Frank Capra

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Dieser Artikel behandelt den Filmregisseur Frank Capra. Zum gleichnamigen Autor, Physiker und Philosophen siehe Fritjof Capra.
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Frank Capra am Schneidetisch während seines Militärdienstes, ca. 1943

Frank Capra, eigentlich Francesco Rosario Capra, (* 18. Mai 1897 in Bisacquino, Sizilien, Italien; † 3. September 1991 in La Quinta, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmregisseur.

Leben[Bearbeiten]

Why We Fight, Teil 4: The Battle of Britain

Die sizilianische Familie Capras emigrierte 1903 in die USA nach Kalifornien. Sein Vater arbeitete hier als Obstpflücker. 1918 machte Frank Capra am California Institute of Technology einen Abschluss als Chemieingenieur. Nach dem Krieg reiste er als Handelsvertreter für eine Fotofirma umher. 1922 stieß Capra in San Francisco auf eine Anzeige, es wurden Regisseure für ein neues Filmstudio gesucht. Für dieses Filmstudio drehte er seinen ersten Stummfilm, den Einakter Fultah Fisher`s Boarding House. Capra erlernte dort die technischen Grundlagen der neuen Branche, allerdings ging die Produktionsfirma sehr schnell pleite, doch Capra blieb dem Filmgeschäft erhalten. 1925 begann er in der Drehbuchabteilung von Produzent Hal Roach zu arbeiten. Hier entwickelte er sich zum Comedy-Spezialisten, so dass der Produzent Mack Sennett ihn 1926 für die Filme von Harry Langdon abwarb. Capras Gags machten Langdon zu einem der erfolgreichsten Komiker am Ende der Stummfilmzeit. 1928 wurde der arbeitslose Regisseur von Harry Coen, dem Chef der Poverty Row Studios, später Columbia Pictures, engagiert. Er arbeitete bis 1939 für sie und verhalf ihnen mit seinen Erfolgen zum Durchbruch. In dieser Zeit entwickelte er sich zu einem der ersten und der besten Regisseure der Screwball-Komödie. Nach dieser Zeit gründete Capra mit seinen Regiekollegen William Wyler und George Stevens sein eigenes Filmproduktionsunternehmen Liberty Films. Zu Beginn der sechziger Jahre zog sich Frank Capra aus dem Filmgeschäft zurück, Grund war der nachlassende Erfolg.

Capras Genre ist die Komödie des kleinen Mannes aus der Mittel- und Unterschicht. Seine Filme sind märchenhafte Sozialutopien, sie sind in der Zeit von 1934 bis 1947 untrennbar mit den New-Deal-Reformen von Franklin D. Roosevelt, mit denen die Folgen der Weltwirtschaftskrise überwunden werden sollten, verbunden.

Er gehörte zu den wenigen Regisseuren, deren Namen auch einem breiteren Kinopublikum bekannt waren. Als besondere Auszeichnung verstand er selbst, dass sein Name über dem Titel des Films stand. The Name above the Title nannte er darum auch seine Autobiographie.

Capra bekam 1934, 1936 und 1938 für Es geschah in einer Nacht, Mr. Deeds geht in die Stadt und Lebenskünstler den Oscar für die beste Regie. Zusätzlich gewann er den Oscar als Produzent von Lebenskünstler für den besten Film.

Im Zweiten Weltkrieg diente er als Oberst und produzierte für die US Army von 1942 bis 1945 die preisgekrönte Dokumentarfilmreihe Why We Fight, die Capra als Antwort auf Leni Riefenstahls Propagandafilm Triumph des Willens verstand. Zusätzlich produzierte er 28 etwa drei- bis fünfminütige S/W-Cartoons über „Private Snafu“, die zu Unterrichtszwecken in den Streitkräften eingesetzt wurden.

Sein bekanntester Film ist das Fantasymelodram Ist das Leben nicht schön? mit James Stewart. Allerdings floppte der Film anfangs. 2006 wurde er in den USA zum „inspirierendsten Film aller Zeiten“ gewählt (Quelle: dpa vom 17. Juli 2006). Einer ähnlichen Beliebtheit erfreut sich seine Komödie Arsen und Spitzenhäubchen mit Cary Grant.

Capras Spezialität waren Filme, die – wie Mr. Smith geht nach Washington (1939) oder Der beste Mann (1948) – ein Loblied auf den untrüglichen politischen Instinkt des „einfachen Mannes“ singen. Obwohl seine Filme einen positiven Eindruck auf die Zeit von Roosevelt und seinen New Deal machten (die Drehbuchautoren waren linke Anhänger der Demokratischen Partei), war Capra selbst ein konservativer Republikaner und überzeugter Antikommunist.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1938: Lebenskünstler (You can’t Take It with You)
  • 1939: Mr. Smith geht nach Washington (Mr. Smith Goes to Washington)
  • 1941: Hier ist John Doe (Meet John Doe)
  • 1942: Vorspiel zum Krieg (Prelude to War)
  • 1943: The Nazis Strike (Dokumentarfilm)
  • 1943: Luftschlacht um England (The Battle of Britain, Dokumentarfilm)
  • 1943: Divide and Conquer
  • 1943: The Battle of Russia (Dokumentarfilm)
  • 1944: Die Schlacht um China – Der eiserne Widerstand (The Battle of China, Dokumentarfilm)
  • 1944: Tunisian Victory (Dokumentarfilm)
  • 1944: Arsen und Spitzenhäubchen (Arsenic and Old Lace)
  • 1945: Your Job in Germany (Kurzfilm, Dokumentarfilm)
  • 1945: Know Your Enemy – Japan (Dokumentarfilm)
  • 1945: Here Is Germany (Dokumentarfilm)
  • 1945: Two Down and One to Go (Kurzfilm, Dokumentarfilm)
  • 1945: War Comes to America (Dokumentarfilm)
  • 1946: Ist das Leben nicht schön? (It’s a Wonderful Life)
  • 1948: Der beste Mann (State of the Union)
  • 1950: Lach und wein mit mir (Riding High)
  • 1951: Hochzeitsparade (Here Comes the Groom)
  • 1956: Our Mr. Sun (Fernsehfilm)
  • 1957: Hemo the Magnificent (Fernsehfilm)
  • 1957: The Strange Case of the Cosmic Rays (Fernsehfilm)
  • 1959: Eine Nummer zu groß (A Hole in the Head)
  • 1961: Die unteren Zehntausend (Pocketful of Miracles)
  • 1964: Rendezvous in Space (Kurzfilm, Dokumentarfilm)

Autobiographie[Bearbeiten]

  • Autobiographie. (OT: The Name Above the Title). Diogenes, Zürich 1992, ISBN 3-257-01938-6.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Victor Scherle und William Turner Levy: The Complete Films of Frank Capra. Citadel Press, New York und Secaucus 1992, ISBN 0-8065-1296-2.
  • Jeanine Basinger (Hrsg.): The It's a Wonderful Life Book. Alfred A. Knopf, New York 1994, ISBN 0-394-74719-4.
  • Robert Sklar, Vito Zagarrio, Thomas Schatz: Frank Capra. Autorship and the Studio System. Temple University Press, Philadelphia 1998, ISBN 1-56639-608-5.
  • Ursula Vossen: [Artikel] Frank Capra. In: Andreas Friedrich (Hrsg.): "Filmgenres. Fantasy- und Märchenfilm." Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-15-018403-5, S. 107–111.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frank Capra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien