Kerkerbach

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Kerkerbach
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Der Kerkerbach zwischen Lahr und Heckholzhausen

Der Kerkerbach zwischen Lahr und Heckholzhausen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 25872
Lage Hessen; Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Lahn → Rhein → Nordsee
Quelle im südlichen Oberwesterwald aus mehreren Quellen bei Fussingen und Lahr
50° 31′ 3″ N, 8° 6′ 34″ O50.5174222222228.1095138888889312
Quellhöhe ca. 312 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung bei dem gleichnamigen Runkeler Stadtteil in die Lahn50.406358.1256272222222124Koordinaten: 50° 24′ 23″ N, 8° 7′ 32″ O
50° 24′ 23″ N, 8° 7′ 32″ O50.406358.1256272222222124
Mündungshöhe ca. 124 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 188 m
Länge 20,7 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 70,23 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
AbflussVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MNQ
MQ
40 l/s
564 l/s

Der Kerkerbach ist rechtsseitiger, 20,7 km[1] langer Zufluss der Lahn im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen, Deutschland. Sein Einzugsgebiet beträgt 70,23 km²[1].

Name[Bearbeiten]

Der Name des Kerkerbaches leitet sich vermutlich von den Quellen in der Lahrer Flur „Alte Keller“ ab, dem ehemaligen Dorf Oberlahr.

Es gibt für die Herkunft des Namens aber auch andere weitergehendere Ableitungen. So erklären Willi Schmittel und Johannes Laubach in einem Artikel über die Finstermühle bei Schupbach [2] die Herkunft des Bachnamens folgendermaßen:

„Kerkerbach heißt das Gewässer und das Tal hat den entsprechenden Namen. Doch Kerker stammt aus dem keltischen Sprachgut und bedeutet „finster“, „nass“, „sumpfig“. Und auch im Mittelhochdeutschen lässt sich durchaus noch eine sprachliche Assoziation herstellen. Hier wurde die Bezeichnung „finster“ (vinestre) noch für Gefängnis beziehungsweise Kerker verwendet.“

Christian Daniel Vogel nennt für den Bach auch die Namen "Hüttenbach" und "Fensterbach".[3]

Verlauf[Bearbeiten]

Brücke über den Kerkerbach in der Ortsmitte von Eschenau

Der Kerkerbach entspringt im südlichen Oberwesterwald aus mehreren Quellen bei Fussingen und Lahr. Teile des Quellgebiets bilden als Wiesen nördlich Lahr ein Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet. Der erste größere Zufluss ist der Hintermeilinger Floos, der bei der Schlagmühle in den Kerkerbach fließt. Zwischen Schlagmühle und Heckholzhausen fließt der Bach durch einen engen Einschnitt. Sein Unterlauf südlich Heckholzhausen bei Schupbach, Eschenau, Hofen, Steeden bildet die natürliche Grenze zwischen dem fruchtbaren Limburger Becken und den Hochflächen des Weilburger Lahntalgebietes. Entsprechend unterscheiden sich hier die flacheren, von Feldfluren begleiteten westlichen Talhänge von der steilen, teils sogar felsigen und bewaldeten östlichen Talseite. Der Kerkerbach mündet bei dem gleichnamigen Runkeler Gewerbegebiet in die Lahn.

Zuflüsse[Bearbeiten]

  • Hintermeilinger Floß (rechts), 4,1 km
  • Allendorfer Bach (links), 4,5 km
  • Gaudernbach (links), 4,2 km
  • Brandbach (rechts), 5,1 km

Kerkerbachbahn[Bearbeiten]

Hinweisschild des Radweges

Der Kerkerbach gab auch der 35 km langen Kerkerbachbahn den Namen. Diese historische Bahnstrecke wurde 1884 bis 1888 gebaut. Sie verband die Orte Mengerskirchen, Waldernbach, Fussingen, Lahr, Hintermeilingen, Heckholzhausen, Schupbach, Christianshütte, Eschenau, Hofen, Schadeck und Kerkerbach mit dem Bahnhof Kerkerbach der Kerkerbachbahn AG und dem heute noch existierenden Bahnhof der Deutschen Bahn an der Lahntalstrecke Gießen-Koblenz. Die Bahnstrecke diente überwiegend dem Transport von Ton, Braunkohle, Erz und Marmor. Die Bedeutung für den Personentransport war gering. Wegen Unrentabilität wurde die Kerkerbachbahn wieder eingestellt. Der größte Teil der Strecke wurde 1960 stillgelegt und die Gleisanlagen rückgebaut.

Heute ist der Bahndamm ein ausgebauter Wanderweg für Fußgänger und Radfahrer. [4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
  2. Nassauische Neue Presse vom 19. September 1998, Seite 19
  3. Christian D. Vogel, Beschreibung des Herzogtums Nassau, 1843
  4. Rad- und Wanderführer Kerkerbachtal, Herausgeber: Marktflecken Mengerskirchen, Gemeinde Merenberg, Gemeinde Waldbrunn, Gemeinde Beselich und Stadt Runkel, 2000

Weblinks[Bearbeiten]