch von Kesey, „Manchmal ein großes Verlangen“ (engl.: Sometimes a Great Notion). Nach mehreren Prozessen wegen Drogenbesitzes, der Flucht nach Mexiko und einer anschließenden Bewährungsstrafe zog Kesey sich auf seine Farm bei Eugene, Oregon zurück und schrieb seinen dritten Roman „Sailors Song“, Geschichten sowie mehrere Theaterstücke über sein Leben mit den „Merry Pranksters“.

Die Verfilmung von "Einer flog über das Kuckucksnest" aus dem Jahr 1975 hat er selbst nie gesehen, bemängelte jedoch, dass der Film nicht, wie das Buch, aus der Sicht von Chief Bromden erzählt wurde.

Ken Kesey und die verbliebenen „Merry Pranksters“ tourten noch bis zu seinem Tod im November 2001 mit ihrem Schulbus durch Amerika, traten bei Festivals auf und machten weiter Happenings.

Werke[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Einer flog über das Kuckucksnest, Deutsche Ausgabe u.a. Rowohlt (Tb), ISBN 3-499-15061-1
  • One Flew Over the Cuckoo's Nest, New American Library; TB-Reprint, ISBN 0-451-16396-6
  • Manchmal ein grosses Verlangen, Novelle (1964 im Original), Deutsche Ausgabe Rowohlt (brosch.) 1987, ISBN 3-499-12205-7

Hörbuch[Bearbeiten]

  • Einer flog über das Kuckucksnest. Erzählt von Dominic Raacke, 6 CDs, 463 min, Düsseldorf: Patmos Verlagshaus, 2007. ISBN 978-3-491-91230-4

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tom Wolfe: "Der Electric Kool-Aid Acid Test - Die legendäre Reise von Ken Kesey und den Merry Pranksters".Heyne, München 2009. ISBN 978-3-453-40621-6